Homestay, Trekking & Happy Water: 2 Tage vietnamesisches Hochland

Ich stand früh auf und wurde um 6Uhr vom Hostel abgeholt und zum Bus nach Sa Pa gebracht. Der Bus war ein Liege/Schlafbus und ich hatte von anderen großen Reisenden schon Horrorstories gehört. Die “Betten” waren nämlich für Asiaten mit maximal 1,70m Körpergröße ausgelegt. Ich stand recht weit vorn in der Schlange am Bus und konnte so ein Bett ganz vorn im Bus ergattern, wo ich die Füße nach vorn heraus hängen lassen konnte. So konnte ich sogar noch 1-2h auf der 6h Busfahrt schlafen.​In Sa Pa angekommen holte uns ein Taxifahrer vom Bus ab und fuhr uns zu einem Restaurant in den Bergen wo viele andere Backpacker saßen und aßen. Das abholen vom Bus ist ein typisches Beispiel dafür, wie trotz mangelnder Sprachkenntnis doch irgendwie immer alle dort ankommen wo sie hinsollen. Ich kannte nur den Namen unserer “Mama” und sagte zu den warteten Frauen, einfach “Mama Mao?” Daraufhin sagten diese zurück, dass Mao nicht kommen würde winkten aber den Taxifahrer heran. Er hatte Mama Mao am Telefon und sie sagte uns, dass wir mit dem Taxifahrer mitgehen sollten. So landeten wir im Restaurant.

Es gab schmackhafte Bratnudeln und wir saßen ca. 1,5 bis 2h im Restaurant bis Mama Sue (eine Verwandte von Mama Mao) zum Aufbruch rief. Wir liefen dann zum Homestay von Mama Mao. Glücklicherweise hatte ich nur kleines Gepäck dabei und hatte den Rest in Hanoi gelassen, denn wir liefen ca. 2h bis ins Black Hmong Dorf von Mama Mao. Es ging durch Reisfelder, kleine Siedlungen und Bambuswälder. Unterwegs kamen wir an einem Spinnennetz mit einer großen gelb schwarzen Spinne vorbei die ich natürlich fotografierte. ca. 20min später liefen wir durch einen Wald in dem hunderte solcher Spinnen in den Bäumen saßen. Durchaus zum fürchten.​​

Als wir endlich ankamen, es wurde schon langsam dunkel, kamen wir noch an einem kleinen Wasserfall vorbei. 100m weiter stand das Haus von Mama Mao. Es war ein zwei-stöckiges Holzhaus mit überdachter Außenterrasse und großem freien Wohnzimmer. Das Mobiliar beschrenkte sich auf das nötigste. Es gab eine Schrankwand ansonsten nur Tische und in der Küche Herd und Tiefkühlschrank. Im Obergeschoß  waren Matratzen ausgelegt und darüber Moskitozelte aufgespannt.

Nach einem kurzen Spaziergang zum Wasserfall gab es Abendessen. Jeder bekommt eine kleine Schale mit Reis. Die Beilagen werden auf größeren Tellern für alle auf den Tisch gestellt.Die Touristen aßen gemeinsam im Wohnzimmer während die Familie von Mao in der Küche aß. Danach kam Mao mit einer Wasserflasche herum und verteilte Happy Water: selbstgebrannter Reisschnaps. Die Gäste die schon einen Tag länger da waren kannten und fürchteten dieses Happy Water. Angeblich hatte es nur 28%, aber nach 8 Runden und ein paar Bier dazwischen waren wir alle sehr lustig und die Stimmung war gut. Naja… eigentlich waren wir alle sturzbesoffen.

Am nächsten morgen war die Überraschung groß, dass wir keine Kopfschmerzen hatten. Es gab Pfannkuchen und Bananen mit Honig und gezuckerter Kondensmilch zum Frühstück. Gegen 10 Uhr brachen wir dann zur Tageswanderung auf. Geplant waren ca. 20km. Wir hatten sonniges Wetter, jedoch war es recht diesig und ein matter schleier trübte die Weitsicht. Ich hatte mein komplettes Gepäck dabei, denn ich sollte am nächsten Morgen um 6:30Uhr vom Zielort der Wanderung (einem anderen Homestay) abgeholt und zum Bus nach Sa Pa gebracht werden.

Mama Mao ging den ersten Teil des Weges mit uns und wir kamen in einer Grundschule im nahegelegenen Dorf vorbei. Für die Kinder war das ein großer Spaß, als die Ausländer durch die Fenster ins Klassenzimmer blickten. Danach ging es für Stunden durch Reisfelder und kleine Siedlungen am Berghang entlang. Immer wieder boten sich schöne Ausblicke. Die Reisfelder waren alle abgeerntet und man sah den Reis ausgebreitet auf Planen zum Trocknen. In den Berghängen qualmten mehrere Feuer. Unsere Führerin, Mama Si, erzählte uns, dass dort das Reisstroh verbrannt wird. In den kleinen Siedlungen liefen die Tiere frei herum. Darunter kleine Ferkel, Hundewelpen und Enten- und Hühnerkücken.​

​Hier noch ein Bild von Mama Si in der typischen Tracht der schwarzen Hmong:​

Nach 4h Fußmarsch kamen wir an einem Restaurant an wo wir zu Mittag aßen. Wir stellten ein paar Tische zusammen damit unsere Gruppe (ca. 10 Personen) zusammen essen konnte.Es gab Bratnudeln oder Bratreis mit Hünchen oder Schweinefleisch. Danach noch ein paar Bananen die deutlich dicker waren als die in Deutschland sonst verkauften. Sie waren auch etwas fasriger im Inneren. Ich kam bei der Gelegenheit etwas besser mit den anderen in der Gruppe ins Gespräch und fand heraus, dass einer Krav Maga und BJJ Trainer für Sicherheitskräfte in Israel ist. 

Nach dem Essen ging es nochmal 2h weiter bis zum eigentlichen Ziel für den Tag. Kurz vor Ankunft kamen wir an einem Schlammtümpel voller Wasserbüffel vorbei, die sich dort suhlten. Recht gehäuer war mir nicht als das Bild entstand:​

Als wir in den Ort hinab stiegen, sagte Mama Si, dass sie morgen am Fluss mit der Gruppe schwimmen gehen würden. Da ich morgen nicht mehr da sein würde und ich aber nach der langen Wanderung gern etwas schwimmen würde, fragte ich Si ob wir noch heute Abend hingehen könnten. Die anderen in der Gruppe waren froh in der Unterkunft angekommen zu sein und wollten nicht mit, also lief ich allein mit Si über die Brücke (eine Art hängebrücke mit Metallfahrbahn) und ca. 15 min die Straße entlang bis zu einer zweiten Brücke. Neben dieser führten Stufen hinab zum Fluss wo ein kleiner Badebereich mit Steinen abgegrenzt war. Es war nicht ganz einfach ins Wasser zu kommen, weil der Fluss voller glitschiger Steine war. Die Abkühlung tat allerdings sehr gut.

Es war mittlerweile 18Uhr und es wurde schnell dunkel. Also liefen wir zurück zum Homestay. Dort wurde geduscht und dann gab es Essen (vergleichbar mit dem des Vorabends). Es gab zwar ein bisschen Happy Water zum Auftakt aber wir hielten uns an diesem Abend vornehm zurück. Nach etwas Unterhaltung bezüglich der kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Isreal (die Gruppe bestand zu 80% aus Israelis) im Bezug auf Hochzeiten und Begräbnissen ging es zu Bett.

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