Abschluss und Zusammenfassung

Ich bin nun bereits seit 3 Wochen wieder zurück im Alltag und möchte die Reise insgesamt nochmal zusammen fassen.

Auf dieser Reise konnte ich wieder viel über mich lernen, insbesondere was mich interessierte und was hängen geblieben ist. Natürlich lief auch bei dieser Reise nicht alles nach Plan, wie ich auch gleich an Zahlen zeigen werde.

Thailand

Thailand ist nicht nur eine Reise wert. Das Land ist vielseitig und wirklich schön. Leider ist die Flut an Touristen die jedes Jahr in Thailand anbranden nicht spurlos an Land und Leuten vorbei gegangen. Es wird Touristen sehr einfach gemacht viel Spaß zu haben – wer Westler kennt weiß, dass dies fast schon zwanghaft ausarten muss. Glücklicherweise ist Thailand groß genug für Reisende um primitiven Party-Touristen und öden Bettenburgen aus dem Weg zu gehen. Wer sich aufrafft und den Weg in den Norden findet, kann dort etwas mehr Thailand erleben. Nur zur Einordnung: Der Norden ist keinesfalls touristisch unberührt, Backpacker findet man in Chiang Mai, Chiang Rai und insbesondere in Pai in Mengen, jedoch sieht man kaum Pauschaltouristen.

Apropos Pai. Ich hatte ja so meine Zweifel ob das Dörfchen nicht etwas gehypt ist. Ist es auch, aber es ist trotzdem ein guter Ort um Traveller in entspannter Atmosphäre zu treffen. Man sollte da ruhig 2 oder 3 Nächte bleiben. Pai bietet an Abendunterhaltung mehr als so manche Großstadt in Deutschland: Jeden Abend Livemusik verschiedenster Ausrichtung, Straßenbasar und Cocktailbars zum Chillen.

Thailand ist sehr darauf aus, seinen Besuchern “etwas zu bieten”. Das nimmt dann leider auch unschöne Züge an, wie z.B. die “Bergvölker-Zoos” im Norden, wo Menschen teilweise extra umgesiedelt werden, damit man sie Touristen zeigen kann. Ausgespart habe ich auch die Elefantencamps – ich saß schon mal auf einem, das reicht mir.

Absolut top ist jedoch das Essen in Thailand. Touristen die nach Thailand fliegen und sich nicht getrauen Essen in den Restaurants außerhalb ihrer Unterkunft zu essen, sind bemitleidenswert. Das Essen ist so vielseitig, geschmacksintensiv und überraschend – man muss es einfach probieren. Durch die Vielfalt wird einem auch nicht langweilig. Und wenn doch, dann kann man seine Geschmacksnerven mit westlicher Kost “reset”en um dann weiter zu probieren.

Würde ich nochmal hinfahren? Ich würde mich nicht wehren. Wenn man in der Nähe ist, lohnt sich ein Abstecher ganz sicher. Außerdem war ich noch nicht im Südzipfel und Mittel- sowie Nordost-Thailand sind ja auch noch nicht besucht…

Zusammengefasst: Thailand hat viel mehr zu bieten als weiße Palmenstrände an türkis blauem Wasser und ist definitiv eine Reise wert.

Kambodscha

Kambodscha ist ein Traum in Sachen “Preis-Leistung”. Hier bekommt man vergleichbare Strände wie in Thailand, allerdings zum halben Preis. Mittagessen mit Getränk für 1EUR? Kein Problem! Einzelzimmer mit Frühstück und Pool für 10EUR? Hereinspaziert! Abendessen im Top-Restaurant für 5EUR? Wenn du willst, jeden Tag! 3 Tage Weltkulturerbe besichtigen mit persönlichen Fahrer für weniger als 60EUR? Auf nach Angkor!

Viele Menschen kennen Angkor Wat und wollen es gern besuchen – bis sie hören, dass es in Kambodscha liegt. “Da sind doch viele Menschen gestorben, oder?”. Ja. Aber das ist lange vorbei. Die Roten Khmer sind ein trauriges Kapitel, welches einem aus der deutschen Perspektive erschreckend bekannt vorkommt. Aber das Land hat mehr zu bieten und sollte nicht auf den Genozid beschränkt werden.

Wer als Individualtourist schon Länder wie Thailand bereist hat, findet in Kambodscha eine spannende Herausforderung. Das Land ist “wie Thailand vor 20Jahren” (sagt man). Der Boom geht gerade los. Wer in den nächsten 5 Jahren hin fährt sieht das Land noch unverbaut, muss jedoch hin und wieder auf den gewohnten Komfort verzichten.

Was war besonders toll?

  • Seafood essen in Bangkoks Chinatown.
    Ich war am Anfang meiner Reise zwei Mal im selben “Restaurant” in Chinatown. Das Restaurant bestand aus einem Wagen der voller Fisch und Meeresfrüchte (auf Eis) war, und mehreren Woks die von einem Koch im Dauerbetrieb bedient wurden. Das Essen war lecker, und die Show konnte sich sehen lassen. Am ersten Abend traf ich zwei Traveller direkt dort, einen Südafrikaner und einen Österreicher. Bei meinem zweiten Besuch fuhr ich mit einem polnischen Pärchen, die ich unterwegs getroffen hatte, nach Chinatown um ihnen diese Ecke zu zeigen.

    https://vimeo.com/112642207

  • Per Anhalter zum Gipfel
    Aus der anfänglichen Frustration von Song Thaew Fahrern abgezockt zu werden, wurde ein Top-Moment als mich zwei Jungs mit ihrem PickUp mitnahmen. Ich wollte in Chiang Mai zum “Tempel auf dem Berg” (Wat Phra That Doi Suthep). Leider gab es keine günstige Transportmöglichkeit, da die Song Thaew Fahrer nur Fahren wollten, wenn alle Plätze bezahlt werden. Die beiden Jungs hielten unterwegs sogar an einem Aussichtspunkt an, damit ich ein Foto machen konnte. Tolle Botschafter für ihr Land!
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  • Der Abend in Pie
    Nachdem ich einen sehr spannenden Tag hatte (ich hatte mich mit dem Moped verfahren und bewiesen, dass man mit einem Scooter MotorCross betreiben kann. Kurz darauf stürzte ich mit jenem Scooter auf feinstem Asphalt und musste deshalb das Krankenhaus aufsuchen…) traf ich am Abend diverse “alte Bekannte” aus Chiang Mai wieder und konnte so mit netten Leuten in Cocktail Bars mit super Preisen (2$ Margarita!) den Abend verbringen.SAMSUNG DIGITAL CAMERA
  • Fischerchor auf Ko Kood/Koh Kut
    Ich war auf der Insel unterwegs mit einer Truppe netter Finnen und hatte mit ihnen zusammen am Vortag den Betreiber einer Reggae-Bar kennen gelernt. Dieser lud uns zum Fischen in eine abgelegene Bucht ein und wir waren erfolgreich. Am Abend gab es dann die Fische und anschließend spielten wir zusammen ein kleines Konzert mit ca. 10-20 Zuschauern, bei dem ich mein Debüt als Bassist gab.
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  • Indiana Johnes in den Ruinen von Angkor spielen
    Zusammen mit der Lehrerin Sonja, die ich in meinem Hostel kennen gelernt hatte, erkundete ich die Ruinen von Angkor. Eine wahre Foto-Safari! Zwischenzeitlich setzte ich mich kurz ab, und erkundete einen abgelegenen Zweig eines Labyrinths, wo kein anderer Tourist war und ich jenseits der Absperrungen einen Blick in halb verschüttete Kammern werfen konnte.
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  • Leuchtendes Plankton
    Etwas was ich vor meiner Reise nicht auf dem Schirm hatte, war das leuchtende Plankton auf Rabbit Island. Nach einem chilligen Tag mit Edit und Rubi in den Hängematten am Strand, und dem Abendessen mit dem Olympioniken Tony Moulai war das der krönende Abschluss eines entspannten Tags. Das Plankton leuchtet bei der kleinsten Verwirbelung des Wassers. Und es leuchtet erst recht, wenn man mitten hinein springt und darin schwimmt…. Wer Lichter sehen will ohne Drogen zu nehmen – Plankton ist die Lösung. Leider war das leuchten zu schwach für meine Kamera.

Was hat mich geärgert oder war nicht gut?

Massiv geärgert habe ich mich über die russische Abzockerin auf dem Rückflug. Ich kann Russland nicht wirklich leiden, sie bestätigte mein Weltbild da leider.

Straßenhändler und Tuk Tuk Fahrer. In Thailand sind sie wirklich nervig. Falls man mal richtig heftig genervt sein will, reicht ein Spaziergang über die Khaosan Road. Man kann dann 20x den verschiedenen Schneidern sagen, dass man nichts von ihnen will…

Sex-Touristen die sich nicht entblöden in einem Hostel in aller Öffentlichkeit zu fragen wo man “a good happy ending massage” finden kann. Mit solchen Leuten bin ich ungern im selben Zimmer.

Touri-Spektakel. Damit sind Veranstaltungen und “Zurschaustellungen” gemeint, die nichts mit dem Land oder Tradition zu tun haben, sondern allein der Vermarktung an Touristen dienen. Genau wie die “agyptischen Souveniers” aus China sind solche Dinge eine ständige Verschleierung dessen, was das Land eigentlich zu bieten hat.

Overspending. Ja…. da hilft es auch nicht gut im verhandeln zu sein. Wenn man einfach viel kauft, gibt man viel aus. Bei meinen zwei Traveller Shorts habe ich einen Moment nicht richtig mitgedacht und schwupps habe ich 20EUR zu viel ausgegeben.  Und damit sind wir auch bei der finanziellen Seite der Reise:

Die Reise in Zahlen 

Ich habe 4 Länder (Tschechien, Russland, Thailand und Kambodscha) durchquert und 2 davon besucht. Dabei habe ich 11 Orte besichtigt: [Hinflug] -> Bangkok -> [Nachtzug] -> Chiang Mai -> [Tagesausflug Chiang Rai] -> Pai -> Chiang Mai -> [Flug] -> Bangkok -> [Bus] -> Trat -> [Fähre] -> Ko Kut -> [Fähre, Bus] -> Chanthaburi -> [Bus -> Bangkokg -> Flug] -> Siem Reap -> [Fähre] -> Phnom Penh -> [Bus] -> Kep -> [Fähre] -> Rabbit Island -> [Fähre, Bus -> Phnom Penh -> Flug] -> Bangkok -> [Rückflug]

Reiseverlauf

Geld habe ich einiges Ausgegeben:

Ausgabenverteilung

Geplant war ein Tagesbudget von ca. 35EUR. Damit wäre ich bei 30 Tagen bei rund 1000EUR gelandet. Bereits da war natürlich der Wurm drinn und ich musste mir eingestehen, dass ich erst einmal nach Thailand kommen muss. Der Flug war verhältnismäßig günstig mit 560EUR (hin und zurück). Das Budget lag damit bei 1500EUR.

Lange vorgenommen hatte ich mir aber Anzüge schneidern zu lassen. Das habe ich, und wenn man nicht den billigsten Schneider mit dem billigsten Stoff wählt kommt halt auch etwas zusammen…. Schlussendlich war dann Zeit natürlich ein Problem. Man hat ja nur 4 Wochen Urlaub *hust*…. Nunja, aber man will nicht unbedingt jeweils einen Tag verlieren nur weil man die Lokation wechselt. Das tut man aber, wenn man weite Strecken zurück legt. Ich entschied mich deshalb 3x für das Flugzeug und bezahlte 300EUR zusätzlich. Was hat die Reise insgesamt gekostet? Knapp über 3000EUR. 

Muss man soviel bezahlen? Nein. Wenn ich die Flüge weg lasse und weniger für Shopping ausgebe – sagen wir nur 50EUR pro Woche – dann kommt man mit 2000EUR gut hin.

Wie hoch waren die Kosten pro Land? Thailand lag bei 63EUR pro Tag, während Kambodscha bei 60EUR lag. Das ist sehr viel. In Thailand war es das Shopping. In Kambodscha waren es die Flüge von und nach Bangkok. Ohne diese lagen die Tagesausgaben bei ca. 30EUR. Das ist immer noch recht hoch, wenn man bedenkt, dass ich an einigen Tagen in Summe vielleicht 10EUR ausgegeben habe. Wohin ging das Geld? In meinen Magen! Auch wenn Kambodscha es möglich macht für 1EUR Mittag zu essen, ermöglicht es einem auch Seafood günstig zu essen. Günstig heißt, statt 25EUR für 8EUR. Folge war, dass ich in Kambodscha doppelt so viel pro Tag für Essen ausgegeben habe als in Thailand. Nebenbei: Die beiden Mädels die ich auf Rabbit Island getroffen habe, lebten von weniger als 10EUR pro Person pro Tag.

Lessons Learned

  • Ausgaben genauer Planen!
    Dazu muss ich nichts mehr sagen…
  • Kleines Gepäck reicht aus.
    Mehr als 1Woche an Wäsche ist unnötig. T-Shirts muss man nur für 2-3 Tage mitbringen. Man kann sich dann noch 4-5 Stück kaufen (kosten in Thailand ca. 4-5EUR pro Stück). Ansonsten gilt was ich schon beim letzten Mal zur Ausrüstung geschrieben habe.
  • Meine Ausrüstung war gut.
    Einzig eine neue Kamera muss her. Die geliehene erfüllte ihren Zweck, aber ich vermisste meine Spiegel Reflex etwas. Ich brauch etwas wasserdichtes, lichtstarkes mit weitwinkel und zoom….
  • Ich kann mich durchschlagen.
    Ich flog nach Kambodscha ohne echten Plan und ohne Reiseführer im Gepäck. Wer Kommunikativ ist und “Go With The Flow” mit gesundem Menschenverstand kombiniert, kommt auch ohne lange Planung gut durch.
  • Ich mag den Trubel von Großstädten in Entwicklungsländern.
  • Ich mag es mehr für mein Geld zu bekommen als zu Hause.
    Entwicklungsländer sind deshalb ein tolles Reiseziel. Das Hostel in Siem Reap war toll!
  • Auf Inseln ist alles etwas teurer.
    Egal ob Ko Kut oder Rabbit Island, auf Inseln muss man für die Insel-Atmosphäre bezahlen.
  • Ich kann 2-3 Nächte in primitiven Behausungen leben – aber nicht länger.
    Ich benötige mindestens eine europäische Toilette (mit Sitz), eine Dusche und ein sauberes Bett ohne Getier.
  • Wenn es keine Waschmaschine gibt, sollte man keine Wäsche waschen lassen.
    Handarbeit hat ihren Platz in Kunst und Handwerk, aber nicht beim Wäsche waschen. Die Kleidung wird nicht wirklich sauber und hat nach dem Waschen einen antik anmutenden “Grauschleier”.
  • Hostels in Hotspots sind besser als abgelegene Geheimtips.
    Wieso? Wenn man alleine reist braucht man keine Geheimtips, sondern Leute mit denen man was unternehmen kann. Geheimtipps der Art “Geh in Hostel XYZ. Da sind viele Traveller und die Stimmung war klasse.” sind hingegen hilfreich.
    (Hotspots sind Orte wo viele Hostels sich konzentrieren, wo Sehenswürdigkeiten in der Nähe sind und eventuell auch Zugang zu Verkehrsmitteln besteht)
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