Ku Chi Tunnel nördlich von Saigon und Bitexco Tower

Heute früh ging es bereits 8Uhr los. Ich lief noch schnell aus dem Hostel raus um Proviant zu kaufen, frühstückte etwas (Banana Pancake) und dann ging es zum nahegelegenen Tourbüro wo der Bus uns abholte. Meine Gruppe war 20-30 Personen stark. Unser Tourguide Mikey versuchte im Bus gute Laune auf gebrochenem Englisch zu verbreiten was ich persönlich eher anstrengend fand. Die Fahrt zu den Tunneln dauerte ca. 1,5h was weniger der Entfernung und mehr dem dichten Verkehr zu schulden kam. Unterwegs wurde wieder bei einer Behindertenwerkstadt mit angeschlossener Touristenfalle (Souvenierverkauf) angehalten.Eintritt kostete 110.000Dong (ca. 4,5EUR). Es ging durch einen “U-Bahntunnel” hindurch ins Freilichtmuseum. 

Es gab mit Palmblättern gedeckte Hütten, welche ca. 1-1,5m tief in den Boden eingelassen waren, so dass nur noch das Dach aus dem Boden ragte. In der ersten Hütte wurde ein Video über den Krieg gezeigt und wie die friedliebenden Bauern durch den bösen Amerikaner getötet wurden. Außerdem wurde stolz davon berichtet, dass die Bauern bei Tag auf den Feldern arbeiteten und bei Nacht mit der Waffe in der Hand gegen die Amerikaner kämpften – Frauen wie Männer und selbst ein 14Jähriges Mädchen wurden als Amerikan-Killer-Hero gefeiert. Hier darf man dann zurecht fragen, ob es sowas wie zivile Opfer in der Gegend überhaupt geben kann.​

Dann wurde gezeigt, welche Arten von fallen im Dschungel gebaut wurden. Klassiker wie Drehtürfallen mit darunter liegenden Bambusspitzen und diverse Fallen die beim hineintreten Stahl- oder Bambusspitzen in das Opfer jagten.​

Die Eingänge zu den Tunneln waren extrem klein (30x40cm), so dass gerade die üblicherweise kleingewachsenen Vietnamesen hindurch passen, Amerikaner jedoch nicht. ​

Die Tunnel selbst waren im Durchmesser durchaus auch nur 40x40cm groß. Für die Touristen wurden die Tunnel jedoch teilweise erweitert auf ca. 90 x 70cm. So konnte man im Entengang ein Stück des Tunnels passieren. Dieser war 100m lang und hatte alle 20m einen Ausgang. Jedes tiefer liegende Segment war etwas kleiner im Durchmesser (und damit etwas realistischer). Ich bin die ersten beiden Abschnitte hindurch gekrochen, wobei im zweiten Abschnitt bereits teilweise auf allen vieren gekrochen werden musste. Die Luft war sehr warm und stickig, schließlich arbeiteten sich in den Tunneln hunderte Touristen ab. Deshalb bin ich nach 40m raus.​ 

Es gab dann noch kleinere Bunker zu sehen die zum Kochen oder als Hospital genutzt wurden. Die Kochstellen wurden so angelegt, dass der Rauch der Feuerstelle ein Stück entfernt aus dem Boden kam um nicht als Zielmarkierung für Helikopter und Flugzeuge zu dienen.

Interessant war auch der Pausenplatz wo wir 20Minuten ausruhen konnten. Dieser war direkt neben der Schießbahn wo man verschiedene Waffen aus dem Vietnamkrieg, russische, amerikanische, Klein und Großkaliber, abfeuern konnte. Preis pro Schuss startete bei 2$, wobei man 5Schuss kaufen musste. Die Geräusche der Schießbahn hörte man überall auf dem Gelände was dem “Vietnamkriegs-Flair” zu Gute kam.​

Danach fuhren wir nach Saigon zurück und ich stieg hinter dem Ben Tran Markt aus um im Food Court etwas zu essen. Danach suchte ich einen Friseur und ließ mir Bart und Haare schneiden. Auf dem Weg zum Hostel sprach mich ein Schuhputzer an und ich ließ ihn meine Schuhe ordentlich polieren, was recht hilfreich war, nach dem Tunnelaufenthalt. Ich war auf dem Weg ins Hostel als ich sah, dass Vishal mir eine Nachricht geschrieben hatte. Ich sollte mich businessmäsig anziehen, er hatte mit einem Maklerbüro einen Besichtigungstermin im Bitexco Tower ausgemacht. Er gab vor Interesse zu haben in den oberen Etagen ein Büro einzurichten. Das Ganze war zwar vorgeschoben aber realistisch genug, dass man uns einen Besichtungstermin am späten Nachmittag gab. 

Ich fuhr mit dem Taxi zum Turm und wir trafen zusammen die Makler. Der Turm ist so hoch, dass es 4 verschiedene Aufzugskategorien gibt: Gerade Stockwerke, Ungerade Stockwerke und das ganze für unterhalb des 30ten Stocks und oberhalb des 30ten Stocks. Um zu den obersten Etagen zu gelangen muss man sogar einen zweiten Fahrstuhl nehmen der weiter oben startet. Wir besichtigten ein Büro mit Rundumblick oberhalb des Helipads (und damit oberhalb der Touristen-Aussichtsplatform) ca. im 55 Stock. Danach zeigte man uns noch andere Büros in tieferen Stockwerken. Ich persönlich hatte das Gefühl, dass die Makler den Braten rochen, denn sie versuchten mehr über das Geschäft und unseren Aufenthalt in Vietnam zu erfahren. Nach ca. 1h und einigen Bildern verabschiedeten wir uns und gingen ein paar Straßen weiter etwas essen. ​

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Ich lief dann zu meinem Hostel zurück. Unterwegs traf ich Studenten, die zum englischlernen Touristen interviewen sollten. Ich spielte das Spiel einmal mit und machte mich aus dem Staub als mehr Studenten ankamen. Im Hostel buchte ich dann die morgige Tour ins Mekong Delta.

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