Das war die Reise – Griechenland 2016

Ich bin nun schon einige Tage wieder zurück und wollte wieder Feedback zur Reise, den Höhepunkten und den Zahlen geben. Zuerst zum Ablauf.

Ablauf

Athen: Ich hatte mir diesmal sehr viel Spielraum gelassen und nur mein erstes Hotel gebucht (Hotel Pella-Inn). Dieses war bestenfalls Durchschnitt und Backpackern würde ich eher das Athen Backpackers empfehlen. Nachdem mich Athen mit diversen arbeitsfreien Tagen überraschte, an denen die Akropolis geschlossen war, musste ich schon in Athen mehr Zeit verbringen/anders einplanen als Gedacht. Höhepunkt waren dann die Streiks die meine gesamte restliche Reise über den Haufen warfen – zum Glück hatte ich nichts vorher gebucht und konnte einfach on the Fly mich umentscheiden.

Delphi: Der Ausflug nach Delphi war cool, Landschaft und Grabungsstätte sind beeindruckend, jedoch ist Delphi echt in der Pampa. Eine Verbindung nach Kalambaka ist nicht einfach herzustellen. Der “nächste Bus” kann auch, wie in meinem Fall, erst am Abend(!) des Folgetages(!) fahren.

Rhodos: Rhodos bleibt vor Allem durch die Burganlagen der Altstadt in Rhodus Stadt in Erinnerung. Auch mein Hostel, das “Stay” bleibt mir positiv in Erinnerung und kann ich empfehlen. Ein Ausflug mit dem PKW über die Insel nach Lindos ist ab 2 Personen gut investiert. Hier wären sogar 2 oder 3 PKW Tage angebracht, denn Rhodos ist groß. Die Strände sind jedoch nicht so toll. Wer auf handgemachte Rockmusik steht sollte als Abendprogramm das “Legends” in der Altstadt aufsuchen.

Santorini: Gehypte und überlaufen präsentiert sich Santorini. 3 Nächte sind für mich genug. Was man mal machen sollte ist:

  • An der Caldera entlang die Straßen bis nach Imerovigli hochlaufen.
  • Archäologische Grabungsstätte Akrotiri + Red Beach besuchen
  • Bootsrundfahrt mit Krater, Heißen Quellen und Oia

Das Caveland ist ein nettes Hostel aber ab vom Schuss (Katherados ist 20min Fußweg von Fira entfernt). Einen Pool zu haben ist jedoch schon was feines. Und das in einem Hostel…

Naxos: Mein persönlicher Geheimtipp für Griechenland. Naxos hat schönere Strände als Rhodos, und das Hinterland ist mindestens so spektakulär wie auf Rhodos, die Altstadt von Naxos-Stadt bietet sehr gute Fotomotive und Naxos ist auch noch ein Stück billiger als z.B. Santorini. Das Hotel Palatia ist empfehlenswert, und wenn man nicht im Erdgeschoß wohnt hat man auch Seeblick.

Meteora: Meteora ist rein Landschaftlich so spektakulär wie Santorini. Man sollte einen vollen Tag vor Ort sein und auch den Sonnenuntergang auf dem Berg abwarten. Die Klöster selbst sind nett, aber ab dem dritten Kloster ist man von komplett bemalten Wänden nicht mehr so überrascht. Die Landschaft bleibt aber ein Hingucker. Das Hotel King ist ebenfalls positiv in Erinnerung geblieben. Nicht unbedingt durch die Ausstattung, die Durchschnitt ist, sondern mehr durch die Hervorragende Beratung an der Rezeption. Leider hat das Hotel keine 24h Rezeption, was die Anreise etwas stressig gemacht hat.

Highlights

Zahlen

In Griechenland habe ich

  • 4 verschiedene Langstrecken-Transportmittel genutzt
    • 2+1 Flüge (Athen>Rhodos, Rhodos>Athen>Santorini)
    • 2 Fähren (Santorini>Naxos, Naxos>Piräus)
    • 1 Bustrip (Athen>Delphi>Athen)
    • 1 Bahntrip (Athen>Kalambaka/Meteora>Athen)
  • 5 Orte besucht, davon 3 Inseln
    • Athen > Rhodos > Santorini > Naxos > Kalambaka/Meteora > Athen

Kosten

Die Gesamtkosten der 17-Tägigen Reise belaufen sich auf etwas unter 1.900EUR. Damit habe ich ca. 111EUR pro Tag ausgegeben. Deutlich mehr als erhofft.
Pro Tag habe ich ca. 22,50EUR für Unterkunft und 25EUR für Essen&Trinken ausgegeben. Wenn ich alle Kosten für Transport im Inland (inkl. Flüge) zusammen rechne, dann ergiebt dies 33,35EUR pro Tag. Selbst wenn man unnötige Flüge vermeidet und man darauf verzichtet allein ein Auto zu mieten, wird man beim Insel-Hopping diesen Wert kaum unter 25EUR drücken können.

Hier nochmal die Gesamtkosten als Grafik:

Ausgabenverteilung

 

Advertisements

Abschluss und Zusammenfassung

Ich bin nun bereits seit 3 Wochen wieder zurück im Alltag und möchte die Reise insgesamt nochmal zusammen fassen.

Auf dieser Reise konnte ich wieder viel über mich lernen, insbesondere was mich interessierte und was hängen geblieben ist. Natürlich lief auch bei dieser Reise nicht alles nach Plan, wie ich auch gleich an Zahlen zeigen werde.

Thailand

Thailand ist nicht nur eine Reise wert. Das Land ist vielseitig und wirklich schön. Leider ist die Flut an Touristen die jedes Jahr in Thailand anbranden nicht spurlos an Land und Leuten vorbei gegangen. Es wird Touristen sehr einfach gemacht viel Spaß zu haben – wer Westler kennt weiß, dass dies fast schon zwanghaft ausarten muss. Glücklicherweise ist Thailand groß genug für Reisende um primitiven Party-Touristen und öden Bettenburgen aus dem Weg zu gehen. Wer sich aufrafft und den Weg in den Norden findet, kann dort etwas mehr Thailand erleben. Nur zur Einordnung: Der Norden ist keinesfalls touristisch unberührt, Backpacker findet man in Chiang Mai, Chiang Rai und insbesondere in Pai in Mengen, jedoch sieht man kaum Pauschaltouristen.

Apropos Pai. Ich hatte ja so meine Zweifel ob das Dörfchen nicht etwas gehypt ist. Ist es auch, aber es ist trotzdem ein guter Ort um Traveller in entspannter Atmosphäre zu treffen. Man sollte da ruhig 2 oder 3 Nächte bleiben. Pai bietet an Abendunterhaltung mehr als so manche Großstadt in Deutschland: Jeden Abend Livemusik verschiedenster Ausrichtung, Straßenbasar und Cocktailbars zum Chillen.

Thailand ist sehr darauf aus, seinen Besuchern “etwas zu bieten”. Das nimmt dann leider auch unschöne Züge an, wie z.B. die “Bergvölker-Zoos” im Norden, wo Menschen teilweise extra umgesiedelt werden, damit man sie Touristen zeigen kann. Ausgespart habe ich auch die Elefantencamps – ich saß schon mal auf einem, das reicht mir.

Absolut top ist jedoch das Essen in Thailand. Touristen die nach Thailand fliegen und sich nicht getrauen Essen in den Restaurants außerhalb ihrer Unterkunft zu essen, sind bemitleidenswert. Das Essen ist so vielseitig, geschmacksintensiv und überraschend – man muss es einfach probieren. Durch die Vielfalt wird einem auch nicht langweilig. Und wenn doch, dann kann man seine Geschmacksnerven mit westlicher Kost “reset”en um dann weiter zu probieren.

Würde ich nochmal hinfahren? Ich würde mich nicht wehren. Wenn man in der Nähe ist, lohnt sich ein Abstecher ganz sicher. Außerdem war ich noch nicht im Südzipfel und Mittel- sowie Nordost-Thailand sind ja auch noch nicht besucht…

Zusammengefasst: Thailand hat viel mehr zu bieten als weiße Palmenstrände an türkis blauem Wasser und ist definitiv eine Reise wert.

Kambodscha

Kambodscha ist ein Traum in Sachen “Preis-Leistung”. Hier bekommt man vergleichbare Strände wie in Thailand, allerdings zum halben Preis. Mittagessen mit Getränk für 1EUR? Kein Problem! Einzelzimmer mit Frühstück und Pool für 10EUR? Hereinspaziert! Abendessen im Top-Restaurant für 5EUR? Wenn du willst, jeden Tag! 3 Tage Weltkulturerbe besichtigen mit persönlichen Fahrer für weniger als 60EUR? Auf nach Angkor!

Viele Menschen kennen Angkor Wat und wollen es gern besuchen – bis sie hören, dass es in Kambodscha liegt. “Da sind doch viele Menschen gestorben, oder?”. Ja. Aber das ist lange vorbei. Die Roten Khmer sind ein trauriges Kapitel, welches einem aus der deutschen Perspektive erschreckend bekannt vorkommt. Aber das Land hat mehr zu bieten und sollte nicht auf den Genozid beschränkt werden.

Wer als Individualtourist schon Länder wie Thailand bereist hat, findet in Kambodscha eine spannende Herausforderung. Das Land ist “wie Thailand vor 20Jahren” (sagt man). Der Boom geht gerade los. Wer in den nächsten 5 Jahren hin fährt sieht das Land noch unverbaut, muss jedoch hin und wieder auf den gewohnten Komfort verzichten.

Was war besonders toll?

  • Seafood essen in Bangkoks Chinatown.
    Ich war am Anfang meiner Reise zwei Mal im selben “Restaurant” in Chinatown. Das Restaurant bestand aus einem Wagen der voller Fisch und Meeresfrüchte (auf Eis) war, und mehreren Woks die von einem Koch im Dauerbetrieb bedient wurden. Das Essen war lecker, und die Show konnte sich sehen lassen. Am ersten Abend traf ich zwei Traveller direkt dort, einen Südafrikaner und einen Österreicher. Bei meinem zweiten Besuch fuhr ich mit einem polnischen Pärchen, die ich unterwegs getroffen hatte, nach Chinatown um ihnen diese Ecke zu zeigen.

    https://vimeo.com/112642207

  • Per Anhalter zum Gipfel
    Aus der anfänglichen Frustration von Song Thaew Fahrern abgezockt zu werden, wurde ein Top-Moment als mich zwei Jungs mit ihrem PickUp mitnahmen. Ich wollte in Chiang Mai zum “Tempel auf dem Berg” (Wat Phra That Doi Suthep). Leider gab es keine günstige Transportmöglichkeit, da die Song Thaew Fahrer nur Fahren wollten, wenn alle Plätze bezahlt werden. Die beiden Jungs hielten unterwegs sogar an einem Aussichtspunkt an, damit ich ein Foto machen konnte. Tolle Botschafter für ihr Land!
    SAMSUNG DIGITAL CAMERA
  • Der Abend in Pie
    Nachdem ich einen sehr spannenden Tag hatte (ich hatte mich mit dem Moped verfahren und bewiesen, dass man mit einem Scooter MotorCross betreiben kann. Kurz darauf stürzte ich mit jenem Scooter auf feinstem Asphalt und musste deshalb das Krankenhaus aufsuchen…) traf ich am Abend diverse “alte Bekannte” aus Chiang Mai wieder und konnte so mit netten Leuten in Cocktail Bars mit super Preisen (2$ Margarita!) den Abend verbringen.SAMSUNG DIGITAL CAMERA
  • Fischerchor auf Ko Kood/Koh Kut
    Ich war auf der Insel unterwegs mit einer Truppe netter Finnen und hatte mit ihnen zusammen am Vortag den Betreiber einer Reggae-Bar kennen gelernt. Dieser lud uns zum Fischen in eine abgelegene Bucht ein und wir waren erfolgreich. Am Abend gab es dann die Fische und anschließend spielten wir zusammen ein kleines Konzert mit ca. 10-20 Zuschauern, bei dem ich mein Debüt als Bassist gab.
    SAMSUNG DIGITAL CAMERA
  • Indiana Johnes in den Ruinen von Angkor spielen
    Zusammen mit der Lehrerin Sonja, die ich in meinem Hostel kennen gelernt hatte, erkundete ich die Ruinen von Angkor. Eine wahre Foto-Safari! Zwischenzeitlich setzte ich mich kurz ab, und erkundete einen abgelegenen Zweig eines Labyrinths, wo kein anderer Tourist war und ich jenseits der Absperrungen einen Blick in halb verschüttete Kammern werfen konnte.
    SAMSUNG DIGITAL CAMERA
  • Leuchtendes Plankton
    Etwas was ich vor meiner Reise nicht auf dem Schirm hatte, war das leuchtende Plankton auf Rabbit Island. Nach einem chilligen Tag mit Edit und Rubi in den Hängematten am Strand, und dem Abendessen mit dem Olympioniken Tony Moulai war das der krönende Abschluss eines entspannten Tags. Das Plankton leuchtet bei der kleinsten Verwirbelung des Wassers. Und es leuchtet erst recht, wenn man mitten hinein springt und darin schwimmt…. Wer Lichter sehen will ohne Drogen zu nehmen – Plankton ist die Lösung. Leider war das leuchten zu schwach für meine Kamera.

Was hat mich geärgert oder war nicht gut?

Massiv geärgert habe ich mich über die russische Abzockerin auf dem Rückflug. Ich kann Russland nicht wirklich leiden, sie bestätigte mein Weltbild da leider.

Straßenhändler und Tuk Tuk Fahrer. In Thailand sind sie wirklich nervig. Falls man mal richtig heftig genervt sein will, reicht ein Spaziergang über die Khaosan Road. Man kann dann 20x den verschiedenen Schneidern sagen, dass man nichts von ihnen will…

Sex-Touristen die sich nicht entblöden in einem Hostel in aller Öffentlichkeit zu fragen wo man “a good happy ending massage” finden kann. Mit solchen Leuten bin ich ungern im selben Zimmer.

Touri-Spektakel. Damit sind Veranstaltungen und “Zurschaustellungen” gemeint, die nichts mit dem Land oder Tradition zu tun haben, sondern allein der Vermarktung an Touristen dienen. Genau wie die “agyptischen Souveniers” aus China sind solche Dinge eine ständige Verschleierung dessen, was das Land eigentlich zu bieten hat.

Overspending. Ja…. da hilft es auch nicht gut im verhandeln zu sein. Wenn man einfach viel kauft, gibt man viel aus. Bei meinen zwei Traveller Shorts habe ich einen Moment nicht richtig mitgedacht und schwupps habe ich 20EUR zu viel ausgegeben.  Und damit sind wir auch bei der finanziellen Seite der Reise:

Die Reise in Zahlen 

Ich habe 4 Länder (Tschechien, Russland, Thailand und Kambodscha) durchquert und 2 davon besucht. Dabei habe ich 11 Orte besichtigt: [Hinflug] -> Bangkok -> [Nachtzug] -> Chiang Mai -> [Tagesausflug Chiang Rai] -> Pai -> Chiang Mai -> [Flug] -> Bangkok -> [Bus] -> Trat -> [Fähre] -> Ko Kut -> [Fähre, Bus] -> Chanthaburi -> [Bus -> Bangkokg -> Flug] -> Siem Reap -> [Fähre] -> Phnom Penh -> [Bus] -> Kep -> [Fähre] -> Rabbit Island -> [Fähre, Bus -> Phnom Penh -> Flug] -> Bangkok -> [Rückflug]

Reiseverlauf

Geld habe ich einiges Ausgegeben:

Ausgabenverteilung

Geplant war ein Tagesbudget von ca. 35EUR. Damit wäre ich bei 30 Tagen bei rund 1000EUR gelandet. Bereits da war natürlich der Wurm drinn und ich musste mir eingestehen, dass ich erst einmal nach Thailand kommen muss. Der Flug war verhältnismäßig günstig mit 560EUR (hin und zurück). Das Budget lag damit bei 1500EUR.

Lange vorgenommen hatte ich mir aber Anzüge schneidern zu lassen. Das habe ich, und wenn man nicht den billigsten Schneider mit dem billigsten Stoff wählt kommt halt auch etwas zusammen…. Schlussendlich war dann Zeit natürlich ein Problem. Man hat ja nur 4 Wochen Urlaub *hust*…. Nunja, aber man will nicht unbedingt jeweils einen Tag verlieren nur weil man die Lokation wechselt. Das tut man aber, wenn man weite Strecken zurück legt. Ich entschied mich deshalb 3x für das Flugzeug und bezahlte 300EUR zusätzlich. Was hat die Reise insgesamt gekostet? Knapp über 3000EUR. 

Muss man soviel bezahlen? Nein. Wenn ich die Flüge weg lasse und weniger für Shopping ausgebe – sagen wir nur 50EUR pro Woche – dann kommt man mit 2000EUR gut hin.

Wie hoch waren die Kosten pro Land? Thailand lag bei 63EUR pro Tag, während Kambodscha bei 60EUR lag. Das ist sehr viel. In Thailand war es das Shopping. In Kambodscha waren es die Flüge von und nach Bangkok. Ohne diese lagen die Tagesausgaben bei ca. 30EUR. Das ist immer noch recht hoch, wenn man bedenkt, dass ich an einigen Tagen in Summe vielleicht 10EUR ausgegeben habe. Wohin ging das Geld? In meinen Magen! Auch wenn Kambodscha es möglich macht für 1EUR Mittag zu essen, ermöglicht es einem auch Seafood günstig zu essen. Günstig heißt, statt 25EUR für 8EUR. Folge war, dass ich in Kambodscha doppelt so viel pro Tag für Essen ausgegeben habe als in Thailand. Nebenbei: Die beiden Mädels die ich auf Rabbit Island getroffen habe, lebten von weniger als 10EUR pro Person pro Tag.

Lessons Learned

  • Ausgaben genauer Planen!
    Dazu muss ich nichts mehr sagen…
  • Kleines Gepäck reicht aus.
    Mehr als 1Woche an Wäsche ist unnötig. T-Shirts muss man nur für 2-3 Tage mitbringen. Man kann sich dann noch 4-5 Stück kaufen (kosten in Thailand ca. 4-5EUR pro Stück). Ansonsten gilt was ich schon beim letzten Mal zur Ausrüstung geschrieben habe.
  • Meine Ausrüstung war gut.
    Einzig eine neue Kamera muss her. Die geliehene erfüllte ihren Zweck, aber ich vermisste meine Spiegel Reflex etwas. Ich brauch etwas wasserdichtes, lichtstarkes mit weitwinkel und zoom….
  • Ich kann mich durchschlagen.
    Ich flog nach Kambodscha ohne echten Plan und ohne Reiseführer im Gepäck. Wer Kommunikativ ist und “Go With The Flow” mit gesundem Menschenverstand kombiniert, kommt auch ohne lange Planung gut durch.
  • Ich mag den Trubel von Großstädten in Entwicklungsländern.
  • Ich mag es mehr für mein Geld zu bekommen als zu Hause.
    Entwicklungsländer sind deshalb ein tolles Reiseziel. Das Hostel in Siem Reap war toll!
  • Auf Inseln ist alles etwas teurer.
    Egal ob Ko Kut oder Rabbit Island, auf Inseln muss man für die Insel-Atmosphäre bezahlen.
  • Ich kann 2-3 Nächte in primitiven Behausungen leben – aber nicht länger.
    Ich benötige mindestens eine europäische Toilette (mit Sitz), eine Dusche und ein sauberes Bett ohne Getier.
  • Wenn es keine Waschmaschine gibt, sollte man keine Wäsche waschen lassen.
    Handarbeit hat ihren Platz in Kunst und Handwerk, aber nicht beim Wäsche waschen. Die Kleidung wird nicht wirklich sauber und hat nach dem Waschen einen antik anmutenden “Grauschleier”.
  • Hostels in Hotspots sind besser als abgelegene Geheimtips.
    Wieso? Wenn man alleine reist braucht man keine Geheimtips, sondern Leute mit denen man was unternehmen kann. Geheimtipps der Art “Geh in Hostel XYZ. Da sind viele Traveller und die Stimmung war klasse.” sind hingegen hilfreich.
    (Hotspots sind Orte wo viele Hostels sich konzentrieren, wo Sehenswürdigkeiten in der Nähe sind und eventuell auch Zugang zu Verkehrsmitteln besteht)

Way to go – Anreise

Heute früh klingelte um unerträgliche 4:30Uhr mein Wecker. Da ich es nicht gewöhnt bin früh ins Bett zu gehen, war die Nacht extra kurz. Glücklicher weise war alles vorbereitet und ich könnte die Reste im Kühlschrank in ein ausreichendes Frühstück verwandeln, bevor ich mich zu Fuß auf den Weg zum Bahnhof machte.

Die Fahrt nach Dresden waren unspektakulär und planmäßig. Ich hatte auch keine Probleme das Gleis Richtung Prag zu finden, nur leider hatte das der Zug. Ganze 45 Minuten Verspätung standen zu Buche. Ich fing an zu rechnen, ob das alles noch passen würde, oder ob ich Prag mit dem Taxi zum Flughafen sprinten müsste. Glücklicherweise hatte ich genug Puffer eingeplant, so kam ich knapp 2,5h vor Abflug in Prag an. Die Tourist-Information, die ich zwecks Anreise zum Flughafen ausfragen wollte war sogar in der Lage mir ein Ticket für den Airport-Express-Bus zu verkaufen und das Ganze auch noch in Euro (1,4 EUR). Alles war sehr bequem… bis auf die Sitze im Bus, welche den Sitzkomfort einer Kirchenbank hatten.

Am Flughafen konnte ich das Wechselgeld vom Bus-Ticket gegen einen Döner eintauschen, der sein Geld (5EUR) im Leben nicht Wert war.

Der Flug nach Moskau verlief zügig, unterbrochen nur von einem belegten Brötchen. Die Aeroflot muss wohl sparen.

Der internationale Flughafen in Moskau unterscheidet sich von den mir bekannten durch seine “intensiven” Verkaufsflächen. Scheinbar wurde der Flughafen ohne diese geplant und später wurden die Shops noch hinein gequetscht. Der Flughafen wirkt dadurch viel kleiner als er wohl ist.
Mein Terminal habe ich schnell gefunden und das wärs dann auch gewesen. Die Russen hatten aber wohl nicht mit großen Flugzeugen gerechnet, anders ist es nicht zu erklären, dass ein einzelner Aeroflot Mitarbeiter versuchte die Tickets der 300 Fluggäste am Ausgang zu checken. Die Folge war, dass andere Fluggäste beim Aussteigen unser Gate blockierten und damit zusätzlich gewartet werden musste. Aber irgendwann saß ich im Flieger und es konnte los gehen. Glücklicherweise blieb neben mir der Platz frei, so dass ich meine Beine irgendwie unterbringen konnte. 

Die heutige Übernachtung wird im Flugzeug statt finden. D.h. ich komme früh in Bangkok an und hab den ganzen ersten Tag noch vor mir.

Das war die Reise – Rückblick mit Zahlen und was ich gelernt habe

Nun bin ich bereits 1 Woche wieder in Deutschland, war bereits wieder auf Arbeit und versuche die Erkältung los zu werden, die ich mir im Flieger eingefangen hatte.
Zeit um einen Rückblick zu wagen.

Zeit

Insgesamt war ich 47 Tage unterwegs und habe vor Ort 4 Länder besucht – geplant waren 3. Über die Hälfte der Zeit war ich in Malaysia. Knapp ein Drittel der Zeit war ich in NZ.
Tortengrafik der Zeitverteilung. 55% Malaysia

Orte

Zählt man die Orte an denen ich länger als 5h war kommt man zu folgender Übersicht:
In Malaysia habe ich 7 Orte besucht: KL, Tanah Rata (Cameron Highlands), Georgetown (Penang), Lumut, Langkawi, Malakka, Mersing.
In Neu Seeland habe ich 6 Orte besucht: Wellington, Tongariro NP Village, Taupo, Rotorua, Tauranga (Bay of Plenty), Auckland
Außerdem noch Darwin in Australien und natürlich Singapur.
Die meisten Nächte verbrachte ich in Kuala Lumpur gefolgt von Singapur, Wellington und Langkawi.

Kosten

Die Reise hat insgesamt ca. 4.000EUR gekostet und somit pro Reisetag ca. 85EUR. Wie man aus nachstehender Grafik erkennen kann, machen die (An- und Abreise-)Flüge fast die Hälfte der Kosten aus.
Inlandsflüge fallen unter Transport, genau wie Bus, Bahn und Taxi.

Ausgaben_Kevin_Grafisch

Kosten in Malaysia: 39EUR/Tag
Kosten in Neu Seeland: 46EUR/Tag
Kosten in Singapur: 86EUR/Tag

Auffällig ist der mäßige Abstand zwischen NZ und Malaysia und der große Abstand den Singapur einnimmt. Die Erklärung: In NZ habe ich echt auf Sparflamme gelebt. Essen wurde selbst gekocht, alles wurde auf ein Minimum reduziert und Ausgaben wo möglich vermieden. Hingegen war ich in Malaysia immer(!) Essen und reiste auch 2x in eine Sackgasse (die beiden Male wo ich an der Fähre umgekehrt bin).

Singapur war so teuer auf Grund der Tatsache, dass ich während der 6Tage zwei mal aus Singapur nach KL geflogen bin und ich außerdem noch 2 Hemden habe nähen lassen.

Erkenntnisse und Lehren

Backpacking – Individual Reisen

Macht verdammt viel Spaß. Man ist einfach viel entspannter, wenn man keine Zeitvorgaben hat. Was ihr wissen müsst steht im Reiseführer für euer Zielland. Geht vorher Impfen und lest euch die Packliste von Backpackern durch, die das schon 1 oder 2 mal gemacht haben. Bucht so wenig wie möglich im voraus. Es ändert sich immer mal was und stornieren/umplanen ist aufwändiger und macht mehr Stress als 2 oder 3 Hostels ab zu laufen.

Vorbereitung

Informiert euch darüber wie das Wetter im Reisezeitraum ist! Mich hat die Regenzeit, und vor Allem deren Dauer, etwas überrascht….

Informiert euch darüber wenn im Zielland Schulferien bzw. Saison ist! Ja, in den etwas(!) reicheren Ländern wie Malaysia, fahren die Familien am Wochenende und in der Ferienzeit auch gern zu Sehenswürdigkeiten und nehmen euch eure Betten (siehe Pangkor Episode) oder Busse (siehe Malakka Episode) weg.

Besorgt euch ein DKB Konto und nutzt die Kreditkarte unterwegs! Ihr könnte damit kostenlos Geld an sämtlichen Geldautomaten der Welt abheben (die Visa akzeptieren). (Bezahlen in Geschäften kostet 1,75% Gebühren)

Alleine Reisen

Kein Problem! Abhängig vom Land würde ich das auch für Frauen so sagen. Sucht euch Hostels mit guten Gemeinschaftsbereich. Ihr findet dort leicht andere Reisende und kommt ins Gespräch. Seid einfach gewillt auch allein von A nach B zu fahren, dann findet sich meist auch jemand der noch nicht so genau weiß wo er als nächstes hin will, und kommt vielleicht einfach mit. Es ist hin und wieder auch ganz gut sich von anderen Mitreisenden zu trennen. Schließlich ist es eure Reise und die solltet ihr so durchführen wie ihr wollt. Leute die “sticky” sind und andauernd an einem kleben sind auch nicht toll.

Essen

Esst was die Einheimischen essen. Probiert auch mal was aus. Schaut einfach, dass die Grundlagen der Hygiene eingehalten werden. Falls ihr doch mal Durchfall bekommt ist das kein Weltuntergang. Solange so eine “Verdauungsstörung” eure Reise nicht behindert (euch also von Ausflügen abhält) kann man sie auch einfach ignorieren. Erst wenn man wie ein Satellit um Toiletten kreist sollte man handeln und zur Reiseapotheke greifen.
Solltet ihr mal Abwechslung brauchen, kann ein westliches Fast Food Restaurant helfen um den Appetit wieder zu aktivieren. Tip: Esst unbedingt Früchte wenn ihr in tropischen Ländern seid. Die bekannten Sorten schmecken besser und die unbekannten Sorten sind echte Augenöffner was uns die Supermärkte so vorenthalten. Früchte die geschält werden müssen sind auch unbedenklich zu essen.

Diebstahl

Kontrolliert bei jedem Ortswechsel, ob die wichtigsten Sachen (Pass, Kreditkarte, Handy) am Mann sind. Tragt euer Zeug unauffällig am Körper und zeigt teure Sachen nicht in der Gegend herum. (Kameras die man nicht braucht einpacken.) Gute Hostels bieten Spinde an in die man seine Wertsachen, manchmal auch den ganzen Backpack, einschließen kann. Falls sowas nicht vorhanden ist, kann man die wichtigsten Sachen nachts auch mit ins Bett nehmen. Im allgemeinen gilt: Backpacker klauen nicht. Vorsicht ist gut, Misstrauen unangebracht. Wenn ich das Unglück meines Mitreisenden in Lumut berücksichtige (Pass und Kreditkarte geklaut/verloren) solltet ihr euch vorher informieren wo ihr euren Pass ersetzt bekommt und wie sowas abläuft. Außerdem sind 50-100USD in bar in nem Versteck ganz gut. (Geldgürtel z.B.)

Packliste

Nehmt so wenig mit wie möglich – umso mehr könnt ihr zurück bringen!

Wäsche für 10Tage, nicht mehr. Laundy Service ist in Hostels meist vorhanden und muss bei längerer Reise sowieso gemacht werden. Die 2-3EUR kann man schon mal investieren. Kauft euch Kompressionsbeutel, die machen richtig Platz im Rucksack! Nehmt einen Reiseadapter (ein platzsparendes Modell) mit. Kauft ein schnell trocknendes Microfaser Handtuch. Nehmt aber keines was zu groß ist(kleiner 1,50m!). Große Handtücher tendieren dazu irgendwo den Boden aufzuwischen – DAS wollt ihr NICHT! Eine Reise-Kofferwaage war sehr hilfreich. Euer Kulturbeutel sollte einer zum hängen sein. Nehmt ein dünnes und leichtes Schlafsack-Inlett mit. Wenn die Betten nicht sehr toll aussehen, oder es keine kostenlose Bettwäsche gibt, kann man so trotzdem  sauber und beruhigt schlafen. Treuester Schlafbegleiter war eine kleine Tasche, welche ich auf dem Hinflug (Nachtflug) von Oman Air erhalten hatte. Enthalten war eine Schlafmaske und Oropax. Durch den Karabinerhaken konnte ich das Set am Bett festmachen und nachts mein Handy dort reinstecken.

Sachen die man vor Ort kaufen kann und die meistens günstiger sind als zu Hause: FlipFlops, T-Shirts, Regenjacken/Überwürfe, Sonnenbrillen. Für die Damen: Schuhe! Nehmt nur 1 Paar mit.

Wenn ihr einen Tagesrucksack mitnehmt (und das solltet ihr!), dann schaut zu, dass dieser Hacken besitzt um ihn an den Trägern des Hauptrucksacks fest zu machen. Das macht das Tragen deutlich bequemer.
Der Rucksack sollte groß genug sein um eure Wertsachen bei Flügen aufzunehmen, er ist dann das Bordgepäck, und sonst sollte eine große Wasserflasche + Kamera + Zeugs hinein passen.

Reiseapotheke

Das Auswärtige Amt hat eine gute Liste an Medikamenten die man in der Hausapotheke und auf Reisen dabei haben sollte. Siehe hier.

Bei DocMorris habe ich mir den Großteil davon für ca. 25EUR zusammen gekauft. Zusätzlich solltet ihr Sonnencreme und Hand-Desinfizierer mitnehmen (gibts alles im Drogeriemarkt). Ich verbrenne mich leicht in der Sonne. “Bepanthen Kühlendes Schaumspray” hätte ich also ebenfalls gut gebrauchen können.

Malaysia

Ein tolles Einstiegsland für Backpacker-Anfänger. Englisch ist sehr verbreitet, das Land ist billig zu bereisen und das Essen bietet genügend Abwechslung um nicht langweilig zu werden. Man kann sich Metropolen ansehen, Inseln bereisen, Tee Plantagen besichtigen und durch den Dschungel wandern. Will man entspannt reisen sind 3 bis 4 Wochen eine gute Zeit um Festland-Malaysia zu bereisen. Für Borneo und Brunei braucht man sicherlich nochmal 2-4 Wochen. Fahrt nicht in der Regenzeit.

Singapur

In Singapur ist alles schick und neu und stylisch. Als Backpacker kommt man sich in der U-Bahn schnell underdressed vor. Die Stadt hat genug Sehenswürdigkeiten für 4-5 Nächte. Die Stadt ist seeeeeehr einfach zu bereisen. Zur Not fahren Taxis die sehr günstig sind. Englisch ist kein Problem und die Preise sind ok.

Wer einen Schneider sucht: Liberty Silk House in Little India. Hemden ab 75-80S$.

Neu Seeland

Ihr braucht mindestens 4Wochen! Besser 5Wochen! Plant 2,5 – 3Wochen für die Südinsel ein. (Ich war da gar nicht! Nur Hörensagen.)
Fahrt nicht über Weihnachten/Neujahr nach NZ! Das Wetter ist schlecht und alles noch mal teurer als es eh schon ist (Unterkünfte, Mietwagen etc). Ach ja: Neu Seeland ist teuer!
NZ lebt von seinen “Activities” wie Bunjee Jumping, Fallschirm springen, Rafting etc. Wenn ihr an solchen Zeug kein großes Interesse habt, bzw. nicht bereit seit relativ viel Geld auszugeben, dann sind schon mal 30-40% der Sachen weg, die man so macht. Die Landschaft ist interessant und bietet trotzdem noch genug Sehenswürdigkeiten.
NZ ist voller Deutscher Touristen! 40-50% aller Backpacker waren Deutsche! Wenn ihr nach NZ fahrt um weg von Deutschland zu kommen, könnt ihr die Reise direkt absagen. Fahrt lieber nach Laos oder Burma oder Nepal oder Indien oder… NZ ist auch sonst ziemlich vergleichbar mit Deutschland.
Nehmt einen Mietwagen in dem man auch schlafen kann. Die Busreisen sind teuer und schnüren euch ein. Mietwagen bekommt man ab 30NZD pro Tag.
Die Leute sind alle sehr freundlich. Trampen geht nirgendwo so gut und einfach wie in NZ.
Die Touris in NZ haben irgendwie immer ein Dauergrinsen im Gesicht und sind alle demonstrativ gut drauf (genau wie die Leute in den Hostels und den Sehenswürdigkeiten). Dinge sind entweder “Awesome” oder “Nice”.

NZ ist bei uns in Deutschland ja sowas wie das gelobte Land. Das sorgt natürlich für eine gewisse Erwartungshaltung. Bei mir hat das Wetter und die Germanenflut dann die Stimmung gedrückt, so dass ich nicht wirklich sagen kann, dass der Kurztrip sich gelohnt hat. Nein, ich würde sogar sagen, es wäre besser gewesen, ich wäre statt dessen nach Thailand gereist.

Nächste Ziele?

Die Ecke muss ich definitiv nochmal bereisen. Im November habe ich mir vorgenommen mit Kumi zu Diwali (indisches Lichterfest. Quasi das Weihnachten der Hindus) nach Indien zu fliegen. Thailand, Laos und Vietnam sollten aber irgendwann auch noch bereist werden.

Heil zu Hause angekommen – naja fast

Der Rückflug zog sich mit seinen 15h naturgemäß echt hin. Aber als mich dann Kumuda in München in Empfang nahm war ich doch ganz froh wieder in Deutschland zu sein. 

Später am Abend besuchten Markus und Anja von weiteweltweltweit Kumuda und Mich und obwohl ich hundemüde war, quatschten wir noch bis halb 3 in der Nacht (Ortszeit. Für mich war es da schon wieder halb zehn morgens…)

Ich hatte die Nacht bzw. die Ankunft jedoch nicht ganz unbeschadet überstanden und mich direkt erkältet. Ich hoffe aktuell immer noch, dass es keine Grippe wird.

Am Sonntag Nachmittag bin ich dann bei meinen Eltern angekommen und später bei mir in der Wohnung. Jetzt geht’s ans Auspacken, Wäsche waschen, den morgigen Arbeitstag vorbereiten etc.

Ich werde nächste Woche nochmal meine Lehren die ich aus der Reise gezogen habe hier veröffentlichen.

Notlandung in Australien

Auch wenn das Essen in der Economy class bei weitem nicht so gut ist wie in der Business Class auf dem Hinflug, verlief der Flug doch recht gut. Bis zu dem Moment wo wir über dem indischen Ozean umkehren mussten und in Darwin “Not gelandet” sind. Grund war die Notfallsauerstoffversorgung für die Piloten. Also nichts was akkut gefährlich war. Da der Schaden aber nicht innerhalb 1h repariert werden konnte haben wie nun 1 Nacht Aufenthalt in Australien. Es ist 30° heiß und schwühl warm. Theoretisch gibt es einen Pool… morgen klingelt der Wecker gegen 6 Uhr.

image

Eingangsbereich unserer Notunterkunft in Australien.