Ab ins Gefängnis -letzter Tag in Hanoi

Der Tag war ungeplant zustande gekommen (auf Grund des Arztbesuchs) und so hatte ich keine Idee wohin ich gehen könnte. Stu empfahl mir das Zentrale Gefängnis aus Kolonialzeiten zu besuchen. Es ist heute ein Museum und liegt etwas südlich der Altstadt, einfach immer die Straße hinunter.​

Das Museum wurde zur Jahrhundertwende 1896 in Betrieb genommen und diente als größtes Museum in Indochina den Franzosen u.a. dazu Aufständige, im aktuellen vietnamesischen Sprachgebrauch, tapfere Freiheitskämpfer einzusperren und zu unterdrücken.

Der gesamte Komplex war von einer 4m hohen Mauer umgeben, welche oben mit Glasscherben gespickt war und zusätzlich noch einen Elektrozaun besaß. Das Material wurde damals aus Frankreich eingeschifft und war Stand der Technik. Im Inneren befanden sich diverse Zellentrakte. Alle innen mit schwarzem Teer gestrichen, was eine bedrückende Dunkelheit verursachte. Die Gefangenen wurden nicht in Zellen wie heutzutage eingesperrt, sondern saßen an Füßen gefesselt auf langen Holzbänken zusammen.​​

Die Einzelhaft war besonders erniedrigend gestaltet. Dort wurden die Gefangen auf einer schiefen Ebene gefesselt, sodass die Füße im liegen höher waren als der Kopf. In Einzelhaft wurden die Fesseln nie abgenommen und die Türen nur zur Eingabe von Essen geöffnet. Alles musste also dort im liegen verrichtet werden. Mit der Folge, dass der Gesundheitszustand der Gefangenen sehr schlecht war.
Das Gefängnis spielte beim vietnamesischen Freiheitskampf eine wichtige Rolle. Im Gefängnis bildete sich eine kommunistische Zelle die die Zeit damit nutzte den aderen Gefangenen die neue Weltsicht zu vermitteln und diese als Gefolgsleute auszubilden. Das geschah im Männer sowie im Frauentrakt.

Nachdem die Franzosen durch die Japaner im 2WK vertrieben wurden konnten die Kommunisten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle bringen. Im Vietnam-Krieg diente das Gefängnis zur Unterbringung abgeschossener amerikanischer Bomberpiloten. Diese wurden gezielt gut behandelt um gegenüber der eigenen Bevölkerung und dem Westen die morilasche Überlegenheit der neuen Regierung zu demonstrieren. Der Fluganzug von John McCain, Präsidentschaftskandidat von 2008 und ehemaliger Insasse, wird im Obergeschoss ausgestellt.

Nachdem ich das Gefängnis besichtigt hatte ging ich zurück ins Hostel zwecks Inspiration. Auf dem Weg aß ich Ban Mi ein Überbleibsel der französischen Zeit. Ein Bagettbrötchen wird aufgeschnitten und Rührei, Salat und Fleisch wird eingefüllt. Das Ganze kostet meist <1EUR.

Ich wollte Eis essen und Lilly empfahl mir in der Nähe meines Schneiders einen Hanoier Eisladen der lokale Eisspezialitäten verkaufte. Ich musste erst etwas suchen, aber im gut ausgeschilderten Hinterhof eines Hauses standen viele Jugendliche mit Eis in der Hand und ich probierte mein Glück. Das Eis war günstig und die Geschmacksrichtung Kokos war ok. Danach ging ich zum See. Auf dem Weg kam ich an einem Buchhandel vorbei und kaufte zwei Malcom Gladwell Bücher: Tipping Point und Outliers. Am See verbrachte ich dann noch ein paar Stunden in einem Kaffee und laß im Poor Charlies Almanach – ein Buch über Charlie Munger. Dabei ließ ich mir einen Maracuja Eisbecher schmecken der in 3 ausgehölten Maracujas serviert wurde:​

Um 17.30 holte mich dann der Shuttlebus vom Hostel ab. Der Nachtbus wird gegen 4Uhr am morgen in Phong Nha Ke Bang ankommen. Das wird ein Spaß.

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