Robinson Crusoe

Als ich am Morgen alles gepackt hatte, war ich doch recht hungrig. Die Kekse aus meinem Rucksack halfen da auch wenig. Also nahm ich den Roller und fuhr schnell zum Krabbenmarkt. Dort standen viele kleine Essensstände an denen gebrutzelt wurde. Ich verspürte aber keine Lust auf Bratreis mit Fisch zum Frühstück. Zwei Frauen jedoch, brutzelten eine Art frittierten Kuchen. Abgesehen von der nicht unerheblichen Menge Öl war das ganz ok. Ich bestellte 4 Stück für 50Cent und holte mir noch einen Kaffee für 50 Cent, setzte mich aufs Moped und fuhr zurück. Mein Frühstück nahm ich dann in einer Hängematte vor dem Hotel ein. Der Kuchen war wohl ein süßer Reiskuchen der in Öl frittiert wurde.

Danach ging es mit den TukTuk zur Fähre. Mich wunderte es schon, dass mein Shuttle bereits mit 2 Backpackern und deren Rucksäcken besetzt war. Aber in SüdOstAsien hat man eine andere Vorstellung von “Voll/Überladen”. Also wurde ich als dritte Person im TukTuk untergebracht – muss man halt sein Gepäck ordentlich festhalten.

Am Steg angekommen wurden wir zur Polizei geschickt um ein Formular auszufüllen. Ich witterte Betrug und Abzocke und lief statt dessen direkt zum Boot. Leider kontrollierte dort ein Polizist, dass wir alle in den Listen eingetragen waren, also musste ich zurück und einen Zettel ausfüllen. Geld wollten die zum Glück nicht.

Auf dem Boot unterhielt ich mich mit einer Britin die erzählte, dass sie zwei Uniabschlüsse (Bachelor) hätte: Einen in Astrophysik und einen in Tourismus. Wenn das stimmt, dann ist das eine gute Ausgangsbasis für einen Job im Bereich Weltraumtourismus.

Die Boote legen auf der Kaninchen-Insel direkt am Strand an, 20 m vor den Bungalows. Ich schaute mir zwei an und entschied mich für das mit Toilettensitz. Dafür bezahle ich hier 6$ pro Nacht. Strom gibt es nur tagsüber, Fließend Wasser gar nicht. Wenn ich duschen will, muss ich auf der Rückseite des Bungalows den Wasserhahn auf drehen und die Chefin bitten, den Haupthahn zu öffnen. Ein Waschbecken gibt es nicht. Wichtigstes Utensil ist das Moskitonetz über dem Bett. Als ich es genauer betrachtete saßen da geschätzte 20 Moskitos drauf. Bevor ich also das Netz entfalte, musste ich den Biestern den Gar aus machen. Die Chefin hatte eine chemische Keule zur Hand und ich sprühte die Bude ordentlich aus. Am (unverglasten) Fenster konnte ich eine Minute später flüchtende Moskitos sehen. Ich sprühte außerdem auch die Ecken aus, die plötzlich zum leben erweckten. 5 Kakerlaken rannten um ihr Leben.
Nach diesem Gemetzel ist die Fauna im Zimmer nun wieder erträglich.
(Meine Hütte ist die Kleine hinten rechts)

Ich ging dann kurz ins Wasser und setzte mich dann unter einem Pavillion in eine Hängematte. Dort schaukelten schon 2 Mädels und lasen. Die eine, Rubina, ist eine in Deutschland geborene Schwedin, die andere Edit, eine zuletzt in Berlin wohnende Ungarin. Wir unterhielten uns etwas und es stellte sich heraus, dass beide in Cafes gearbeitet haben. Edit denkt sogar darüber nach in Kambodscha eines auf zumachen und hier zu bleiben. Zufälle gibt es.
Wir verbrachten den Tag gemeinsam in den Hängematten, nur kurz unterbrochen vom Mittagessen und kurzem Schwimmen.

Ich traf einen alten Bekannten auf der Insel: Tony, den Triathleten. Da die Mädels auf extrem niedrigen Budget reisen und außerdem Vegetarier sind, gesellte ich mich für das Abendessen zu Tony. Am Tisch saßen noch zwei Holländer und Tony holte noch zwei Französinen, eventuell Mutter und Tochter, hinzu. Die Jüngere hatte in Deutschland Kulturwissenschaften studiert und sprach gut Deutsch. Beim Abendlichen Krabben-Essen stellte sich heraus, dass Tony nicht irgend ein Triathlet war. Er war Teil der französischen Nationalmannschaft und bei zwei Olympiaden dabei. Ob er ein Weltmeister oder Olympiasieger war, weiß ich nicht. Jedoch war er noch bis vor 2 Monaten aktiv und dies war sein erster Urlaub seit 7 Jahren wo er nicht mit dem Fahrrad unterwegs ist.

In der Bar hatte man zwar eine Soundanlage, jedoch hatte man keine Musik. Die Chefin fragte alle die vorbei kamen nach Musik. Da niemand sonst reagierte nahm ich mein Handy und beschallte den Strand mit Mashups (Dj Morgoth, Best of 2013).

Als es ans bezahlen ging, kam kurz Panik auf, als ich meine Geldbörse nicht finden konnte. Sie lag jedoch, schwarz auf schwarz, auf meinem Rucksack.

Das Highlight des Tages sollte aber noch kommen. Als die Chefin das Licht ausmachte, fragte sie vorher noch, ob wir schon das Plankton gesehen hätte. Die Mädels hatten etwas von leuchtendem Plankton erzählt und ich erwartete helle Schlieren auf dem Wasser. Es war jedoch viel besser:
Das Plankton leuchtet wenn es verwirbelt wird. Die Wellen, die an den Strand branden leuchten ganz leicht. (Zu schwach für meine Kamera). Wenn man mit der Hand durch das Wasser streift, sieht man einen Feuerschweif hinter seiner Hand. Noch besser aber ist es, wenn man schwimmen geht. Das Licht war aus, also wurde schnell abgelegt und ins Wasser gesprungen. Überall funkelte es. Wenn man still stand sah man nur einzelne Lichtpunkte. Wenn man dann den Fuß unter Wasser bewegte, leuchtete dort Wasser auf. Bewegte man den Arm, zog man die Feuerschweife hinter sich her. Man konnte wie Harry Potter “Feuerbälle” verschießen. Wenn man mit den Fingern schnippste, schwebten kleine leuchtende Wirbel davon. Das war wirklich ein Highlight.

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