Kambodscha Cafe

Dieser Morgen war ganz entspannt. Da ich zwar noch einen Tag Tempel schauen kann, aber dazu keine Lust verspührte, ließ ich es ruhig angehen.
Statt dessen traf ich mit Ryan zum Frühstück. Beim Frühstück sprachen wir über alle möglichen Dinge, unter anderem auch das Auswandern bzw. wie es wäre einen Job hier zu haben. Er erzählte mir ein paar Geschäftsideen und ich überlegte, was wohl der Business Case für ein Cafe in Kambodscha wäre. Also ein richtiges, nicht nur eine Holztheke im Wald.

Wir beschlossen der Sache auf den Grund zu gehen und mal Daten zu sammeln. Der erste Weg führte uns in einen Schreibwarenladen in dem wir uns Zettel und Stift kauften. Danach schrieben wir auf, welche Fragen/Infos wir aufklären wollten. Auf dem Zettel standen Dinge wie “Was verdient eine Bedienung?”, “Was kostet Kaffee?”, “Was kosten die Kaffemaschinen?”, “Was kostet es ein Gebäude zu bauen?” etc.

Wir liefen dann über den Markt und kamen an einem Restaurant vorbei wo gerade jemand den Gastraum ausfegte. Wir sprachen ihn einfach an, was hier eine Bedienung so verdienen würde. Er zögerte nicht lange und sagte 60$ pro Monat. Somit hatten wir schon mal den ersten Anhaltspunkt. Nun brauchten wir Elektrogeräte bzw. was diese kosten würden. In Siem Reap wird man ständig von Tuk Tuk Fahrern angesprochen, diesmal nahmen wir uns einen und ließen uns in eine Mal fahren. Dort trafen wir auf Haushaltsgeräte und einen freundlichen Verkäufer der uns weitere Informationen verschaffte. Wir wussten nun was Klimaanlagen, Lüfter und Kühlschränke kosten. Bezüglich der Kaffeemaschienen schickte er uns weiter die Straße runter, ohne präzise Angabe. Dort würde es wohl einen Spezialladen geben. Statt dessen liefen wir in einen Samsung-Laden auf dem Weg. Dort erzählte man uns interessante Dinge. Z.B. dass man keine Eismaschine bräuchte, denn es gäbe einen Service der Eis jeden Tag Kiloweise vorbeibringen würde. Und der nette Filialleiter, mit dem wir wohl sprachen, wusste wie der Spezialladen für Kaffeemaschienen heißt. Der wäre nicht weit weg und wir könnten da einfach hinlaufen.

Wir liefen aber zuerst zurück zu Mal, denn unser TukTuk Driver war noch dort. Dann suchten wir den Laden und fuhren die Straße hinunter, kehrten um und fuhren wieder hinauf. Hochzu sah dann Ryan einen kleinen Laden neben einem großen Cafe. Der war es. Der Laden “tarnte” sich selbst als kleines Kaffee. Als wir aber nach den Maschienen fragten, kam direkt der Chef und erklärte uns was man so bräuchte, was im Schadenfall passiert und ob wir Ersatzmaschienen bekommen können wenn eine kaputt geht. Die Preise waren jedoch nicht wirklich billiger als in Europa. Eine Maschienen mit einer Brühgruppe kostete ca. 1.900 EUR, die Kaffeemühle dazu nochmals 800 EUR. Kaffee konnte man bei ihm für 15EUR das Kilo kaufen. Also alles hochklassig. Aber bei 15Ct pro Kaffee sicherlich akzeptabel.

Nachdem wir diese Infos hatten, wollten wir wissen, was Möbel etc. kosten. Der Kaffemaschienen verkäufer hatte eine Idee und erklärte unserem Fahrer wohin er uns fahren sollte. Wir kamen an einen “Straßenmarkt” für Möbel an. Wobei dieser nur das “Outlet Center” für die Werkstatt dahinter war. In zwei großen Lagerhallen standen dort Echtholz-Möbel für Cafes und Gärten und auch die Möbel, welche wir bei uns im Hotel gesehen hatten. Ein 6 Personen Tisch kostet z.B. 45$. Ein Stuhl 18$. Die Qualität war gut und man konnte die Farbe bestimmen.

Was nun noch offen war, war die Frage nach den Baukosten. Im Möbelladen war einer der Verkäufer da recht hilfsbereit und wollte uns gern Zahlen nennen, wenn wir einen Bauplan hätten. Also zeichneten wir vor Ort schnell ein grobes Kaffee. Leider war der Verkäufer dann verschwunden und wir entschieden zurück Richtung Hotel zu fahren.

Auf dem Rückweg kamen wir an einer prunkvollen hinduistischen Pagode vorbei, bei der wir kurz hielten um noch ein paar Bilder zu machen und uns über Gott und die Welt zu unterhalten. Dann ging es zurück ins Hotel.

Am Hotel angekommen war Bezahlen angesagte. Wir hatten mit den TukTuk Fahrer keinen Preis vereinbart, wussten nun aber etwas mehr über Preise und Verdienst im allgemeinen Bescheid. Wir wollten ihm 3-4$ geben warteten aber was er forderte. Er wollte 12$. Wir fielen fast aus dem Wagen, lachten und gaben ihm 5$. Schließlich kostet eine Tagestour durch Angkor Wat nur 15$ und die dauert 3x so lang wie unser Tagesausflug.

Wir fragten den Chef des Hotels mit welchen Baukosten man wohl so zu rechnen hätte. Er sagte uns, dass es nicht mehr als 15.000$ kosten würde. Das Hotel um zu bauen hätte 255.000 gekostet und dort wurde eine ganze Etage aufgesetzt, die Innenräume neu gemacht (3Etagen mit über 50 Zimmern) und der Außenbereich neu gemacht. 

Wir setzten uns ins Restaurant und gingen die Zahlen durch. Es scheint, dass man nur 3 Touristen pro Tag bedienen muss um die laufenden Kosten eines Cafes in Kambodscha zu decken. Alles in allem scheint dies ein sehr lohnendes Geschäft zu sein. Und je nachdem wie viel Aufwand die eigentliche Gründung noch bedeutet, sind auch die Renditen sehr interessant.

Am Abend war es dann an der Zeit ein Ticket für das Boot nach Phnom Penh zu besorgen. Da meine Dollarreserven langsam zur neige gingen musste ich nochmal zum ATM. Wie üblich lief ich den halben Kilometer. Dort angekommen stellte ich fest, dass ich meine Kreditkarte im Hotel liegen gelassen hatte. Also ging es wieder zurück. Ich wollte nicht nochmal laufen, deshalb fragte ich ob das Hotel Fahrräder hatte. Hatte es. Also ging es mit dem Rad durch den Verkehr. Durchaus eine Erfahrung.

Nachdem ich mein Ticket hatte, liefen wir (Ryan, Sonja, ich und Jimmy, ein Brasilianer) in die Stadt um etwas zu Essen. Unterwegs kamen wir an einem Stand vorbei an dem es Schlangen am Spieß gab. Da ich beim ersten Mal gesagt hatte, dass ich die essen würde, wurde ich nun beim Wort genommen. Leider waren die Schlangen kalt, und da Kambodschaner dazu tendieren das Essen prüfend anzufassen und stundenlang durch die staubigen Straßen zu transportieren, wollte ich es frisch vom Grill. Wir kaufen eine Schlange und brachten sie zu einem Straßengrill, der diese nochmal erhitzte. Die Schlange war nun mehr als Well Done. Leider war kaum was drann an dem Ding. Die Haut war ledrig und schmeckte leicht fischig. Kein Hochgenuß. Jimmy probierte auch einmal, die anderen trauten sich nicht.

Wir fanden dann ein tolles kleines Restaurant namens Khmer House. Neben der normalen Karte, hatte man eine Spezialkarte mit reduzierten Gerichten. Die Preise waren sehr gut, und so konnte man sich eine Vorspeiße (Mango-Salat), Hauptgang (Khmer Curry mit Reis), zwei Cocktails und ein Drittel eines Bier Pintschers für 9$ leisten.

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Sonnenaufgang in Angkor Wat

Heute ging es nach einer sehr kurzen Nacht um 4:30Uhr aus dem Bett und um 5:00Uhr mit dem Tuk Tuk nach Angkor Wat. Den Tempel hatten wir gestern ja bereits kurz gesehen, und wir überlegten, ob wir auf den Berg fahren sollten oder lieber zum Tempel selbst. Die meisten Touristen machen letzteres, wir entschieden uns spontan auch dazu.

Am Lotus-Teich vor dem Haupttempel von Angkor Wat standen schon hunderte Menschen. Teilweise mit Spiegelreflexkameras und Stativen, andere mit Kompaktkameras. Da ich im Gegenlicht mit langer Belichtungszeit fotografieren musste und ich kein Stativ hatte machte ich aus meinem Rucksack mein Stativ und nutzte den Selbstauslöser der Kamera. Da ich viel kniete, konnte ich vor der ersten Reihe ein Plätzchen ergattern.

Alle warteten auf das große Spektakel. Eine Amerikanerin war geradezu klassisch: Jedes Bild was sie schoß wurde laut kommentiert. Der eigentliche Aha-Moment blieb aber aus. Kein Roter Himmel, keine spektakulären Wolkenformationen, nix. Die Sonne ging auf und die Leute realisierten Langsam, dass das alles war.

Wir gingen dann auf dem Gelände frühstücken. Wir wurden seit unserer Ankunft ständig von Frauen und Männern angesprochen, doch bei ihnen zu essen. Die Preise waren wieder komplett überteuert und wir handelten einen Früchtepfannkuchen von 5$ runter auf 3$ inkl. Kaffee. Am Nachbartisch saß eine Interessante Familie mit der wir ins Gespräch kamen. Die Tante die ihre Nichten herum führte war aus Nepal und ihr Mann arbeitete für die Unesco. Die Mädchen studierten beide. Die eine Medizin in Kambodscha, die andere internationale Kommunikation in Thailand.

Wir gingen dann in den Tempel und liefen erst die äußeren Arkaden ab, in denen ein Krieg um die Vorherrschaft im Königreich, Die Gründung der Stadt, die hinduistischen Himmel und Höllen und ein paar andere Legenden abgebildet waren. Die Reliefs waren früher wohl farbig in Rot, Schwarz und Gold gehalten. Schwarz sah man noch am häufigsten, rot ab und an, gold gar nicht mehr. An einer Seite des Tempels randalierten Affen, ließen uns aber unbehelligt vorbei ziehen. Beeindruckend ist der Tempel durch seine schiere Größe. Die Arkadengänge sind fast 150m lang und innen höher als so manche Dorfkirche in Europa.


Danach ging es in den Innenbereich. Dort ragte der “heilige Berg” bzw. der Teil des Tempels der diesem entspricht auf. Der war nochmal gigantischer als die bisher gesehenen. Leider konnten wir die Treppen nicht hinauf laufen, da heute dort gebaut wurde.

Nachdem wir mit Angkor Wat fertig machten, fragte uns unser Fahrer ob wir wirklich noch weitere Tempel sehen wollten oder ob wir nicht zum See wöllten. Im Nebensatz ließ er fallen, dass dort nochmal 20$ Eintritt fällig werden würden für eine Rundfahrt. Und wir wussten, dass er schnell Feierabend haben wollte, denn nach der Bootstour hätte er uns nicht nochmal zu den Tempeln gebracht. Wir lehnten also ab und wollten “zuerst” den Tempel Preah Khan sehen.
Dieser Tempel gilt als ein weiterer “Toptempel” und das nicht zu unrecht. Die “Kapellen” des Tempels formen ein Labyrinth und es gibt viele (schön schattige) Innenräume. In diesem Tempel hätte man locker 2 Stunden verbringen können, jedoch waren wir in knapp 1h durch.


Wir verblüfften unseren Fahrer damit, dass wir zu einem weit entfernten Tempel gebracht werden wollten. Dieser war ihm dann aber zu weit weg, und die Straßen dahin wohl auch zu schlecht. Also wurden wir nah Pre Rup gefahren. Dieser Tempel hat eine Reihe hoher Ziegeltürme im Eingangsbereich und einen beeindruckend hohen Tempelberg von dem man aus (die Spitzen) von Angkor Wat über den Bäumen sieht.
Die Sonne brannte hier wieder stark vom Himmel und ich verkroch mich zwischen den Fotos immer wieder in schattige Ecken.

Abschließend wollten wir doch noch auf den Berg bei Angkor Wat um ein Bild “von oben” zu bekommen. Unser Fahrer reagierte etwas sauer. Er musste nun nicht nur länger als Gedacht seine Tagestour fahren, sondern auch noch im Kreis.

Es ging dann ca. 15 Minuten lang den Berg hinauf. Zum Glück im Schatten des Dschungels. Oben angekommen überaschte der Berg mit einem kleinen Tempel der gerade rekonstruiert wird. Von dessen Plattform aus machten wir noch ein paar Bilder. Wir lernten: Hier kann man gute Sonnenaufgangsbilder machen WENN man einen guten Tele hat. Haben wir beide nicht, also war der See die bessere Wahl.

Wir fuhren zurück in die Stadt und gingen dann in ein kleines Restaurant essen. Nach dem essen fiehlen mir dort die Augen zu. Ich wurde erst wach, als ich ein scheppern und knallen hörte. Ich drehte mich um und sah, wie ein älterer Mann eine Flasche Whisky in die Küche warf. Spannend war, dass keiner der Angestellten ruppig reagierte. Viel mehr lief einer einen “Pfleger” holen, während die anderen den man beruhigten und zum setzen bewegten. Wir vermuteten, dass der Typ entweder gestört, oder der alte Besitzer des Lokals oder beides war.

Auf dem Weg ins Hotel und den wohlverdienten Duschen, kamen wir an einem Reisebüro vorbei und ließen uns für unsere Pläne beraten. Ich werde wohl mit dem Boot nach Phnom Penh fahren. Das kostet zwar 35$ statt 12$, geht aber schneller und ich kann von den Fischerdörfern am See Fotos machen (das kostet sonst schon 20$)

Erster Tag in Angkor

Wir, d.h. Sonja und ich, hatten heute vor den ersten von zwei Tagen in Angkor zu verbringen. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es um 9Uhr mit einem Tuk Tuk los, welches wir über das Hotel gebucht hatten. Für den ganzen Tag kostet dieser persönliche Fahrer 15$. Die Tageskarte kostet 20$ (für alle Tempel), die 3 Tageskarte kostet 40$. Wir kauften letztere.

Wir entschieden uns für die “kleine Runde”. Nicht dabei war da erstmal Angkor Wat, der große Tempel den jeder mit Angkor assoziiert. Statt dessen fuhren wir die große Anlage namens Angkor Thom an. In dessen Zentrum steht der Tempel mit den großen Gesichtern die in alle Himmelsrichtungen schauen, genannt Bayon.


Wir verbrachten in diesem ersten Tempel ca. 2h bevor wir dann zur Elephantentreppe gingen. Dort ließ man Sonja erst nicht rein, da sie schulterfrei unterwegs war. Erst als sie sich einen Regenponcho um die Schultern legte, durfte sie hinein.

Nachdem wir diese beiden Tempel besichtigt hatten, liefen wir zum Treffpunkt mit unserem Fahrer. Er kam uns entgegen und fragte uns, ob wir etwas essen wöllten. Bei der Hitze eigentlich nicht nötig, da ich aber weiß, dass ich Nachschub brauche bevor ich quängelig werde, gings in ein Restaurant auf dem Gebiet des Tempels. Unter den Zeltdächern war ein Foodcourt angelegt. Eigetlich wollten wir uns nur schnell erfrischen. Ein Blick auf die Karte zeigte uns, dass die Preise doppelt so hoch waren, wie in der Stadt. Also wollten wir wieder gehen. Die Kellner kamen schnell gelaufen und meinten es gäbe einen Discount. Ich lachte und sagte, dass ich 50% Discount wöllte. Man ließ sich darauf ein, was mich wunderte, und wir aßen da. Scheinbar sind die Preise im Menü reine Bauernfänger.

Weiter ging es zu zwei kleineren Tempeln hinter Angkor Thom, die nicht besonders Spektakulär waren. Erst als wir nach Ta Prohm kamen wurde es wieder spektakulär. Angeblich wurden Teile des Tomb Raider Films hier gedreht. Große Bäume wachsen hier auf und durch die kleinen Kapellen des Tempels. Diese formen selbst ein Labyrinth aus kleinen Höfen. Der Tempel zog sich immer weiter in die Länge und war wirklich eindrucksvoll.

Nach diesem Höhepunkt mit vielen schönen Fotomotiven, fuhren wir zum Sonnenuntergang nach Angkor Wat. Zeit zur Tempelbesichtigung hatten wir nicht, aber ein paar Fotos bei gutem Licht wollte ich noch machen. Meine Kamera starb nach einem Bild den Akkutod, so dass ich für weitere Bilder auf Sonjas Upload warte.

Danach ging es ins Hostel. Der Fahrer wollte, dass wir die morgige Tour bei ihm buchen. Da er dazu aber früh aufstehen muss wollte er 5$ mehr haben. Nach kurzer Verhandlung im Hostel gab es 3$ mehr und die Verabredung uns morgen um 5Uhr abzuholen. Wir wollten den Sonnenaufgang in Angkor Wat sehen.

Abendessen gabs im Hotel, welches bei Trip Advisor gelobt wurde für sein Restaurant. Da die Portion aber eher klein war wollten wir nochmal in die Stadt laufen. Auf dem weg trafen wir Rayn, der uns entgegen kam. Er drehte um und schloß sich uns an. Diesmal wollten wir nicht in die Bar Street sondern etwas kleiner essen gehen. In einer Nebenstraße setzten wir uns in eine Cocktailbar, machten von der Happy Hour gebrauch und spielten ein englisches Kartenspiel namens Shit-Head. Da es dann doch schon recht spät wurde und wir früh raus mussten ging es direkt ins Bett, ohne Blog-Aktualisierung.

Aufbruch nach Kambodscha

Der Morgen begann wie in der Steinzeit: Nahrungssuche. Im Hostel gab es zwar Kaffee aber nichts dazu. An der Rezeption wies man mich Richtung Markt.
Normalerweise findet man in Thailand an jeder Kreuzung etwas zu essen. Aber Chantaburi war diesmal anders. Ich lief und lief und fand nichts. Irgendwann kam ich am Markt an. Dort gab es dann endlich zu essen, aber ich hatte fast 20Minuten gebraucht und irgendwann musste ich noch zum Busbahnhof kommen.

Ich holte mir süßen Reis mit Früchten und an einem Früchtestand noch einen Beutel mit Ananas. Im Hotel wurde das dann hinein geschlungen und mit (Instant-) Kaffee herunter gespühlt. Dann kam mein Taxi und kurz darauf saß ich im Bus, als einziger Nicht-Thai.

Die Fahrt verlief unspektakulär. Da ich meine Bücher ausgelesen habe, war sie etwas langweilig. Ich sah irgendwann aus dem Fenster und sah einen Flughafen. Laut meiner Uhr mussten wir in 30-60 Minuten in Bangkok sein, also fragte ich welche Flughafen dies sei. Irgendwann verstand mich jemand, der Bus war schon wieder los gefahren, und man sagte mir Bangkok Airport. Shit! Das ist meine Haltestelle!

Also schnell zum Fahrer. Der fakelte auch nicht lange und plötzlich stand ich mit Gepäck auf der Autobahn. Thai-Style. Ich hielt ein Taxi an, welches mich für 50 Baht zurück zur Busstation brachte. Von dort ging es mit dem kostenlosen Airport-Shuttle zum Terminal.

Ich hatte noch kein Ticket, also fragte ich am Info-Tresen wo ich ein Ticket nach Siem Reap kaufen könnte. Man verwies mich an Bangkok-Air. Dort wollte man mir erst einen Flug, der in 3 Stunden abgeht, verkaufen. Ich fragte nach einem anderen, kurzfristigeren Flug und man telefonierte kurz. Es gab einen für 160EUR (teuer!) der in genau 1h abhebt. Ich solle mich beeilen. Ich sagte zu und jetzt wurde es spannend.

Zuerst ging es zum Schalter einchecken. Die Dame im Shop hatte meinen Namen falsch geschrieben, also wurde das Ticket angepasst. Danach ging es zum Gate und durch den Security Check. Ich nutzte den “Nacktscanner” da dort weniger Leute warteten.
Danach ging es zur Ausreise-Pass-Kontrolle. Dort standen massen. Es war nun 35 Minuten vor Abflug. Das Gate schließt 15 Minuten vorher. Vor mir standen noch 15 Leute in der Schlange. Das wird so nichts….
Ich fragte eine Flughafen-Angestellte was ich machen könnte und zeigte mein Ticket. Sie meinte ich solle Folgen und öffnete eine Trennwand. Dahinter war die “Fastline” für Offizielle Gäste, VIPs und die Board-Crews. Dort war niemand und die Passkontrolle war in 5 Minuten durch.
Am Gate angekommen war ich der letzte der in den Bus zum Flieger einstieg. Auf dem Rollfeld hielt dieser neben einer kleinen Düsenmaschiene mit 75 Sitzplätzen. Die Maschine wartete noch bis ein Regenschauer vorbei gezogen war und dann ging es nach Kambodscha.

Beim Anflug auf Siem Riep sieht man riesige Wasserflächen. Ob es eine Flut war oder Reisfelder konnte man nicht sehen. Dann kam die Einreise-Prozedur. Ich rechnete nach Markus Beschreibung mit dem schlimmsten (d.h. Touristen-Nap und Abzocke). Jedoch war nichts dergleichen zu bemerken. Eventuell tritt dieser Beschiss nur an der Landgrenze (Bus) auf. Im Flieger mussten wir Einreise-Karten ausfüllen und dabei eine Unterkunft angeben. Da ich keinen Reiseführer für Kambodscha habe lieh ich mir einen bei anderen Touristen im Flugzeug um eine Adresse zu haben (und um zu wissen wohin ich das Taxi schicken muss…)

Da sich keine Mitfahrgelegenheit am Flughafen bot entschloss ich mich ein Taxi zu nehmen. Das Auto kostet 7Dollar (US). Man bot mir ein Motorrad-Taxi für 2USD an. Gepäck nimmt der Fahrer auf den Schoß. Ich versuchte mein Glück. Der Fahrer brachte mich zu meiner gewünschten Adresse, die aber etwas zu teuer war. Er schlug mir eine andere Unterkunft 50m weiter vor. Ich war skeptisch, da er mir auch eine Tour aufschwatzen wollte, ließ mich aber hinbringen. Das Hotel sah deutlich teurer aus als ich mir eigentlich gönnen wollte. Aber zu meiner Überraschung gab es noch genau 1 Bett in einem Dorm-Room mit Klimaanlage. Preis 6$ pro Nacht inkl. Frühstück und Schließfach. Top! Vor dem Hotel (Hostel kann man das Gebäude nicht nennen) gab es einen Teich mit kostenlosem Fisch-Spa. Dort saßen zwei reisende und ich gesellte mich zu ihnen.

Der eine war aus England und IT-ler, Ryan, die andere war Sonja, eine Lehrerin aus Deutschland auf Sabbatical.
Nach 30 Minuten Fisch-Spa entschlossen wir zum Markt zu laufen um uns etwas im Ort um zu schauen und etwas zu essen. Auf dem Weg kaufte ich eine Kokusnuss für 2500 Riel, knapp 50Cent. Wo wir schon beim Geld sind. Preise werden üblicherweise in Dollar ausgeschrieben. Wechselgeld bzw. Kleinbeträge werden in Riel ausgegeben. 4000 Riel sind ca. 1$. Alles sehr gewöhnungsbedürftig.

Siem Riep ist durch Angkor Wat wohl eine der wenigen touristischen Städte des Landes. Lara Croft bzw. Tomb Raider haben da wohl mit dazu beigetragen.
Wir schlenderten durch den Markt und wollten dann, als dieser schloss, in die “Bar-Street”, die Unterhaltungsmeile der Stadt. Diese war dank der Riesigen Leuchtreklame in 100m Entfernung leicht zu finden.

Die Straße war komplett voll mit Touristen und teureren Restaurants. Nur am Eingang zur Party-Meile gab es etwas besonderes zu sehen. Einen Essensstand der Tarantel und Schlangen in gegrillter Form verkaufte. Da die aber bereits zubereitet waren und nicht frisch vom Grill kamen, sah ich davon ab mir so einen Snake-Stick zu kaufen.

Das Restaurant war top, die Bedienung extrem aufmerksam und das ganze für 7,5$ sehr erschwinglich. In Kambodscha kann man für wenig Geld sehr gediegen essen.

Weiter ging es in eine Bar mit Live-Musik die wir nach ein paar Alkoholfreien Drinks nach ca. 1h verließen. Auf dem Rückweg wurde Geld geholt und dann ging es zum Hotel. Auf dem Weg viel mir auf, dass mein Rucksack weg war…. Zuletzt hatte ich ihn in der Bar mit Musik gehabt. Also rannte ich zurück und fand ihn unangetastet auf meinem Platz. Da auch noch die Gläser am Platz standen, hatte man wohl nicht gewagt den Tisch ab zu räumen weil da ja noch meine Sachen lagen und wir gleich zurück kommen würden…. Puh… Glük gehabt. Im Rucksack war meine Kamera und morgen will ich nach Angkor Wat.