Chillen auf der Insel

Die Nacht war ok. Das Bett war sicher nicht das beste auf dem ich bisher geschlafen hatte, aber ich wurde zumindest nicht von Insekten aufgefressen.

Der Tag begann dann mit einem Frühstück, bestehend aus Müsli mit Früchten und Joghurt.  Danach ging es wieder in die Hängematte oder kurz schwimmen.
Mittagessen gab es zusammen mit den Mädels an einem Restaurant welches Papaya-Salat für 1$ zubereitete. Dazu gab es Bratreis mit Shrimps und eine Kokosnuss.

Eigentlich verlief der Tag wie der gestrige. Einziger Unterschied war, dass es diesmal beim Abendessen anfing zu regnen. Erst tröpfelte es nur leicht, doch ein paar Minuten später schüttete es wie aus Kübeln. Durch das Restaurant lief ein kleiner Rinnsal. Die Hunde der Familie wollten da natürlich auch lieber drinnen als draußen sein, und lagen überall unter den Tischen.

Der Tag endete mit einem Spaziergang am Strand im dunkeln, wo wir das leuchtende Plankton beobachteten. Ich wollte diesmal nicht ins Wasser, da ich frisch geduscht war. Appropos…. Duschen ist natürlich so eine Sache. Da die eigentliche Dusche nur ein Rinnsal war, blieb als alternative nur die Buket-Shower. D.h. man schöpft Wasser aus einem großen Fass. Erschwerend kam hinzu, dass es nur eine Glühbirne im Hauptraum gab, das “Bad” also recht schnell stock dunkel wurde. Aber die Glühbirne war eh nur partiell einsatzbereit, denn dazu musste der Generator laufen.
Inselromantik hin oder her, eine richtige Dusche, und ein Zimmer ohne Mitbewohner und Ventilator ist mir dann doch lieber.

Nach dem Plankton-Gucken bestaunten wir noch die Blitze am Horizont und den Sternenhimmel, der anders aussieht als zu Hause. 

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Robinson Crusoe

Als ich am Morgen alles gepackt hatte, war ich doch recht hungrig. Die Kekse aus meinem Rucksack halfen da auch wenig. Also nahm ich den Roller und fuhr schnell zum Krabbenmarkt. Dort standen viele kleine Essensstände an denen gebrutzelt wurde. Ich verspürte aber keine Lust auf Bratreis mit Fisch zum Frühstück. Zwei Frauen jedoch, brutzelten eine Art frittierten Kuchen. Abgesehen von der nicht unerheblichen Menge Öl war das ganz ok. Ich bestellte 4 Stück für 50Cent und holte mir noch einen Kaffee für 50 Cent, setzte mich aufs Moped und fuhr zurück. Mein Frühstück nahm ich dann in einer Hängematte vor dem Hotel ein. Der Kuchen war wohl ein süßer Reiskuchen der in Öl frittiert wurde.

Danach ging es mit den TukTuk zur Fähre. Mich wunderte es schon, dass mein Shuttle bereits mit 2 Backpackern und deren Rucksäcken besetzt war. Aber in SüdOstAsien hat man eine andere Vorstellung von “Voll/Überladen”. Also wurde ich als dritte Person im TukTuk untergebracht – muss man halt sein Gepäck ordentlich festhalten.

Am Steg angekommen wurden wir zur Polizei geschickt um ein Formular auszufüllen. Ich witterte Betrug und Abzocke und lief statt dessen direkt zum Boot. Leider kontrollierte dort ein Polizist, dass wir alle in den Listen eingetragen waren, also musste ich zurück und einen Zettel ausfüllen. Geld wollten die zum Glück nicht.

Auf dem Boot unterhielt ich mich mit einer Britin die erzählte, dass sie zwei Uniabschlüsse (Bachelor) hätte: Einen in Astrophysik und einen in Tourismus. Wenn das stimmt, dann ist das eine gute Ausgangsbasis für einen Job im Bereich Weltraumtourismus.

Die Boote legen auf der Kaninchen-Insel direkt am Strand an, 20 m vor den Bungalows. Ich schaute mir zwei an und entschied mich für das mit Toilettensitz. Dafür bezahle ich hier 6$ pro Nacht. Strom gibt es nur tagsüber, Fließend Wasser gar nicht. Wenn ich duschen will, muss ich auf der Rückseite des Bungalows den Wasserhahn auf drehen und die Chefin bitten, den Haupthahn zu öffnen. Ein Waschbecken gibt es nicht. Wichtigstes Utensil ist das Moskitonetz über dem Bett. Als ich es genauer betrachtete saßen da geschätzte 20 Moskitos drauf. Bevor ich also das Netz entfalte, musste ich den Biestern den Gar aus machen. Die Chefin hatte eine chemische Keule zur Hand und ich sprühte die Bude ordentlich aus. Am (unverglasten) Fenster konnte ich eine Minute später flüchtende Moskitos sehen. Ich sprühte außerdem auch die Ecken aus, die plötzlich zum leben erweckten. 5 Kakerlaken rannten um ihr Leben.
Nach diesem Gemetzel ist die Fauna im Zimmer nun wieder erträglich.
(Meine Hütte ist die Kleine hinten rechts)

Ich ging dann kurz ins Wasser und setzte mich dann unter einem Pavillion in eine Hängematte. Dort schaukelten schon 2 Mädels und lasen. Die eine, Rubina, ist eine in Deutschland geborene Schwedin, die andere Edit, eine zuletzt in Berlin wohnende Ungarin. Wir unterhielten uns etwas und es stellte sich heraus, dass beide in Cafes gearbeitet haben. Edit denkt sogar darüber nach in Kambodscha eines auf zumachen und hier zu bleiben. Zufälle gibt es.
Wir verbrachten den Tag gemeinsam in den Hängematten, nur kurz unterbrochen vom Mittagessen und kurzem Schwimmen.

Ich traf einen alten Bekannten auf der Insel: Tony, den Triathleten. Da die Mädels auf extrem niedrigen Budget reisen und außerdem Vegetarier sind, gesellte ich mich für das Abendessen zu Tony. Am Tisch saßen noch zwei Holländer und Tony holte noch zwei Französinen, eventuell Mutter und Tochter, hinzu. Die Jüngere hatte in Deutschland Kulturwissenschaften studiert und sprach gut Deutsch. Beim Abendlichen Krabben-Essen stellte sich heraus, dass Tony nicht irgend ein Triathlet war. Er war Teil der französischen Nationalmannschaft und bei zwei Olympiaden dabei. Ob er ein Weltmeister oder Olympiasieger war, weiß ich nicht. Jedoch war er noch bis vor 2 Monaten aktiv und dies war sein erster Urlaub seit 7 Jahren wo er nicht mit dem Fahrrad unterwegs ist.

In der Bar hatte man zwar eine Soundanlage, jedoch hatte man keine Musik. Die Chefin fragte alle die vorbei kamen nach Musik. Da niemand sonst reagierte nahm ich mein Handy und beschallte den Strand mit Mashups (Dj Morgoth, Best of 2013).

Als es ans bezahlen ging, kam kurz Panik auf, als ich meine Geldbörse nicht finden konnte. Sie lag jedoch, schwarz auf schwarz, auf meinem Rucksack.

Das Highlight des Tages sollte aber noch kommen. Als die Chefin das Licht ausmachte, fragte sie vorher noch, ob wir schon das Plankton gesehen hätte. Die Mädels hatten etwas von leuchtendem Plankton erzählt und ich erwartete helle Schlieren auf dem Wasser. Es war jedoch viel besser:
Das Plankton leuchtet wenn es verwirbelt wird. Die Wellen, die an den Strand branden leuchten ganz leicht. (Zu schwach für meine Kamera). Wenn man mit der Hand durch das Wasser streift, sieht man einen Feuerschweif hinter seiner Hand. Noch besser aber ist es, wenn man schwimmen geht. Das Licht war aus, also wurde schnell abgelegt und ins Wasser gesprungen. Überall funkelte es. Wenn man still stand sah man nur einzelne Lichtpunkte. Wenn man dann den Fuß unter Wasser bewegte, leuchtete dort Wasser auf. Bewegte man den Arm, zog man die Feuerschweife hinter sich her. Man konnte wie Harry Potter “Feuerbälle” verschießen. Wenn man mit den Fingern schnippste, schwebten kleine leuchtende Wirbel davon. Das war wirklich ein Highlight.

Wo der Pfeffer wächst

Heute früh ging es mit dem Bus nach Kep. Fast schon Tradition ist, dass mich das Shuttle beim Frühstücken unterbricht. Die Fahrt sollte aber interessant werden. Als der endgültige Bus dann bestiegen war, setzte sich ein Khmer neben mich. Die erste Hälfte der Fahrt sprachen wir kein Wort. Irgendwann wollte ih aber die Chance nutzten und ihn über Baupreise und Gebäude ausfragen. Ich fragte nur woher er kam und er erwähnte, dass er ein Bauunternehmer aus Kep ist. Volltreffer! Später sollte sich heraus stellen, dass er der Neffe des Gouverneurs von Kep ist.
Luy erzählte mir von anderen Europäern die in Kep investiert haben und welche Bauvorhaben gerade am laufen sind. Er bot mir an ein paar Baustellen und Bauplätze in Kep zu besichtigen. Das nahm ich gern an. Außerdem hatte ich damit auch gleich meinen Transfer vom Bus zum Hotel organisiert.

In Kep stiegen wir aus und liefen zur Zollbehörde, die auch von der Familie geleitet wird, um dort sein Auto abzuholen. Danach fuhren wir ins Seaside Guesthouse. Laut meinem Reiseführer haben die günstige Dorms. Dummerweise wurde die Unterkunft vor kurzem modernisiert und alle Dorms in Doppelzimmer umgebaut. Ich gönne mir nun eine Nacht hier für 14$ bevor ich morgen auf die Rabbit-Island weiter ziehe.

Wir machten dann eine Tour zu verschiedenen Bauplätzen. Erst ein kleiner an einer Straße der wohl mal ein Minimarkt werden könnte. Dann fuhren wir zu einem Baufeld mit 4 abgesteckten leeren Segmenten. 3 davon seien verkauft und würden ein Hotel abgeben. Das letzte (1300qm) Feld könnte man für 140.000 USD kaufen. Nebenan hätte der Besitzer ein Wochenendhaus gebaut. Luy schaute um die Ecke und entdeckte den gut beleibten Eigentümer unter einem Baldachin beim Mittagessen. Wir wurden einander vorgestellt und erhielten die Erlaubnis auch das Haus zu besichtigen, welches Luy gebaut hatte. Ich erhielt weiterhin seine Email Adresse um Informationen, falls nötig, zum Grundstückskauf zu erhalten.
Danach fuhren wir noch zu einer aktuellen Baustelle weiter weg von der Küste. Eine Bungalow-Anlage mit (noch zu bauenden) Swimmingpool. Ich konnte nicht verstehen wieso man in so einer Lage baut. Vermutlich etwas für Spekulanten.
Letzte Station war das beste Hotel am Platz, bzw. das Hotel mit der besten Lage. Es steht ebenfalls zum Verkauf – für schlappe 1,5 Mio Dollar. Falls die Zahlen stimmen kann das durchaus ein guter Kauf sein. Die Besitzerin ist Französin und arbeitet in der Botschaft in Phnom Penh. Als Sie vor 6 Jahren das Grundstück gekauft hat, muss sie ein echtes Schnäppchen gemacht haben.

Luy fuhr mich dann ins Hotel wo ich mich verabschiedete. Ich wollte ein Moped leihen und hatte Luy nach dem Preis gefragt (5$). Als man mir im Hostel eines für 8$ anbot und meinte es gäbe nichts billigeres, entschied ich mich am nächsten Tag die Fähre auf die Insel zu nehmen und die Unterkunft zu wechseln. Da mir das Bargeld ausging und es auf der Insel keinen Geldautomaten gibt, wollte ich noch Geld holen. Laut Rezeption ist der einzige ATM aber 15km entfernt. Ich könnte jedoch in einem anderen Hotel gegen Gebühr Geld abheben. Also lief ich hin, nur um zu erfahren, dass der Manager nicht da sei und das deshalb nicht ginge. Aber ich könnte doch unten am Strand Geld holen. Von dem ATM wusste meine Rezeptionistin nichts. Ich mietete mir also für einen halben Tag ein Motorrad, holte Geld, und machte ein paar Bilder von Kep.

Der Ort ist entlang der Küste verteilt und die Straßen sehen eher nach Baustelle aus. Nur entlang des Strands ist alles fertig. Am Hauptstrand waren sehr viele Menschen unterwegs und richtige “Seebad-Stimmung”. Als sich die Sonne senkte, verschwanden die Badegäste aber und es wurde ruhiger. Ich fuhr zum Crab-Market wo ich nun meine erste vernünftige Mahlzeit zu mir nehmen wollte. Es stehen am Markt ca. 10 Restaurants mit nahezu identischer Speißekarte nebeneinander. Ich wählte das etwas günstigere “Demokrat”, welches der Demokratischen Partei der USA gewidmet war. Die Bedienung war sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Mit mir waren sonst nur 3 Russen als Gast im Restaurant. Ich bat um eine große Krabbe mit grünem Pfeffer. Das sei nicht möglich, weil sehr viele Gäste heute die großen Krabben aufgegessen hätten. Statt dessen erhielt ich 2,5 mittelgroße Krabben.


In der Nähe von Kep wächst am Fuß einiger Berge Pfeffer. Wenn man also jemanden dahin wünscht wo der Pfeffer wächst, will man ihn scheinbar zum Seafood-Essen nach Kambodscha einladen…. Btw: Laut Luy haben in den Bergen noch bis in die 90er Jahre die roten Khmer gehaust.

Idiotie General

Heute früh ging es gegen 8 Uhr los. Jimmy war noch nicht aufgetaucht, also wollte ich etwas lesen. Da meine Bücher ausgelesen sind blieb nur mein neuer Kambodscha Reiseführer übrig. Nach einigem Suchen musste ich mir eingestehen, dass der Reiseführer verschwunden war. Eventuell hatte ich ihn in einem Restaurant oder Minimarkt liegen lassen. Lange Zeit zum grübeln blieb nicht, da der Fahrer wartete.

Wir fuhren als erste Station des Tages zu den Killing Fields außerhalb der Stadt. Dieser ehemalige chinesische Friedhof und Obstgarten ist heute die nationale Gedenkstätte für die Opfer der Roten Khmer. Zu sehen gab es die Löcher der Massengräber, Knochen und Kleidungsfetzen die noch heute nach stärkeren Niederschlägen ausgespühlt werden und eine riesige Pagode die gefüllt ist mit knapp 9.000 Schädeln und Knochen von Opfern die auf dem Gelände ermordert und verscharrt wurden. Erschütternd war auch die Grausamkeit der nächtlichen Hinrichtungen die, um Munition zu sparen, von Hand mit Hacken, Äxten und Macheten erfolgte. Babys wurden an einem Baum, neben einem Massengrab zerschmettert.


Man konnte hier auch etwas über die Roten Khmer hören, aber so richtig Sinn machte das alles nicht. Die Idee war wohl einen radikalen Bauernstaat zu errichten. Dabei wurden in einem ersten Schritt alle Intellektuellen (d.h. jeder der Studiert hatte oder eine Fremdsprache sprach oder auch nur eine Brille trug) eingesperrt oder getötet. Alle anderen Stadtmenschen mussten aufs Land und ohne Anleitung oder Werkzeug Reis anbauen. Reisanbau war sowieso das Allheilmittel der RK. Da das Plansoll aber viel zu hoch war, konnte es nicht erreicht werden, wodurch wieder Menschen als Saboteure verhaftet, gefoltert und getötet wurden. Das idiotische an der gesamten Philosophie war sowieso, dass die RK eine Zukunftsvision verfolgten, die mehr dem Leben in der Steinzeit entsprach, als dem Leben im 20Jhdt. Alle Menschen lebten von der Hand in den Mund, mussten ohne Werkzeuge ihre eigene Nahrung anbauen, besaßen nichts außer den Kleidern am Leibe und hatten nichts zu lachen. Selbst die Kommunisten und sogar die Nazis verfolgten eine Vision wo die Mitglieder des eigenen Volkes ein besseres Leben haben sollten – auch wenn beide Male das ordentlich gegen die Wand ging. Die Roten Khmer hingegen gaben ähnliche Parolen aus, unternahmen jedoch keinen einzigen sinnvollen Schritt in diese Richtung. Statt dessen begannen sie vom Tag 1 an mit der Zerstörung des eigenen Landes.

Wir fuhren zurück in die Stadt und Richtung S21, einer Schule welche als Gefängnis und Folterkeller für die RK diente. Bevor wir rein gingen, wollten wir noch etwas essen. Unser Fahrer empfahl uns ein Restaurant wo alle Gerichte bei 4,5$ anfingen. Wir waren nicht überzeugt und liefen zum Ende der Straße und 30m nach links. Dort bekamen wir Essen ab 1,25$ was schmeckte und sogar eine Bedienung die flüssig englisch sprach.
Danach ging es in die S21. Die S21 war berüchtigt, denn es war eines der grüßten Gefängnisse. Zum Zeitpunkt der Befreiung durch die Vietnamesen lebten nur noch 7 Gefangene. Die restlichen waren noch auf den Killingfields getötet worden. Die Gefangenen wurden schlechter als Tiere behandelt, denn welches Haustier wird schon täglich geschlagen und gefoltert, erhält keinen Ausgang, kaum Nahrung und lebt in einem 3qm großen Beton-Stall? In den ehemaligen Klassenzimmern standen Metallbetten an denen die Gefangenen mit Stahlbügeln befestigt wurde um gefoltert zu werden. An den Decken einiger Klassenzimmer sah man noch Blutspritzer.


Wir hatten recht viel Zeit in den Gedenkstätten verbracht und es war nun schon 15Uhr. Wir mussten uns entscheiden, was wir zuerst sehen wollten. Wir fuhren zum Königspalast und zur Silbernen Pagode die auf dem Gelände des Palasts steht.
Der Königspalast ist ein großes Areal mit vielen verzierten Gebäuden. Der Palast selbst war nicht zugänglich, man konnte aber durch die geöffneten Fenster einen Blick hinein werfen. Auch die anderen Gebäude waren geschlossen, so dass wir recht schnell Richtung Silberpagode weiter liefen. Leider durfte man dort nicht fotografieren. Den Namen erhielt die Pagode, da ihr Fußboden mit Fliesen aus Silber ausgelegt ist. Doof war nur, dass diese Fließen von roten Teppichen verdeckt wurden. Dadurch sah die Pagode genauso aus, wie die hundert anderen im Lande auch. Einzig ein 90kg schwerer goldener Buddha der mit Diamanten verziert war, machte eine Ausnahme. Die Außenansichten boten die besseren Motive.


Es war nun kurz nach Vier und wir entschlossen uns, auch wenn es dem TukTuk Fahrer nicht gefiehl, noch zum Russenmarkt zu fahren. Der hieß so, weil in den 80ern dieser Markt von den Russen beliefert wurde und waren aus dem Ausland dort gekauft werden konnten. Auch heute ist der Markt noch einer der großen in der Stadt. Ich fand dort ein paar einfache NoName Kopfhörer, welche mir die Verkäuferin empfahl, nachdem ich mich über die Qualität der “beats” Kopien beschwert hatte. Außerdem fand ich weiße T-Shirts. Wir aßen dann noch an einem Stand gekochte (Meeres-)Schnecken (1 Teller, 5000 Riel) die wir mit Zahnstochern aus den Gehäusen popelten. Eine nette Frau am Stand half den ahnungslosen Fremden aus den angebotenen Gewürzen einen sehr schmackhaften und scharfen Dipp zu zaubern.


Wir ließen uns dann zurück ins Hotel fahren wo der Fahrer bezahlt wurde. Er hatte so lange rumgeningelt und Jimmy ein schlechtes Gewissen gemacht, dass er am Ende 4$ mehr bezahlte als abgemacht, was selbst den Fahrer überraschte. (Ursprünglich hatte Jimmy den Wagen für 15$ gemietet. Da ich mit gefahren bin, wollte er mehr. Wir einigten uns auf 24$ insgesamt, was in anbetracht des Einkommens einer Bedienung von 3$ p.T. doch sehr ordentlich ist.)

Wir liefen dann noch zum Restaurant in dem wir gestern abend gegessen hatten, weil ich vermutete, dass dort der Reiseführer liegen geblieben war. Dem war wohl nicht so, aber Kambodscha ist zum Glück das Land in dem Copyright unbekannt ist. Deshalb verkaufen Straßenverkäufer illegale Kopien von Büchern wie z.B. den Lonely Planet. So hatte ich für gut 4$ einen neuen Reiseführer der auch noch aktueller war.

Wir liefen dann am Mekong hinunter und fanden ein günstige Restaurant mit “Skybar”. Das besondere war, dass es keinen Aufzug gab, sondern Gäste und die Bedienungen mit dem Essen die 4 Stockwerke zu Fuß gingen. Die Bedienungen hatten sicherlich kräftige Oberschenkel.

Der Bus nach Kep ist gebucht. Morgen früh geht es an die Küste Kambodschas.   

Auf in die Hauptstadt

Um sieben war heute Abholtermin Richtung Fähre. In der Nacht hatte es stark geregnet und eine Finnin aus meinem Zimmer wartete seit 6 Uhr auf ihren Bus. Bei mir klappte alles wie geplant. Einzige Überraschung war, wie viele Leute in den kleinen Bus Platz nehmen können. (Es gab noch kleine Klappstühle die den Gang ausnutzten.)

Das Boot war eher ein Expressboot als eine Fähre. Es zog mit hoher Geschwindigkeit über den Spiegel glatten See. Wir kamen wie erwartet an den schwimmenden Dörfern vorbei und konnten so ein paar Bilder machen. Am Ende des Sees standen dann noch Dörfer auf Stelzen. Die Fahrt verlief ansonsten recht Ereignislos. Mein Platznachbar stellte sich als ehemaliger Profi-Triathlet heraus, der mittlerweile als Lehrer an einer Sportschule arbeitet.



Nach 5h, also gegen 14Uhr erreichten wir Phnom Penh. Am Bootsanleger warteten schon TukTuks auf Kundschaft. Mit etwas Verhandlungsgeschick konnte ich den Fahrer auf 3$ drücken, was wohl immer noch zu viel war. Aber so war ich wenigestens schnell da.

Als ich das Hostel betrat (Me Mates Guesthouse), begrüßte mich Jimmy. Er hatte eine schlechte Fahrt mit 5h Verspätung und extra Kosten im Bus hinter sich. (Er war am Abend bereits losgefahren und erst 11Uhr in PP angekommen.) Ich checkte ein und dann ging es gemeinsam auf Tour. Zuerst wollten wir Richtung Nationalmuseum. Da ich noch nichts gegessen hatte, hielten wir an einem Straßenlokal (mit WiFi!) in welchem wir für 2500Riel Bratreis bekam und wir dann noch zwei Eiskaffee für 4000Riel tranken. In Summe knapp über 1,5$.

Im Museum angekommen bezahlten wir artig Eintritt. Im inneren gab es Guides für 6EUR zu kaufen. Also nahm ich einen und wollte mit Jimmy teilen. Anstatt eines Handgerätes stand plötzlich eine Frau vor uns. Wir hatten somit eine persönliche Führung, leider konnte man nicht alles verstehen.

Wir konnten dann, trotz Fotografierverbot noch ein paar Bilder machen. Danach kamen wir noch an der Pagode Wat Ounalom vorbei, welche sehr groß aber ansonsten nicht sehr beeindrucken war.

Wir liefen weiter und wehrten die, gefühlt, hunderten TukTuk Fahrer ab die uns fahren wollten. Einer der Fahrer schlug uns vor zum Wat Phnom zu fahren um dort den Sonnenuntergang zu sehen. Wir fanden die Idee gut, wollten aber lieber laufen. Auf dem Weg zum Tempel sahen wir den Nachtmark der gerade aufgebaut wurde.

Am Wat Phnom gab es nicht all zu viel zu sehen und wir entschlossen uns zum Zentralen Markt Psar Thmei zu laufen. Dort angekommen konnten wir noch ein paar Minuten lang durch die Gänge wandern, denn der Markt schloss gerade. Ich kaufte dann noch am 100g Jackfruit am Obststand, was gar nicht so einfach war, denn die Frau verstand nicht, dass ich kein Kilo kaufen wollte.

In meinem Guide, den ich von Sonja geerbt hatte, stand, dass ein Nachtmark westlich vom zentralen Markt zu finden sei. Wir liefen dort hin, fanden aber nichts. Auch die Fahrer dort wussten nichts von einem Nachtmarkt, außer jenem welchen wir auf den Hinweg auch gesehen hatten.
Wir entschlossen da hin zu laufen um etwas zu Essen zu finden.

Der Markt war interessant, da im “Essensbereich” mit den Garküchen Teppiche ausgelegt waren wo gegessen werden konnte. Wir fanden aber an allen Ständen nur das gleiche uninteressante Essen, und entschlossen am Mekong Ufer entlang nach Hause zu laufen und auf dem Weg nach Restaurants zu suchen.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen fanden wir ein günstiges Restaurant. Das Essen war ok, aber hatte einen indischen Touch. Da auf der Karte auch indische Gerichte waren, gehe ich davon aus, dass der Koch Inder war.

Anschließend ging es zurück ins Hotel wo erstmal duschen auf der Tagesordnung stand. Morgen wollen wir die Standrundfahrt machen und uns auch die Killing Fields der Roten Khmer anschauen.

Kambodscha Cafe

Dieser Morgen war ganz entspannt. Da ich zwar noch einen Tag Tempel schauen kann, aber dazu keine Lust verspührte, ließ ich es ruhig angehen.
Statt dessen traf ich mit Ryan zum Frühstück. Beim Frühstück sprachen wir über alle möglichen Dinge, unter anderem auch das Auswandern bzw. wie es wäre einen Job hier zu haben. Er erzählte mir ein paar Geschäftsideen und ich überlegte, was wohl der Business Case für ein Cafe in Kambodscha wäre. Also ein richtiges, nicht nur eine Holztheke im Wald.

Wir beschlossen der Sache auf den Grund zu gehen und mal Daten zu sammeln. Der erste Weg führte uns in einen Schreibwarenladen in dem wir uns Zettel und Stift kauften. Danach schrieben wir auf, welche Fragen/Infos wir aufklären wollten. Auf dem Zettel standen Dinge wie “Was verdient eine Bedienung?”, “Was kostet Kaffee?”, “Was kosten die Kaffemaschinen?”, “Was kostet es ein Gebäude zu bauen?” etc.

Wir liefen dann über den Markt und kamen an einem Restaurant vorbei wo gerade jemand den Gastraum ausfegte. Wir sprachen ihn einfach an, was hier eine Bedienung so verdienen würde. Er zögerte nicht lange und sagte 60$ pro Monat. Somit hatten wir schon mal den ersten Anhaltspunkt. Nun brauchten wir Elektrogeräte bzw. was diese kosten würden. In Siem Reap wird man ständig von Tuk Tuk Fahrern angesprochen, diesmal nahmen wir uns einen und ließen uns in eine Mal fahren. Dort trafen wir auf Haushaltsgeräte und einen freundlichen Verkäufer der uns weitere Informationen verschaffte. Wir wussten nun was Klimaanlagen, Lüfter und Kühlschränke kosten. Bezüglich der Kaffeemaschienen schickte er uns weiter die Straße runter, ohne präzise Angabe. Dort würde es wohl einen Spezialladen geben. Statt dessen liefen wir in einen Samsung-Laden auf dem Weg. Dort erzählte man uns interessante Dinge. Z.B. dass man keine Eismaschine bräuchte, denn es gäbe einen Service der Eis jeden Tag Kiloweise vorbeibringen würde. Und der nette Filialleiter, mit dem wir wohl sprachen, wusste wie der Spezialladen für Kaffeemaschienen heißt. Der wäre nicht weit weg und wir könnten da einfach hinlaufen.

Wir liefen aber zuerst zurück zu Mal, denn unser TukTuk Driver war noch dort. Dann suchten wir den Laden und fuhren die Straße hinunter, kehrten um und fuhren wieder hinauf. Hochzu sah dann Ryan einen kleinen Laden neben einem großen Cafe. Der war es. Der Laden “tarnte” sich selbst als kleines Kaffee. Als wir aber nach den Maschienen fragten, kam direkt der Chef und erklärte uns was man so bräuchte, was im Schadenfall passiert und ob wir Ersatzmaschienen bekommen können wenn eine kaputt geht. Die Preise waren jedoch nicht wirklich billiger als in Europa. Eine Maschienen mit einer Brühgruppe kostete ca. 1.900 EUR, die Kaffeemühle dazu nochmals 800 EUR. Kaffee konnte man bei ihm für 15EUR das Kilo kaufen. Also alles hochklassig. Aber bei 15Ct pro Kaffee sicherlich akzeptabel.

Nachdem wir diese Infos hatten, wollten wir wissen, was Möbel etc. kosten. Der Kaffemaschienen verkäufer hatte eine Idee und erklärte unserem Fahrer wohin er uns fahren sollte. Wir kamen an einen “Straßenmarkt” für Möbel an. Wobei dieser nur das “Outlet Center” für die Werkstatt dahinter war. In zwei großen Lagerhallen standen dort Echtholz-Möbel für Cafes und Gärten und auch die Möbel, welche wir bei uns im Hotel gesehen hatten. Ein 6 Personen Tisch kostet z.B. 45$. Ein Stuhl 18$. Die Qualität war gut und man konnte die Farbe bestimmen.

Was nun noch offen war, war die Frage nach den Baukosten. Im Möbelladen war einer der Verkäufer da recht hilfsbereit und wollte uns gern Zahlen nennen, wenn wir einen Bauplan hätten. Also zeichneten wir vor Ort schnell ein grobes Kaffee. Leider war der Verkäufer dann verschwunden und wir entschieden zurück Richtung Hotel zu fahren.

Auf dem Rückweg kamen wir an einer prunkvollen hinduistischen Pagode vorbei, bei der wir kurz hielten um noch ein paar Bilder zu machen und uns über Gott und die Welt zu unterhalten. Dann ging es zurück ins Hotel.

Am Hotel angekommen war Bezahlen angesagte. Wir hatten mit den TukTuk Fahrer keinen Preis vereinbart, wussten nun aber etwas mehr über Preise und Verdienst im allgemeinen Bescheid. Wir wollten ihm 3-4$ geben warteten aber was er forderte. Er wollte 12$. Wir fielen fast aus dem Wagen, lachten und gaben ihm 5$. Schließlich kostet eine Tagestour durch Angkor Wat nur 15$ und die dauert 3x so lang wie unser Tagesausflug.

Wir fragten den Chef des Hotels mit welchen Baukosten man wohl so zu rechnen hätte. Er sagte uns, dass es nicht mehr als 15.000$ kosten würde. Das Hotel um zu bauen hätte 255.000 gekostet und dort wurde eine ganze Etage aufgesetzt, die Innenräume neu gemacht (3Etagen mit über 50 Zimmern) und der Außenbereich neu gemacht. 

Wir setzten uns ins Restaurant und gingen die Zahlen durch. Es scheint, dass man nur 3 Touristen pro Tag bedienen muss um die laufenden Kosten eines Cafes in Kambodscha zu decken. Alles in allem scheint dies ein sehr lohnendes Geschäft zu sein. Und je nachdem wie viel Aufwand die eigentliche Gründung noch bedeutet, sind auch die Renditen sehr interessant.

Am Abend war es dann an der Zeit ein Ticket für das Boot nach Phnom Penh zu besorgen. Da meine Dollarreserven langsam zur neige gingen musste ich nochmal zum ATM. Wie üblich lief ich den halben Kilometer. Dort angekommen stellte ich fest, dass ich meine Kreditkarte im Hotel liegen gelassen hatte. Also ging es wieder zurück. Ich wollte nicht nochmal laufen, deshalb fragte ich ob das Hotel Fahrräder hatte. Hatte es. Also ging es mit dem Rad durch den Verkehr. Durchaus eine Erfahrung.

Nachdem ich mein Ticket hatte, liefen wir (Ryan, Sonja, ich und Jimmy, ein Brasilianer) in die Stadt um etwas zu Essen. Unterwegs kamen wir an einem Stand vorbei an dem es Schlangen am Spieß gab. Da ich beim ersten Mal gesagt hatte, dass ich die essen würde, wurde ich nun beim Wort genommen. Leider waren die Schlangen kalt, und da Kambodschaner dazu tendieren das Essen prüfend anzufassen und stundenlang durch die staubigen Straßen zu transportieren, wollte ich es frisch vom Grill. Wir kaufen eine Schlange und brachten sie zu einem Straßengrill, der diese nochmal erhitzte. Die Schlange war nun mehr als Well Done. Leider war kaum was drann an dem Ding. Die Haut war ledrig und schmeckte leicht fischig. Kein Hochgenuß. Jimmy probierte auch einmal, die anderen trauten sich nicht.

Wir fanden dann ein tolles kleines Restaurant namens Khmer House. Neben der normalen Karte, hatte man eine Spezialkarte mit reduzierten Gerichten. Die Preise waren sehr gut, und so konnte man sich eine Vorspeiße (Mango-Salat), Hauptgang (Khmer Curry mit Reis), zwei Cocktails und ein Drittel eines Bier Pintschers für 9$ leisten.

Sonnenaufgang in Angkor Wat

Heute ging es nach einer sehr kurzen Nacht um 4:30Uhr aus dem Bett und um 5:00Uhr mit dem Tuk Tuk nach Angkor Wat. Den Tempel hatten wir gestern ja bereits kurz gesehen, und wir überlegten, ob wir auf den Berg fahren sollten oder lieber zum Tempel selbst. Die meisten Touristen machen letzteres, wir entschieden uns spontan auch dazu.

Am Lotus-Teich vor dem Haupttempel von Angkor Wat standen schon hunderte Menschen. Teilweise mit Spiegelreflexkameras und Stativen, andere mit Kompaktkameras. Da ich im Gegenlicht mit langer Belichtungszeit fotografieren musste und ich kein Stativ hatte machte ich aus meinem Rucksack mein Stativ und nutzte den Selbstauslöser der Kamera. Da ich viel kniete, konnte ich vor der ersten Reihe ein Plätzchen ergattern.

Alle warteten auf das große Spektakel. Eine Amerikanerin war geradezu klassisch: Jedes Bild was sie schoß wurde laut kommentiert. Der eigentliche Aha-Moment blieb aber aus. Kein Roter Himmel, keine spektakulären Wolkenformationen, nix. Die Sonne ging auf und die Leute realisierten Langsam, dass das alles war.

Wir gingen dann auf dem Gelände frühstücken. Wir wurden seit unserer Ankunft ständig von Frauen und Männern angesprochen, doch bei ihnen zu essen. Die Preise waren wieder komplett überteuert und wir handelten einen Früchtepfannkuchen von 5$ runter auf 3$ inkl. Kaffee. Am Nachbartisch saß eine Interessante Familie mit der wir ins Gespräch kamen. Die Tante die ihre Nichten herum führte war aus Nepal und ihr Mann arbeitete für die Unesco. Die Mädchen studierten beide. Die eine Medizin in Kambodscha, die andere internationale Kommunikation in Thailand.

Wir gingen dann in den Tempel und liefen erst die äußeren Arkaden ab, in denen ein Krieg um die Vorherrschaft im Königreich, Die Gründung der Stadt, die hinduistischen Himmel und Höllen und ein paar andere Legenden abgebildet waren. Die Reliefs waren früher wohl farbig in Rot, Schwarz und Gold gehalten. Schwarz sah man noch am häufigsten, rot ab und an, gold gar nicht mehr. An einer Seite des Tempels randalierten Affen, ließen uns aber unbehelligt vorbei ziehen. Beeindruckend ist der Tempel durch seine schiere Größe. Die Arkadengänge sind fast 150m lang und innen höher als so manche Dorfkirche in Europa.


Danach ging es in den Innenbereich. Dort ragte der “heilige Berg” bzw. der Teil des Tempels der diesem entspricht auf. Der war nochmal gigantischer als die bisher gesehenen. Leider konnten wir die Treppen nicht hinauf laufen, da heute dort gebaut wurde.

Nachdem wir mit Angkor Wat fertig machten, fragte uns unser Fahrer ob wir wirklich noch weitere Tempel sehen wollten oder ob wir nicht zum See wöllten. Im Nebensatz ließ er fallen, dass dort nochmal 20$ Eintritt fällig werden würden für eine Rundfahrt. Und wir wussten, dass er schnell Feierabend haben wollte, denn nach der Bootstour hätte er uns nicht nochmal zu den Tempeln gebracht. Wir lehnten also ab und wollten “zuerst” den Tempel Preah Khan sehen.
Dieser Tempel gilt als ein weiterer “Toptempel” und das nicht zu unrecht. Die “Kapellen” des Tempels formen ein Labyrinth und es gibt viele (schön schattige) Innenräume. In diesem Tempel hätte man locker 2 Stunden verbringen können, jedoch waren wir in knapp 1h durch.


Wir verblüfften unseren Fahrer damit, dass wir zu einem weit entfernten Tempel gebracht werden wollten. Dieser war ihm dann aber zu weit weg, und die Straßen dahin wohl auch zu schlecht. Also wurden wir nah Pre Rup gefahren. Dieser Tempel hat eine Reihe hoher Ziegeltürme im Eingangsbereich und einen beeindruckend hohen Tempelberg von dem man aus (die Spitzen) von Angkor Wat über den Bäumen sieht.
Die Sonne brannte hier wieder stark vom Himmel und ich verkroch mich zwischen den Fotos immer wieder in schattige Ecken.

Abschließend wollten wir doch noch auf den Berg bei Angkor Wat um ein Bild “von oben” zu bekommen. Unser Fahrer reagierte etwas sauer. Er musste nun nicht nur länger als Gedacht seine Tagestour fahren, sondern auch noch im Kreis.

Es ging dann ca. 15 Minuten lang den Berg hinauf. Zum Glück im Schatten des Dschungels. Oben angekommen überaschte der Berg mit einem kleinen Tempel der gerade rekonstruiert wird. Von dessen Plattform aus machten wir noch ein paar Bilder. Wir lernten: Hier kann man gute Sonnenaufgangsbilder machen WENN man einen guten Tele hat. Haben wir beide nicht, also war der See die bessere Wahl.

Wir fuhren zurück in die Stadt und gingen dann in ein kleines Restaurant essen. Nach dem essen fiehlen mir dort die Augen zu. Ich wurde erst wach, als ich ein scheppern und knallen hörte. Ich drehte mich um und sah, wie ein älterer Mann eine Flasche Whisky in die Küche warf. Spannend war, dass keiner der Angestellten ruppig reagierte. Viel mehr lief einer einen “Pfleger” holen, während die anderen den man beruhigten und zum setzen bewegten. Wir vermuteten, dass der Typ entweder gestört, oder der alte Besitzer des Lokals oder beides war.

Auf dem Weg ins Hotel und den wohlverdienten Duschen, kamen wir an einem Reisebüro vorbei und ließen uns für unsere Pläne beraten. Ich werde wohl mit dem Boot nach Phnom Penh fahren. Das kostet zwar 35$ statt 12$, geht aber schneller und ich kann von den Fischerdörfern am See Fotos machen (das kostet sonst schon 20$)

Erster Tag in Angkor

Wir, d.h. Sonja und ich, hatten heute vor den ersten von zwei Tagen in Angkor zu verbringen. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es um 9Uhr mit einem Tuk Tuk los, welches wir über das Hotel gebucht hatten. Für den ganzen Tag kostet dieser persönliche Fahrer 15$. Die Tageskarte kostet 20$ (für alle Tempel), die 3 Tageskarte kostet 40$. Wir kauften letztere.

Wir entschieden uns für die “kleine Runde”. Nicht dabei war da erstmal Angkor Wat, der große Tempel den jeder mit Angkor assoziiert. Statt dessen fuhren wir die große Anlage namens Angkor Thom an. In dessen Zentrum steht der Tempel mit den großen Gesichtern die in alle Himmelsrichtungen schauen, genannt Bayon.


Wir verbrachten in diesem ersten Tempel ca. 2h bevor wir dann zur Elephantentreppe gingen. Dort ließ man Sonja erst nicht rein, da sie schulterfrei unterwegs war. Erst als sie sich einen Regenponcho um die Schultern legte, durfte sie hinein.

Nachdem wir diese beiden Tempel besichtigt hatten, liefen wir zum Treffpunkt mit unserem Fahrer. Er kam uns entgegen und fragte uns, ob wir etwas essen wöllten. Bei der Hitze eigentlich nicht nötig, da ich aber weiß, dass ich Nachschub brauche bevor ich quängelig werde, gings in ein Restaurant auf dem Gebiet des Tempels. Unter den Zeltdächern war ein Foodcourt angelegt. Eigetlich wollten wir uns nur schnell erfrischen. Ein Blick auf die Karte zeigte uns, dass die Preise doppelt so hoch waren, wie in der Stadt. Also wollten wir wieder gehen. Die Kellner kamen schnell gelaufen und meinten es gäbe einen Discount. Ich lachte und sagte, dass ich 50% Discount wöllte. Man ließ sich darauf ein, was mich wunderte, und wir aßen da. Scheinbar sind die Preise im Menü reine Bauernfänger.

Weiter ging es zu zwei kleineren Tempeln hinter Angkor Thom, die nicht besonders Spektakulär waren. Erst als wir nach Ta Prohm kamen wurde es wieder spektakulär. Angeblich wurden Teile des Tomb Raider Films hier gedreht. Große Bäume wachsen hier auf und durch die kleinen Kapellen des Tempels. Diese formen selbst ein Labyrinth aus kleinen Höfen. Der Tempel zog sich immer weiter in die Länge und war wirklich eindrucksvoll.

Nach diesem Höhepunkt mit vielen schönen Fotomotiven, fuhren wir zum Sonnenuntergang nach Angkor Wat. Zeit zur Tempelbesichtigung hatten wir nicht, aber ein paar Fotos bei gutem Licht wollte ich noch machen. Meine Kamera starb nach einem Bild den Akkutod, so dass ich für weitere Bilder auf Sonjas Upload warte.

Danach ging es ins Hostel. Der Fahrer wollte, dass wir die morgige Tour bei ihm buchen. Da er dazu aber früh aufstehen muss wollte er 5$ mehr haben. Nach kurzer Verhandlung im Hostel gab es 3$ mehr und die Verabredung uns morgen um 5Uhr abzuholen. Wir wollten den Sonnenaufgang in Angkor Wat sehen.

Abendessen gabs im Hotel, welches bei Trip Advisor gelobt wurde für sein Restaurant. Da die Portion aber eher klein war wollten wir nochmal in die Stadt laufen. Auf dem weg trafen wir Rayn, der uns entgegen kam. Er drehte um und schloß sich uns an. Diesmal wollten wir nicht in die Bar Street sondern etwas kleiner essen gehen. In einer Nebenstraße setzten wir uns in eine Cocktailbar, machten von der Happy Hour gebrauch und spielten ein englisches Kartenspiel namens Shit-Head. Da es dann doch schon recht spät wurde und wir früh raus mussten ging es direkt ins Bett, ohne Blog-Aktualisierung.

Aufbruch nach Kambodscha

Der Morgen begann wie in der Steinzeit: Nahrungssuche. Im Hostel gab es zwar Kaffee aber nichts dazu. An der Rezeption wies man mich Richtung Markt.
Normalerweise findet man in Thailand an jeder Kreuzung etwas zu essen. Aber Chantaburi war diesmal anders. Ich lief und lief und fand nichts. Irgendwann kam ich am Markt an. Dort gab es dann endlich zu essen, aber ich hatte fast 20Minuten gebraucht und irgendwann musste ich noch zum Busbahnhof kommen.

Ich holte mir süßen Reis mit Früchten und an einem Früchtestand noch einen Beutel mit Ananas. Im Hotel wurde das dann hinein geschlungen und mit (Instant-) Kaffee herunter gespühlt. Dann kam mein Taxi und kurz darauf saß ich im Bus, als einziger Nicht-Thai.

Die Fahrt verlief unspektakulär. Da ich meine Bücher ausgelesen habe, war sie etwas langweilig. Ich sah irgendwann aus dem Fenster und sah einen Flughafen. Laut meiner Uhr mussten wir in 30-60 Minuten in Bangkok sein, also fragte ich welche Flughafen dies sei. Irgendwann verstand mich jemand, der Bus war schon wieder los gefahren, und man sagte mir Bangkok Airport. Shit! Das ist meine Haltestelle!

Also schnell zum Fahrer. Der fakelte auch nicht lange und plötzlich stand ich mit Gepäck auf der Autobahn. Thai-Style. Ich hielt ein Taxi an, welches mich für 50 Baht zurück zur Busstation brachte. Von dort ging es mit dem kostenlosen Airport-Shuttle zum Terminal.

Ich hatte noch kein Ticket, also fragte ich am Info-Tresen wo ich ein Ticket nach Siem Reap kaufen könnte. Man verwies mich an Bangkok-Air. Dort wollte man mir erst einen Flug, der in 3 Stunden abgeht, verkaufen. Ich fragte nach einem anderen, kurzfristigeren Flug und man telefonierte kurz. Es gab einen für 160EUR (teuer!) der in genau 1h abhebt. Ich solle mich beeilen. Ich sagte zu und jetzt wurde es spannend.

Zuerst ging es zum Schalter einchecken. Die Dame im Shop hatte meinen Namen falsch geschrieben, also wurde das Ticket angepasst. Danach ging es zum Gate und durch den Security Check. Ich nutzte den “Nacktscanner” da dort weniger Leute warteten.
Danach ging es zur Ausreise-Pass-Kontrolle. Dort standen massen. Es war nun 35 Minuten vor Abflug. Das Gate schließt 15 Minuten vorher. Vor mir standen noch 15 Leute in der Schlange. Das wird so nichts….
Ich fragte eine Flughafen-Angestellte was ich machen könnte und zeigte mein Ticket. Sie meinte ich solle Folgen und öffnete eine Trennwand. Dahinter war die “Fastline” für Offizielle Gäste, VIPs und die Board-Crews. Dort war niemand und die Passkontrolle war in 5 Minuten durch.
Am Gate angekommen war ich der letzte der in den Bus zum Flieger einstieg. Auf dem Rollfeld hielt dieser neben einer kleinen Düsenmaschiene mit 75 Sitzplätzen. Die Maschine wartete noch bis ein Regenschauer vorbei gezogen war und dann ging es nach Kambodscha.

Beim Anflug auf Siem Riep sieht man riesige Wasserflächen. Ob es eine Flut war oder Reisfelder konnte man nicht sehen. Dann kam die Einreise-Prozedur. Ich rechnete nach Markus Beschreibung mit dem schlimmsten (d.h. Touristen-Nap und Abzocke). Jedoch war nichts dergleichen zu bemerken. Eventuell tritt dieser Beschiss nur an der Landgrenze (Bus) auf. Im Flieger mussten wir Einreise-Karten ausfüllen und dabei eine Unterkunft angeben. Da ich keinen Reiseführer für Kambodscha habe lieh ich mir einen bei anderen Touristen im Flugzeug um eine Adresse zu haben (und um zu wissen wohin ich das Taxi schicken muss…)

Da sich keine Mitfahrgelegenheit am Flughafen bot entschloss ich mich ein Taxi zu nehmen. Das Auto kostet 7Dollar (US). Man bot mir ein Motorrad-Taxi für 2USD an. Gepäck nimmt der Fahrer auf den Schoß. Ich versuchte mein Glück. Der Fahrer brachte mich zu meiner gewünschten Adresse, die aber etwas zu teuer war. Er schlug mir eine andere Unterkunft 50m weiter vor. Ich war skeptisch, da er mir auch eine Tour aufschwatzen wollte, ließ mich aber hinbringen. Das Hotel sah deutlich teurer aus als ich mir eigentlich gönnen wollte. Aber zu meiner Überraschung gab es noch genau 1 Bett in einem Dorm-Room mit Klimaanlage. Preis 6$ pro Nacht inkl. Frühstück und Schließfach. Top! Vor dem Hotel (Hostel kann man das Gebäude nicht nennen) gab es einen Teich mit kostenlosem Fisch-Spa. Dort saßen zwei reisende und ich gesellte mich zu ihnen.

Der eine war aus England und IT-ler, Ryan, die andere war Sonja, eine Lehrerin aus Deutschland auf Sabbatical.
Nach 30 Minuten Fisch-Spa entschlossen wir zum Markt zu laufen um uns etwas im Ort um zu schauen und etwas zu essen. Auf dem Weg kaufte ich eine Kokusnuss für 2500 Riel, knapp 50Cent. Wo wir schon beim Geld sind. Preise werden üblicherweise in Dollar ausgeschrieben. Wechselgeld bzw. Kleinbeträge werden in Riel ausgegeben. 4000 Riel sind ca. 1$. Alles sehr gewöhnungsbedürftig.

Siem Riep ist durch Angkor Wat wohl eine der wenigen touristischen Städte des Landes. Lara Croft bzw. Tomb Raider haben da wohl mit dazu beigetragen.
Wir schlenderten durch den Markt und wollten dann, als dieser schloss, in die “Bar-Street”, die Unterhaltungsmeile der Stadt. Diese war dank der Riesigen Leuchtreklame in 100m Entfernung leicht zu finden.

Die Straße war komplett voll mit Touristen und teureren Restaurants. Nur am Eingang zur Party-Meile gab es etwas besonderes zu sehen. Einen Essensstand der Tarantel und Schlangen in gegrillter Form verkaufte. Da die aber bereits zubereitet waren und nicht frisch vom Grill kamen, sah ich davon ab mir so einen Snake-Stick zu kaufen.

Das Restaurant war top, die Bedienung extrem aufmerksam und das ganze für 7,5$ sehr erschwinglich. In Kambodscha kann man für wenig Geld sehr gediegen essen.

Weiter ging es in eine Bar mit Live-Musik die wir nach ein paar Alkoholfreien Drinks nach ca. 1h verließen. Auf dem Rückweg wurde Geld geholt und dann ging es zum Hotel. Auf dem Weg viel mir auf, dass mein Rucksack weg war…. Zuletzt hatte ich ihn in der Bar mit Musik gehabt. Also rannte ich zurück und fand ihn unangetastet auf meinem Platz. Da auch noch die Gläser am Platz standen, hatte man wohl nicht gewagt den Tisch ab zu räumen weil da ja noch meine Sachen lagen und wir gleich zurück kommen würden…. Puh… Glük gehabt. Im Rucksack war meine Kamera und morgen will ich nach Angkor Wat.