Klosterwanderung in Meteora

Mit der gestern vom Hotelier vorgeschlagenen Route im Gepäck, ging es nach dem Frühstück los. (Das Frühstück war ok, aber nicht so gut wie in Naxos. Insbesondere das Griechische Frühstücksfernsehen was in der Ecke lief war nervend. Gegen die kindisch singenden und tanzenden Moderatoren ist das deutsche Frühstücksfernsehen geradezu Kulturprogramm…)

Ich entschloss mich zu Fuß zu den Klöstern zu wandern und nicht den Bus (1,2EUR) zu nehmen. Eine Entscheidung die wohl nur wenige treffen, denn auf dem Weg nach oben habe ich niemanden gesehen oder gehört. Anfangs ging die Route noch durch den Ort Kalambaka, der direkt unter einer steilen ca. 300m hohen Sandsteinwand liegt. Dann fand ich einen Wegweise auf den Pfad, der vor einigen Jahren auch einmal gepflastert worden war.

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Das Wetter war für eine Wanderung ideal, leicht bewölkt bei 23°C. Doch wenn man in Serpentinen mehrere hundert Höhenmeter zurück legt, ist man durchgeschwitzt. Das gute war, dass man nur einmal hoch klettern muss, denn die Klöster sind durch ein Plateau quasi verbunden.

Der Pfad kam am Dreifaltigkeitskloster raus. Das war heute leider geschlossen, aber ich stieg trotzdem weitestmöglich auf um Fotos zu machen.
Am Fuß des Klosters wuchs eine dichte Blumenwiese mit kleinen roten Mohnblumen.

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Ich lief dann weiter zum nächstgelegenen, am weitest östlich gelegenen Kloster St. Stephano. Dieses hatte geöffnet und ich konnte einen Blick hinein werfen. Nach Einwurf kleiner Münze – die Mönche und Nonnen nehmen 3EUR Eintritt, was aber ok ist. Leider erlaubt man keine Fotos in den Kirchen.

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Die Kirche war innen komplett ausgemahlt im klassischen Ikonenstiel – also sehr zweidimensional mit viel Gold. Interessant waren zwei Dinge. Zum ersten die Tatsache, dass die Bilder neu ware, denn einige Bilder waren noch unfertig und man sah nur die Flächen ohne die Details und Gesichter (die Bilder werden wohl regelmäßig alle paar Jahre übermalt) zum zweiten die Brutalität der Darstellung. Man sah wie die Heiligen gefoltert und getötet wurden u.a. durch Häuten oder zerquetschen, und wie die Täter danach umgebracht wurden.

Danach ging ich weiter zu den nächsten Klostern. Ich entschied mich zuerst die höher gelegenen, ganz im Westen liegenden Kloster zu besichtigen. Dazu lief ich der Straße entlang und kam auch an zwei sehr interessanten Aussichtspunkten vorbei. Ich nahm mir vor, den Sonnenuntergang am spektakuläreren von Beiden anzuschauen.

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Am ersten Kloster (nach seinem Gründer dem Mönch Varlaam benannt) konnte man eine Seilbahn (nur die Touristen nehmen die Treppe) beobachten und einen Lastenaufzug. Das Kloster selbst war gerade im Umbau. Der Lastenaufzug diente dazu die Baumaterialien nach oben zu befördern. Früher wurde er wohl auch dazu benutzt die Mönche hoch zu ziehen.
Die Treppen zum Kloster betrat man über eine kleine Holzbrücke. Leider wurden auch die unteren Etagen gerade umgebaut – der Fließenleger war gerade zu gange – so dass man neben der Kirche, einem kleinen Museum und dem Ausblick von der Terasse nicht allzuviel sehen konnte.

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Danach ging ich zum etwas höher gelegenen, benachbarten Kloster “Great Meteoro”, was tatsächlich auch das größte war. Hier ging man erst über eine Brücke, dann einen Tunnel und dann die Treppen empor. Man kam dann in einer Torhalle an, die sehr mittelalterlich wirkte.

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Dort war auch der Lastenaufzug untergebracht. Auf der unteren (Eingangs-) Etage konnte man alte Werkstätten (Schreinerei und Kelterei) besichtigen. Darüber lag die Hauptetage mit einigen Museen. Ein Raum war jedoch überraschend. Und zwar eine “Gebeinhalle” wo die Knochen der verstorbenen Mönche aufbewahrt werden.

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Auf der obersten Etage befanden sich die Kammern der Mönche, die Kirche und ein größerer Platz (fast ein kleiner Dorfplatz) umrahmt von Blumen.

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Die Besichtung des Klosters und der Museen nahm einiges an Zeit in Anspruch. Gegen 16Uhr verließ ich das Kloster und bestieg den gegenüber liegenden Hügel in der Hoffnung auf eine bessere Aussicht. Wirklich beeindruckend war die Aussicht jedoch nicht, da man nicht in die Klüfte hineinsehen konnte. Jedoch fand ich etwas anderes. Es raschelte plötzlich neben mir im Gebüsch und als ich genauer hinsah, rutschte eine Schildkröte durch das Unterholz.

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Ich beschloss dann dass letzte Kloster in der Gegend zu besuchen. Ein Blick auf meine Karte zeigte, dass das Kloster bis 17:45Uhr offen haben müsste. Als ich jedoch um 17Uhr vor das Kloster trat sah ich an den Schildern überall 17Uhr als Schließzeit stehen. Tatsächlich ging das Tor vor meiner Nase zu. Ich hatte nun die Wahl ca. 1h lang nach Hause zu laufen um dann nach einer halben Stunden wieder aufzubrechen (wenn ich den Sonnenuntergang fotografieren wollte), oder aber einfach die 2-2,5h auf dem Plateau zu warten. Ich machte letzteres und stieg zum Aussichtspunkt empor.

Als ich ca. 20 Minuten auf dem Aussichtspunkt stand, fing es plötzlich an zu regnen. Auf einem kleinen Felsen stand ein Strauch der recht dich war und über den Felsen überhing. Ich verkroch mich unter diesem und wartete bis der Regen abzog. Danach kam die Sonne wieder raus und trocknete die Steine. Ich setzte mich auf die leicht warmen Felsen am Aussichtspunkt und hörte ein paar Podcasts an. Es kamen immer wieder Touristen, entweder einzeln mit dem Auto oder Busladungsweise. Jedoch gingen diese immer nach 15 Minuten wieder. Am Himmel hingen doch einige Wolken und ich hatte so meine Zweifel, ob es einen Sonnenuntergang zu sehen gab. Jedoch tauchte die Sonnen immer mal wieder für ein paar Minuten auf, und je später es wurde, desto wärmer war das Licht. Durch den Wechsel aus Wolken und Sonne gab es ein paar interessante Lichteffekte.

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Ein Päarchen aus der Ukraine bat mich ein Bild von ihnen zu machen und so kamen wir ins Gespräch. Er war IT-ler, sie Buchhalterin und beide wussten zu berichten, dass offizieller Sonnenuntergang gegen 20:30Uhr sein wird. D.h. ich wartete 3:30h auf dem Plateau. Gegen 20:15Uhr verschwand die Sonne hinter Wolken und um 20:30Uhr brachen wir dann alle auf. Es wurde langsam kalt. Netterweise fuhren mich die Beiden zurück nach Kalambaka, so sparte ich mir eine Wanderung in der Dämmerung.

Auf dem Weg ins Hotel ging ich direkt in ein Restaurant essen. Ich bestellte mir eine Platte mir Souflaki und zwei Hamburgern, und freute mich nach dem langen Tag insbesondere auf die Burger. Es kam eine Platte mit Souflaki und zwei Buletten. Ich beschwerte mich, wo den die Hamburger geblieben seine. Nach etwas Diskussion darüber was ein Hamburger sei, brachte man mir dann Soßen, Salat und Tomaten (Brot war ja auf dem Tisch) und ich baute mir meine Burger selber.
Zurück im Hotel erklärte mir dann der sehr hilfreiche Hotelier wie ich am schnellsten Morgen zum Flughafen komme (nicht nach Athen reinfahren, sondern in Ska aussteigen und mit der Bahn weiter fahren). Ich besorgte mir noch Proviant vom benachbarten Bäcker. Der war froh, um die Uhrzeit noch etwas zu verkaufen und gab mir kostenlos alles was ich kaufte nochmal ob drauf. Mit einem riesen Beutel Proviant inkl. Getränk für 6,20EUR ging ich zurück. Ich packte meine Sachen fertig ein, denn morgen früh um 5:40Uhr fährt mein Zug, und ich muss noch das Ticket kaufen und Geld holen.

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2 thoughts on “Klosterwanderung in Meteora

  1. Hey, eine tolle Tour, die ich im Oktober auch machen möchte. Wann bist du denn morgens los gewandert und wieviele Kilometer sind das bis oben? Ist es sehr anstrengend? Viele Grüße, Steffi

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