Zwischenstop in Chiang Mai

Ich stand gegen 9Uhr auf und machte mir Gedanken was ich mit dem halben Tag Pai anstellen wollte. Mein erster Weg führte mich in die Stadt zum Frühstücken und zum Ticketkauf für den Mini-Bus nach Chiang Mai. Ich entschied mich für den 14Uhr Bus. Theoretisch könnte ich so nochmals mit einem Scooter die andere Richtung erkunden.

Beim Frühstück traf ich dann eine Deutsche die als Englischlehrerin arbeitete (und gerade mit dem Abi fertig war). Sie war der Meinung, der Canyon wäre direkt an der Straße und nicht weiter weg. Da dies auf den Touristenkarten auch so ausgewiesen war, war ich gestern also deutlich an meinem Ziel vorbei und in die hinteren Regionen von Pai vorgestoßen – bevor es mich gelegt hatte.

Da ich keinen anderen Scooterverleiher finden konnte und ich ungern bei dem Selben erneut mieten wollte, ließ ich es bleiben und verbrachte die Zeit mit Schlendern in der Stadt. Als ich zurück im Hostel war und meine Wunde verarztete kam ein alter Auswanderer vorbei der Deutsch sprach. Er meinte, er wäre früher Militärarzt gewesen und gab mir Tips wie ich die Wunde erstmal sauber bekomme, bevor ich Luft zum heilen dran lasse.

Nachdem ich meinen Blogeintrag geschrieben hatte, gings im Beiwagen des Hostelbesitzers zum Busterminal und dann die Kurvenreiche Strecke zurück nach Chiang Mai. Der Fahrer fuhr verhältnismäßig gesittet, auch wenn das die Chinesische Frau neben mir wohl anders sah (und sich an ihren Mann klammerte).

In Chiang Mai nahm ich mir ein TukTuk und fuhr zum Bahnhof. Es war recht viel Verkehr aber ca. 17Uhr war ich da und wollte mir ein Ticket für den Nachtzug kaufen. Die Frau am Schalter sagte, dass der letzte Nachtzug 17:30Uhr abfahren würde. Ich überlegte kurz, und machte dem TukTuk Fahrer klar, dass wir in 20 Minuten zum Hostel und zurück zum Bahnhof müssten (ich musste noch meinen großen Backpack holen). Er nahm die Herausforderung an, und es ging in wilder Hatz durch Chiang Mai. Hinfahrt dauerte knapp 10 Minuten. Meinen Backpack konnte ich in 2 Minuten loseisen aber dann standen wir im Stau und um 17:23 war klar, dass es nicht zu schaffen war. Ich bat den Fahrer umzukehren und mich in der Altstadt ab zu setzen.

Ich suchte mir dann ein Hostel mit Schlafsaal, und fand eines indem ich der einzige Gast bin. Auf dem Weg riet ich noch zwei Mädels aus Deutschland ab, eine Massage bei den zwielichtigen Damen zu machen, sondern zeigte ihnen wo der Tempel mit den guten Masseuren war.
Danach ging ich selbst auch zu diesem Tempel. Dort warteten noch 3 andere darauf, dass sie dran kamen. Es war schon recht spät und der Tempel schloss bald. Eine der Frauen die dort arbeitet packte dann zusammen und sagte wir sollten ihr nach Hause folgen. Wir schauten uns verdutzt an, liefen aber hinterher. Eine Straße weiter lief sie in einen Hinterhof und öffnete die Tür zu einer Massage-Schule (jedenfalls interpretiere ich den Raum mit großem Fernsehr und vielen Liegen so). Kurz darauf kamen auch die anderen Masseure und gaben uns die zugesagten Massagen.

Anschließend lief ich in eine Nebenstraße in der ich bei meiner Hostelsuche ein kleines Restaurant gesehen hatte. Ich hörte dort beim herangehen ein Gespräch über Schneider in Chiang Mai auf Deutsch. Ein älterer Herr aus der Schweiz war wohl nicht glücklich über den Service. Ich bestellte mir etwas zu essen und kam ins Gespräch. Der Mann war wohl auch viel in Indien unterwegs und kannte sich mit Stoffen etwas aus, so dass ich wieder etwas dazu lernen konnte.

Nach etwas mehr Smalltalk brach ich auf und wollte noch etwas Streetfood essen. Jedoch fanden sich keine interessanten Essenstände, und so lief ich bis zum Nachtmarkt. Dort aß ich dann bei einer Chinesischen Suppenküche etwas, was zwar gut aussah, aber etwas zu wässrig schmeckte.

Danach lief ich zurück zum Hostel um mein Gepäck aufzuräumen, meine Wunde zu verarzten und etwas Schlaf ab zu bekommen.

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Pai

Es ging entspannt um 10Uhr mit dem Minivan nach Pai. Pai ist ein kleines Städtchen, eher Dorf in den Bergen im Norden Thailands. Früher wurde hier wohl auch Opium angebaut, aber das ist vorbei. Aus der wilden Zeit übrig geblieben ist die Backpackerszene in Pai. Früher haben sich hier die Alternativen und Reggae-Freunde in das Dörfchen begeben um fern von Polizeieinflüssen ihr Ding zu machen. Daraus entstand eine recht Kreative Künstlerszene. So gibt es z.B. eine Zirkusschule, Restaurants mit Essen aus aller Welt und beim täglichen Nachtmarkt viele kleine Dinge zu kaufen.

Ich kam gegen 14Uhr in Pai an und versuchte ein Hostel zu finden. Ich hatte im Reiseführer vom Happy-House gelesen und lief dorthin. Der Chef (ein Australier) empfing mich freundlich, hatte aber kein Bett mehr frei. Er schickte mich quer über die Straße, dort hatte man Platz für mich. Leider konnte ich mich mit dem dortigen Thai-Chef nicht gut unterhalten, also ging ich ab und an rüber ins Happy House wenn ich Fragen hatte.

Ich lief dann in die “Stadt” und mietet einen Scooter um die Umgebung zu erkunden. Auf der Karte laß ich etwas vom Pai-Canyon. Ich fuhr die Straße ab und kam an zwei tollen Aussichtspunkten vorbei und schließlich auch an ein Schild mit der Aufschrift “Land-Split”.


Ich folgte der Straße und das war wohl wie ich heute weiß der Fehler. Nach 10 Minuten war ich durch das erste Dorf durch und fand ein Schild mit der Aufschrift “Viewpoint” und einer Kilometerangabe. Ich glaubte auf dem richtigen Weg zu sein und fuhr weiter.

Die Dörfer wurden kleiner, die Wege schlechter und ich war nun wirklich auf dem Land und in den Bergen. Ich überquerte kleine Bäche zwischen den Feldern wo als Brücke ein gespaltener Baumstamm lag. Ich umkurfte gekonnt die tiefen Spurrinnen und fuhr weiter und weiter in das kleine Tal hinein. Eigentlich folgte ich nur noch eingen Reifenspuren, jedoch tauchte alle paar Kilometer ein Schild mit dem “Viewpoint” und einer Kilometerangabe auf. Also fuhr ich weiter. Irgendwann wurde die Straße richtig krass. Dicke Steinbrocken auf der Straße, Spurrinnen die 30cm tief waren, Steigungen die der Scooter nur durch anschieben mit den Beinen schaffte. Ich kam mir vor wie in einem Computerspiel wo ich mich Level für Level hocharbeitete und es immer schieriger wurde. Nach 40 Minuten Bergauffahrt kam ich an eine Stelle mit einem Schild: Viewpoint 3km, 20Minutes, Only Motorbikes, no Cars, Very Steep.

Als ich den ersten steilen Anstieg geschafft hatte stand ich vor einer Matschpfütze an deren Rand es 30m in die Tiefe ging. Ich entschied ein Beweisfoto zu machen und umzukehren.

Aber es ging natürlich noch krasser, denn sobald ich umkehrte begann es zu regnen. Ich wusste, dass dies nun wirklich gefährlich wurde, denn die steilen Dreckpisten wurden nun nass und wirklich glitschig. Die Fahrt war extrem. Ich musste einerseits vermeiden in die Spurrinnen zu rutschen, konnte an den Hängen aber auch nicht wirklich umherkurfen, da es zu glatt war. Meine linke Hand hielt die Hinterbremse ständig fest. Es gab dann aber auch wieder Stücke, wo ich Schwung brauchte um hoch zu kommen. Ich machte immer wieder kurze Pausen zum verschnaufen und um das ein oder andere Foto zu machen.


Nach 30 Minuten war das schlimmste geschafft und ich war unfallfrei wieder auf einer befestigten Straße. Dort konnte man problemlos 40 fahren. Einige Hühner querten die Straße, kein Problem, doch dann tauchte ein Nachzügler-Hühnchen auf. Es lief direkt in meine Spur, ich bremste, krach!

Auf dem glitschigen Boden hatte es den Scooter hingelegt und mich ein kleines Stück über den Asphalt geschleift. Der Scooter lief noch und sah nicht kaputt aus, nur der Spiegel war defekt. Ich checkte mich selbst und war sicher nichts gebrochen zu haben. Aber die Knie waren aufgeschürft und bluteten leicht. Außerdem waren die Beine leicht verdreckt. Eine Anwohnerin kam gelaufen und wieß mich ein Stück die Straße hoch, dort sei ein Doktor. Die Artztpraxis fand ich, aber niemand war da. Ich nutzte einen Wasserschlauch am Haus um die Beine abzuwaschen und mir ein Bild zu machen. Es waren nur leichte oberflächliche Abschürfungen die auch kaum bluteten. Also fuhr ich weiter.

Auf dem Weg zurück war ein Wasserfall und ich wollte mir den Tag nicht komplett versauen lassen. Also ging ich noch kurz schwimmen und machte ein paar Bilder. Ich nutzte dort die Möglichkeit den Scooter von seiner Motorcross-Fahrt zu reinigen.

Danach fuhr ich in mein Hostel und ging zum Australier gegenüber um zu fragen, was ich mit dem Scooter machen sollte. Er zeigte mir eine Werkstatt wo man mir neue Spiegel für 190Baht montierte (4,5EUR).
Danach zog ich mich um und brachte den Scooter zurück. Der Verleiher merkte nichts und ich bekam meinen Pass als Pfand zurück.

Danach ging ich in eine Apotheke. Ich wollte mir eine Creme kaufen um die Schürfwunde zu desinfizieren. Der Apotheker sah mein leicht geschwollenes Knie und wollte mir nichts verkaufen. Ich solle zum Doktor gehen – Pai hat ein Hospital. Also lief ich da hin und ging in die Notaufnahme.
Nachdem  ich dort ca. 20 Minuten gewartet hatte kam ich dran. Als erstes wurde ich gewogen und mein Blutdruck gemessen, was ich leicht irritiert über mich ergehen ließ. Danach wurde meine Wunde desinfiziert und mir eine Jod-Flüssigkeit und sterile Pads zur Selbstbehandlung mitgegeben.

Der kleine Mopedausflug hat mich 200Baht für Scooter und Benzin gekostet + 600Baht für Reperatur und Arzt. Aber ich muss sagen, es hätte auch schlimmer ausgehen können, wie mir der Abend noch zeigte.

Ich lief dann etwas durch die Straßen von Pai und suchte etwas zu essen. Eine europäische(?) Straßenhändlerin empfahl mir die Curry-Shack wo ich dann ein sehr gutes Rotes Curry essen konnte. Ich lief die Straße dann nochmal hoch und hörte plötzlich ein “Kevin!?” hinter mir. Ich drehte mich um und sah eine Gruppe von 4 Leuten die ich bei Sammys Kochkurs kennen gelernt hatte. Ich setzte mich zu ihnen und erzählte ihnen meinen Tagesablauf. Das Thema passte da sie sich morgen Scooter ausleihen wollten und nun extra Vorsichtig fahren werden. 😉

Wir gingen dann zusammen den Nachtmarkt ab und aßen u.A. eine Durian wo sich zeigte, dass ich keine Probleme mit dem Geruch habe. Auch einer der Kerle konnte das Fruchtfleisch problemlos essen. Die andere Hälfte der Gruppe aber nicht.

Um den Duriangeruch zu bekämpfen beschlossen wir etwas trinken zu gehen. Wir endeten in der “Almost Famous Bar” wo es Mojitos in allen möglichen Geschmacksrichtungen im Angebot gab (4 bestellen, 1 umsonst. Preis 100Baht) Da wir 5 waren passte dies perfekt. Nach einiger Zeit in der Bar hörten wir von außen ein “Kevin!?” und eines der Holländer-Päarchen aus meinem Hostel in Chiang Mai stand auf der Straße. Wir holten sie dazu und waren nun zu siebt. Nach ein paar weiteren Drinks ging es in eine Jazz-Bar wo live Musik gespielt wurde. Der Typ an der Gitarre war richtig gut, leider kamen wir zu spät und hörten nur noch 10 Minuten die Musik. Ich wurde u.A. mit einen Südafrikaner bekannt gemacht den ich etwas über Afrika ausfragte. Später ging es zu einer anderen Bar unweit der ersten. Die “Kochschüler” verabschiedeten sich gegen 1 und ich blieb mit den Niederländern noch eine Stunde sitzen. Als sie dann noch eine Bar weiter wollten bin ich ins Hostel gelaufen.

Der Abend endete dann unter einem Moskitonetz in einer ziemlich primitiven Unterkunft. Aber für eine Nacht ging das.