Pagoden und Königsgräber in Hue

Gegen 10 Uhr mieteten Vishal und ich uns zwei Scooter und ließen uns den Weg zu den Pagoden und Königsgräbern im Umland von Hue erklären. Die Könige der Nguyen Dynastie ließen große tempelartige Gräber anlegen in denen man ihnen nach ihrem Ableben huldigen konnten und die auch das (symbolische) Grab des Herrschers enthielten. (Ob die Könige wirklich dort begraben liegen ist mir unklar. Da sie mit Gold etc. beerdigt wurden und Grabräuber sonst sicherlich zugeschlagen hätten.)

Nachdem wir für 5EUR die Motorräder vollgetankt hatten fuhren wir los. Als wir an einer Kreuzung anhielten um die Karte zu checken hielt eine Vietnamesin neben uns und fragte ob wir zu den Gräbern wöllten. Sie würde in der Nähe wohnen und wir könnten einfach hinter ihr her fahren. Gesagt getan. ​

Als wir am Grab des letzten Königs (Khai Dinh) ankamen bedankten wir uns artig und sie klärte uns auf, dass sie es lieber hätte wenn wir weiter zu ihrem Dorf fahren würden. Es zeigte sich dass sie Geld wollte. Wir stellten uns dumm bedankten uns artig gaben ihr etwas Kleingeld und gingen in die Pagode.

Khai Dinh war kein besonders guter König. Das zeigte sich z.B. daran, dass er zum Bau seines Grabs die Steuern im Land um 30% anhob. Weiterhin war er nur eine französische Marionette und trug zu Lebzeiten nicht viel zu Vietnams fortkommen bei. Ich schätze ihm war dies bewusst und deshalb wollte er zumindest ein erstklassiges Grab hinterlassen. 

Über eine große Freitreppe betritt man die mehrstufige Anlage aus schwarz gefärbten Beton. Am oberen Ende befindet sich das europäisch inspirierte aber asiatisch verzierte Hauptgebäude mit dem Altar für den König. Das Innere ist die am prächtigsten Dekorierte von allen. Es wurde Glas und Keramikscherben benutzt um die Wandreliefs zu dekorieren.

​Wir fuhren dann weiter zu Pagode von König Minh Mang. Dieser König war tatsächlich einer der wichtigen früheren Könige. Er gab sich mit einer flächenmäßig größeren aber weniger prunkvoll ausgestatteten Pagode zufrieden. Sein Grab ist mehr eine Parkanlage mit Seen und künstlichen Hügeln. Wie in allen Königsgräbern findet man auch da an zentraler Stelle einen großen Grabstein (Format ca. 4m x 2m) welche das Leben und die Taten des Königs beschreiben. Danach folgt ein Altargebäude und später das eigentliche Grab.​

​Als wir mit der Besichtigung fertig waren begann es zu Regnen. Wir warteten den Schauer im Tempel ab und fuhren dann zurück Richtung Hue. Vish hatte ein wichtiges Telefonat zu führen und fuhr ins Hotel, ich fuhr allein weiter Richtung Grab des Tu Doc. Er war der Herrscher der am längsten regierte. Sein Grab war ebenfalls eine Parkanlage mit künstlichem See + Insel. Allerdings nutzte er diese Anlage zu Lebzeiten auch als Zweitpalast bevor er ihn zur Grabanlage umbauen ließ. In der Anlage liegt auch das Grab seiner Frau und eines zweiten weniger wichtigen Königs.​

Die eigentliche Grabanlage folgt den traditionellen Architekturregeln am Besten. Nachdem man leicht ansteigende Treppen hinauf gegangen ist, kommt man zum Grabstein der in einem Gebäude mit zwei benachbarten Türmen steht. Dahinter liegt ein mondsichelförmiger See und auf einer weiteren Anhöhe das eigentliche, sehr schlichte Grab.​

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Der Altar zur Huldigung des Königs liegt im ehemaligen Palast rechts vom Grab. Dort ausgestellt waren auch einige Spiele die zur damaligen Zeit gespielt waren. Eines war ein Geschicklichkeitsspiel bei dem lange dünne Holzstäbe auf den Boden geworfen wurden und so abprallen mussten, dass sie in ein Gefäß von der Form einer Blumenvasen springen.

Gegen 16Uhr fuhr ich zurück nach Hue und traf mich mit Vishal in einem kleinen Restaurant. Nach einem verspäteten Mittagessen fuhren wir zur Thien Mu Pagode, welche auf der Zitadellenseite des Flusses liegt. Wir kamen dort an während es bereits dunkel wurde. Die Pagode fällt durch ihren hohen 8 stöckigen Turm auf, der wohl die 8 menschlichen Inkarnationen des Buddha repräsentieren soll.​

Wir fuhren zurück ins Hostel und gingen nach einem Drink ins benachbarte DMZ Restaurant welches in einem seltsamen Vietnamkrieg-Kitsch Look dekoriert war. Dort trafen wir zwei Australierinnen mit denen wir den Abend mit Buy-One-Get-One-Free Mojitos verbrachten. 

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