Ein sonniger letzter Tag

Wie angedeutet ging es mit dem Nachtbus nach Wellington. Eine absolut ersparenswerte Erfahrung. Anscheinend hat man bei Intercity nicht begriffen, dass Nachtbusse dazu da sind “im Schlaf weite Distanzen zu überbrücken”. Deshalb hatte der Busfahrer auch nichts besseres zu tun als in launiger Art und Weise alle 2,5h eine Pause über die Lautsprecher anzukündigen.
Da der Bus keine sonstigen Verzögerungen hatte war ich gegen 5:30Uhr in Wellington. Ich lief dann zum Hostel und konnte dort wie vereinbart duschen. Danach setzte ich mich auf einen Sitzsack im Gemeinschaftsraum und schlief für 1,5h.

Gegen 10Uhr lief ich zum Parlament um dort die erste Tour des Tages zu erwischen. Wie für Wellington üblich hatte es angefangen zu nieseln. Eintritt und Tour im Parlament ist kostenlos. Leider war es nicht erlaubt Foto zu machen. Wir liefen durch den neuen Verwaltungsteil (der Bienenstock/Bee Hive genannt) und durch den alten, im edwardianischen Stil gebauten, Teil. Die Tour führte auch in den Keller in dem die Gummipuffer gezeigt wurden auf denen das Gebäude ruht. Es wurde damit in den 90er Jahren erdbebensicher umgebaut so wie die anderen hoch schützenswürdigen historischen Gebäude in Wellington.

Nach der Tour bummelte ich durch die Läden zurück zum Hostel wo ich mich nochmal etwas ausruhen konnte. Gegen 16Uhr wurde ich dann von Kumuda und ihrem Vater Rajamani abgeholt. Das Wetter hatte sich dank der starken Winde deutlich verbessert und es schien nun die Sonne. Wir liefen zum Marine Museum, welches aber bereits um 17Uhr schloss. Danach tranken wir dann Kaffee und (zusätzlich kostenlosen grünen Tee) in einem japanischen Restaurant im Hafen. Anschließend liefen wir zum Parlament damit ich von selbigen noch Fotos bei Sonnenschein machen konnte und von dort aus dann zum Restaurant des Abends, einem beligischen Restaurant in der Featherston Street. Dort gab es belgisches Bier und 1KG Muscheln in Weißweinsoße mit Pommes für 18NZD (11Eur) die wirklich sehr lecker waren. Wir blieben dort für einige Stunden bis Kumuda mit ihrem Vater zum Bus musste.

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Morgen geht es dann sehr früh los: Um 5:45Uhr werde ich abgeholt! 5:45UHR!!!

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Letzter Tag in Wellington

Ein weiterer regnerischer Tag geht seinem Ende entgegen. Deshalb haben wir auf die Wanderung durch den botanischen Garten und Mount Victoria verzichtet. Statt dessen schlenderten wir durch verschiedene Geschäfte und spielten “Preise raten”. Wir werden zunehmend besser. Ich habe mittlerweile alles zusammen was ich kaufen wollte und werde nun zusehen keinen Cent mehr für “Zeug” auszugeben sondern eher für Touren.
Wir waren so erfolgreich im “Shoppen”, dass wir leider nicht mehr ins Parlament hinein kamen. So bleiben nur die Bilder von außen. Der alte Gebäudeteil besteht allem Anschein nach aus Marmor. :
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Rechts neben dem alten Gebäudeteil steht die Bibliothek.

Das Highlight des Tages war die “Old St.Paul” Kirche eine Straße hinter dem Parlament. In den 60ern sollte die Kirche abgerissen werden, weil die Gemeinde in eine neue Kathedrale umgezogen war. Wer in der “Old St.Paul” war, kann das kaum glauben. Die tolle Holzkirche hat richtig viel Charme (die Leute aus Malaysia sollten sich daran mal ein Beispiel nehmen, deren Kirchen waren eher langweilig.)

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Diese kleine Kirche soll was tolles sein?

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Neugothische Holzbögen geben der kleinen Kirche richtig viel Character.

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Blick vom Alter nach hinten. Die Kirche wird nicht mehr genutzt ist aber noch geweiht.

Wir haben weiterhin heute viel Zeit damit zugebracht die weitere Reise zu organisieren. Die Reise mit Kumi in den Nationalpark morgen ist gebucht und auch meine Rundreise sowie sämtliche Hostels und Busse. Morgen früh gehts sehr zeitig (vor 8Uhr) zum Busbahnhof. Mein Blick auf den Wetterbericht für Tongariro macht mir aber wenig Hoffnung auf schönes Wetter. Wir werden den Schicksalsberg (Herr der Ringe) wohl in authentisch schlechtem Wetter sehen.

Shopping, Museum, Hobbit

Heute Vormittag stand Shopping auf dem Tagesplan. Heute ist “Boxing Day”, der erste Tag nach den Feiertagen an denen die Geschäfte wieder auf haben und mit Rabatten die Kunden locken. Das Wetter war auch nicht für andere Dinge geeignet. Es nieselte wieder recht stark.
Wir waren unterwegs um verschiedene Sachen zu kaufen. Erster Stopp war ein Elektronik-Markt (quasi ein Blöd-Markt für Kiwis). Schnell mussten wir feststellen, dass die Preise alle erst durch den Rabatt auf deutsches Niveau sanken. Es gab einen 60 Zoll Fernseher der mir günstig erschien (ca. 900Eur), aber wenn ich bei uns Amazon checke gibt es das in Deutschland auch. Außerdem passt so ein 60Zoll Fernseher schlecht ins Handgepäck….

Wir sind da weiter in Kleidungsgeschäfte gegangen und uns schwante langsam, dass es Schnäppchenjäger in NZ echt schwer haben. Fündig wurden wir in einem Geschäft für Herrenbekleidung wo ich eine auf 50% reduzierte Hose aus Merino-Wolle kaufen konnte, für “nur noch” 55EUR. Später kam noch eine “All Blacks” Jacke hinzu die recht günstig war und Kumuda hat ein Schnäppchen gemacht: Geox Outdoor Schuhe für 47EUR.

Danach sind wir ins Te Papa Tongarewa Museum gegangen. Das war zum Glück kostenlos. Es gab eine Riesenkrake zu sehen, die in Neuseeland (tot) geborgen wurde und konserviert wird. Wenn man die Dornen an den Armen gesehen hat und den Schnabel, dann weiß man, dass man mit so einem Vieh nicht unter Wasser zusammen treffen will. Eindrucksvoll war auch das Modell eines Blauwahlherzens, welches als Kletterspielzeug für Kinder dient.

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Mit der neuen Jacke am Blauwahlherzen.

Eine echte Überraschung waren die Infos über die Kiwis (Vögel). Die Kiwis legen riesige Eier! Eigentlich müsste der Vogel 6x größer sein, wenn man das Ei zum Maßstab nimmt. Es gab ein Skelett an dem man sieht, dass der Kiwi eigentlich mehr sowas wie ein Ei mit Beinen ist:

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Seht euch das Skelett an: Ein Ei mit Beinen

Es gab noch diverse Maori Gegenstände zu sehen. Die Darstellung der polynesischen Kulturen und insbesondere der Maori erfolgt wesentlich würdevoller als man das sonst so gewöhnt ist. Man merkt, dass in Neuseeland die Geschichte mit den Eingeborenen friedlich verlaufen ist und man sich vertraglich geeignet hat anstatt die übliche Unterwerfungsstrategie zu fahren.

Nach 7h Tour durch die Stadt und das Museum ging es dann zurück ins Hostel zum Abendessen. Als Abendprogramm stand dann “Der Hobbit 2” auf dem Programm. Nicht irgendwo sondern im Embassy Theater. Dieses Kino ist wirklich Nobel und deshalb erscheint es kaum verwunderlich, dass der erste Teil des Hobbit hier Primiere hatte.

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Versuch eines Fotos. Leider gibt die Handykamera im Dunkeln nicht mehr her.

Die Toiletten wären ein Foto wert gewesen. Alles Nobel und aus feinen Materialien. Kein Wunder, dass man früher von Filmpalästen sprach.

Wir haben weiterhin nun eine Route mit dem Hostel ausklamüsert die mir die Nordinsel so gut wie möglich erschließt. Auto mieten fällt aus, da zu dieser Zeit alle Autos schon vermietet sind und die Preise aktuell durch die Decke gehen (60$ pro Tag statt sonst 25$).

Weihnachten am Strand

Heute Mittag holten mich Kumuda und ihr Bruder Arun vom Hostel ab zum gemeinsamen Mittagessen bei Kumudas Bruder.
Das Haus liegt etwas Abseits von Wellington in Upper Hutt. Vom Garten aus hat man einen tollen Blick über ein bewaldetes Tal, welches mir als Kind gut gefallen hätte. Die niedrigen Büsche ergeben sicher ein interessantes Labyrinth zum erkunden.

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Blick aus dem Garten

Nach der Ankunft wurden Geschenke ausgetauscht und es gab Gelegenheit sich etwas zu unterhalten. Bereits auf dem Weg ergaben sich Themen wie IT (Arun arbeitet ebenso wie seine Frau im IT Bereich) und Malaysia (Kumudas Vater war vor kurzem in KL). Die beiden Töchter (5 und 10) waren auch ganz aus dem Häuschen.

Es gab dann ein reichhaltiges und vielfältiges indisches Essen unter anderem mit selbstgemachtem Bryani (Reisgericht) und anschließend Kuchen und Süßigkeiten die wirklich süß waren.

Am Nachmittag sind wir dann zum Strand aufgebrochen. In Neuseeland ist es Tradition zu Weihnachten an den Strand zu gehen. Ich habe dann die Chance nicht ungenutzt gelassen an diesem sonnigen Tag schwimmen zu gehen. Es war echt kalt. Ungefähr so: || Verstehste? Also jedenfalls wenn man die warmen Gewässer Malaysias gewöhnt ist.
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Am Abend habe ich dann wie das Problem gehabt ohne Abendessen da zu stehen. Glücklicherweise ist ein Radfahrer-Pärchen aus Österreich in meinem Zimmer eingezogen und haben mich auf paar Nudeln eingeladen. Ich konnte eine Avocado beisteuern und das resultierende Avocado Pesto war echt lecker.

Die am Abend statt findende “Christmas Party” hat mir wieder vor Augen geführt, dass das Parties irgendwie nicht mein Ding sind.  Langweilig…

Morgen ist “Boxing Day” und in der englisch sprachigen Welt der Schnäppchen-Jäger Tag. Mal sehen ob ich was finde.