Kambodscha Cafe

Dieser Morgen war ganz entspannt. Da ich zwar noch einen Tag Tempel schauen kann, aber dazu keine Lust verspührte, ließ ich es ruhig angehen.
Statt dessen traf ich mit Ryan zum Frühstück. Beim Frühstück sprachen wir über alle möglichen Dinge, unter anderem auch das Auswandern bzw. wie es wäre einen Job hier zu haben. Er erzählte mir ein paar Geschäftsideen und ich überlegte, was wohl der Business Case für ein Cafe in Kambodscha wäre. Also ein richtiges, nicht nur eine Holztheke im Wald.

Wir beschlossen der Sache auf den Grund zu gehen und mal Daten zu sammeln. Der erste Weg führte uns in einen Schreibwarenladen in dem wir uns Zettel und Stift kauften. Danach schrieben wir auf, welche Fragen/Infos wir aufklären wollten. Auf dem Zettel standen Dinge wie “Was verdient eine Bedienung?”, “Was kostet Kaffee?”, “Was kosten die Kaffemaschinen?”, “Was kostet es ein Gebäude zu bauen?” etc.

Wir liefen dann über den Markt und kamen an einem Restaurant vorbei wo gerade jemand den Gastraum ausfegte. Wir sprachen ihn einfach an, was hier eine Bedienung so verdienen würde. Er zögerte nicht lange und sagte 60$ pro Monat. Somit hatten wir schon mal den ersten Anhaltspunkt. Nun brauchten wir Elektrogeräte bzw. was diese kosten würden. In Siem Reap wird man ständig von Tuk Tuk Fahrern angesprochen, diesmal nahmen wir uns einen und ließen uns in eine Mal fahren. Dort trafen wir auf Haushaltsgeräte und einen freundlichen Verkäufer der uns weitere Informationen verschaffte. Wir wussten nun was Klimaanlagen, Lüfter und Kühlschränke kosten. Bezüglich der Kaffeemaschienen schickte er uns weiter die Straße runter, ohne präzise Angabe. Dort würde es wohl einen Spezialladen geben. Statt dessen liefen wir in einen Samsung-Laden auf dem Weg. Dort erzählte man uns interessante Dinge. Z.B. dass man keine Eismaschine bräuchte, denn es gäbe einen Service der Eis jeden Tag Kiloweise vorbeibringen würde. Und der nette Filialleiter, mit dem wir wohl sprachen, wusste wie der Spezialladen für Kaffeemaschienen heißt. Der wäre nicht weit weg und wir könnten da einfach hinlaufen.

Wir liefen aber zuerst zurück zu Mal, denn unser TukTuk Driver war noch dort. Dann suchten wir den Laden und fuhren die Straße hinunter, kehrten um und fuhren wieder hinauf. Hochzu sah dann Ryan einen kleinen Laden neben einem großen Cafe. Der war es. Der Laden “tarnte” sich selbst als kleines Kaffee. Als wir aber nach den Maschienen fragten, kam direkt der Chef und erklärte uns was man so bräuchte, was im Schadenfall passiert und ob wir Ersatzmaschienen bekommen können wenn eine kaputt geht. Die Preise waren jedoch nicht wirklich billiger als in Europa. Eine Maschienen mit einer Brühgruppe kostete ca. 1.900 EUR, die Kaffeemühle dazu nochmals 800 EUR. Kaffee konnte man bei ihm für 15EUR das Kilo kaufen. Also alles hochklassig. Aber bei 15Ct pro Kaffee sicherlich akzeptabel.

Nachdem wir diese Infos hatten, wollten wir wissen, was Möbel etc. kosten. Der Kaffemaschienen verkäufer hatte eine Idee und erklärte unserem Fahrer wohin er uns fahren sollte. Wir kamen an einen “Straßenmarkt” für Möbel an. Wobei dieser nur das “Outlet Center” für die Werkstatt dahinter war. In zwei großen Lagerhallen standen dort Echtholz-Möbel für Cafes und Gärten und auch die Möbel, welche wir bei uns im Hotel gesehen hatten. Ein 6 Personen Tisch kostet z.B. 45$. Ein Stuhl 18$. Die Qualität war gut und man konnte die Farbe bestimmen.

Was nun noch offen war, war die Frage nach den Baukosten. Im Möbelladen war einer der Verkäufer da recht hilfsbereit und wollte uns gern Zahlen nennen, wenn wir einen Bauplan hätten. Also zeichneten wir vor Ort schnell ein grobes Kaffee. Leider war der Verkäufer dann verschwunden und wir entschieden zurück Richtung Hotel zu fahren.

Auf dem Rückweg kamen wir an einer prunkvollen hinduistischen Pagode vorbei, bei der wir kurz hielten um noch ein paar Bilder zu machen und uns über Gott und die Welt zu unterhalten. Dann ging es zurück ins Hotel.

Am Hotel angekommen war Bezahlen angesagte. Wir hatten mit den TukTuk Fahrer keinen Preis vereinbart, wussten nun aber etwas mehr über Preise und Verdienst im allgemeinen Bescheid. Wir wollten ihm 3-4$ geben warteten aber was er forderte. Er wollte 12$. Wir fielen fast aus dem Wagen, lachten und gaben ihm 5$. Schließlich kostet eine Tagestour durch Angkor Wat nur 15$ und die dauert 3x so lang wie unser Tagesausflug.

Wir fragten den Chef des Hotels mit welchen Baukosten man wohl so zu rechnen hätte. Er sagte uns, dass es nicht mehr als 15.000$ kosten würde. Das Hotel um zu bauen hätte 255.000 gekostet und dort wurde eine ganze Etage aufgesetzt, die Innenräume neu gemacht (3Etagen mit über 50 Zimmern) und der Außenbereich neu gemacht. 

Wir setzten uns ins Restaurant und gingen die Zahlen durch. Es scheint, dass man nur 3 Touristen pro Tag bedienen muss um die laufenden Kosten eines Cafes in Kambodscha zu decken. Alles in allem scheint dies ein sehr lohnendes Geschäft zu sein. Und je nachdem wie viel Aufwand die eigentliche Gründung noch bedeutet, sind auch die Renditen sehr interessant.

Am Abend war es dann an der Zeit ein Ticket für das Boot nach Phnom Penh zu besorgen. Da meine Dollarreserven langsam zur neige gingen musste ich nochmal zum ATM. Wie üblich lief ich den halben Kilometer. Dort angekommen stellte ich fest, dass ich meine Kreditkarte im Hotel liegen gelassen hatte. Also ging es wieder zurück. Ich wollte nicht nochmal laufen, deshalb fragte ich ob das Hotel Fahrräder hatte. Hatte es. Also ging es mit dem Rad durch den Verkehr. Durchaus eine Erfahrung.

Nachdem ich mein Ticket hatte, liefen wir (Ryan, Sonja, ich und Jimmy, ein Brasilianer) in die Stadt um etwas zu Essen. Unterwegs kamen wir an einem Stand vorbei an dem es Schlangen am Spieß gab. Da ich beim ersten Mal gesagt hatte, dass ich die essen würde, wurde ich nun beim Wort genommen. Leider waren die Schlangen kalt, und da Kambodschaner dazu tendieren das Essen prüfend anzufassen und stundenlang durch die staubigen Straßen zu transportieren, wollte ich es frisch vom Grill. Wir kaufen eine Schlange und brachten sie zu einem Straßengrill, der diese nochmal erhitzte. Die Schlange war nun mehr als Well Done. Leider war kaum was drann an dem Ding. Die Haut war ledrig und schmeckte leicht fischig. Kein Hochgenuß. Jimmy probierte auch einmal, die anderen trauten sich nicht.

Wir fanden dann ein tolles kleines Restaurant namens Khmer House. Neben der normalen Karte, hatte man eine Spezialkarte mit reduzierten Gerichten. Die Preise waren sehr gut, und so konnte man sich eine Vorspeiße (Mango-Salat), Hauptgang (Khmer Curry mit Reis), zwei Cocktails und ein Drittel eines Bier Pintschers für 9$ leisten.

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