Höhlentour mit Schlammbad in Phong Nha

Der Nachtbus war wenig erholsam und kurz nach 4Uhr am Morgen war ich froh als Phong Nha ausgerufen wurde und ich aussteigen konnte. Mein Hotel lag 200m die Straße hoch auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Hotels und Hostels in Phong Nha haben sich auf die Nachtbusse eingestellt und haben alle eine Option für den “early CheckIn”. Ich würde zum Dormroom geführt und war entzückt zu sehen, dass ich der einzigste Gast war – privates 8 Bett Zimmer ist nicht schlecht.Bevor ich ins Bett ging um noch ein paar Stunden zu schlafen, fragte ich wie spät die Touren starten würden. 9Uhr war genug Zeit um auszuschlafen.

Als ich aufgestanden war und zum Frühstück wollte suchte ich meine Brille und konnte sie nirgends finden. Ich erinnerte mich, dass ich die Brille im Nachtbus an einem anderen Ort als sonst verstaut hatte, konnte sie aber nicht mehr finden. Ich rief bei der Busfirma an und fragte ob im Bus was gefunden wurde, was verneint wurde. Also war die Höhlentour nur mit meiner Sonnenbrille machbar – oder ohne Brille. Toll.

Die Tour wurde vom Hotel selbst durchgeführt und da aktuell Nebensaison ist waren wir nur eine kleine Gruppe von 5Personen. Mit dem Minibus ging es in die Kernzone des Nationalparks und zuerst zu einer kleinen Höhle die mittlerweile als Gedenkstätte für 8 Frauen genutzt wird, die im Vietnamkrieg in dieser Höhle durch einen Bombenangriff eingeschlossen und gestorben sind. Durch den Nationalpark verlief damals der Hoh Chi Minh Highway 20 und der Park lag in einem Gebiet was mit die meisten Angriffe abbekommen hat. Ca. alle 9Minuten wurde eine  Bombe abgeworfen.​ Im Bild unten sieht man nebenbei einen Blindgänger der als Glocke umfunktioniert wurde.

Danach ging es in die größte Höhle auf der Tour, die Paradise Cave. Wir fuhren mit einem Elektrobuggy ca. 1km in den Wald zur Treppe die zum Eingang führte. Neben der Treppe führte eine Zickzack-Rampe einige hundert Meter den Berg hinauf. Kurz bevor man den Eingang erreicht spürt man die kühle Luft die aus der Höhle heraus kommt. So hat vor 20Jahren der Dschungelmann ebenfalls diese Höhle gefunden. Er ist mittlerweile eine Berühmtheit, denn er fand noch einige andere Höhlen darunter die längste der Welt. Die Paradise Cave ist nicht die längste der Welt. Jedoch sind 34km länge auch kein Pappenstiel. Davon sind 1km zugänglich und in der Trockenzeit gibt es Touren die bis zu 6km in die Höhle eindringen.

Vom Eingang aus führen Treppen in die Höhle hinunter. Direkt die erste Kammer am Eingang ist beeindruckend groß. Ich würde die Deckenhöhe auf 30-40m einschätzen.​

Danach ging es auf Laufstegen tiefer in den Berg hinein. Es gab riesige Stalagmieten und Stalagtieten zu sehen. Teilweise bildeten sie Formationen die aussahen wie die 8m hohe “Zwergenfestungen”im nächsten Bild.  ​​

Auf dem Boden hatten sich über die Jahrtausende Formationen gebildet die an Reisfelder erinnerten.​​

Danach ging es zum Mittagessen in Richtung Dark Cave. Am Eingang stand ein Besucherbereich wo wir Mittag aßen. Es gab einen großen Teller mit verschiedenen Fleisch, Gemüse und Reissorten. Dazu gab es Reispapier und man konnte sich seine Frühlingsrollen bauen. Das Essen war sehr gut und wir gingen gestärkt zur Dark Cave. Normalerweise geht es über eine Zip-Line (was ich in Chiang Mai schon mal gemacht hatte) zur anderen Seite des Flusses. Da die Zipline hier aber nur bis 90kg ausgelegt war, padelte ich mit dem Guide in einem Kanu zur anderen Seite. Das hatte den Vorteil, dass ich ca. 20 Minuten lang dort im Fluss baden und von einem Baum aus ins Wasser springen konnte, während die restliche Gruppe sich beim Zip-Line-Turm anstellte. Als wir alle zusammen waren, schwammen wir zum Höhleneingang. u.A. deshalb konnte ich meine Kamera nicht mitnehmen. Allerdings gab es am Eingang Handyhüllen für 2$ zu kaufen, welche Wasserdicht waren und es trotzdem ermöglichten das Handy zu bedienen. Einzigstes Problem für mich: Mein Handy hatte noch 8% Batterie, ich musste also sparsam sein.

Die Dark Cave trägt ihren Namen nicht umsonst. Anders als bei den anderen Höhlen gab es kein Licht sondern nur Helme mit Lampe. Es ging tiefer in die Höhle hinein und ich war froh mir vor dem Trip Badeschuhe gekauft zu haben, denn der Boden war recht hart und scharfkantig. Je weiter man hinein ging desto sandiger wurde der Boden und desto trüber das Wasser. Wir kamen an einer Stelle vorbei wo man ein Fischfossil im Stein sehen konnte und was zeigte, wie die Berge hier einst entstanden sind. Wir legten unsere Schwimmwesten auf einen Felsen im Wasser und wateten zu einem schmalen Gang. Es ging diesen Gang ca. 20m tiefer in den Berg hinein und es wurde immer schlammiger. Irgendwann standen wir Kniehoch in dünnflüssigem Schlamm und es ging weiter. Schließlich erreichten wir die Schlammkammer. Dort war der Schlamm brusthoch und dünn wie flüssige Schokolade. Der Auftrieb war so groß, dass man problemlos im Schlamm sitzen oder liegen konnte. Man sollte halt nur schauen, dass man keinen Schlamm ins Auge bekommt, denn es gab nichts sauberes in dieser Höhle um sich inden Augen zu reiben.​

Dann ging es wieder aus der Höhle hinaus und wir wuschen uns im weniger dreckigen Wasser am Eingang. Danach ging es mit dem Kajak zurück zum Besucherbereich. Dort gab es noch eine Zipline – allerdings eine die im Fluss endete und die ich auch benutzen konnte. So konnte man noch etwas im Fluss bleiben, der angenehm kühl war.

Wir duschten und danach ging es zurück ins Hotel. Zum Abendessen ging ich mit 3 Niederländerinnen Essen die allerdings nicht sehr gesprächig waren. Dort sah ich jedoch einen Backpacker den ich in Hanoi bereits getroffen hatte und wir gingen noch in sein Hostel auf ein Bier. Das Easy Tiger war anders als die anderen Hostels voll mit Leuten und laut. Dort scheint es jeden Abend Party zu geben – was angenehm ist wenn man da nicht schlafen muss.

Wir setzten uns mit den Drinks an den Pool und ich sah eine sehr hübsche Kanadierin die übel zugerichtet war. Ich fragte sie was passiert sein und sie sagte, dass sie mit dem Moped in einer Kurve weggerutscht sei. Sie hatte oberflächliche Schürfwunden an den Beinen und Armen und war echt nicht zu beneiden. Vermutlich ist das ein Grund warum die Vietnamesen so gut wie immer mit langer Kleidung auf ihren Scootern unterwegs sind.

Ich ging in mein Hostel und buchte gegenüber den Nachtbus nach Hue (der selbe Bus der mich um 4 abgesetzt hat fährt weiter nach Hue) . Ich wollte die Zeit dort nutzen um mir eine neue Brille zu besorgen. Dann Als ich mein Gepäck neu sortierte und mich für die Fahrt vorbereitete fand ich an einer absolut unpraktischen Stelle meine Brille wieder.

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