Literaturtempel, Handwerkermesse und Komandobunker

Nach Frühstück lief ich diesmal in eine andere Richtung. Es ging südwestlich aus der Altstadt heraus und durch einen moderneren Teil Hanois zum Literaturtempel. Dieser Tempel wurde im 11Jahrhundert erbaut und die diente über hunderte Jahre hinweg als Universität zur Ausbildung derhöheren Beamten. Der Tempel besteht aus einer Abfolge von mehreren Zwischenhöfen die als Gärten, Seen oder Plätze ausgelegt sind und im hinteren Bereich umgeben sind von den eigentlichen Schulgebäuden. In diesem finden sich auch Altare zur Verehrung des berühmtesten Lehrers der Schule sowie von Konfuzius (dessen Werke gelehrt wurden) und dreier Könige die für den Ausbau der Universität entscheident waren.​​


Schulklassen bevölkerten den Tempel in größerer Zahl und hatten von ihren Lehrern den Auftrag erhalten sich mit Ausländern auf Englisch zu verständigen und sich dann Feedback geben zu lassen. Nach dem ich bei zwei Gruppen artig mitgespielt hatte lehnte ich dann weitere Anfragen ab – es waren einfach zu viele.
Rings um den letzten großen Hof standen Steinstehlen mit den Namen der Absolventen die vor hunderten Jahren ihre Abschlüsse gemacht hatten. Durch diese Stehlen sind noch heute die Namen von Absolventen von vor 500 Jahren bekannt. Die Stehlen stehen auf Steinernen Schildkröten die als Zeichen von Weißheit und Glück gelten.Noch heute kommen Studenten der Hanoier Universität in diesen Tempel um Fotos vom Universitätsabschluss vor der historischen Kulisse zu machen.​

Gegen halb eins verließ ich den Tempel und wollte nach Norden zu Zitadelle.Auf dem Weg fand ich einen kleinen Essenstand der in einer Einfahrt aufgebaut war und wo einige Vietnamesen aßen. Ich nahm meinen Mut zusammen und setzte mich, zum erstaunen der Vietnamesen, hinein. Ich wurde sofort wie ein VIP (oder ein Keinkind) behandelt/umsorgt.Es gab Reis, grünes Gemüse welches wie Sauerkraut schmeckte und Fleisch. Ich wählte Schweinefleisch und etwas was sich als süßlich zubereiteter Fisch herausstellte.​​

Nach 20 Minuten ging es weiter. Ich lief durch das Botschaftsviertel und kam bei der Zitadelle an auf der ein Fest stattfand. Es stellte sich als eine Art Messe der Dörfer der Umgebung heraus die ihre Handwerksprodukte zeigten. Ein Dorf war auf Seidenproduktion spezialisiert und man konnte Kokons der Seidenraupen ansehen und Seidenprodukte kaufen (die aber, Vietnam hin oder her, Luxusprodukte sind und deshalb teuer).​

Ich stieg dann hoch auf die Zitadelle, die selbst wenig spektakulär war aber einen guten Ausblick bot.Hinter der Zitadelle lag ein weiteres Gebäude, welches sich als Museum herausstellte. Im Keller des Gebäudes lag zu Kriegszeiten der Komandobunker des Viet Cong. Dort konnte man die Räume in der Orginaleinrichtung mit alten Karten und Telefonanlagen betrachten.​​

​Hinter diesem Gebäude lag noch ein Bau der vom Politbüro und dem Generalstab benutzt wurde. Da ich allerdings schon einige Stunden unterwegs war beließ ich es dabei und verließ das Areal. Gegenüber lag auf der anderen Straßenseite die Grabungsfelder des Areals. Diese waren überdacht und konnten frei begangen werden. Allerdings gab es wenig interessantes zu sehen und so ging ich weiter.

Mir kam dann der Gedanke, dass dies eigentlich die letzte Nacht in Hanoi für mich ist und Nga wohl dachte, dass ich morgen noch da wäre und deshalb das Abendessen am Sonntag Abend machen wollte. Wir telefonierten kurz und ich lief zurück ins Hostel um zu prüfen, ob es Möglichkeiten gab noch eine Übernachtung in Hanoi zwischen zu schieben. Es stellte sich heraus, dass dies möglich war und ich einfach einmal einen Nachtbus gegen einen normalen Bus eintauschen muss. Ich werden also nach meinem morgigen Abstecher in die Halong Bay noch eine Nacht in Hanoi verbringen.

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