Das war die Reise – Griechenland 2016

Ich bin nun schon einige Tage wieder zurück und wollte wieder Feedback zur Reise, den Höhepunkten und den Zahlen geben. Zuerst zum Ablauf.

Ablauf

Athen: Ich hatte mir diesmal sehr viel Spielraum gelassen und nur mein erstes Hotel gebucht (Hotel Pella-Inn). Dieses war bestenfalls Durchschnitt und Backpackern würde ich eher das Athen Backpackers empfehlen. Nachdem mich Athen mit diversen arbeitsfreien Tagen überraschte, an denen die Akropolis geschlossen war, musste ich schon in Athen mehr Zeit verbringen/anders einplanen als Gedacht. Höhepunkt waren dann die Streiks die meine gesamte restliche Reise über den Haufen warfen – zum Glück hatte ich nichts vorher gebucht und konnte einfach on the Fly mich umentscheiden.

Delphi: Der Ausflug nach Delphi war cool, Landschaft und Grabungsstätte sind beeindruckend, jedoch ist Delphi echt in der Pampa. Eine Verbindung nach Kalambaka ist nicht einfach herzustellen. Der “nächste Bus” kann auch, wie in meinem Fall, erst am Abend(!) des Folgetages(!) fahren.

Rhodos: Rhodos bleibt vor Allem durch die Burganlagen der Altstadt in Rhodus Stadt in Erinnerung. Auch mein Hostel, das “Stay” bleibt mir positiv in Erinnerung und kann ich empfehlen. Ein Ausflug mit dem PKW über die Insel nach Lindos ist ab 2 Personen gut investiert. Hier wären sogar 2 oder 3 PKW Tage angebracht, denn Rhodos ist groß. Die Strände sind jedoch nicht so toll. Wer auf handgemachte Rockmusik steht sollte als Abendprogramm das “Legends” in der Altstadt aufsuchen.

Santorini: Gehypte und überlaufen präsentiert sich Santorini. 3 Nächte sind für mich genug. Was man mal machen sollte ist:

  • An der Caldera entlang die Straßen bis nach Imerovigli hochlaufen.
  • Archäologische Grabungsstätte Akrotiri + Red Beach besuchen
  • Bootsrundfahrt mit Krater, Heißen Quellen und Oia

Das Caveland ist ein nettes Hostel aber ab vom Schuss (Katherados ist 20min Fußweg von Fira entfernt). Einen Pool zu haben ist jedoch schon was feines. Und das in einem Hostel…

Naxos: Mein persönlicher Geheimtipp für Griechenland. Naxos hat schönere Strände als Rhodos, und das Hinterland ist mindestens so spektakulär wie auf Rhodos, die Altstadt von Naxos-Stadt bietet sehr gute Fotomotive und Naxos ist auch noch ein Stück billiger als z.B. Santorini. Das Hotel Palatia ist empfehlenswert, und wenn man nicht im Erdgeschoß wohnt hat man auch Seeblick.

Meteora: Meteora ist rein Landschaftlich so spektakulär wie Santorini. Man sollte einen vollen Tag vor Ort sein und auch den Sonnenuntergang auf dem Berg abwarten. Die Klöster selbst sind nett, aber ab dem dritten Kloster ist man von komplett bemalten Wänden nicht mehr so überrascht. Die Landschaft bleibt aber ein Hingucker. Das Hotel King ist ebenfalls positiv in Erinnerung geblieben. Nicht unbedingt durch die Ausstattung, die Durchschnitt ist, sondern mehr durch die Hervorragende Beratung an der Rezeption. Leider hat das Hotel keine 24h Rezeption, was die Anreise etwas stressig gemacht hat.

Highlights

Zahlen

In Griechenland habe ich

  • 4 verschiedene Langstrecken-Transportmittel genutzt
    • 2+1 Flüge (Athen>Rhodos, Rhodos>Athen>Santorini)
    • 2 Fähren (Santorini>Naxos, Naxos>Piräus)
    • 1 Bustrip (Athen>Delphi>Athen)
    • 1 Bahntrip (Athen>Kalambaka/Meteora>Athen)
  • 5 Orte besucht, davon 3 Inseln
    • Athen > Rhodos > Santorini > Naxos > Kalambaka/Meteora > Athen

Kosten

Die Gesamtkosten der 17-Tägigen Reise belaufen sich auf etwas unter 1.900EUR. Damit habe ich ca. 111EUR pro Tag ausgegeben. Deutlich mehr als erhofft.
Pro Tag habe ich ca. 22,50EUR für Unterkunft und 25EUR für Essen&Trinken ausgegeben. Wenn ich alle Kosten für Transport im Inland (inkl. Flüge) zusammen rechne, dann ergiebt dies 33,35EUR pro Tag. Selbst wenn man unnötige Flüge vermeidet und man darauf verzichtet allein ein Auto zu mieten, wird man beim Insel-Hopping diesen Wert kaum unter 25EUR drücken können.

Hier nochmal die Gesamtkosten als Grafik:

Ausgabenverteilung

 

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Rückreise

Kurz nach 4Uhr klingelte mein Handy und ich machte mich abmarschbereit. Ich wollte mit GoogleMaps die Route tracken, so dass ich merke, wenn ich an den Umsteigebahnhöfen ankomme. Ich aß schnell etwas auf dem Zimmer und dann ging es auch schon los.
Auf dem Weg zum Bahnhof machten mir die streunenden Hunde etwas Sorge. Glücklicherweise blieben die auf der anderen Straßenseite und beließen es beim bellen. Am Bahnhof stand der Zug bereit, ich kaufte mein Ticket, lief dann nochmal zum Hauptplatz um Geld abzuheben und saß rechtzeitig im Zug als dieser 1-2 Minuten zu spät losfuhr.

Gegen halb 7 wurde es mir langsam Angst, da der Zug offensichtlich zu spät war und ich meine Verbindung nach Athen nicht verpassen wollte. Beim Umsteigen in Paliofarsalos merkte ich aber, dass der andere Zug auch Verspätung hatte. Gut 20 Minuten später ging es erst Richtung Athen. Glücklicherweise kamen wir recht genau an. Ich musste mich in Ska durchfragen, denn der Metropol-Zug fuhr an einer anderen Stelle ab, als der Intercity ankam. Als ich gerade am Bahnsteig ankam, fuhr der Airport-Zug ein und ich stieg reflexartig ein nur um beim Abfahren zu sehen, dass die Ticketstation am Bahnhof und nicht im Zug war… Mir war sofort mulmig, denn beim Intercity wurden die Tickets kontrolliert und eine Strafe (60facher Normalpreis) wollte ich mir gern sparen. Glücklicherweise sind beim Metropolzug so viele Haltestellen, dass man davon absah die Tickets zu kontrollieren (weil die Leute einfach ausgestiegen wären). So kam ich also schnell und günstig zu Flughafen.

CheckInn erfolgte problemlos und der Flug nach Frankfurt ebenso. Jedoch hätte ich den ganz stressfrei fast verpasst. Ich wartete am Gate B4 wie auf dem Ticket beschrieben. Gegen 13:30Uhr wurde ich stutzig, wo den die anderen Mitreisenden seinen. Ich checkte mein Ticket und hatte das Gate für den Weiterflug nach Leipzig gelesen nicht für den Flug nach Deutschland. Glücklicherweise begannen beide mit B, sonst wäre ich im falschen Terminal in Athen gelandet und hätte den Flug verpasst.

Um kurz nach 18Uhr setzte der Flieger in Leipzig auf und ich hatte gut 50Minuten Zeit um zur Bahn zu schlendern. Erst noch schnell Gepäck holen und dann ab nach Chemnitz. Am Gepäckband wartete ich und war natürlich letzter – fast. Denn es standen noch gut 10 Leute ohne Gepäck herum als man uns mitteilte “da kommt nix mehr. Sie müssen einen Suchauftrag im Büro aufgeben.” Super! Das Gepäck ist weg.
Im Büro vermeldete man dann, dass das Gepäck in Frankfurt sei und heute nach nach Leipzig fliegen wird, so dass ich morgen mit der Zustellung rechnen darf.
Negativ gedacht: Ein weiteren Ball in der Luft den ich Jonglieren soll…
Positiv gedacht: Ich muss meinen Krempel nicht selber nach Chemnitz tragen.

Klosterwanderung in Meteora

Mit der gestern vom Hotelier vorgeschlagenen Route im Gepäck, ging es nach dem Frühstück los. (Das Frühstück war ok, aber nicht so gut wie in Naxos. Insbesondere das Griechische Frühstücksfernsehen was in der Ecke lief war nervend. Gegen die kindisch singenden und tanzenden Moderatoren ist das deutsche Frühstücksfernsehen geradezu Kulturprogramm…)

Ich entschloss mich zu Fuß zu den Klöstern zu wandern und nicht den Bus (1,2EUR) zu nehmen. Eine Entscheidung die wohl nur wenige treffen, denn auf dem Weg nach oben habe ich niemanden gesehen oder gehört. Anfangs ging die Route noch durch den Ort Kalambaka, der direkt unter einer steilen ca. 300m hohen Sandsteinwand liegt. Dann fand ich einen Wegweise auf den Pfad, der vor einigen Jahren auch einmal gepflastert worden war.

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Das Wetter war für eine Wanderung ideal, leicht bewölkt bei 23°C. Doch wenn man in Serpentinen mehrere hundert Höhenmeter zurück legt, ist man durchgeschwitzt. Das gute war, dass man nur einmal hoch klettern muss, denn die Klöster sind durch ein Plateau quasi verbunden.

Der Pfad kam am Dreifaltigkeitskloster raus. Das war heute leider geschlossen, aber ich stieg trotzdem weitestmöglich auf um Fotos zu machen.
Am Fuß des Klosters wuchs eine dichte Blumenwiese mit kleinen roten Mohnblumen.

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Ich lief dann weiter zum nächstgelegenen, am weitest östlich gelegenen Kloster St. Stephano. Dieses hatte geöffnet und ich konnte einen Blick hinein werfen. Nach Einwurf kleiner Münze – die Mönche und Nonnen nehmen 3EUR Eintritt, was aber ok ist. Leider erlaubt man keine Fotos in den Kirchen.

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Die Kirche war innen komplett ausgemahlt im klassischen Ikonenstiel – also sehr zweidimensional mit viel Gold. Interessant waren zwei Dinge. Zum ersten die Tatsache, dass die Bilder neu ware, denn einige Bilder waren noch unfertig und man sah nur die Flächen ohne die Details und Gesichter (die Bilder werden wohl regelmäßig alle paar Jahre übermalt) zum zweiten die Brutalität der Darstellung. Man sah wie die Heiligen gefoltert und getötet wurden u.a. durch Häuten oder zerquetschen, und wie die Täter danach umgebracht wurden.

Danach ging ich weiter zu den nächsten Klostern. Ich entschied mich zuerst die höher gelegenen, ganz im Westen liegenden Kloster zu besichtigen. Dazu lief ich der Straße entlang und kam auch an zwei sehr interessanten Aussichtspunkten vorbei. Ich nahm mir vor, den Sonnenuntergang am spektakuläreren von Beiden anzuschauen.

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Am ersten Kloster (nach seinem Gründer dem Mönch Varlaam benannt) konnte man eine Seilbahn (nur die Touristen nehmen die Treppe) beobachten und einen Lastenaufzug. Das Kloster selbst war gerade im Umbau. Der Lastenaufzug diente dazu die Baumaterialien nach oben zu befördern. Früher wurde er wohl auch dazu benutzt die Mönche hoch zu ziehen.
Die Treppen zum Kloster betrat man über eine kleine Holzbrücke. Leider wurden auch die unteren Etagen gerade umgebaut – der Fließenleger war gerade zu gange – so dass man neben der Kirche, einem kleinen Museum und dem Ausblick von der Terasse nicht allzuviel sehen konnte.

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Danach ging ich zum etwas höher gelegenen, benachbarten Kloster “Great Meteoro”, was tatsächlich auch das größte war. Hier ging man erst über eine Brücke, dann einen Tunnel und dann die Treppen empor. Man kam dann in einer Torhalle an, die sehr mittelalterlich wirkte.

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Dort war auch der Lastenaufzug untergebracht. Auf der unteren (Eingangs-) Etage konnte man alte Werkstätten (Schreinerei und Kelterei) besichtigen. Darüber lag die Hauptetage mit einigen Museen. Ein Raum war jedoch überraschend. Und zwar eine “Gebeinhalle” wo die Knochen der verstorbenen Mönche aufbewahrt werden.

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Auf der obersten Etage befanden sich die Kammern der Mönche, die Kirche und ein größerer Platz (fast ein kleiner Dorfplatz) umrahmt von Blumen.

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Die Besichtung des Klosters und der Museen nahm einiges an Zeit in Anspruch. Gegen 16Uhr verließ ich das Kloster und bestieg den gegenüber liegenden Hügel in der Hoffnung auf eine bessere Aussicht. Wirklich beeindruckend war die Aussicht jedoch nicht, da man nicht in die Klüfte hineinsehen konnte. Jedoch fand ich etwas anderes. Es raschelte plötzlich neben mir im Gebüsch und als ich genauer hinsah, rutschte eine Schildkröte durch das Unterholz.

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Ich beschloss dann dass letzte Kloster in der Gegend zu besuchen. Ein Blick auf meine Karte zeigte, dass das Kloster bis 17:45Uhr offen haben müsste. Als ich jedoch um 17Uhr vor das Kloster trat sah ich an den Schildern überall 17Uhr als Schließzeit stehen. Tatsächlich ging das Tor vor meiner Nase zu. Ich hatte nun die Wahl ca. 1h lang nach Hause zu laufen um dann nach einer halben Stunden wieder aufzubrechen (wenn ich den Sonnenuntergang fotografieren wollte), oder aber einfach die 2-2,5h auf dem Plateau zu warten. Ich machte letzteres und stieg zum Aussichtspunkt empor.

Als ich ca. 20 Minuten auf dem Aussichtspunkt stand, fing es plötzlich an zu regnen. Auf einem kleinen Felsen stand ein Strauch der recht dich war und über den Felsen überhing. Ich verkroch mich unter diesem und wartete bis der Regen abzog. Danach kam die Sonne wieder raus und trocknete die Steine. Ich setzte mich auf die leicht warmen Felsen am Aussichtspunkt und hörte ein paar Podcasts an. Es kamen immer wieder Touristen, entweder einzeln mit dem Auto oder Busladungsweise. Jedoch gingen diese immer nach 15 Minuten wieder. Am Himmel hingen doch einige Wolken und ich hatte so meine Zweifel, ob es einen Sonnenuntergang zu sehen gab. Jedoch tauchte die Sonnen immer mal wieder für ein paar Minuten auf, und je später es wurde, desto wärmer war das Licht. Durch den Wechsel aus Wolken und Sonne gab es ein paar interessante Lichteffekte.

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Ein Päarchen aus der Ukraine bat mich ein Bild von ihnen zu machen und so kamen wir ins Gespräch. Er war IT-ler, sie Buchhalterin und beide wussten zu berichten, dass offizieller Sonnenuntergang gegen 20:30Uhr sein wird. D.h. ich wartete 3:30h auf dem Plateau. Gegen 20:15Uhr verschwand die Sonne hinter Wolken und um 20:30Uhr brachen wir dann alle auf. Es wurde langsam kalt. Netterweise fuhren mich die Beiden zurück nach Kalambaka, so sparte ich mir eine Wanderung in der Dämmerung.

Auf dem Weg ins Hotel ging ich direkt in ein Restaurant essen. Ich bestellte mir eine Platte mir Souflaki und zwei Hamburgern, und freute mich nach dem langen Tag insbesondere auf die Burger. Es kam eine Platte mit Souflaki und zwei Buletten. Ich beschwerte mich, wo den die Hamburger geblieben seine. Nach etwas Diskussion darüber was ein Hamburger sei, brachte man mir dann Soßen, Salat und Tomaten (Brot war ja auf dem Tisch) und ich baute mir meine Burger selber.
Zurück im Hotel erklärte mir dann der sehr hilfreiche Hotelier wie ich am schnellsten Morgen zum Flughafen komme (nicht nach Athen reinfahren, sondern in Ska aussteigen und mit der Bahn weiter fahren). Ich besorgte mir noch Proviant vom benachbarten Bäcker. Der war froh, um die Uhrzeit noch etwas zu verkaufen und gab mir kostenlos alles was ich kaufte nochmal ob drauf. Mit einem riesen Beutel Proviant inkl. Getränk für 6,20EUR ging ich zurück. Ich packte meine Sachen fertig ein, denn morgen früh um 5:40Uhr fährt mein Zug, und ich muss noch das Ticket kaufen und Geld holen.

Von der Insel ins Gebirge – Naxos -> Piraeus/Athen->Kalambaka

Ich war früh wach und packte meine Sachen für den heutigen Trip. Ich genoß ein letztes Mal ein ausgedehntes Frühstück auf der Terrasse, bezahlte dann (4 Nächte inkl. Frühstück haben mich knapp 100EUR gekostet) und machte mich auf zur Fähre. Auf dem Weg kaufte ich noch ein paar Kekse und Wasser. Als ich zum Hafen kam stand da schon die große Fähre (die Blue Star Ferry Schiffe sind vergleichbar zu kleinen Kreuzfahrtschiffen) und ich hatte Panik, dass ich die Zeiten verwechselt hätte und zu spät bin. Ich lief im leichten Joggingtempo zum Ticketschalter um mein Ticket zu bekommen (ausdrucken des Tickets was ich online schon bezahlt hatte: 1EUR) und erfuhr, dass die Fähre in 15 Minuten abfährt. Genug Zeit um rüber zu laufen und einzusteigen.

Die Fahrt verbrachte ich auf Deck hauptsächlich mit Lesen. Von dort konnte ich am Hafen von Paros ein komplett misslungenes, 30Minütiges Anlegemaneuver begutachten… Hatte ich schon erwähnt, dass es vermutlich eng wird meinen Zug zu erreichen? Ca. 1h vor der geplanten Ankunft ging ich zur Rezeption und fragte wie wir in der Zeit lagen. Ich war überrascht als es hieß, dass wir pünktlich ankommen würden. Im Endeffekt waren wir 5-10Min zu spät, aber das war ok. Witziges Detail am Schiff: Beim herablassen der Rampe ertöhnt ein sehr lautes Warnsignal aus einer Sirene. In diesem Schiff hatte jemand das Warnsignal so verändert, dass es, immer noch laut, eine Melodie spielte.
Ich lief guten Mutes vom Schiff und Richtung Metro Station. Beim verlassen des Hafens begrüßte mich freudestrahlend ein Taxifahrer und sagte “You need a Taxi!”, ich entgegnete, dass ich die Metro nehmen würde. Er sagte darauf, dass die gerade Streiken. WTF!? Ich konnte es nicht glauben und lief erstmal rüber. Tatsächlich war die Station dicht und der Wachmann sagte, dass die Züge erst um 16Uhr wieder fahren. Um 16:15Uhr fährt mein Zug ab Larisis Station, also keine Chance. Ich ging zurück zu den Taxifahrer und fragte ob sie mit Taximeter fahren würden. “Natürlich” war die Antwort. Ich fuhr mit einem etwas in die Jahre gekommenen Toyota los. Der Fahrer hatte es nicht eilig – jedenfalls hatte es den Anschein. Er konnte auch nicht viel schneller fahren, denn erstmal war am Hafen Stau. Ich machte ihm klar, dass ich einen Zug bekommen musste und das meine Hotelreservierung daran hinge. Als wir dann an eine Gabelung zwischen Landstraße und Autobahn kamen hatten und er mich fragte “direct or fast” war die Antwort “fast/schnell” die einzig richtige. Wir schafften es in einer beachtlich kurzen Zeit zum Bahnhof, ich rundete im Taxi auf und kaufte mein Ticket. Danach hatte ich noch 15 Minuten um im nahegelegenen Carefour etwas zu essen zu kaufen.

Als der Zug einrollte war ich nicht sonderlich begeistert. Er war von Vorn bis Hinten mit Graffiti voll gemalt und sah nicht besonders neu aus. Im Inneren war er in guten Zustand und sauber. Leider ohne WLAN.

Herauszufinden wo ich umsteigen musste war theoretisch einfach, praktisch jedoch etwas kompliziert. Die Durchsagen in der Bahn waren unverständlich und auf griechisch – kein Englisch weit und breit. Jedoch konnte ich einen älteren Herren fragen und der gab mir zu verstehen wann ich raus musste.

In Kalambaka angekommen lief ich, zusammen mit einem brasilianischen Pärchen zu meinem Hotel (Hotel King). Das Hotel hat 2 Sterne, versucht aber nach mehr auszusehen. Allerdings ist alles etwas kleiner als man es von einem 3 Sterne Hotel erwarten würde. Der Besitzer/Rezeptionist/Betreiber hat scheinbar Jahrelang Erfahrung mit Eintagestouristen, denn er wusste genau was man wissen wollte und erklärte einem alles ohne das man fragen musste.
Er sprach die Rückfahrt nach Athen an und das der Zug 17:20Uhr fährt und ich damit nicht den letzten Bus von den Klöstern nehmen könnte. Hmmm… Also noch weniger Zeit… Ich fragte ganz unschuldig, wenn denn der erste Zug am Morgen fährt. 5:40Uhr, war die Antwort. Das klingt zwar alles andere als angenehm, passt aber genau zu meinem Flug am Freitag 13:50Uhr. Also werde ich morgen noch eine Nacht verlängern und dann am Freitag von Kalambaka aus meine Heimreise antreten…

Dann ging ich essen und konnte das Finale Liverpool vs. Sevillia anschauen – leider ohne happy End. Aber die Preise sind in Ordnung (mein Abendessen kostete inkl. Trinkgeld 10EUR), und es gab Eis als “Rechnungsversüßung”!
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Strandtag

Heute früh entschied ich um einen weiteren Tag zu verlängern und morgen die Fähre zu nehmen. Ich ging dann erstmal an den Strand schwimmen. Das Wasser war spiegelglatt ohne Wellen.
Es folgte ein gemächliches Frühstück bei dem ich das aktuelle Buch von Tony Robbins lese (Money – master the game. Sehr langatmig geschrieben). Am Nachbartisch sitzen seit gestern ein paar Deutsche (Vater + 2 Kinder) und ich begann ein kurzes Gespräch. Der Vater war EDVler aus München und war 1983 schon Mal in Naxos (1983? Da war doch was…), leider konnte er sich nicht mehr erinnern was sich seit her verändert hat. Als regelmäßiger Besucher von Santorini bestätigte er mir aber meinen Eindruck bzgl. des Hypes.

Danach ging es an den Strand Agios Georgios, den Hausstrand von Naxos Stadt, wo ich gut eingecremt in der Sonne lag. Mich würde es nicht wundern, wenn ich mich nicht trotzdem verbrannt habe. Insbesondere weil ich eine Massage (Rücken+Nacken für 15EUR) wahrgenommen habe die vermutlich die Sonnencreme gut weg gerieben hat.

Ansonsten gab es nichts weiter zu berichten. Das Wasser ist sehr flach und erst nach ca. 30m geht es hinter einer Sandbank etwas tiefer hinab. Als Strandunterlage habe ich eine der dünnen Bettdecken aus dem Hotel verwendet, welche schön groß sind. Außerdem hatte ich so eine Unterlage die weißer war als ich…

Am Abend habe ich die Fähre für morgen früh (9:30Uhr) gebucht. Die soll gegen 15Uhr ankommen – zu rechnen ist aber mit 15:30Uhr. Problem daran: Der Zug nach Kalambaka (Meteora) fährt um 16:20Uhr. Ich muss also in 50 Minuten von Piräus nach Athen, umsteigen, zum Bahnhof, Ticket kaufen und zum Zug laufen. Falls ich das nicht schaffe muss ich zum Busterminal (das hat das letzte Mal (Delphi) ja nicht so gut geklappt). Eine Anmerkung zum Fähre buchen: Lieber nicht mit mit go-ferry.gr buchen sondern lieber mit directferry.com. Wieso? go-ferry.gr bucht zwar direkt das Geld ab, schickt einem aber nur eine Bestätigung über die Zahlung – nicht die Buchungsbestätigung bzw. das eTicket. Das kann schon mal 24h dauern. WTF!? 24h um ein Ticket zu schicken! Wozu gibt es eigentlich Computer?

Zum Abschluss noch ein Blick auf mein Abendessen:
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Naxos Roadtrip

Nach einem ausgedehnten Frühstück ließ ich über mein Hotel ein Auto kommen. Das Auto, ein recht neuer Lancia Ypsilon kostete mich 25EUR für einen Tag.
Bis das Auto kam, laß ich in meinem Reiseführer etwas über Naxos und die Sehenswürdigkeiten im Hinterland.
Dabei laß ich von der Zeus-Höhle (benannt nach dem Berg Zeus bzw. Zas) welche hinter Filoti liegt und über die Kirche Panagia Drosiani. Diese steuerte ich als erstes an, da sie als einzige nicht auf der Route lag, sondern leicht daneben. Die Kirche sah aus wie aus dem Fels gehauen. Sie war von der Anlage her recht schief und krum (die Seitenschiffe gingen eher im 45 Grad Winkel ab). Sie beeindruckte nicht durch ihre Größe, sondern eher durch ihre Gewölbeartigkeit. Sie wurde nicht im Detail geplant und durch einen Architekten ausgeführt, sondern einfach von Amateuren über die Jahrhunderte gebaut – so das es passt. Leider konnte man innen keine Fotos aufnehmen.
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Danach ging es nach Chalkri, ein Dörfchen was von allen besuchten das meiste zu bieten hatte. Höhepunkt war der Besuch der lokalen Distille wo Kitron hergestellt wird. Dieser Zitronenlikör wird aus den Blättern einer bitteren Orange gemacht (aus den Früchten macht man Marmelade). Die alten Brennöfen werden noch immer benutzt. Der Likör war lecker und so wanderte eine weitere Flasche in meinen Souvenirkorb. Ich fand dann eine gut besuchte Taverne zwei Ecken weiter und aß dort einen Feta mit Chili zu mittag.
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Danach ging es weiter zum Berg Zas und der dortigen Höhle. Auf dem Weg lag Filoti, wo ich unter einem großen Baum in der Dorfmitte einen Kaffee trank. Ich fand dann, dank Google Maps App und der Beschilderung, die Straße zur Höhle, bzw. zu einem Aussichtspunkt von dem man aus weiter zu Fuß gehen musste. An dieser Stelle klingelte es aus dem Tal unter dem Aussichtspunkt. Eine Herde Ziegen kletterte durchs Gelände und ließ die Glöckchen am Hals läuten. Hier ein Video davon:
http://vimeo.com/166864682
Danach begann der Aufstieg. Erst ging es über einen einfachen Pfad, dann über Stock und Stein – Marmor um genau zu sein. Die Felsen waren weiß und leuchteten in der Sonne. Auffällig war auf dem Weg eine Blume mit interessant aussehender Blüte (welche aber unangenehm roch).
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Der Höhleneingang war halb zugemauert, so das nur ein Türdurchgang offen war. Die Höhle war sehr tief und nur mit einer Lampe zu erkunden. Ich versuchte mein Glück mit meinem Handy. Zuerst ging es links entlang und auf einen Geröllhaufen hinauf. Als ich hinab stieg (was leichter klingt als es in der Dunkelheit war) stellte ich fest, dass man auf der rechten Seite der Höhle um den Haufen herum gehen konnte und noch tiefer in die Höhle kam. Als ich dort weiter ging stand ich irgendwann vor einem recht steilen Geröllhang, den ich dann doch nicht erklomm. Ich war allein in der Höhle und gut 100m tief drinnen als ich umgekehrte. Im Schein meiner Taschenlampe sah ich eine fette Spinne rennen und hörte Fledermäuse zirpen.
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Ich hielt dann auf der Fahrt Richtung Norden noch in Aperathos, einem weiteren kleinen Dörfchen. Ich stieg aus und lief einfach die ersten Treppenstufen hinauf, die ich fand. Es war ein kleines verwinkeltes Dörfchen und nach einigem herumlaufen fand ich ein schönes Plätzchen was für ein Foto taugte. Danach ging ich zurück zum Auto. Ich war spät dran und wollte nach Apollonas um dort zu baden. Die Straße war spektakulär. Es ging in Serpentinen durchs Gebirge hoch und runter. Um 17:20Uhr kam ich in Apollonas an und stellte mein Auto am winzigen Hafen/Strand ab.
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Ich ging dann schwimmen (endlich Sandstrand) und saß noch eine Weile und laß. Als ich mich in den herunter gekommenen Kabinen wieder umgezogen hatte, ging ich die Restaurants/Tavernen ab, musste aber feststellen, dass man sich hier keine Mühe gab etwas interessantes zu essen zu bieten. Ich setzte mich dann wieder ins Auto und fuhr die Westküste zurück nach Naxos Stadt (Chora). Das klingt einfacher als getan, denn die Straße war genauso gewunden wie im Gebirge (faktisch war man im Gebirge, nur mit Blick aufs Meer).

Mein Reiseführer erwähnte den Strand Abram, den ich auch besuchte. Ein kleiner Kiesstrand ohne Besonderheiten. Die Betreiber der kleinen Taverne waren gerade bei Renovierungsarbeiten und wollten mich gern als Gast haben. Aber auf Tiefkühlkost hatte ich keine Lust.

Ich kam bei Sonnenuntergang in Chora an, tankte nochmal nach (in Summe 16EUR Sprit – Super95 kostet 1,60EUR!) und fuhr dann ins Hotel. Heute gehe ich ins Fischrestaurant am Strand vor meinem Hotel essen. Die gemischte Fischplatte für 12EUR sieht so aus.(Sogar mit Oktopus!) 
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Fotosafari in der Altstadt von Naxos

Nach einem ausgedehnten Frühstück vor dem Hotel ließ ich mich beraten, was mit dem heutigen Tag angefangen werden könnte. Man riet mir für heute die Altstadt zu besuchen und morgen mit einem Mietwagen das Inselinnere zu besuchen, denn morgen sei das Wetter besser als heute.

Also machte ich mich auf ins Castello. Hatte man auf Santorini von labyrinthartigen Gässchen nur geredet, so findet man in der Altstadt von Naxos wirklich den Eingang kaum wieder. Die Wege führten im Zickzack unter Häusern hindurch immer weiter den Berg hinauf bis zu einer Turmruine und der (katholischen? Kirche). Bei einem Antiquariat auf “dem Weg” stand die Tür offen und ich ging hinein. Anders als in anderen Geschäften wies der Eigentümer nicht auf die Ware hin, sondern auf die Säulen, welche die Decke trugen. Sie waren 2500 Jahre alt, aus der im 14Jhdt abgerissenen Akropolis und hielten seit 800 Jahren nun die massiven Balken des Hauses.

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Im Castello saßen überall viele Maler (wohl keine Studenten, denn das Durchschnittsalter war deutlich Ü40) und zeichneten sich die Finger wund. Ich machte das selbe mit der Kamera. Hier ein paar Impressionen.

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Ich besuchte dann noch ein “Museum”, welches eigentlich das Haus einer venetianischen Adelsfamilie war (deren Nachfahren wohl noch da leben). Es handelt sich um das Haus was man vom Hafen aus als die Festung identifizieren könnte. Das Museum war mittelmäßig interessant und sein Geld (5EUR) nur knapp wert.

Ich suchte dann ein Restaurant in der Altstadt, war aber mit dem geboten nicht zufrieden. So landete ich wieder am Hafen und aß dort zu Mittag. Den Nachmittag verbrachte ich im Hotel bzw. davor. Zum Sonnenuntergang ging ich wieder in die Stadt und hoffte bekannte Gesichter zu finden (einige Reisende von Santorini wollten heute nach Naxos kommen.)

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Ich aß erneut im selben Restaurant (Meze2) und hoffe, dass diesmal der Fisch gut war. Zur Rechnung gab es diesmal keinen Ouzo, sondern einen Raki mit Honig und Zimt. Der war so gut, dass ich mir eine Flasche (1kg) für 8EUR kaufte. Der Raki aus Naxos wird im Restaurant mit Honig und Zimt gekocht und in ehemaligen Mineralwasserflaschen auf Nachfrage verkauft.

Museum Santorini und Transfer nach Naxos

Mein letzter Tag auf Santorini verlief entspannt jedoch vom Wetter her eher schlecht: Es regnete. Ein guter Zeitpunkt von der Insel zu verschwinden.
Zwischen CheckOut und Abfahrt meiner Fähre lagen jedoch ein paar Stunden. Ein ideales Zeitfenster um ins Museum zu gehen und sich die Bilder und Fundstücke der Ausgrabung von Akrotiri anzusehen.

Das Museum liegt unweit der Busstation. Für 6EUR Eintritt kann man ins nicht allzu große Museum hinein. Allerdings sind die Fundstücke durchaus verblüffend. Neben einer kurzen Geschichte der Geologie und der Vulkanausbrüche geht es direkt los mit den Fundstücken. Überwiegend Gebrauchs- und Kultgegenstände, ganz wenig Schmuck und natürlich die Wandmalereien. Insbesonders die Krüge mit praktischem Ausguss sind interessant. (Nochmal der Hinweis: Die Sachen sind 3500 Jahre alt!)

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Es war auch der Abguss eines Tisches zu sehen, der sehr an barocke Formen (siehe Beine und Füße des Tisches) erinnerte. Das Holz selbst war natürlich nicht erhalten, jedoch hatte der Tisch im Schutt einen Abdruck/Form hinterlassen, welche ausgegossen werden konnte.

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Grund für mich in die Ausstellung zu gehen waren hauptsächlich die Wandmalereien. Die nach 3500 Jahren immer noch ihre Farben bewahrt haben.

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Als letztes und besonderes Ausstellungsstück gab es noch einen goldenen Steinbock. Das einzigste goldene Fundstück sticht, in meinen Augen, auch durch sein modernes Äußeres hervor. Man könnte es für eine Arbeit aus den 21ten Jahrhundert halten.

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Danach ging es zur Fähre am neuen Hafen (dort wo auch gestern die Rundfahrt startete) und dann mit der großen Blue Star Ferry nach Naxos. Die Preise an Bord sind saftig, also sollte man etwas zu trinken und etwas zu essen mitnehmen. Auch Internet war nicht frei zugänglich. (Ich vermute nur gegen Bezahlung, ich bin dem aber nicht nachgegangen)

Mit ca. 10 Minuten Verspätung kamen wir in Naxos. Die Insel hat einen gewissen Charme. Die Hauptstadt Chora wird von ihrem mittelalterlichen, burgartigen Zentrum überragt, während ein alter Tempel auf einer Landzunge links vom Hafen einem klar mitteilt, dass man in Griechenland ist.

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Ich lief den Hafen entlang und erfragte meinen Weg zum Hotel (ich hatte dummerweise vorher nicht gecheckt wo es ist, und an Bord hatte ich wie gesagt kein Netz). An einem Kiosk fragte ich einen Griechen und merkte erst während ich sprach, dass er wohl nicht der Kioskbesitzer sondern eher sein bester Kunde bzgl Alkoholika war. Interessanterweise entpuppte er sich aber als sehr hilfsbereit, hörte den Namen des Hotels und führte mich zu einem Geschäft wo der Bruder des Hotelbesitzers arbeitet, der mir dann den Weg beschrieb.

Am Abend ging ich dann noch eine Runde spazieren. Ziel war zum einen der Tempel im Sonnenuntergang, zum anderen ein Restaurant zum Abendessen.
Der Tempel bietet eine nette Fotokulisse, viel mehr aber auch nicht. Am Fuße des Tempels stand ein Souvenirverkäufer der Marmorreliefs verkauft. Er machte mich darauf aufmerksam, dass der Marmor auf Naxos ein besonderer sei, der leicht Transparent ist. Mit dem Feuerzeug zeigte er mir, dass man das Licht durch den Stein hindurch sehen kann, und das bei bis zu 2cm dicken Platten.

An der Hafenpromenade checkte ich die Preise und war angenehm überrascht. Hier konnte man frischen Fisch für ca. 50% der Preise von Santorini essen. Das Restaurant Meze2 empfahl mein Reiseführer. Da die Preise OK und die Tische gut gefüllt waren, ging ich hinein. Ich bestellte gegrillte Pepperoni (groß und wirklich scharf!) danach Gouna und einen halben Liter Weißwein. Gouna ist eine lokale Spezialität. Der Fisch wird ausgenommen und zum trocknen in die Sonne gehängt. Er wird dann gegrillt serviert. Klingt “interessant”, war es auch.
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Der Fisch roch etwas fischiger als üblich und mein Magen teilte mir am nächsten Morgen mit, dass ich mir ein anderes Lieblingsgericht suchen sollte. Als ich die Rechnung kommen ließ (16,80EUR) bekam ich noch ein Dessert (Jogurt mit Marmelade) und einen Ouzo aufs Haus dazu. In Summe also durchaus ein guter Preis, wenn auch die Magenverstimmung gern ausbleiben darf.

Santorini Bootstour

Heute ging es um halb zehn zur Bushaltestelle und dann auf eine Rundfahrt.

Erster Halt war der neue Hafen von Thira (das ist der tatsächliche Name der größten Insel Santorinis). Dort gingen wir an Bord des Schiffs King Thiras. Es ist das größte Ausflugsboot und leicht an seinen 3 Masten zu erkennen. Mit dabei war die ukrainisch stämmige Reiseleiterin Tanja die beeindruckend viele Sprachen sprach und am liebsten deutsch.

Das Boot hielt zuerst an den Vulkaninseln im Zentrum der Caldera. Dort ereigneten sich alle jüngsten Eruptionen und so führte der Weg durch eine sehr karge Krater und Lavalandschaft voller Felsbrocken. Hin und wieder roch man Schwefel, Wasserdampf konnten wir nicht sehen, dafür war es zu diesig am heutigen Tag.

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Nach 1,5h auf dem Vulkan fuhren wir zu den heißen Quellen an der Seite der Vulkaninsel. Dort konnte man schwimmen und sich bei Bedarf selbst eine Eisenschlammpackung verpassen. Der rote Schlamm war überall reichlich vorhanden. Um zu den Quellen zu kommen muss man in eine kleine Schlucht schwimmen. Leider lag in dieser auch Müll am Ufer herum (kein Touristenmüll, sondern Schiffsmüll wie z.B. Plastikeimer).

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Anschließend fuhren wir nach Thirassia um dort zu Mittag zu essen. Thirassia ist neben Thira die zweit größte und überhaupt zweite bewohnte Insel. Es fuhrte ein steiler Weg der Felswand hinauf. Man konnte Esel mieten oder zu Fuß gehen. Ich wollte den Tieren die Qual ersparen und bin zu Fuß gegangen, was eine Tortour war. Oben angekommen war direkt am Eingang eine Taverne die ich mied, da ich hohe Preise vermutete (vermutlich zu unrecht). Statt dessen lief ich zur “different Tavern” (die tatsächlich so hieß). Dort aß ich vergleichsweise Günstig (im Vergleich zu den sonstigen Preisen auf Santorini).

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Weiter ging es mit dem Schiff dann nach Ia (geschrieben Oia) um den Sonnenuntergang zu bewundern. Ein typisches Flitterwochen Ausflugsziel. Doch zuerst musste vom Hafen aus wieder eine Steilwand erklommen werden. Auf dem Boot stach mir ein dunkelhaariges Mädchen besonders ins Auge. Ich fragte woher sie kam und lernte so meine erste Irakerin kennen (die in Holland lebt). Sie war mit ihrer Cousine unterwegs und fotografierte gern. Wir machten uns zu dritt auf den Weg, den Berg hinauf und dann durch Ia. Wir waren jedoch etwas enttäuscht von dem Dörfchen (was mit Touristen überlaufen war), denn so ziemlich alles Sehenswerte war auch schon auf Postkarten abgedruckt. Mehr war nicht zu entdecken. Außerdem sah der Ort von der “Promenade” aus nicht so spannend aus. Die Mädels fanden dann einen Henna Shop und wollten sich ein Henna Tattoo kleben lassen. Ich nutzte die Zeit um allein noch weiter Bilder zu machen. Als ich zurück kam war es schon reichlich spät und die beiden hatten sich endlich auf ein Motiv geeinigt. Sie bezahlten die gute Frau über reichlich was dazu führte, dass sie uns allen noch Süßigkeiten ausgab. Während dessen spielte ich mit dem Hundewelpen der zwischen den Stühlen herum lief. Danach beeilten wir uns einen guten Punkt für den Sonnenuntergang zu finden.

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Der ganze Spaß hat 38 EUR Tour + 2,50 EUR Eintritt zum Vulkan + Essen = 55EUR gekostet. Ich denke, dass man dies durchaus mal machen kann.

Grabungsstätte Akrotiri und Roter Strand

Nach dem Frühstück, und nachdem ich den letzten Artikel geschrieben hatte, machte ich mich auf nach Akrotiri. Die dortige Grabungsstätte sei einen Besuch wert. Die Fahrt sollte kein Problem sein, denn der Bus fährt durch meinen Ort.
Als ich an der Bushaltestelle ankam warteten bereits andere Touristen auf den Bus. Allerdings bereits länger als üblich. Ich dachte mir erstmal nichts dabei, aber als nach 30Min zwar andere Busse, aber nicht der Bus nach Akrotiri vorbei kamen, wurde ich langsam nervös und sauer.
Nach über einer Stunde Wartezeit versuchte ich es dann per Anhalter, aber nur Taxis wollten mich mitnehmen, oder Leute die in andere Orte wollten.
Irgendwann beschloss ich dann nach Fira zu laufen. Die Strecke ist in 20Min zu schaffen. Dort ging ich zum Busbahnhof und erfuhr, dass eine Straße in meinem Ort gesperrt ist, und deshalb die Busse den Ort nicht anfahren. Man sah es aber nicht als nötig an, an der Bushaltestelle eine Info zu hinterlassen.
Der Knaller war, dass der Bus mit dem ich fuhr, schlussendlich doch durch die Ortschaft fuhr. Das lag wohl daran, weil ich zwischenzeitlich bei diversen anderen Bussen mich beschwert hatte, wieso der Akrotiri Bus nicht kommt.

Die Grabungsstätte war die Reise aber wert. Ausgegraben wurde ein komplettes Dorf aus minoischen Zeiten, welches vor 3500 Jahren bei einem Erdbeben und Vulkanausbruch verschüttet wurde. Das Dorf war komplett in einer großen Halle untergebracht und diverse Wege führten um und durch das Dorf.

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Man konnte mehrstöckige Gebäude (bis zu 3 Etagen) erkennen. Dadurch bekam man einen Eindruck für die Größenverhältnisse.

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Am bekanntesten und beeindruckendsten sind wohl aber die bemalten Wände der Häuser. Die Wandbemalungen wurden in diverse Museen gebracht und können vor Ort nicht besichtigt werden. Jedoch wahren einige bemahlte Tonkrüge zu sehen. Die mit Seegras verzierten, wurden wohl benutzt um die Toiletten mit Seewasser zu spülen. Das Dorf besaß bereits damals eine echte Kanalisation.

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Nach dem beeindruckenden Rundgang lief ich zum nächsten Strand. Es war der rote Strand (Red Beach) der seinen Namen vom roten Bimsstein hat, der dort abgelagert ist. Das Wasser war schön war, jedoch war es schwierig ins Wasser zu kommen da überall größere Steine im Wasser lagen und die Wellen einem leicht das Gleichgewicht nehmen konnten.

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Ich fand ein sehr billiges Restaurant am Parkplatz vom Red Beach wo ich etwas essen konnte. Danach fuhr ich zurück nach Fira um einzukaufen und lief dann ins Hostel. Dort angekommen ging ich im Pool schwimmen und traf danach eine Mitreisende die zum Abendessen gehen wollte. Ich entschied spontan direkt wieder aufzubrechen und mit zu kommen. Auf dem Weg buchte ich noch meinen Bootrundfahrt für morgen.
Das Essen war gut, aber mit über 20EUR auch der teuerste der Reise. (Und dabei war das Restaurant noch nicht einmal sehr teuer)
Da ich in Fira vergessen hatte Geld zu holen lief ich nochmal in die Stadt um dann nach der Rückkehr schlussendlich ins Bett zu fallen.