Thai-Kochkurs

Heute wurde ich früh abgeholt für einen ganztägigen Kochkurs. Bei einer abendlichen Unterhaltung mit ein paar Niederländern hier im Guesthouse, haben diese mir “Sammys Cocking Class” empfohlen. Der Kurs kostet 1.000 Baht und es werden 5 oder mehr Gerichte zubereitet und auch gegessen. Da man in der Stadt pro Gericht mit 70 – 150 Baht rechnen kann, ist der Preis sehr passabel.

Los ging es mit der Fahrt zum Markt. Dort angekommen stellte sich Sammy vor und erklärte uns ein paar Basics zum Thema Reis und Kokosnuss. So gab es z.B. Verkaufsstände die nur Reis verkauften, jedoch unterschiedlicher Art und unterschiedlicher Herkunft.
Am Kokosnuss-Stand wurde dann schnell klar, dass in Thailand diese Nuss einfach zum Essen dazugehört. Kokosmilch wird gewonnen indem das Fleisch zermahlen wird und dann ausgepresst. Nach der Einleitung konnten wir uns auf dem Markt etwas umsehen, dabei sind die folgenden Bilder entstanden:



Anschließend fuhren wir zu Sammys Farm, außerhalb von Chiang Mai. Die Farm ist umgeben von Reisfeldern. Auf dem Gelände selbst baut Sammy auch diverse Kräuter und Früchte an. Zitronengras, verschiedene Kräuter aus der Basilikum-Gattung (die mehr oder weniger zitronig rochen) aber eben auch Bananen und Papayas wachsen dort hinter den Hängematten und Pritschen, auf denen sich die Gäste nach dem Mittagessen ausruhen können.

Auf der Farm angekommen gab es eine kurze Einweisung in die Örtlichkeiten. Es standen kleine Gasherde mit einer Flamme und einer ca. 80x40cm großen Arbeitsplatte bereit (letztere in Thai-Höhe angebracht, so dass ich ständig gebückt arbeiten musste). Die Küche war in einem offenen Haus untergebracht. D.h. es gab nur die Giebelwände, die Seitenwände waren offen. Die “Halle” war damit hoch genug, damit es nicht zu warm am Herd wurde. Viele Ventilatoren taten ihr übriges.

Hinter dem Haus gab es laut Sammy die “schönste Toilette Chiang Mais” zu bestaunen. Diese Freiluft-Toiletten im europäischen Stil waren von einer Betonmauer umgeben, standen auf einem kleinen Podest und waren von Blumen und Palmen umstanden, welche innerhalb des Räumchens wuchsen.

Anschließend gab es eine kleine Kräuterkunde. Uns wurde verschiedene Gräser und Kräuter, Wurzeln (Ingwer und Thai-Ingwer) etc. vorgestellt. Einige der Kräser rochen bekannt. Z.B. jenes welches vielen Moskito-Mitteln seinen Geruch verpasst. Es wird in Thailand z.B. ins Feuer geworfen oder leicht zerknüllt unter den Tisch gelegt, um Moskitos fern zu halten.

Dann ging es ans Kochen. Es stand bereits ein großer Mörser bereit in dem verschiedene Zutaten zur Currypaste zerstampft wurden. Heutzutage kaufen die Meisten Thai die Currypaste fertig und in Restaurants wird sie in großer Menge im Mixer zubereitet. Bei uns gab es die traditionelle handwerkliche Methode. Ich hatte mich für die grüne Paste entschieden. Die Farbe kam durch grüne Paprika und der Schale einer grünen Zitrusfrucht zu Stande. Zwei Knoblauchzehen machten den Geruch sehr intensiv.

Danach ging es an die Gasherde und es wurden nacheinander 3 Gerichte zubereitet. Bei mir das Hühnchen in grüner Currysoße, Tom Yum Suppe (scharf und saure Garnelen-Suppe) sowie Gai Phad Med (Hünchen mit Cashew Nüssen).
Es ging los mit dem Curry welches in heißer Kokosmilch angerührt wurde. Die weiteren Zutaten wurden vorbereitet und nach Angabe durch die Köche nach und nach hinzugefügt. Als das Curry fertig war, wurde es abgedeckt und zur Seite gestellt. Dann kamen die Suppentöpfe auf den Herd und meine Tom Yum wurde fast fertig zubereitet. Einzig die Garnelen und Kräuter fehlten noch. Die Suppe wurde dann ebenfalls abgedeckt zur Seite gestellt und ein Wok kam auf die Flamme. Die Zutaten waren diesmal bereits zurecht geschnitten, so dass nach und nach Fleisch und später Kräuter und Soja-Soße in den Wok wanderten. Zum Abschluss kamen die bereits angerösteten Nüsse hinzu und das Essen dann auf den Teller. Dann wurde die Suppe nochmals erhitzt und die Garnelen hinzu gegeben. Anschließend wurde aufgetafelt. So sah es an meinem Platz aus:

Dazu gab es normalen Reis, der wohl in Deutschland bereits als Klebreis bezeichnet werden würde, und echten Klebreis. Letzterer wird mit dem Finger aus der Bambusdose gezupft. Anders geht es auch nicht, da er so klebrig ist, dass man ihn sonst nicht teilen könnte. Aus dem Klebreis werden kleine Bällchen gerollt und in die Soße gedippt. Als das Essen beendet war, ging es für die Klasse in die Hängematte für ca. ein Stündchen.

Nach der Ruhepause wurden Appetizer und Nachtisch gekocht. Ich hatte mich für den Papaya-Salat und den Sticky-Reis mit Mango entschieden.
Papaya-Salat wird aus unreifen Früchten zubereitet. In diesem Zustand ist die Papaya noch grün, das Fruchtfleisch knackig jedoch recht geschmacklos. Das Fruchtfleisch wird in lange Streifen gerieben und zusammen mit Karottenstiften im Mörser leicht in ein Dressing aus Fischsoße, Zucker, Knoblauch, getrockneten Schrimps, Chillies, Limettensaft und zerbrochenen grünen Bohne gepresst. Garniert wird das ganze mit gerösteten Nüssen.
Statt grüner Papaya kann man in Europa wohl auch andere feste, geschmacksarme Gemüsesorten (Zucchini?) und sogar Äpfel verwenden.
 
Der Nachtisch aus Sticky-Reis wurde in gezuckerter Kokosmilch eingeweicht und in ein Schälchen gepresst. Dieses wurde auf einen Teller gestülpt und dann mit frischer Mango garniert – fertig. Trotz der einfachen Zubereitung war es der leckerste Nachtisch.

Die anderen Kursteilnehmer hatten noch Frühlingsrollen zubereitet und aus Blättern kleine Taschen geflochten in denen dann Hühnchen eingewickelt wurde. Da davon recht viel gemacht wurde, konnte ich auch das probieren.

Da sehr viel Reis gegessen wurde, war man nach derartig vielen Speisen papp satt. Das traf sich gut, denn es war fünf Uhr und die Fahrt zurück stand an.

Ob sich der Kurs gelohnt hat, wird sich zeigen, wenn ich zu Hause versuche davon etwas nach zu kochen. 😉

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