Krönender Abschluss

Nach einem ausführlichen und gemütlichen Frühstück im Hilton ging es zum eigentlichen Tagesziel: Dem Königspalast und dem Tempel des Jade Buddhas.
Auf dem Weg fiel mir auf, dass der Fluss voll mit Fischen waren. So voll, dass es mir gelang die springenden Fische zu fotografieren:

Den Weg zum Palast kannte ich aus meiner ersten Woche. Es war sonnig und der ein oder andere Tourist hatte sich in den Palast verirrt:

Nachdem ich die Karte gekauft hatte und meinen Pass hinterlegt um den Audioguide zu bekommen, ging es auf den Tempelbezirk zu erkunden. Tempel und Palast liegen innerhalb der weißen Mauern des Palastbereichs. Man wird zuerst in den Tempelbereich gelotst.

In meinem Reiseführer stand, dass man den Tempel zum Schluss der Reise ansehen sollte, da sonst alle anderen Tempel uninteressant werden würde. Der Reiseführer hatte recht: Kein anderer Tempel war derart reich geschmückt und verziert. Ein Gebäude war von First bis Grundmauer mit farbigen Spiegeln verziert, ein anderes mit Porzellanblüten aus chinesischem Porzellan, welches beim Transport beschädigt wurde.

Der Haupttempel enthält die “höchstverehrte” Buddhastatue des Landes und damit ein Nationalheiligtum. Eine kleine grüne Jade Buddhastatue die aus dem Norden Thailands stammt. Je nach Jahreszeit (man unterscheidet hier 3: heiß, kalt und nass) wird die Statue mit unterschiedlichen goldenen Gewändern bekleidet. Überall im Tempelbereich stehen deshalb 12m hohe goldene “Riesen” welche die Statue bewachen.

Von dort ging es zum Palast. Die Königsfamilie wohnt aktuell abseits in einem anderen Palast.

Der Königspalast dient aktuell nur als Schauplatz für Empfänge und einige Gebäudeteile als Unterkunft für Staatsgäste. Nicht alle Teile sind öffentlich zugänglich. Zu betrachten gab es ein Waffenmuseum mit mittelalterlichen Waffen (Schwertern, Pieken, Lanzen, etc.) und alten Feuerwaffen, darunter Handfeuerwaffen der früheren Könige. In einem Teil des Palastes waren gerade Renovierungsarbeiten. Ein Stück des Saals (Kreuzförmige Grundfläche mit 30m Durchmesser und 10m Höhe) wurde gerade neu bemalt. Ein Maler saß da mit ruhiger Hand und malte seinen Buddha an die Wand. Nichts da mit Tapeten oder Farbrollern. Handgemalt wird im Palast.

Ausgedörrt und durtstig machte ich mich auf den Rückweg. In der Lounge angekommen leerte ich diverse Sprite Dosen. Als mein Körper wieder hydriert war, gingen Kellner herum und reichten jedem Gast einen Teller mit Snacks. Scheinbar war ich zur rechten Zeit gekommen.

Danach ging ich aufs Zimmer. Kurz darauf klingelte das Telefon und man teilte mir mit, dass mein Schneider meine Sachen vorbei gebracht hatte. Als ich die Sachen entgegen nahm war ich überrascht, wie schwer die Sachen waren. Ich musste checken, ob das ein Problem mit dem Gepäck geben würde. Auf dem Zimmer probierte ich die neuen Travel-Trousers an (passt) und packte meine Sachen. Die mitgebrachte Reisewaage sagte mir, dass es kein Gewichtsproblem geben würde. Da ich den Smoking aber nicht in den Rucksack pressen möchte, wird das im Handgepäck abgehandelt…

Einzig ein Teil fehlte: Die Ledertasche die ich beim Schneider eingelagert hatte. Die wollte er noch vorbei bringen.

Zum Abendessen wollte ich nochmal raus und Thaifood essen. An der Rezeption fragte ich, wo ich Thaifood finden könnte. Man verwies mich auf die Restaurants in der Nähe, 400+ Bath pro Gericht. Ich fragte nach dem günstigen Thaifood, was auch die Locals essen der Mann winkte ab. Das sei nicht hygienisch und nicht gut und überhaupt. Merke: Wer im Hilton unter kommt wird seine Umgebung nur aus der Touristenperspektive kennen lernen. Ich erkundete dann die Umgebung des Sathorn Pierts. Unter einer Mall war ein food court eingerichtet. Als ich etwas zu essen suchte, geriet ich in eine Gruppe Deutscher. Ich kam mit ihnen ins Gespräch und setzte mich zu ihnen. Die Truppe war geschäftlich unterwegs, Ingenieure von Ford aus dem Saarland. Nach 2 großen Chang und 2 Gerichten für insgesamt 110 Baht machte ich mich auf den Heimweg.

Ach ja – Die Ledertasche ist nun auch da.

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Hoch hinaus

Ich war gestern früh ins Bett gegangen und wachte entsprechend früh (vor 6Uhr Ortszeit) auf. Ich laß dann im Bett in einer Neuerwerbung (Farang, von Doc Corness). Das Buch ist so witzig geschrieben, dass ich mir das Lachen nicht verkneifen konnte.

Gegen 7 verließ ich dann das Hostel um zu frühstücken. Da ich nur Straßenstände fand, gab es Kaffee und einen Fleischspieß. Ich war auf der Suche nach einen Friseur in der Soi 8. Und tatsächlich fand ich einen chinesischen Friseur der verdutzt war, so früh einen Kunden zu finden. Aber als chinesischer Geschäftsmann verschiebt man gern sein Frühstück, wenn man dafür Umsatz bekommt. Für 200Baht (<5EUR) erhielt ich einen Haarschnitt, wurde mit Duftwässerchen besprenkelt und erhielt dann noch eine Nackenmassage.

Nächste Stop war eine Schuhreperatur. Ich wollte dort Ledersohlen für meine Schuhe zu Hause kaufen. Für meine Größe hatte er aber nichts vorrätig und außerdem versuchte er mich über den Tisch zu ziehen. Also gibt es wohl keine Ersatzsohlen…
Auf dem Weg zum Schuster fand ich einen Food Court in dem ich Kaffee und Brötchen hätte bekommen können…. schade. Mein Hostel wusste das auch nicht, aber ab jetzt können sie das ihren Gästen empfehlen.

Ich checkte dann aus und nahm ein Taxi um zum Hilton zu fahren. Der Fahrer wusste nicht wohin es gehen sollte, telefonierte mit der Zentrale und setzte mich dann an der S-Bahn ab. Die nutzloseste Taxifahrt bis dahin. Mit der S-Bahn ging es dann auf die andere Flussseite und dann mit dem Taxi ins Hilton. Der Check-Inn erfolgte für mich nicht, bei den "normalen" Gästen, sondern im 31 Stock in der Executiv Lounge, wo man mir gleich ein Getränk und Erfrischungstuch reichte. Nachdem ich etwas Zeit dort verbracht hatte, und mir die Annehmlichkeiten erklärt lassen hatte, wurde ich in mein Zimmer gebracht.

Mein ursprünglich gebuchtes Zimmer war leider nicht verfügbar. Man gab mir dieses hier (siehe Video):

Richtig … die Executive Suite. 7.000-10.000 Baht pro Nacht, laut Booking.com .

Mir wurde dann noch das Gepäck gebracht und dann noch ein Obstkorb.
Ich verbrachte mehr Zeit als geplant auf dem Zimmer. Ich brach dann auf um den Königspalast und den Golden Mount zu besichtigen. Aber das warten am hoteleigenen und danach am öffentlichen Bootssteg sorgten dafür, dass ich umplanen musste. Der Königspalast schließt um 15:30 seine Tore und deshalb fuhr ich etwas weiter und lief dann zur Khaosan Road. Diese stellte sich als Einkaufsstraße mit vielen (aufdringlichen) Schneidern, Souvenier- und T-Shirt Läden sowie Hostels heraus. Nichts weltbewegendes. Wer einen Traveler-Treffpunkt sucht, ist hier sicherlich richtig. Ich war mit langer Hose und weißem Hemd aber ein Fremdkörper und rief nur bei den Händlern Begeisterung hervor, die dachten bei mir könnten sie mehr verdienen. Ich musste deshalb extra hart verhandeln um einen halbwegs vernünftigen Preis für einen Handylautsprecher zu bekommen.

Danach ging es mit einem TukTuk zum golden Mount. Der Fahrer verstand nicht wo ich hin wollte, ich hatte meine Karte in der Kaosan Rd. liegen gelassen, und erst durch die Hilfe eines Passanten konnte dem Fahrer klar gemacht werden, wohin die Reise gehen sollte.

Auf dem Weg vom TukTuk zum Mount kam ich an einem Markt vorbei der gerade aufgebaut wurde und dessen Essensstände bereits verkauften. Ich fand wieder einen Insekten-Grill. Er verkaufte am laufenden Band kleine Tüten mit den Köstlichkeiten. Ich wartete bis eine ruhige Minute kam und fragte, ob ich eine einzelne goldene Larve kosten könnte. Er gab mir eine und ich war überascht, dass diese mit Zucker überzogen waren. Der Geschmack war ok, aber nicht motivierend genug um eine ganze Tüte zu kaufen.

Nach einem beschwerlichen, schweißtreibenden Aufstieg kam ich auf der oberen Plattform des Golden Mount an. Der Berg ist nicht wirklich golden, nur seine Spitze. Trotzdem hatte ich eine gute Aussicht auf den Sonnenuntergang über Bangkok. Es war heute besonders schwühl und das sieht man den "nebligen" Bildern auch an.

Mit einem weiteren TukTuk ging es dann nach Chinatown um etwas zu essen zu finden. Ich lief die Straße ab und entschied mich in einem kleinen Seafood Restaurant mit AC zu essen. Ich saß neben einem chinesischen Paar welches 4 oder 5 verschiedene Gerichte bestellte und laut schmatzend verzehrte. Sie schauten etwas amüsiert auf mein einzelnes Gericht. Im Gegensatz zu ihnen, aß ich aber auf.

Danach ging es mit ein paar Umwegen (ich brauch eine Kompass-App) zum Pier und dann zurück ins Hotel.

Einfach mal so…

Als ich heute früh auf stand, hatte ich das Gefühl genug von Bangkok gesehen zu haben und nicht noch eine Übernachtung zu benötigen. Deshalb machte ich mich am Vormittag auf zum Bahnhof und kaufte eine Karte für den Nachtzug nach Chiang Mai im Norden. Der Zug fuhr 19:35Uhr ab, so dass ich vorher noch beim Schneider das erste Fitting machen konnte. Nachdem ich am Bahnhof noch etwas essen war, fuhr ich zurück zur Unterkunft um mein Zimmer zu räumen.

Da ich keine speziellen Ziele hatte, schlug mir der Kerl an der Rezeption die Ecke um die Siam-Station vor. Ich schaute im Loose-Reiseführer nach und fand dort das “Jim Thompson House”.  Mr. Thompson war ein amerikanischer Architekt der sich nach dem zweiten Weltkrieg in die Thaikultur verliebte und mehrere Holz/Teakhäuser auf dem Land kaufte, diese demontieren ließ und zu einem großen villenartigen Landhaus in Bangkok zusammen setzen ließ. Er sammelte weiterhin Thai-Kunst, welche im Haus und den kleinen Nebengelassen ausgestellt wird. Mr. Thompson verscholl bei einem Spaziergang in den Cameron Highlands in Malaysia.



Das Haus zu erreichen war aber nicht so einfach, denn als ich aus der Bahn ausstieg ging ein sensationeller Wolkenbruch über Bangkok nieder, der ca. 30Minuten anhielt. Ich habe versucht dies auf Video zu bannen.

Etwas durchnässt konnte ich dann die Führung durch das Thompson Haus machen. Auf dem Weg zurück ging ich in eines der großen Einkaufszentren um nach Elektronik und Lederwaren Ausschau zu halten. Die Shopping Mal hatte wieder unzählige Shops mit echter und kopierter Ware zu bieten sowie gefühlte 30 Läden die alle nur Handyhüllen für Samsung und iPhone Modelle anboten.


Straßenimpression in Bangkok Siam Station. Fußgangerbrücken, S-Bahn-Brücken, Straßen.

Gegen 18:00Uhr ging es zurück zur Unterkunft und zu meinem Schneider. Die Anprobe war nötig, denn es zeigte sich, dass an der ein oder anderen Stelle der Anzug zu eng ausfallen würde. Das Material jedoch sieht toll aus.

Der Weg zum Nachtzug verlief unspektakulär und ich fand schnell zu meinem Zug und Abteil, welches ich mit einem Niederländischen Backpacker-Pärchen und einem Mädchen Teile, welches nie im Abteil ist und es vorzieht kein Wort zu sagen.

Prunk und Paläste

Heute ging es mal vormittags los. An der Rezeption traf ich einen der Traveler mit dem ich weg war. Wir beschlossen kurzerhand uns ein deftiges Frühstück zu verpassen: Bratreis mit Hünchen. Super lecker. Anschließend klärte ich im Hostel, wie ich am schnellsten zur Vimanmek Mansion und zur Ananta Samakhom-Tronhalle kommt. Es ging mit der S-Bahn bis zum Victory-Monument und dann mit dem Taxi zur Tronhalle.

Am Kassenhäuschen der Mansion stand geschrieben, dass es um 2Uhr eine englische Führung gäbe. Da ich um 1Uhr da war, schaute ich erstmal bei der Tronhalle vorbei. Dort sagte man mir, dass es wohl länger als 1h dauern würde und ich doch zuerst die Führung machen sollte. Also vertrieb ich mir die Zeit in den gepflegten Gärten europäischen Stils, und als es zu warm wurde, im Eiscafe.

2Uhr war ich pünktlich zu meiner Führung an der Mansion und war der einzige Tourist der diese wohl haben wollte. Also wurde ich von meinem persönlichen Guide durch die Räume geführt. Die Mansion ist ein mehrstöckiges Teak-Haus welches als Palast einem der vorherigen Könige gedient hat. Später, als es nicht mehr benutzt wurde, wurde es als Lagerhalle umfunktioniert. Zum 200Jährigen Stadtjubiläum von Bangkok, wurde das Haus an seinem Standort abgebaut und an seinem jetzigen als Museum wieder errichtet. Es zeigt wie früher die Herrscher Thailands gelebt haben. Der damalige König hatte in England studiert (Oxford) und war mit einigen europäischen Herrschern bekannt oder befreundet. Er modernisierte sein Land nach europäischen Einflüssen, was auch an den Ausstellungsstücken zu sehen war. Leider konnte man die Vitrinen nicht im Detail betrachten, da Seile einem das näher treten verwehrten.
Einige Bereiche mit Vitrinen waren so gar nicht zugänglich. Dies, und das man keine Fotos machen konnte, schmälerte etwas das Erlebnis.

Danach ging es in die Tronhalle. Dort konnte man mit einem Audioguide die dortige Ausstellung besuchen. Die Tronhalle wird mittlerweile nicht mehr als Empfangssaal für königliche Gäste genutzt, sondern beherrbergt unter ihren 6 Kuppen aus Carara-Marmor eine Ausstellung von Kunstschätzen welche die Kunsthandwerks-Akademie fertigt. Soweit es sich mir erschloss, finanziert die Königsfamilie den Erhalt der Kunsthandwerker wie dies früher durchaus auch in Europa üblich war. Im Gegenzug fertigen diese Handwerksmeister Intarsien, Gold, Silber, Seidenstickerei und Schnitzarbeiten. Die Königin hatte darüber hinaus angeregt die Flügel der Thailändischen Prachtkäfer als Dekoration zu verwenden, woraus sich ein eigener Stil entwickelte, welchen die Kunstakademie weiter erforscht. So hängen direkt am Eingang schillernde Mosaik-Geflechte in die 1x5mm lange Streifen aus Käferflügeln eingearbeitet sind.
Ich hätte davon gern ein paar Fotos gemacht, jedoch war auch hier Fotografieren verboten…

Ich hatte dann vor zur Fähre zu laufen um mit selbiger nach Chinatown zu fahren um dort etwas zu essen. Auf dem Weg lief ich eine Zeitlang neben einem Traveler-Pärchen her. Ich sprach sie dann an, wohin sie wöllten und sie erzählten mir von einem 32m Buddha in der Nähe. Ich schloss mich den Beiden, zwei polnische Studenten, an. Nach dem Buddha ging es weiter zur Fähre. Unterwegs entdeckten wir einen kleinen Markt in den wir einen Abstecher wagten. Ein echter Thai Markt, das merkte man schon daran, dass die Planen sehr niedrig hingen und ich häufig nur gebückt durch kam. Der Markt war zwar schon recht leer, aber immer noch standen Bottiche mit lebenden Fischen, Welsen, Aale und sogar Fröschen herum.
Anschließend versuchten wir zur Fähre zu gelangen, was daran scheiterte, dass die Anlegestelle an der wir waren, um die Zeit nicht mehr angefahren wurde.

Also nahmen wir uns ein Taxi nach Chinatown. Die Beiden hatten sich entschieden mit essen zu gehen. Ich erzählte ihnen von dem “Restaurant” an dem ich am ersten Tag war, und nach kurzer Suche fanden wir dies auch wieder. Alle Plastiktische waren voll besetzt, so dass wir diesmal gut eine Stunde auf das Essen warten mussten. Wir wurden durch die regelmäßigen Stichflammen vom Grillmeister am Wok unterhalten, und als Reisende gibt es eh immer was zu erzählen. Das Essen entschädigte dann für die Wartezeit. Es gab “Stir Fried Seafood”, “Deep fried Chicken” und “Scampies”, letztere in einer extrem leckeren Kokusmilch-Soße angemacht. Wir hatten uns abgesprochen, dass wir alle Gerichte aufteilten, so konnten wir alles probieren. Danach liefen wir zur Mrt/S-Bahn Station und fuhren jeweils zu unseren Unterkünften.

Da mir vom vielen Laufen die Füße und der Rücken schmerzte, bin ich da noch in einen Massage-Salon gegangen. Eigenlich wollte ich gern einen 50/50 Mix aus Fussmassage und Thai-Rücken-Massage. Aber die Eigentümer wollten das aus irgend einem Grunde nicht. Da der andere Laden an dem ich vorbei kam gerade zugemacht hatte, wollte ich nicht noch lange rum suchen, und habe dann die Thai-Massage gewählt. Eine recht schmerzhafte Entscheidung. Bei der Thaimassage wird durch geziehlten Druck auf die Muskeln versucht deren Verspannungen “aufzubrechen”. Zum Einsatz kommen Ellebogen, Knie und alles was weh tut – hatte ich das Gefühl. Auch das “auf den Rücken stellen” war im Programm. Jedoch hatte ich nicht das Gefühl, dass meine Verspannungen dadurch gelöst wurden. Um ehrlich zu sein bin ich froh, wenn es bis morgen nicht schlimmer wird.

Getümmel? Getümmel!!!!

Plötzlich kam da dieser Chinese ins Zimmer und guckte ganz erschrocken als er mich im Bett sah. Er hatte mich aufgeweckt und antwortete mir auf die Frage wie spät es sei, mit 1pm. Ok… Zeitumstellung ist wohl noch nicht ganz bei mir durch. Unter der Dusche überlegte ich mir, was ich heute anstellen wollte.
Nach kurzer Beratung mit dem Typ an der Rezeption stand also fest: JJ-Market – der große Wochenend-Markt und vorher noch ein Schneider.

Ich hatte auf dem Weg zum Hostel einen Scheider gesehen, der auch auf Deutsch ein Angebot vor die Tür gestellt hatte: 1 Anzug + Hose + 3 Hemden für 250EUR. Als ich heute nach diesem Scheider suchte, konnte ich den Laden nicht finden. Auf der Website vom  Loose-Reiseführer wurden ebenfalls ein paar Schneider der Gegend aufgeführt, also machte ich mich auf die Suche nach denen. Als ich in der Nähe der Soi 11 bei der Nana Station war fing es an zu regnen. Es ordentlicher Regenschauer, der nach 10 Minuten in Nieselregen abschwächte. Bei dem Wetter wollte ich nicht länger suchen. Ich stand vor einem Schneiderladen bei dem gerade 2 Europäer Ware abholten. Ich wartete bis sie raus kamen und unterhielt mich mit ihnen. Es waren 2 Briten, einer davon arbeitet als Lehrer in Bangkok und er erzählte mir, dass ihm seine Arbeitskollegen den Laden empfohlen hätte. Der Schneider wäre ein ruhiger Typ, der niemanden etwas auf schwatzen will, aber auch nicht viel mit sich handeln lässt. Er würde mir den Laden guten Gewissens empfehlen können. Im hinteren Bereich könnte man, wenn man bittet kurz das WC benutzen zu dürfen, einen Blick Richtung Produktion werfen. Also wird hier wirklich noch selber genäht. Also bin ich rein und konnte mich selbst davon überzeugen. Da ich mittlerweile weiß, was in Sachen Hemden und Sakkos konfiguriert werden kann konnte ich mich gut mit ihm unterhalten. Die Materialauswahl verlief diesmal recht zügig. Ich fragte ihn, ob es einen Mengenrabatt gäbe und, dass ich mehr als einen Anzug machen lassen möchte. So kam eins zum anderen und es wurde noch ein Smoking ausgewählt, dazu kamen Hemden. Insgesamt 5 Hemden, 2 Anzüge und 1 Smoking. Dann ging es ans bezahlen und der Schneider schrieb 38000 Baht auf seinen Zettel, wovon er mir direkt einen Rabatt auf 37000 gab. Ich hatte ursprünglich mit deutlich weniger geplant, nämlich 25000 Baht, und sagte ihm das auch. Ich war aber bereit mehr auszugeben, da ich ihm glaubte bessere Qualität zu liefern als die Billig-Schneider. Nach einigem verhandeln kamen wir bei 34.000 Baht heraus. Ich denke ein Fairer Preis.

Nachdem die Kriegskasse geplündert war, ging es nun zum Wochenend-Markt. Gehört hatte ich davon schon einiges, aber als die MRT an der Endstation ankam und man von oben auf hunderte kleine Dächer schaut, wurde einem schnell klar, dass dies ein etwas “ausgedehnterer” Markt war. Die Menschenmassen war der Wahnsinn. Die Wege zwischen den Ständen waren bestenfalls 1m breit, links und rechts davon gab es kleine Verkaufsflächen von 4 – 12qm. Jeder Laden war spezialisiert auf irgendetwas. Gürtel, Damenhandtaschen, T-Shirts, Holzkästchen, Blumen, Dekozeug, Parfum, Hüte, Papiertüten, Geschenkpapier und Bänder, Messer und Samuraischwerter, Handyhüllen (natürlich nur für Samsung und iPhone) usw. Zweischendurch gab es kleine Getränke und Essensstände. Meine Agenda sah vor, dass ich mir T-Shirts und eventuell eine Ledertasche kaufen wollte. Nach einigem suchen fand ich ein paar T-Shirts, die nicht zu touristisch waren und vor allem in meiner Größe verfügbar. Ledertaschen für Männer (Aktentaschen) suchte man allerdings vergeblich.  Abschließend gabs dann noch ein leckeres Thai Gericht mit Garnelen. Als es dunkel wurde, gings diesmal direkt zurück. Morgen möchte ich schon Vormittags los.

Als ich diesen Beitrag schrieb, kam ich ins Gespräch mit ein paar Backpackern die ihren Samstag Abend planten. Sie wollten in einen Club und ich schloss mich an. Wir fuhren mit 2 Taxis zu einer “Pre Full Moon Party” in eine Disco namens Grease. Eintritt 200Baht, ein Bier im Eintritt enthalten.
Nachdem wir unsere Bier getrunken hatten gingen wir wieder, da der Laden nicht recht überzeugen konnte. Wir fuhren dann ins “Route 66”, einem Straßenzug an dem es mehrere Bars und Clubs gab. Eintritt 300 Baht, jedoch komplett als Verzehrgutschein. Der Laden war viel besser und wir blieben bis die Musik ausging – 2Uhr. Danach wollten ein paar noch weiter feiern, ich wollte zurück ins Hostel. Ein Typ aus dem Hostel kam noch mit und wir fanden ein Taxi welches zum offiziellen Preis von 70 Baht zurück fuhr (um 2Uhr nachts recht ungewöhnlich). Als wir am Hostel ausstiegen kam ein zweites Taxi an mit den anderen Leuten. Der 4Uhr-Morgens-Club war zu und so sind sie auch zurück gefahren – für 200Baht.
Route 66 – Partymeile in Bangkok

Da wir alle noch hungrig waren sind wir dann in eine der Garküchen noch essen gegangen, bevor wir gegen 3Uhr ins Bett gefallen sind.
Mitternachtssnack: Fried Morning Glory with crispy pork

Mitten ins Getümmel

Die Nacht im Flieger war kurz, aber zumindest konnte ich ein paar Stunden Schlaf abbekommen.

Am Flughafen lief die Einreise problemlos ab, dank deutschem Pass, andere Touristen müssen noch ein VisaOnArrival-Formular ausfüllen.
Am Geldautomaten traf ich dann einen anderen Backpacker der zufälligerweise in die selbe Gegend der Stadt musste. Also schlugen wir uns erstmal gemeinsam bis zur Bahn durch und fuhren in die Stadt. Wir trennten uns dann aber an der MRT (S-Bahn) Station, da er eine andere Strecke fahren wollte als ich, und ich ein paar Meter zu Fuß gehen wollte um die Gegend zu erkunden. Genau das tat ich dann auch unfreiwilliger Weise, denn ich bin an meiner Soi (Straße) vorbei gelaufen. Schweiß überströhmt (27°C, hohe Luftfeuchtigkeit) und viel zu früh (10:30Uhr) kam ich in meinem Hostel an. Aber ich konnte mich frisch machen und ins Netz um die Wartezeit zu über brücken, bis mein Zimmer fertig war.

Als ich dann ins Zimmer konnte, war ich nach der überfälligen Dusche so fertig, dass ich erstmal 1,5h im sehr bequemen Bett geschlafen habe.
Ich musste mich regelrecht zwingen irgendwann doch auf zu stehen um noch etwas von der Stadt zu sehen. Der hilfsbereite Typ an der Rezeption schlug vor, mit dem Boot ins Zentrum zu fahren. (Die S-Bahn fährt nur bis nach Chinatown. Die restlichen Kilometer muss man laufen oder Tuktuks nehmen.)

Die Tour mit dem Boot war günstig und man konnte die Stadt vom Fluss aus sehen. Es war dabei sehr verwunderlich zu sehen, dass neben schicken Bürohochhäusern noch einfachste Wohnhäuser und verfaulende Werkstatt-Schuppen zu sehen sind. Gerade die Abrissgebäude hätte ich so nah zur Altstadt gelegen, nicht vermutet.
Danach lief ich am Königspalast vorbei (der hatte schon zu, was ich vorher wusste), weiter am Verteidigungsministerium entlang zum Wat Pho. Dieser Tempel Komplex bietet zwei große Hallen mit Buddha Statuen und diversen anderen Einrichtungen die ein Kloster so benötigt. Hier ein paar Eindrücke:



Nachdem ich aus dem Tempel heraus war, fasste ich den engagierten Entschluss nach Chinatown zu laufen.  Laut Karte sollten das nur 1,5km sein, was vermutlich stimmt. Engagiert war es, weil es finster wurde, und Straßenschilder nur an größeren Kreuzungen den Namen der Straße in lateinischen Buchstaben zeigen. Irgendwann habe ich dann doch in einem 7/11 (das sind die all gegenwärtigen Mini-Supermärkte die auch spät abends noch auf haben.) nach dem Weg gefragt und musste erfahren, dass ich nur 50m entfernt war. Chinatown, jedenfalls die kleinen Stände die ich aus KL kannte, war bereits abgebaut. Jedoch gab es weiter innen noch eine Kreuzung wo es dampfte und zischte. Dort waren Garküchen aufgebaut. (Ein Video davon habe ich, aber leider ist der Upload momentan nicht möglich. Ich versuche so viel Material wie möglich bei slickpic hoch zu laden.)
Dort traf ich dann zwei Traveler die dort auch aßen. Der eine, ein Banker aus Südafrika, der andere ein Zivi aus Österreich. Wir verstanden uns gut und sind dann noch gemeinsam durch Chinatown gewandert und Essen probiert. Schließlich ging es zurück nach Sukhumvit, so heißt die Ecke wo mein Hostel ist. Die beiden mussten auch in die Gegend, also haben wir uns ein Tuktuk geschnappt und ordentlich verhandelt. Die Fahrt war länger als Gedacht, und mit 50 Baht p.P (knapp über 1Eur) auch recht günstig. Das soll auch so sein, wenn ich mein Ziel von 1500 Baht pro Tag nicht reißen will.
Zurück in Sukhumvit kamen wir an der Soi Cowboy vorbei. An der lauten Musik, den vielen Menschen und den auffallend hübschen Mädchen, konnte man sich schnell denken, was für eine Straße das ist. Wir sind die Straße einmal rauf und wieder runter gelaufen und konnten dort auch die “berühmten” Ladyboys sehen die, ehrlich gesagt, besser raus geputzt waren als die echten Mädels. Da wir dort aber eh nichts verloren hatten gings dann schnell wieder in zurück auf die Hauptstraße. Wir kamen recht schnell am Hostel der beiden anderen an, wo ich mich verabschiedete und schnur straks in die falsche Richtung lief (Norden statt Westen). So dauerte es noch 30 Minuten mehr, bis ich im Hostel ankam. Aber ich bin ja hier um Bangkok und Thailand zu sehen. 😉