Wo der Pfeffer wächst

Heute früh ging es mit dem Bus nach Kep. Fast schon Tradition ist, dass mich das Shuttle beim Frühstücken unterbricht. Die Fahrt sollte aber interessant werden. Als der endgültige Bus dann bestiegen war, setzte sich ein Khmer neben mich. Die erste Hälfte der Fahrt sprachen wir kein Wort. Irgendwann wollte ih aber die Chance nutzten und ihn über Baupreise und Gebäude ausfragen. Ich fragte nur woher er kam und er erwähnte, dass er ein Bauunternehmer aus Kep ist. Volltreffer! Später sollte sich heraus stellen, dass er der Neffe des Gouverneurs von Kep ist.
Luy erzählte mir von anderen Europäern die in Kep investiert haben und welche Bauvorhaben gerade am laufen sind. Er bot mir an ein paar Baustellen und Bauplätze in Kep zu besichtigen. Das nahm ich gern an. Außerdem hatte ich damit auch gleich meinen Transfer vom Bus zum Hotel organisiert.

In Kep stiegen wir aus und liefen zur Zollbehörde, die auch von der Familie geleitet wird, um dort sein Auto abzuholen. Danach fuhren wir ins Seaside Guesthouse. Laut meinem Reiseführer haben die günstige Dorms. Dummerweise wurde die Unterkunft vor kurzem modernisiert und alle Dorms in Doppelzimmer umgebaut. Ich gönne mir nun eine Nacht hier für 14$ bevor ich morgen auf die Rabbit-Island weiter ziehe.

Wir machten dann eine Tour zu verschiedenen Bauplätzen. Erst ein kleiner an einer Straße der wohl mal ein Minimarkt werden könnte. Dann fuhren wir zu einem Baufeld mit 4 abgesteckten leeren Segmenten. 3 davon seien verkauft und würden ein Hotel abgeben. Das letzte (1300qm) Feld könnte man für 140.000 USD kaufen. Nebenan hätte der Besitzer ein Wochenendhaus gebaut. Luy schaute um die Ecke und entdeckte den gut beleibten Eigentümer unter einem Baldachin beim Mittagessen. Wir wurden einander vorgestellt und erhielten die Erlaubnis auch das Haus zu besichtigen, welches Luy gebaut hatte. Ich erhielt weiterhin seine Email Adresse um Informationen, falls nötig, zum Grundstückskauf zu erhalten.
Danach fuhren wir noch zu einer aktuellen Baustelle weiter weg von der Küste. Eine Bungalow-Anlage mit (noch zu bauenden) Swimmingpool. Ich konnte nicht verstehen wieso man in so einer Lage baut. Vermutlich etwas für Spekulanten.
Letzte Station war das beste Hotel am Platz, bzw. das Hotel mit der besten Lage. Es steht ebenfalls zum Verkauf – für schlappe 1,5 Mio Dollar. Falls die Zahlen stimmen kann das durchaus ein guter Kauf sein. Die Besitzerin ist Französin und arbeitet in der Botschaft in Phnom Penh. Als Sie vor 6 Jahren das Grundstück gekauft hat, muss sie ein echtes Schnäppchen gemacht haben.

Luy fuhr mich dann ins Hotel wo ich mich verabschiedete. Ich wollte ein Moped leihen und hatte Luy nach dem Preis gefragt (5$). Als man mir im Hostel eines für 8$ anbot und meinte es gäbe nichts billigeres, entschied ich mich am nächsten Tag die Fähre auf die Insel zu nehmen und die Unterkunft zu wechseln. Da mir das Bargeld ausging und es auf der Insel keinen Geldautomaten gibt, wollte ich noch Geld holen. Laut Rezeption ist der einzige ATM aber 15km entfernt. Ich könnte jedoch in einem anderen Hotel gegen Gebühr Geld abheben. Also lief ich hin, nur um zu erfahren, dass der Manager nicht da sei und das deshalb nicht ginge. Aber ich könnte doch unten am Strand Geld holen. Von dem ATM wusste meine Rezeptionistin nichts. Ich mietete mir also für einen halben Tag ein Motorrad, holte Geld, und machte ein paar Bilder von Kep.

Der Ort ist entlang der Küste verteilt und die Straßen sehen eher nach Baustelle aus. Nur entlang des Strands ist alles fertig. Am Hauptstrand waren sehr viele Menschen unterwegs und richtige “Seebad-Stimmung”. Als sich die Sonne senkte, verschwanden die Badegäste aber und es wurde ruhiger. Ich fuhr zum Crab-Market wo ich nun meine erste vernünftige Mahlzeit zu mir nehmen wollte. Es stehen am Markt ca. 10 Restaurants mit nahezu identischer Speißekarte nebeneinander. Ich wählte das etwas günstigere “Demokrat”, welches der Demokratischen Partei der USA gewidmet war. Die Bedienung war sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Mit mir waren sonst nur 3 Russen als Gast im Restaurant. Ich bat um eine große Krabbe mit grünem Pfeffer. Das sei nicht möglich, weil sehr viele Gäste heute die großen Krabben aufgegessen hätten. Statt dessen erhielt ich 2,5 mittelgroße Krabben.


In der Nähe von Kep wächst am Fuß einiger Berge Pfeffer. Wenn man also jemanden dahin wünscht wo der Pfeffer wächst, will man ihn scheinbar zum Seafood-Essen nach Kambodscha einladen…. Btw: Laut Luy haben in den Bergen noch bis in die 90er Jahre die roten Khmer gehaust.

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