Jetzt wirds schmutzig

Heute früh brachen ich, nach überhasteten Frühstück, zu einer besonderen Tour auf. Es ging mit dem, recht alten und bei Regen undichten, Land Rover fast eine Stunden lang aus den Highlands hinaus in einen Nachbar-Bundesstaat um dort im Dschungel die größte Blume der Welt zu besichtigen: Die Rafflesia.

Der Weg dahin sollte sich aber als schwierig heraus stellen, denn man läuft verhältnismäßig weit in den Dschungel hinein. Entfernungen sagen dabei nicht so viel wie die Zeit die man braucht: Wir liefen ca. 1,5h lang in den Wald hinein. Dabei legten wir knapp 3 bis 4km zurück. Der Weg war so glitschig das wir es ohne Wanderstock (vom Guide zurecht gehauen) nicht ohne mehrere Stürze geschafft hätten. Der Weg führte auch durch ein Flussbett wo wir über Steine balancieren mussten. Hier ein paar Eindrücke vom Weg:
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An einer Stelle entdeckten wir ein Spinnennetz neben dem Pfad. In der Mitte saß eine prächtige gelb-schwarze Spinne die ca. Handteller groß war. Leider ist unsere Aufnahme nicht schaef geworden, deshalb hier ein Bild aus dem Internet wie man sich die Spinne vorstellen muss: klick

Schließlich kamen wir bei der Blume an. Die Rafflesia-Blüte besteht nur ca. 1 – 1,5 wochen lang, dann verwelkt sie. Die Eingeboren im Wald suchen immer nach den Blüten und verkaufen die Infos an die Touren-Anbieter. Es gibt wohl um die 30 verschiedene Stellen in der Gegend wo Rafflesias blühen können.
Wir hatten besonderes Glück, da an unserer Stelle sogar 2 Blüten zu sehen waren:
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Die Rafflesia blüht ganzjährig. Für eine Blühte dauert es aber ca 1,5 Jahre bis es zur Blühte kommt.

Danach ging es den Weg wieder zurück. Es gab einen Stop an dem wir Bambuswasser tranken. Wenn man mit der Machete einen Bambus aufschlägt, dann findet man im inneren sauberes Trinkwasser. Es ist durch die Pflanze gefiltert und damit unbedenklich zu trinken:
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Danach fand unser Guide noch wilden Ingwer am Wegesrand der sehr aromatisch roch und der von den Eingeborenen gekocht gegen Fieber verwendet wird. Danach konnten lief uns noch ein Tausendfüßler über den Weg.
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Zurück am Auto angekommen konnten wir noch die Jagdwaffe der Eingeborenen ausprobieren: Das Blasrohr. Es war überraschend einfach damit etwas zu treffen.
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Anschließend ging es zurück ins Hostel. Die Schuhe mussten von einer Zentimeter dicken Kruste gereinigt, die Bilder sortiert und man selbst geduscht werden.

Am Abend gingen dann 7 Backpacker (überwiegend Deutsche) Abendessen und nun sitzen wir noch bei einem Bier (kostet hier soviel wie ein ganzes Essen: 5MYR pro Dose).

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Flauer Magen bei Tea & Kuchen

Gestern schrieb ich noch, dass ich wohl irgend etwas nicht recht vertragen habe und ich fiese Blähungen hatte. Nun, die Nacht war für mich keine zum Schlafen und ich hab mir das mit dem Essen auch nochmal durch den Kopf gehen lassen. Der heutige Tag stand also, in Sachen Essen, eher im Licht von “Vorsichtig feste Nahrung ausprobieren”.  Es wurden dann hauptsächlich Kekse. 😉

Die Tour startete früh kurz vor 9Uhr mit einem rüstigen Land Rover in die Tee-Plantagen. Bilder sagen da mehr als 1000 Worte, also hier ein paar Eindrücke von der (wohl eher kleinen) Teeplantage des malaisischen Herstellers “Boh”.

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Schöne Monokultur

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Teepflücker gibt es mittlerweile keine mehr, man arbeitet hier mit Maschinen. Die Arbeit wird hier, wie bei uns zur Spargelsaison, hauptsächlich von Ausländern (Bangladeschies), erledigt.

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Finde den "Pflücker" im Bild

Danach gings auf den höchsten Gipfel der Highlands und dort auf einen Aussichtspunkt. Leider hatte man auf eben diesen Gipfel auch diverse Antennen gebaut die einem ständig im Bild standen. Bei gutem Wetter soll man wohl sogar die Insel Penang (siehe die letzten Tage) sehen können.
Unser Guide, bzw. der Antennenwächter, hat dann noch diesen tollen großen Käfer gefunden:

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Breite des Rückenschildes ca. 3cm.

Danach gings in den Mosy-Forrest – den Moos-Regenwald. Dieser bildet sich rings um die Kuppen der Highlands und sieht anders aus als die Tieflandregenwälder. Mehr “Herr der Ringe mäßig”, was wenig verwundert, denn die selbe Art Regenwald gibt es auch in Neu Seeland und dort wurden die Szenen aufgenommen. In dem Regenwald gab es viele Kannenpflanzen (passive, fleischfressende Pflanzen) und Orchideen.

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Eine der unzähligen "Monkey Cups" mit denen die Pflanze Insekten fängt.

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Unser Guide im Wald

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Blick in den Mooswald. Die Bäume sind ringsum mit Moos bedeckt.

Zurück am Auto überraschte unser Guide uns mit zwei Blättern die er aus seiner Hosentasche zauberte. Das erste zerrieb/zerbröselte er und gab uns jeweils ein Stückchen zum Schnuppern: Zimt! Die Blätter selbst schmecken nach Zimt und sind leicht süß, auch wenn das Gewürz selbst aus der Borke gewonnen wird. Das zweite Blatt entfaltete beim zerreiben einen Geruch den man von Mundwassern her kennt. Der Baum lieferte das Aroma dafür.

Nach der kleinen Dschungel Kletterpartie, für die man festes Schuhwerk braucht – Sebastian zeigt was passiert wenn man es mit FlipFlops probiert – gings weiter Richtung Tea-Farm zu Tee und Kuchen.
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Beim Tee schlürfen

Da noch genügend Zeit ist, bleibe ich noch eine Nacht länger in den Highlands und mache morgen noch eine andere Tour über die schon mancher seine Nase gerümpft hat.

Es geht bergauf! – Cameron Highlands

Heute stand der Transfer in die Cameron Highlands an. Eine Gegend die klimatisch den Briten gut gefallen hat – was wenig verwundert. Wenn man damals um 1900 stielecht mit Anzug in den Tropen unterwegs war, schätzte man sicherlich die 10°C geringere Temperatur. Außerdem kam der Tee direkt von den Plantagen um die Ecke.

Transfer war diesmal mit dem Minibus. Deutlich weniger komfortabel als der tolle Reisebus den ich auf dem Weg nach Penang hatte. Dafür gab es nette Gesprächspartner. Der Bus war voll mit Leuten die vor haben nach Neu Seeland zu reisen. So konnte ich z.B. von einer Französin ihre “Must See” Liste fotografieren. Im Bus traf ich dann auch 2 fussballverrückte Briten. Sebastian aus Leeds und Duncan aus London. Mit den beiden verstehe ich mich recht gut und wir haben uns zusammen geschlossen für den nächsten Tag (dann müssen sie leider schon zurück nach KL). Interessante Begebenheit: Ich erzählte von meinem gestrigen Ausflug zur Schmetterlingsfarm und dem teuren Abendessen und von Yohan und sie kannten die Geschichte schon, weil sie mit Yohan im selben Hostel übernachtet hatten. Das passiert einem übrigends andauernd: man trifft die selben Leute an verschiedenen Orten immer wieder. Auf die Art erhält man nützliche Tips z.B. welche Hostels man ruhigen Gewissens buchen kann und welche nicht, oder welche Touren lohnend sind.

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Fotostop auf dem Weg in die Highlands

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Unter den zahllosen Planen werden u.A. Erdbeeren gezüchtet.

Mit den beiden Briten bin ich dann direkt am Abend noch aufgebrochen auf einen Dschungel Trail. (Einem Trampelpfad/Wanderweg durch den Dschungel am Ortsrand) Der Zugang war schwer zu finden (Ein Schild am Eingang fehlt leider) und durch den Regen der letzten Tage war es durchaus anspruchsvoll sauber durch zu kommen. Wir kletterten dann auch über umgestürzte Bäume und durch enge Felsrinnen bis wir an einen Punkt kamen wo jemand freundlicher weise mit einem Stift drauf geschrieben hatte, dass der kurze Pfad (auf dem wir unterwegs waren) durch einen Erdrutsch verschwunden ist und der andere Pfad 1h weiter ist. Es wurde bereits dunkel, also kehrten wir um. Jeder der schon mal nah am Äquator war weiß, dass es ziemlich schnell dunkel wird. Wir kamen aber noch guten zurück und haben etwas gegessen.

Nun der etwas getrübte Teil des Tages:
Schon die letzten beiden Tage war mir etwas flau im Magen. Heute weiß ich, dass ich mir irgendwo ne leichte Magenverstimmung eingefangen habe die sich in “Faule Eier Blähungen” äußert. Dadurch ist dann auch gleich der Appetit weg. Sebastian empfahl mir die lokale Heilmethode: Scharfes Essen.
Heute Abend beim Inder haben wir extra scharf bestellt was die Inder nicht glauben wollten. Als wir dann aber grüne Chillies nachbestellt haben und die roh gegessen haben waren sie direkt so erfreut, dass sie noch kostenlos ein paar Donuts und extras auf den Tisch stellten. Blöd für mich, da ich heute absolut appetitlos war.
Wenn ihr Ideen habt, wie ich diese Verstimmung los werde, dann schreibt gerne einen Kommentar.