Besichtigung der Zitadelle in Hue und Treffen mit Vishal

Ich fuhr mit dem 4Uhr, naja 4:30Uhr, Bus nach Hue weiter. Der Bus kam gegen 8Uhr in Hue an. Am Ausstieg (ein Hostel namens Google!?) traf ich zwei Bekannte aus SaPa wieder und wir tauschten uns kurz aus. 30Min später waren sie mit dem Bus auf den Weg gen Süden. Ich brauchte jedoch erstmal ein Hostel.Ich nutzte die Zeit am Busstop um eines zu recherchieren. Ich lief dann los und kam in einem Hotel mit Pool an (sowei die Beschreibung). Allerdings hatte ich auch gelesen, dass die Hotelliers einem mehr oder weniger mit ihren Touren terrorisieren und sauer werden, wenn man wo anders bucht. Das und die Tatsache, dass der Schlafsaal in der 4ten Etage ohne Lift lag und das kein einziger sonstiger Backpacker dort war rieten mir weiter zu suchen. Ich war dann im Hue Homestay in einer Seitenstraße wo man mir direkt Früchte und Kaffee anbot. Eigentlich wollte ich schon buchen aber dann ließ ich mir die Zimmer zeigen. Die waren auch in der 4ten Etage und die Toilette/Bad war ebenso unterdurchschnittlich. Also lief ich weiter und checkte im Hue Backpackers ein. Das Hostel ist sehr gut besucht, bietet eine Menge HappyHour artige Angebote und gute Beratung. Das Problem ist, dass es ein Partyhostel ist, bzw. in einer Partygegend liegt. D.h. es ist nicht besonders leise.

Gegen 10 Uhr schaffte ich es dann mich auf den Weg zu machen. Ich machte jedoch zuerst einen Stop bei einem Restaurant was mir eine Mitarbeiterin des Hostels empfohlen hatte. Dort gab es die traditionelle Suppe aus Hue für gutes Geld. Noch besser war, dass es einen Fruchtshake dazu für 15k Dong gab.​​​

Ich lief dann über die nahegelegene Brücke auf die andere Seite des Flusses. Ich musste auf dem Weg mehreren Rikscha- und Motoradfahrern erklären, dass ich lieber laufen wollte, was bei der schwülen Hitze durchaus erklärenswürdig war. ​​

Der Eintritt zur Zitadelle kostet 150k Dong, was bisher das teuerste Ticket auf der Reise war. Die Zitadelle ist mehrere Hektar groß und bestand aus Regierungsgebäude sowie einer, heute leider zerstörten, verbotenen Stadt (Privatresidenz des Königs). Hue war der Regierungssitz von Vietnam bis zum Ende des 2WK.

Man betritt die eigentliche Zitadelle über eine kleine Brücke und ein Tor in der Mauer. Dahinter findet man die 9 heiligen Kanonen – 4 bzw 5 pro Tor. Diese Kanonen wurden im 19Jhdt aus den Waffen einer besiegten Armee gegossen und symbolisierten die Verteidigungskraft des Vietnamesischen Königreichs. Dann ging es zum eigentlichen Haupteingang in den Regierungsbezirk. Drei Brücken führen zu einem großen Tor mit 3 Durchgängen. Der jeweils mittlere war reserviert für den König.​

Dahinter lagen zwei Karpfenteiche durch die der Königsweg weiter führt. Über einen großen Platz geht man dann auf die Empfangshalle des Königs zu, welche mit ihrer Längsseite zum Besucher steht. Anders als z.B. in europäischen Kirchen, liegt die Hauptseite der Gebäude an der Längsseite. Die Wände waren so gebaut, dass sie geöffnet werden konnten und man so eine riesige repräsentative Front hat. Das Gebäude wurde vor einigen Jahren anhand von Fotos und Filmaufnahmen rekonstruiert. Die 80 holzernen Säulen im Inneren sind rot gold lackiert (mit einem traditionellen dicken Lack der in Vietnam auch für diverse Souveniere benutzt wird).​

​Dahinter lag zur Rechten der Lesepavillion und dahinter ein paar Gärten. Im hinteren Zentrum des Regierungsbezirks lag die Verbotene Stadt, die Privatgemächer des Königs. Diese sind seit dem Vietnamkrieg komplett zerstört und nur noch als Fundamente zu sehen.​

Links davon liegt ein Tennisplatz der echt deplaziert wirkt. Jedoch steht eine Tafel davor die erklärt, dass der letzte König von Vietnam an Sport interessiert war und dies einer seiner 3 Tennisplätze in der Zitadelle war.

Weiter links finden sich die Gemächer der Königin Mutter, welche ein eigenes Empfangshaus besaß. In einem Nebengebäude wird u.a. die Rikscha der Königinmutter ausgestellt. Diese war mit Perlmutarbeiten verziert und wurde über eine Versteigerung aus Frankreich zurück geholt.​​


In der linken vorderen Ecke der Zitadelle befindet sich einer der schönsten Teile der Zitadelle. Dort wurden traditionell die alten Könige verehrt. Die Kommunisten ergänzten die reiche der 6 dort verehrten Könige um die 3, welche bekanntermaßen nationalistisch und gegen die französischen Besatzer waren. (9 ist eine Glückszahl in Vietnam, deshalb auch die 9 Kanonen am Eingang.) In diesem Teil findet man auch die 9 großen Urnen die jeweils einem König gewidmet sind.​

​Ich war 6h lang unterwegs und echt fertig. Ich glaube auch zuwenig getrunken zu haben, denn ich bekam langsam Kopfschmerzen und machte mich zurück auf den Weg zum Hostel. Unterwegs kaufte ich mir Wasser, etwas Mango (solche Obstverkäufer sieht man überall an den Straßen. Sie schneiden das Obst auf und man bekommt eine kleine Tüte mit den Früchten und einen Zahnstocher zum essen).

Vischal, ein befreundeter Londoner Unternehmer den ich seit ein paar Monaten kannte und in Berlin getroffen hatte, war nach Hue gekommen und wird die nächsten 1-2 Wochen mit mir reisen. Wir trafen und in meinem Hostel und gingen dann Abendessen mit ein paar Mädels die ich aus Sa Pa kannte. Wir liefen dann noch eine ganze Weile in der Stadt herum. Aber ich war echt Müde, der Nachtbus zeigte Wirkung, und gegen 10 wollten wir zurück laufen. Gerade als es anfing zu regnen. Ich hoffe die nächsten Tage bleiben überwiegend trocken.

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