21 Von Odessa nach Kiev

Heute ging es zurück Richtung Kiev, denn wir hatten uns für das Ende der Reise noch ein Highlight aufgespart. Doch dazu mussten wir zuerst hinkommen.

Schritt 1 war der Bus von Satoka nach Odessa. Glücklicherweise kommen die direkt am Hauptbahnhof an, so dass man das Gepäck nicht mehr weit transportieren muss. Wir lagerten es dann auch direkt am Hauptbahnhof ein und gingen noch mal ins Zentrum von Odessa. Das waren so ca. 20 Minuten Fußweg in eine Richtung.

Wir kauften dann noch einige Souveniers ein bevor wir dann zurück zum Bahnhof liefen.

Wir mussten dann gar nicht so lange warten bis unser Nachtzug nach Kiev einrollte. Natürlich war unser Abteil am anderen Ende des sehr langen Zuges, also machten wir uns auf den weg. Wir hatten diesmal eine Oma mit ihrem Engel im Abteil. Der Kleine benahm sich im Vergleich zu den Kindern im Nachbarabteil geradezu vorbildlich. Aber das war alles unser geringstes Problem. Schlimmer war, dass die Hitze im Zug enorm war und es weder eine Klimaanlage gab, noch die Fenster in unserem Abteil geöffnet werden konnten. Sauna Feeling. Ich verbrachte dann auch eine Menge Zeit im Gang an den dortigen Fenstern.

Der Zug war nicht in so guten Zustand wie der letzte den wir in dieser Klasse (B) gebucht hatten. Es gab noch einen anderen Zug der statt 8,5h nur 7h unterwegs war. Der war etwas teurer und eventuell in besserem Zustand. Er hätte allerdings noch ein anderes Problem gelößt, von dem wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten: Der andere Zug wäre früh genug angekommen, damit Tanja ihr neues Visum hätte abholen können. Unser Zug kam zu spät dafür…

Am nächsten Morgen waren wir zwar nicht erholt aber zumindest “ausgeruht” in Kiev. Wir hatten zwar etwas Proviant dabei, aber eigentlich wollte ich lieber ein richtiges Frühstück. Doch zuerst ging es zu unserer Unterkunft (wieder ein AirBnB). Allerdings war der CheckIn in einem anderen Gebäude. Es stellte sich heraus, dass der Schlüssel bei einer Rezeption in einem Bürohaus hinterlegt war. Die Rezeption dort zeichnete sich dadurch aus, uns nur sehr wiederwillig bedienen zu wollen. Auch das wir unser Gepäck bis zum CheckIn Zeitpunkt (wir waren ein paar Stunden zu früh dafür da) einlagern wollten, war ihr unverständlich. Angeblich ging das gar nicht. Erst ein Anruf bei unserem Vermieter der das dann gerade zog, sorgte für Verbesserung.

Dann suchten wir ein Frühstücksrestaurant. Da wir in der Gegend nichts dergleichen fanden, kamen wir wieder am Bahnhof heraus. Wir fanden hinter dem Bahnhof (auf der Seite mit KFC und Puzata Hata) ein Restaurant (“3B Republic”) in dem es ein handfestes Frühstück gab.

Als wir dann zurück zur Rezeption liefen um unser Zimmer in Bezug zu nehmen, überraschte uns ein Gewitter auf offener Straße. Wir schafften es noch unter den großen Sonnenschirm eines Kiosks wo wir dann eine 15-20 Minuten warteten bis der Regen nach ließ.

Wir nahmen dann unsere “Wohnung” in Besitz. Das Haus war äußerlich in keinem schönen Zustand. Die Wohnung selbst war aber sehr nett eingerichtet. Da wir so langsam hungrig wurden wollten wir raus essen gehen. Es hatte wieder angefangen zu regnen und es war auch kein Ende in Sicht. Auf GoogleMaps fanden wir eine nahe gelegene Pizzaria.  Wir nutzten unseren Sonnenschirm als Riesen-Regenschirm und liefen so durch den strömenden Regen. Diverse Menschen in den Hauseingängen schauten uns amüsiert und neidisch nach, als wir vorüber gingen. Auch die Mitarbeiter der Pizzaria waren etwas überrascht, freuten sich dann aber über Kundschaft.

Nach dem Essen gingen wir (mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen) noch auf einen Abendspaziergang durch die Stadt. Wir liefen mehr oder weniger gezielt Richtung “Ocean Plaza”. Im Video mache ich dort eine kurze “Architekturrundschau”. Die Mall war etwas hochpreisiger. Allerdings heißt das nicht, dass die Ware auch besser war. Bei zwei Uhren (jeweils um die 200€) fielen noch im Laden die Zeiger ab. Nicht sehr überzeugend.

screenshot_20190801-0818357644032693491270112.jpg

Abreise: Von Satoka nach Odessa, Souviniershopping in Odessa und dann mit dem Nachtzug nach Norden

screenshot_20190801-0819002995691952965359680.jpg

Ankunft in Kiev, Frühstück und AirBnB in der Nähe von Vokzalna, danach kleiner Spaziergang bis zur Ocean Mall und Palats Ukraina.

 

Advertisements

20 Satoka Strandurlaub

Heute ging es nach Satoka, bzw. genauer nach Solnechnaya, der Landzunge zwischen Schwarzem Meer und dem “Liman” (Salzsee?) dahinter.

Zuerst mussten wir aber hinkommen. Zuerst liefen wir den Berg hinauf – was anstrengend genug war. Dann ging es mit dem Bus (1h) Richtung Odessa Hauptbahnhof. Eigentlich die komplett falsche Richtung (Norden) da Satoka im Süden liegt, aber von dort fuhren dann die Busse. Hier mal die Karte von unserem Anreisetag:

Unsere neue Unterkunft war erst etwas versteckt am Liman-Strand. Sie stellte sich als großes, schönes Einfamilienhaus mit 4-5 Gästezimmern und einer riesigen Dachterrasse im ersten Stock heraus. Uns begrüßten die Eigentümer (leider sprachen sie kein Englisch. Die AirBnB Kommunikation machte die Tochter die woanders lebte) und die kleine französische Bulldogge. Unser Zimmer lag direkt an der Dachterrasse mit Blick Richtung See.

Schon am ersten Tag fielen mit diverse Fliegen oder Mücken auf, die überall tot auf der Terrasse herum lagen. In einer Bewertung auf AirBnB hatte ich auch dazu etwas gelesen. Was es damit auf sich hatte, würden wir in der Nacht noch merken. Die Mücken bissen nicht, aber wenn einen hunderte umschwirren, dann ist das abendliche sitzen auf der Terrasse kein Spaß. Wir ließen immer das Licht aus, um die Fliegen nicht anzulocken. An einem Abend (siehe Video 5:45) waren extrem viele Fliegen an den Straßenlaternen. Ich stand auf der Terrasse und filmte und, obwohl ich 20m entfernt war, fühlte ich wie dutzende der Fliegen mich umkreisten.

Nach dem CheckIn  ging ich in den See schwimmen. Jedenfalls versuchte ich es. Aber selbst 200m weg vom Ufer reichte das Wasser gerade an den Bauch. D.h. sehr kinderfreundlich, aber zum schwimmen muss man an den anderen Strand.

Das machten wir dann auch. Wir wollten etwas zu Abend essen und gingen über die Straße, über die Eisenbahnschienen und unter(!) dem Bahnsteig durch. Die Straße mit den Restaurants war voll mit Touristen, kleinen und großen Geschäften und diversen Schaschlik-Grillereien, Fischrestaurants usw. Wir aßen etwas und kauften auch ein paar Pfirsiche. Als wir die aßen, stellten wir fest, dass sie alle innen angeschimmelt waren. Tanja verlangte dann ihr Geld von der Händlerin zurück. Diese sagte ihr wir sollten nicht mehr zu ihr kommen um etwas zu kaufen, worauf die Antwort “Natürlich nicht!” flog. Was wir gelernt hatten war, dass man die Ware etwas genauer unter die Lupe nehmen muss.

Wir verbrachten 3 Tagen mit relaxen am Strand. Am zweiten Tag kauften wir uns einen Sonnenschirm da es am Strand keinen Schatten gab. Wir frühstückten regelmäßig am See mit dem Füßen im Sand.  Das war schon etwas Luxus.

Am 4. Tag wurde es uns etwas zu langweilig und wir fuhren mit dem Bus nach Bilhorod-Dnistrowskyj, einer Stadt etwas nördlich von der Wein-Stadt “Schabo”. Beide liegen im Inland am Liman (dem See vor unserer Unterkunft). In Bilhorod liegt die Festung “Akkerman”, welche wir besichtigen wollten. Wir waren uns nicht sicher, ob wir früh genug dort ankommen würden, denn wir brachen erst kurz vor 4Uhr auf. Die Fahrt dauerte 35Min und danach mussten wir vom Busbahnhof noch 40Minuten (2km) laufen bis wir an der Festung ankamen. Einige sehr reife Maulbeerbäume hielten uns unterwegs auf… Um 17:20Uhr waren wir an der Festung und bekamen noch Tickets. Wir kauften noch schnell etwas Wasser und dann gingen wir hinein.

Als wir dort waren, war die Festung selbst recht ruhig. Das Areal ist sehr groß und die wenigen Touris die zu der Zeit drinnen waren, verteilten sich im Gelände. Wir waren meist allein auf den Türmen oder Aussichtspunkten. Als wir gingen kamen die nächsten – sehr angenehm. Die Besichtung dauerte 2h bevor wir dann einen Bus zurück nahmen.

Auf der Rückfahrt fuhren wir durch Schabo. Der Ort selbst ist komplett fokussiert auf Weinanbau, Winzer und Kelterei und Cognac Brennereien. Wir wollten erst eine Tour dort machen, aber in den Kommentaren stand, dass man dort nur versucht die (überwiegend russischen) Touristen mit möglichst günstigem Wein in relativ kurzer Zeit abzufüllen um ihnen dann im Shop die teuren Weine und Cognacs unter die Nase zu halten. Da hatten wir keine Lust drauf.

Als wir zurück waren, suchten wir wieder etwas zu essen. Wir gingen zum zweiten Mal in den “Golden Lobster”. Beim ersten Mal schaffte man es, Tanjas Bestellung (Forelle mit Pommes) in zwei “Lieferungen” zu bringen. Erst die Pommes und 30 Min später den Fisch! Diesmal wollten wir eine Pepperoni-Pizza. Diese enthielt absolut andere Zutaten als auf der Karte standen aber vor allem KEINE Pepperoni. Als wir dies bemängelten sagte man uns, dass es sich um Pepperoni-Salami handle. Wow….

Wir gingen dann noch ans Meer (und ich) baden. Am Abend beschlossen wir dann, am nächsten Tag Richtung Kiev aufzubrechen. Gerade rechtzeitig, denn wir erfuhren, dass das Hotel am Folgetag von 4 Familien mit 4-6 kleinen Kindern in Summe gebucht wurde.

19 Favela Hotel in Odessa’s Kyivskyi District

Nachdem wir Odessa genügend besichtigt hatten, wollten wir etwas mehr Strandurlaub haben. Wir buchten ein Hotel direkt am Strand. Auf Google-Maps war allerdings nicht zu erkennen, ob da wirklich ein Strand ist. Die Gebäude standen sehr nah am Wasser. Aber die Bilder auf Booking waren vielversprechend. Irgendwie sehr strange…

Als unser Uber uns absetzte, war uns immer noch nicht so recht klar wo das Hotel war. Wir liefen die Straße entlang, lings und rechts waren ehemalige Datschen (Sommerhäuser) die immer weiter vergrößert wurden. Plötzlich sahen wir eine Stahltür mit der richtigen Hausnummer, gingen hinein und fanden ein dunkles Labyrinth aus Gängen zwischen sich gegenseitig überbauenden Häusern. Favela-Style!

Irgendwann fanden wir dann unser Hotel. Es war das einzige Haus, welches sich mühe gab nach außen eine tolle Fassade abzugeben. Aber wie sich heraus stellte war das tatsächlich nur Fassade. Das Innere des Hauses war auch hier eine ehemalige Datsche die nun auf 6(?) Ferienwohnungen vergrößert wurde.

Zum Glück hatten wir Meerblick und Klimaanlage. Soweit stimmten die Angaben. Was wir überlesen hatten war das “shared Bathroom and Toilet”. Ein weiterer Nachteil zeigte sich am Abend. Es gab nur ein Restaurant in der Nähe und das war wohl ein Gourmet-Fischrestaurant für die Odessa High Society mit selbst für Deutschland hohen Preisen. Deshalb gingen wir dann shoppen und machten uns in unserer Miniküche Pilmeni.

Unser Ziel hatten wir jedoch erreicht: Wir hatten jetzt Strandurlaub und der Strand vor dem Hotel war nicht überlaufen.

Am nächsten Tag gab es 8 Uhr einen Stromausfall – davon wussten wir nur nichts. Die Folge war, dass wir kein Frühstück machen konnten. Wir gingen dann hoch in die Stadt. Hoch deshalb, weil die Urlaubssiedlung mit unserem Hotel ca. 30m niedriger lag als die eigentliche Stadt. Es gab nur einen Weg hinauf, und der konnte bei praller Sonne recht lang werden.

Oben angekommen suchten wir etwas zu Essen und fanden dadurch ein Freilichtmuseum eines Battalions welches hier im 2. WK stationiert war. Mit dabei: Ein Panzerzug, Panzer, Geschütze und …. ein U-Boot!!
Etwas zu Essen fanden wir nicht, statt dessen gingen wir wieder Shoppen und aßen im Hotel.

Im späten Abend saßen wir mit einem Bier in der Hand und den Füßen im Wasser und fingen ganz neben bei noch zwei Krabben. Am Strand saßen ein paar Frauen die Fische ausnahmen und dabei sangen.

Nach 3 Nächten war das Favela Abenteuer vorbei und wir buchten (das erste Mal via Air BnB) eine Unterkunft in Satoga.

18 Odessa Zentrum

Was für eine Fahrt! Als wir endlich in Odessa ankamen waren wir wieder richtig fertig. Unser Fahrer hielt sich mit Amerikanischem Gangster Rap und allem was Boom machte sowie offenen Fenster wach, entsprechend war die Menge Schlaf die wir abbekamen nicht besonders groß. Die Fahrt endete am Busbahnhof, wo wir erstmal etwas verschnauften bevor wir mit einem Uber Richtung Hostel fuhren.

Im Hostel “Orpheus” einchecken konnten wir zwar, aber nur Gepäck abstellen und dann mussten wir wieder gehen. Verständlich – es war ja noch früh (vor 8Uhr) am Morgen und die Gäste im Hostel schliefen noch. Also machten wir uns, etwas groggy, auf den Weg. Wir wollten Frühstück mit Meerblick haben.

Meerblick

Das Hostel lag dafür recht gut. Luftlinie wenige Hundert Meter weg vom Wasser. Leider aber auch 50m oberhalb. Und der Hang war mit Bäumen bestanden, so dass man kaum was sehen konnte.

Wir liefen einfach weiter und kamen dabei an vielen Reifen Maulbeerbäumen vorbei, die ihre Früchte überall auf der Straße verteilten. Bei Wind sollte man insbesondere vermeiden unter den dunklen Beeren vorbei zu laufen. Die machen sofort flecken bei Berührung. Alternativ kann man aber auch einfach welche vom Baum Naschen…. 😉

An einem Kiosk gab es dann einen Kaffe und dann liefen wir hinunter zum Strand “Lanzheron”. Ich war erst geschockt, da er auf den ersten Blick aus Betonplatten bestand. (Später merkte ich, dass nebenan der Sandstrand war.) Nach dem (mini) Frühstück wollten wir noch schnell ins Wasser. Wir hatten alles dabei – außer Badesachen. Der einzige Stand mit Badesachen verlangte sehr “interessante” Preise, so dass wir das ließen und erstmal Richtung Zentrum liefen. Nach 1,5h knurrte uns der Magen und wir kehrten im Puzata Hata ein. (Erkennt man hier ein Muster…? PH ist einfach günstig und gut.)

Um 1Uhr waren wir zurück in unserem Hostel, nahmen unser Doppelzimmer in Besitz und fielen erst einmal Müde ins Bett. Erst 6h später schafften wir es wieder auf die Straße. Wir gingen nochmal an den Strand, und bei untergehender Sonne (leider auf der anderen Seite der Stadt) gingen wir erstmalig Baden.

Da es dann zügig abkühlte (jedenfalls um am Strand zu liegen), packten wir unsere Sachen und liefen im Dunkeln durch den Taras-Schwetschenko-Park, bzw. dem dortigen Freizeitpark, zurück. Da wir noch etwas Essen wollten gingen wir im Zentrum auf die Suche und fanden (via Tripadvisor) Cooper Burgers. (Eigentlich das Nachbarlokal, welches total gehypt wurde. Da das aber voll war, gingen wir nebenan.)

Stadtrundgang

Am heutigen Tag ging es zum Frühstück in den Food Court des Athena Einkaufszentrums. Das “Romeo&Bagetta” war nicht so recht nach unserem Geschmack.

Danach machten wir unseren Stadtrundgang. Zuerst ging es in die Verklärungskathedrale. Die unterschied sich massiv von den anderen Kirchen. Sie war hell, weiß und geräumig. Goldener Stuck und weißer Marmor überall.

Nebenan war ein Stoffgeschäft, welches wir besuchten, da meine Mutter um Souvenirs dieser Form gebeten hatte. Nächster Stop war die “Passage”, eine überdachte Einkaufsstraße welche mit Innenfassaden voller Statuen und Stuck nur so überquoll.

Von dort liefen wir weiter zum alten Hauptpostamt. Dieses hat einen großen überdachten Innenhof mit den alten Postschaltern und Couches als Wartebereich. Zeugnisse einer vergangen Zeit – auch die Wandreliefs in Soviet-Stiel.

Weiter ging es zum Haus Falz-Fein, welches in einem recht erbärmlichen Zustand ist. Berühmt für seine Hausecke mit den beiden Atlas-Statuen, bröselt der Stuck über all sonst von der Fassade. Hinzu kommen Antennenkabel die, scheinbar, einfach vom Dach geworfen und dann in die Wohnungen hinein geangelt wurden. Diese “Lianen” verschlechtern den Eindruck noch mehr.

Wir kamen an den Potemkin-Stufen vorbei von denen ich 1 Bild machte und vergaß sie zu filmen. Irgendwie hatte es nicht so klick gemacht für mich. Am Monoment für Katharina die Große vorbei, ging es Richtung Oper. Auf dem Weg machten wir halt am “Bufet-Stolovaya Chernoslyv” – einem Buffetrestaurant ähnlich dem PH – Aber mit Frühstücksmöglichkeit. Da gehen wir morgen früh hin! Außerdem gingen wir noch ins “Schmuggel-Museum” – was wir uns hätten sparen können.

Das Opernhaus, und der schöne Fontänen-Platz davor, war das nächste Ziel. Eine Führung durch die Oper schenkten wir uns. Der Eingangsbereich war schön, aber die Bilder die wir sehen konnten (und unser Energielevel) sprachen dagegen.

DSC_0730

Statt dessen nahmen wir ein Auto und fuhren zum 8km entfernten Dolphin Beach. Unser Fahrer setzte uns ab und wurde direkt von einem Fahrradfahrer mit Panne angesprochen – Glück für Ihn.

Wir blieben 3h am abendlichen Strand (am frühen Nachmittag ist es einfach zu heiß am Strand – und zu voll…) wo wir neben Schwimmen und dösen noch einen Online-Kurs zusammen machten.

Irgendwann brachen wir auf und liefen den Strand entlang Richtung Norden. Wenn wir an einer Straße sind, könnte man wieder ein Uber nehmen. Aber der Weg war ok und so spazierten wir in 2h ca. (laut Google Maps) 12km Richtung Innenstadt. Wir waren hungrig und kamen diesmal – ungewollt – wieder bei dem Hipsterrestaurant an. Diesmal bekamen wir etwas zu Trinken und zu Essen. Allerdings waren wir nicht satt und so ging es nochmal nebenan.

Am letzten Tag liefen wir noch ein bisschen Ziellos durch die Stadt, gingen in Geschäfte und saßen plötzlich bei einem Immobilienmakler. Ich wollte einfach mal wissen wie das mit den Immobilien in der Ukraine so läuft. Und es war tatsächlich sehr strange. Angeblick gab es keine “durchschnitts qm-Preise” und auch keine “übliche Miete pro qm”. Alles sehr individuell und schön intransparant. Wenn dem so ist, dann ist der Markt überreif für eine ordentliche Onlineplattform. Ich vermute eher, man wollte mich als Touri dumm halten. Fairerweise muss ich sagen, dass sie mir im Anschluss halbwegs interessante Angebote geschickt hat. Das ist was für später…. irgendwann mal….

Am Nachmittag geht es zu unserer nächsten Station im Süden. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

17 Universität Chernovitz und Fahrt nach Odessa

Gestern Abend hatten wir bereits überlegt, wann wir aus Czernowitz abreisen werden. Da unsere Reservierung im Hostel Pelikan auslief und wir keine großen Vorhaben mehr hatten, verbrachten wir den Morgen damit nach Verbindungen Richtung Odessa zu suchen. Es zeigte sich, dass eigentlich nur BlaBla Car verfügbar war. Eine direkte Bahnverbindung gab es nicht (man muss ja um Moldavien “herumfahren”).

Wir fanden einen Fahrer aber das Angebot klang irgendwie seltsam. Die Anzahl Sitzplätze passte nicht zum Fahrzeugtyp. Wir riefen ihn an und er traf sich mit uns um uns sein Auto zu zeigen und fragen zu klären. Er war dann auch gleich so freundlich uns zur Universität zu fahren. Denn die wollten wir uns schon gern noch ansehen.

Universität und ehemaliger Sitz des Metropolitans

Die Führung startete etwas unkoordiniert. Wir schlossen uns einer Gruppe an. Die Führung war auf russisch, Tanja übersetzte für mich. Dabei besuchten wir die repräsentativen Teile der Universität und ebenfalls die Kirche welche zur Ausbildung der Priester an der theologischen Fakultät genutzt wird.

Nach der Führen gingen wir zu einem der nicht besichtigten Teile der Uni und die Tür war offen. So konnten wir einen Blick in den normal genutzten Teil der Uni werfen. Ich glaube es war die Fakultät für Geographie.

Wir verbrachten dann noch etwas Zeit im Botanischen Garten der Universität bevor wir zurück liefen. Dabei kamen wir an einem extravaganten Gebäude vorbei welches sich als Restaurant/Club “Sorbone” herausstellte. Wir aßen dort zu Mittag und bestellten ein paar Veriniky (Ukrainische Ravioli). Was wir bekamen waren die besten Veriniky auf der Reise. Nicht nur schmackhaft sondern auch noch edel hergerichtet (siehe Video). Das Restaurant viel uns auf, da die Fassade in einem modernen “Jugendstil” gestaltet war.

Reise nach Odessa

Wir fuhren am späten Nachmittag mit unserem BlaBla Car (ein BMW X5) los. Allerdings ging es erst nach Kothyn wo noch 2 Fahrgäste zusteigen sollten. Unser Fahrer wollte am liebsten gleich weiter, ab da er ursprünglich eine spätere Abfahrtszeit angegeben hatte, waren die beiden anderen Mitfahrer (logischerweise) noch nicht da. Und so durften wir dann in Kothyn noch eine Stunde warten. Halb 10 ging es dann endlich weiter.

Die Fahrt war wieder so ein “Höllentrip”. Und, wenn man Straßenzustand, Dauer, Müdigkeit und Fahrweise zusammen nimmt, auch nicht ganz ungefährlich. Solche Etappen sollte man nach Möglichkeit vermeiden. Die Strecke führte auch erst Richtung Norden und dann über Umam auf der Autobahn Kiev-> Odessa gen Süden. Die Straßen bis zur Autobahn waren nicht so toll. Hin und wieder rumpelte es ordentlich. Mit einem SUV unterwegs zu sein, stellte sich da als Vorteil heraus.

16 Festungen in Khotyn und Kamjanez-Podilskyj

Heute haben wir uns Sightseeing vorgenommen. Diesmal geht es von Czernowitz zu zwei “benachbarten” Festungen. Die erste liegt in Khotyn.

Wir fuhren mit dem BlaBla Car (ja wir können es nicht lassen…) und hatten diesmal Glück. Wir erhielten Infos wo die Busse fuhren und er setzte uns strategisch günstig ab, so dass wir zur Festung laufen konnten.

Festung Kothyn

Die Festung Khotyn ist sehr seltsam gelegen. Man betritt durch einen äußeren Mauerring ein Areal. Die Festung liegt zwar im Zentrum aber deutlich unterhalb des Mauerrings in einem kleinen Tal und direkt am Fluss.

DSC_0606

Die Festung ist in sehr gutem Zustand. Es war sehr heiß und wir waren froh in den Gemäuern zu sein. In den Kellern gab es verschiedene Ausstellungen. z.B. Belagerungswaffen und Folterwerkzeuge. Letztere sorgen dafür, dass man doch froh ist “heute” zu leben und nicht in der “guten alten Zeit”.

Festung Kamjanez-Podilskyj

Weiter ging es zur nächsten Festung. Es war nun ca. 1Uhr. Eigentlich wollten wir mit dem Bus fahren, aber als wir an der Haltestelle warteten hielt ein Auto an und fragte ob wir mitwollten. Für paar Rivnas hatten wir also ein “Instant BlaBla Car”. Der Fahrer setzte uns wieder zielgenau in der Altstadt von Kamjanez-Podilskyj ab. Aber erstmal musste was zu Essen her:

Diesmal gab es mal ein paar andere Gerichte. Unter anderen kleine gefüllte Krauttaschen und für mich eine, ich sag mal “Mehlspeiße”, mit Speck und Käse. Im Video nenne ich es “Spätzle die nicht in Form gebracht wurden.” Allerdings war der Geschmack etwas säuerlicher. Es hat aber genauso voll gemacht wie Spätzle….

Der Weg zur Festung erfolgte dann von “Schatten zu Schatten”. Sobald wir drinnen waren, kühlten wir uns im “Brunnen-Raum” ab bevor wir die restlichen Anlagen besichtigten. In einem Flügel war ein Museum untergebracht. Über die rote Revolution, den Krieg und Stalin-Ära gab es diverse volle Vitrinen. Die Inhalte waren zwar nett anzuschauen, wurden aber wenig erklärt und eingeordnet.

DSC_0639

Von dort stiegen wir hinauf auf die “Zinnen” – nennt man das so? Die Wehrgänge auf den Mauern eben. Wir fanden sogar einen Weg auf einen der Türme. Zum Abschluss schauten wir uns noch etwas die Angebote im Innenhof der Festung an. Allerdings war es schon etwas später und nicht mehr viel los.

Gammeln in der Altstadt

Am späten Nachmittag (so gegen 5) verließen wir die Festung und liefen über die Festungsbrücke zurück in die Altstadt. Dort suchten wir erstmal ein Cafe um uns eine kleine Stärkung zu gönnen. Wir hatten ein BlaBla Car zurück nach Czernowitz, allerdings erst spät am Abend. Deshalb hatten wir Zeit und saßen ca. 2h im Cafe Achma.

Um halb 8 liefen wir dann über die Novoplanivskyi Brücke hinüber in die “Neustadt”. Die Brücke bietet spektakuläre Ausblicke auf die steilen Felswände zu beiden Seiten des Flusses. Wir kamen noch an einem Park vorbei, in dem man den Springbrunen zu einem sehr beliebten und wohl kostenfreien Freibad umgebaut hatte.

Ungeplanter Fußmarsch…

Unser BlaBlaCar brachte uns dann gegen halb 11 zurück in die Stadt. Allerdings war damit unser Trip nicht zu Ende. Denn der Bus brachte uns zur “Busstation”. Wir mussten ins Zentrum. Und es fuhren keine Busse (überall warteten Menschen an den Stationen, teilweise schon 45Minuten). Wir liefen also zu Fuß zurück (GoogleMaps sei dank).

Halb 12 gab es dann noch einen Burger in einem FastFood Restaurant (was bei den jungen Nachtschwärmern besonders angesagt zu sein schien – es war voll – allerdings gab es auch sonst keine offenen Restaurants).

15 Czernowitz zu Fuß

Heute wollen wir uns die Stadt anschauen. Wir liefen nach dem Frühstück zum Tsentral’na Square und entdeckten da ein auffällig schönes Gebäude. Ein Museum für die Kunst der Region. Also schauten wir uns das auch gleich von innen an.

Danach liefen wir einige Kirchen ab und “platzten” ganz unverhofft in die Generalprobe eines Chores. Wir setzten uns dort in die Ecke und lauschten etwas. Das klang schon sehr beeindruckend.

Weiter ging es zur Katholischen Kirche. Dort schlichen wir uns auf die Empore um ein paar Eindrücke von oben zu erhalten.

Am Türkischen Platz fanden wir eine obdachlos Frau (schlafend?) in der prallen Sonne liegend und in zweifelhafte Zustand. Wir (Tanja) riefen bei der Polizei an und die schickten eine Streife vorbei die sich das mal näher anschauen wollte.

Nach ging es zum “Schiffshaus”. Das war leider nur ein hübsches dreieckige Gebäude an einer Straßeneinmündung.

Dann liefen wir noch zur Uni, aber dort gab es nichts zu sehen, da wir zu spät dran waren. Morgen wollen wir da mal eine Besichtigung machen (die Uni ist UNESCO Weltkulturerbe).

14 Planänderungen und Überraschungskonzert

Eigentlich….

Eigentlich wollten wir ja in die Berge. Karpaten, Mount Hovarla und so. Aber das Wetter ist dort angeblich so schlecht, dass wir die ganze Woche lang dort nicht hoch können. (Ob die Wetter-Apps so stimmen weiß man natürlich nicht. Die Ansage “Starker Regen” hat uns aber gereicht.) Deshalb wollten wir Richtung Kamjanez-Podilskyj. Unser Blabla Car hat uns aber einfach mal versetzt und wir mussten nochmals umplanen. Das ganze machten wir beim Italiener, wo wir uns 3h die Zeit vertrieben (und ich ein paar Videos machen konnte).

Gelandet sind wir so in Tscherniwzi. Ebenso groß wie Ivano-Frankivs’k (also auch eine Regionalhauptstadt) aber in meinen Augen mit mehr Flair. Unser Hostel (Pelican) lag genau im Zentrum und am Abend fand auch noch ein Gratis Konzert eines bekannten Musikers statt der damit für sich (und den neuen Präsidenten) werben wollte. Das Parlament wurde vor wenigen Wochen aufgelöst und der Sänger Swjatoslaw Wakartschuk möchte wohl ins nächste Parlament. Die Musik war rockig und gut und wir hatten so einen schönen Abend.

13 Autotour zum Maniava Wasserfall

Da wir erst sehr spät aus dem Hotelzimmer heraus kamen, war heute eine Bergtour kein Thema. Statt dessen wollten wir anderweitig die Umgebung erkunden und kamen auf die gewagte Idee ein Auto zu mieten.

Zuerst durften wir feststellen, dass Adressen von Dienstleistern nichts bedeuten. Die eine Autovermietung (SIXT) die angeblich in einem Hotel untergebracht war, saß ganz wo anders. Man konnte gnädigst von der Rezeption aus anrufen und dann dort Deutsche Preise (und Kautionen) bezahlen. Das haben wir dann mal sein gelassen und wollten zu einer anderen Vermietung gehen. Auch diese war vor Ort nicht zu finden. Also riefen wir an. Diesmal waren die Konditionen fairer. Da mir das mit den Kautionen nicht geheuer war wollten wir schon fast absagen, allerdings bot man uns dann das Auto auch ohne Kaution an. OK… Wir mussten eine halbe Stunde warten bis der Wagen vorbei gebracht wurde (leer, tanken müssen wir schon selbst. So wie beim Scooter Verleih). Der Wagen war rundum zerkratzt und verdellt. Der Verleiher versicherte uns mehrfach, dass für ihn nur mechanische Beschädigungen einen Regress verursachen. Kleine Kratzer seien kein Thema. Beulen, oder Fehlende Fahrzeugteile seien zu beanstanden. Nun ja…

Der Wagen fuhr (automatik) , hatte Klimaanlage und sah unauffällig aus. Damit ging es dann ab Richtung Wasserfall.

Da uns mittlerweile der Hunger plagte suchten wir entlang der Strecke nach einem Restaurant. Wir fanden eines, welches anstatt aus einem Gebäude aus 3-4 kleinen Bungalows bestand. Das Essen dort war gut und reichlich. Wir nahmen die Reste mit als Proviant.

Je mehr wir ins Gebirge fuhren, desto schlechter wurden die Straßen. Erst dachte ich an einen Fehler in Google-Maps als das uns sagte, dass wir für die 30km 1Stunde brauchen werden. Allerdings hatte Maps recht! Die Straßen waren so schlecht und durchlöchert, dass man in Schlangen Linien und äußerster Konzentration vor schlich. Profi-Tip: Man kann die Güte der Straße aus der Entfernung daran ableiten, ob der Gegenverkehr auf seiner Seite bleibt oder nicht….

Interessant waren die recht großen, verzierten und hochwertig ausschauenden Tore an den Grundstücken. Auch das ein oder andere Haus sah ganz und gar nicht nach armer Landbevölkerung aus. Es schien: Je schlechter die Straße desto toller das Tor.

Irgendwann (so 2,5km vor dem Wasserfall) ließen wir das Auto am Straßenrand stehen und wanderten weiter. Das war auch gut so, da kurz darauf der Fluss mehrfach gequert werden musste. Zu Fuß ging das noch (oder mit einem Militärtruck). Der Kia wäre da gestorben…

Nach 40-60 Minuten Fußweg waren wir dann am Wasserfall, machten ausgiebig Bilder und drehten wieder um. Es wurde langsam Abend und wir wollten nicht im Dunklen Zurück fahren.

Am Auto angekommen verschlagen wir hungrig unseren Proviant bevor es die gefühlt sehr lange Strecke zurück in die Stadt ging.

Zum Abendessen gönnten wir uns dann ein modernes asiatisches Restaurant.

12 Transfer nach Ivano-Frankivs’k

Am Morgen versuchten wir nochmal unser Glück beim Haus der Wissenschaftler. Diesmal mit Erfolg. Was extrem seltsam war, war der Eintritt. Man wollte uns dazu bringen bei der Bank eine Überweisung zu tätigen anstatt uns einfach am Einlass eine Eintrittskarte zu geben. Tanja konnte das nach vielen Worten dann abwenden und wir bezahlten Cash an der Tür.

Wir waren zum Glück früh dran, so dass wir vor den ganzen “Fotoshootings” das Haus besichtigen konnten. Es ist wirklich den Eintritt wert und absolut großartig anzuschauen. Eine echte Perle…. Hier ein paar Bilder:

Danach ging es zur Uni wo wir unseren Fahrer für Blabla Car trafen. Mit ihm ging es zügig nach Ivano-Frankivs’k, einer Stadt von der Größe von Chemnitz am Fuße der Karpaten.

Wir machten dann dort Mittag und gingen noch in der Stadt spazieren. Morgen wollen wir eigentlich in die Berge. Mal schauen ob das was wird.