Ho Chi Minh City

Ich wachte gegen halb 10 auf und ging erstmal duschen. Glücklicherweise hatte ein früherer Backpacker sein Duschgel vergessen und ich konnte mich etwas frisch machen. Zähneputzen ohne Zahnbürste – selbst wenn man sich etwas Zahncreme erbettelt ist nicht das Wahre. Kurzum: Man sollte im Handgepäck die sprichwörtliche Zahnbürste immer dabei haben.

Dann ging es hinaus in die Stadt. Es war sonnig und vom gestrigen Regen war nichts zu sehen. Ich lief zuerst etwas in der Bui Vien herum (die Backpacker Straße) und fand ein Frühstücksrestaurant. Leider war ich vom Preisleistungsverhältnis nicht so zu frieden.

Danach ging ich Richtung Ben Tranh Markt. Gestern Nacht hatten nur die Stände um den Markt herum offen. Bei Tage ist die gesamte Halle offen. Der Markt erinnerte mich an den “Russenmarkt” in Pnom Penh. Es gab viele kleinere Stände (ca. 6qm) die alles mögliche verkaufen. Der Markt ist dabei grob nach Waren sortiert. Was anders ist als bei den anderen Reisen war, dass die Verkäufer einen nicht nur ansprechen sondern hin und wieder auch am Arm anfassen.

Spannend wird es, wenn man konkrete Vorstellungen hat und etwas sucht. Schnell merken die Händler, dass sie mit ihrem 0815 Artikeln nichts erreichen und lassen einem in Frieden.

Noch vor 12 machte ich mich auf Richtung Kriegsmuseum. Auf dem Weg kaufte ich mir eine SIM Karte mit 1 Monat Telefon und Internet Flatrate für 8EUR. Ich schickte Nga (ehemalige Komolitonin von der TUC) eine SMS und erhielt auf vietnamesisch eine Antwort die Google mir grob übersetzte, dass sie die Mutter sei und morgen Nga wohl kommen würde. (oder so)

Ich ging dann weiter Richtung Museum. Kurz bevor ich da war, sprach mich ein Fahrrad-Rikscha Fahrer an und meinte, dass das Museum erst ab halb 1 öffnen würde und er mir anbieten würde für 150000 Dong mich zur Kaiser-Pagode zu fahren und zurück.

Ich nahm an und sah mir die Pagode an. Es gab einen, von hohen Bäumen umstandenen Vorhof, und denn die rote Pagode. Im inneren standen riesige Statuen von grimmigen Kriegern/Wächtern und dann ein Altar vor dem regelmäßig Gläubige beteten. Ich hielt mich etwas abseits um ohne zu stören zu fotografieren.

Es gab noch Nebenräume mit weiteren Altaren und einen Raum mit Ahnentafeln (das Äquivalent zum deutschen Friedhof). Im Obergeschoss gab es noch einen Altar und einen Balkon. Als ich nach unten blickte sah ich einen Teich mit Schildkröten an dem ich vorbei gelaufen war. Es waren so viele Schildkröten, dass sie teilweise übereinander hockten.​


Danach ging es zurück zum Museum, aber erst wollte mir der Fahrer noch eine Lack-Intarsien Fabrik zeigen. Nun gut dachte ich mir, spielen wir halt mal mit. Die kurze Erklärung zur Fertigung der Einlegearbeiten aus Perlmut oder Enteneierschalen war schon interessant und zeigte wie aufwändig das alles ist. Das spiegelte sich in den Preisen (ein Teller kostete 20USD) und ich ging ohne zu kaufen.

Wir kamen dann schlussendlich beim Museum an. Als ich meinem Fahrer klar machte, dass ich nachher keine weitere Tour mehr wollte ging es ans bezahlen. Plötzlich wollte er 150.000 pro Strecke. Ich machte ihm klar, dass er sich das schenken könne, gab ihm 150k wie abgesprochen und ging.

Das Museum war neu und modern. Der Eintritt war mit 15000 Dong spott billig. Dafür bekam man zu 70% Fotos zu sehen und dann noch ein paar Waffen. Außerhalb des Museums standen amerikanische Panzer und Hubschrauber. Die wollte ich mir zum Abschluss anschauen. Dass Vietnam nicht die Sternstunde amerikanischer Außenpolitik war, ist allgemein bekannt. Allerdings glaube ich aber, dass im Museum auch etwas mehr den Amerikanern bzw. den Fotos zugeschrieben wird, als unbedingt abgebildet war. Man müsste die zwei Sekunden vorher und nachher sehen die um das Foto herum spielen um zu wissen, ob die Person wirklich gerade gefoltert wird, oder nur etwas ruft. Die Bilder zum Thema Dioxin/Agent Orange waren übel. Hier habe ich mitgenommen, dass alle Beteiligten – auch die Amerikaner – einen Preis bezahlt haben. Denn auch die Soldaten, welche das Zeug verladen/getank haben, haben später kranke Kinder zur Welt gebracht.

Als ich durch die Ausstellung so gut wie durch war höhrte ich ein Vertrautes Geräusch: Es regnete wie aus Gieskannen. Aus der Besichtigung der Fahrzeuge wurde also nichts mehr. Ich lief 10 Meter zu einem Kaffee auf dem Museumsgelände um dort den Regen abzuwarten und etwas zu essen. ​


Als der Regen nachließ (und das Museum pünktlich 19Uhr schloss) wollte mir ein junger Mann ein Regencape schenken. Nach einigem hin und her wurde klar, dass er mir damit seine Dienste als Fahrer andrehen wollte. Ich lehnte ab und nun wollte er das Cape (eine Plastikfolie) für 5USD verkaufen. Ich setzte an sie auszuziehen und ihm wieder zu geben was ihm nicht gefiel. Am Ende enigten wir uns auf 20000 Dong und ich behielt die Tüte. Das kam mir entgegen, denn es tröpfelte immer noch. Auf dem Weg zurück kam ich an einem Food Court vorbei und ich schaute mir die Stände an. Es gab einen Saft-Stand an dem ich mir Vietnamesischen Kirschsaft machen ließ. Geschmacklich kam mir der bekannt vor. Es schmeckte nach Zuckererbsen, aber etwas voller (Zuckererbsen mit Milch?). Ich aß dann noch ein sehr leckeres Gericht mit Mini-Omlettes und Frühlingsrollen (2,5EUR) und unterhielt mich mit zwei Niederländern die neben mir saßen. ​

Auf dem Weg zum Hotel machte ich an einem Obstladen halt und kaufte für 5EUR Mangostane (4EUR/Kg), Jackfruit (2,80EUR/Kg) und eine gelbe Frucht deren Namen ich nicht mehr weiß ein. Letztere wurde kleingeschnitten und man gab mir eine Zucker/Salz/Chilli-Mischung dazu. Ich ging zurück ins Hostel und aß ausgiebig meine Früchte. Ich merkte aber, dass ich mit der Zeit etwas (nicht dramatisch) schlechter schlucken konnte und meine Lippen kribbelten. Ich scheine auf eine der Früchte alergisch zu reagieren. Das werde ich mal beobachten.

Im Hostel traf ich zwei Studentinnen, Verena und Ann aus Würzburg, die gerade eincheckten. Wir gingen am Abend noch zusammen etwas trinken. Erst besichtigten wir ein recht verlassenes Restaurant welches auf 3 Etagen + Dachterasse Tische hatte – die aber entweder nicht so toll waren, oder aber naß. Da halfen auch die “Buy 1, Get 1 Free” angebote nicht. Wir landeten dann im 5 Oysters Restaurant was auch in den Reiseführern empfohlen wird. Um 23Uhr machten die aber zu, was wohl in Vietnam normal zu sein scheint. Also ging es zurück ins Hostel. Allerdings liefen wir noch einmal rings um den Block und schauten uns noch etwas um. Gegen 23:30 waren wir im Hostel und 10 Min später kam auch “schon” mein Gepäck. Morgen Mittag will ich einen Flug nach Hanoi buchen. Die Mädels erwähnten ein gutes Hostel in Hanoi, nach dem ich die Augen offen halten werde.

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