14 Planänderungen und Überraschungskonzert

Eigentlich….

Eigentlich wollten wir ja in die Berge. Karpaten, Mount Hovarla und so. Aber das Wetter ist dort angeblich so schlecht, dass wir die ganze Woche lang dort nicht hoch können. (Ob die Wetter-Apps so stimmen weiß man natürlich nicht. Die Ansage “Starker Regen” hat uns aber gereicht.) Deshalb wollten wir Richtung Kamjanez-Podilskyj. Unser Blabla Car hat uns aber einfach mal versetzt und wir mussten nochmals umplanen. Das ganze machten wir beim Italiener, wo wir uns 3h die Zeit vertrieben (und ich ein paar Videos machen konnte).

Gelandet sind wir so in Tscherniwzi. Ebenso groß wie Ivano-Frankivs’k (also auch eine Regionalhauptstadt) aber in meinen Augen mit mehr Flair. Unser Hostel (Pelican) lag genau im Zentrum und am Abend fand auch noch ein Gratis Konzert eines bekannten Musikers statt der damit für sich (und den neuen Präsidenten) werben wollte. Das Parlament wurde vor wenigen Wochen aufgelöst und der Sänger Swjatoslaw Wakartschuk möchte wohl ins nächste Parlament. Die Musik war rockig und gut und wir hatten so einen schönen Abend.

13 Autotour zum Maniava Wasserfall

Da wir erst sehr spät aus dem Hotelzimmer heraus kamen, war heute eine Bergtour kein Thema. Statt dessen wollten wir anderweitig die Umgebung erkunden und kamen auf die gewagte Idee ein Auto zu mieten.

Zuerst durften wir feststellen, dass Adressen von Dienstleistern nichts bedeuten. Die eine Autovermietung (SIXT) die angeblich in einem Hotel untergebracht war, saß ganz wo anders. Man konnte gnädigst von der Rezeption aus anrufen und dann dort Deutsche Preise (und Kautionen) bezahlen. Das haben wir dann mal sein gelassen und wollten zu einer anderen Vermietung gehen. Auch diese war vor Ort nicht zu finden. Also riefen wir an. Diesmal waren die Konditionen fairer. Da mir das mit den Kautionen nicht geheuer war wollten wir schon fast absagen, allerdings bot man uns dann das Auto auch ohne Kaution an. OK… Wir mussten eine halbe Stunde warten bis der Wagen vorbei gebracht wurde (leer, tanken müssen wir schon selbst. So wie beim Scooter Verleih). Der Wagen war rundum zerkratzt und verdellt. Der Verleiher versicherte uns mehrfach, dass für ihn nur mechanische Beschädigungen einen Regress verursachen. Kleine Kratzer seien kein Thema. Beulen, oder Fehlende Fahrzeugteile seien zu beanstanden. Nun ja…

Der Wagen fuhr (automatik) , hatte Klimaanlage und sah unauffällig aus. Damit ging es dann ab Richtung Wasserfall.

Da uns mittlerweile der Hunger plagte suchten wir entlang der Strecke nach einem Restaurant. Wir fanden eines, welches anstatt aus einem Gebäude aus 3-4 kleinen Bungalows bestand. Das Essen dort war gut und reichlich. Wir nahmen die Reste mit als Proviant.

Je mehr wir ins Gebirge fuhren, desto schlechter wurden die Straßen. Erst dachte ich an einen Fehler in Google-Maps als das uns sagte, dass wir für die 30km 1Stunde brauchen werden. Allerdings hatte Maps recht! Die Straßen waren so schlecht und durchlöchert, dass man in Schlangen Linien und äußerster Konzentration vor schlich. Profi-Tip: Man kann die Güte der Straße aus der Entfernung daran ableiten, ob der Gegenverkehr auf seiner Seite bleibt oder nicht….

Interessant waren die recht großen, verzierten und hochwertig ausschauenden Tore an den Grundstücken. Auch das ein oder andere Haus sah ganz und gar nicht nach armer Landbevölkerung aus. Es schien: Je schlechter die Straße desto toller das Tor.

Irgendwann (so 2,5km vor dem Wasserfall) ließen wir das Auto am Straßenrand stehen und wanderten weiter. Das war auch gut so, da kurz darauf der Fluss mehrfach gequert werden musste. Zu Fuß ging das noch (oder mit einem Militärtruck). Der Kia wäre da gestorben…

Nach 40-60 Minuten Fußweg waren wir dann am Wasserfall, machten ausgiebig Bilder und drehten wieder um. Es wurde langsam Abend und wir wollten nicht im Dunklen Zurück fahren.

Am Auto angekommen verschlagen wir hungrig unseren Proviant bevor es die gefühlt sehr lange Strecke zurück in die Stadt ging.

Zum Abendessen gönnten wir uns dann ein modernes asiatisches Restaurant.