22 Landscape Alley und Souvenir Shopping

Heute war einer der letzten Tage der Reise und eigentlich war nicht mehr viel zu tun. Es gab noch diese “Landscape Alley” die bei Tripadvisor immer wieder vorgeschlagen wurde und da die Souvenier-Stände am St.Andreas Steig direkt in der Nähe dieser waren, machten wir uns auf den Weg.

Mein Fehler zu beginn des Tages war, dass ich keinen Pullover/Jacke mit genommen hatte. Denn es war kalt. Im Video wollte ich nicht rumjammern, aber ich fror bereits nach 10 Minuten und der Wind hatte kein erbarmen.

Die Landscape Alley war gute 40 Minuten Fußweg von unserer Wohnung entfernt. Dieser Park entstand erst vor wenigen Jahren. Der ehemalige Park war mittlerweile Brachland und in schlechtem Zustand. Der Kiever Künstler Konstantin Skretutsky rekrutierte andere Künstler um den Park wieder zu beleben. Die Anwohner des Parks sammelten Geld dafür. Heraus kam eine Attraktion die optisch die Landscape Alley zu etwas besonderem macht. Die einzelnen Kunstwerke haben einen unvernünftigen Witz und sind somit für Erwachsene interessant. Das Grundthema jedoch (Alice im Wunderland) sorgt für große Augen bei den jungen Besuchern.

Wir hatten etwas Proviant mitgebracht und aßen auf einer der vielen fantastischen “Parkbänke”. Als wir weiter gingen fanden wir noch einen Stand mit Süßigkeiten. Die vielen bunten Kugeln und Rühren waren aus Früchten und Nüssen gemacht und dann mit intensiven aromatischen Pulvern, z.B. Gewürzen oder Orangenschalen, bestreut.

Danach gingen wir weiter zum St. Andreas Steig. Direkt an einem der ersten Souvenierstände sah ich eine hübsche Lackdose (laut Verkäufer aus Russland) im Jugendstil. Die gefiel mir sehr, allerdings war der Preis zu hoch. Ich ging davon aus, dass noch andere Verkäufer solche Dosen hätten. Ich lag nicht ganz falsch, allerdings war genau DIESE Dose nur am ersten Stand zu haben. Ich verhandelte als an einem anderen Stand den Preis, wir kamen zu einer Einigung und ich fragte beiläufig ob es andere Motive gebe. Das vorliegende wäre nicht sooo toll. Man sagte ich solle kurz warten und nach wenigen Minuten hatte ich meine Dose. Die Standbetreiber arbeiten am Ende alle zusammen. Der eine gibt mehr nach als der Andere. Außerdem gab es noch ein tolles Gagarin T-Shirt für mich.

Der Standbesitzer war etwas gesprächig und erzählte, dass er Vertriebspartner für seine geschnitzten und gedrechselten russischen Weihnachtsfiguren suchte. Die waren alle ganz toll, aber als Erzgebirger lehne ich da ein Engagement ab. Die Leute sollen lieber unsere Holzkunst kaufen.

Unterhalb der St. Andreaskirche windet sich ein Fußweg um den Kirchenhügel. Dieser ist für Künstler mit Unterstellwänden ausgestattet an denen Sie ihre Kunstwerke präsentieren (und verkaufen) können. Wer also ein handgemaltes Bild benötigt, wird hier sicher fündig. Billig sind die mitunter sehr hübschen Stücke aber nicht. Handarbeit kostet überall Geld (insbesondere für Touristen).

Wir liefen dann durch den neuen schönen Stadtteil Vozdvyzhenka unterhalb des Schloßbergs. Die Fassaden sind alle im Stile der Gründerzeit gehalten und geben der Gegend ihren urbanen Character. Allerdings ist diese Ecke auch eine Geschichte der Spekulation und geplatzter Investmentträume. Denn das Stadtviertel mit seinem Luxusstil wurde kurz vor Platzen der amerikanischen Immobilienblase fertig. Die Preise fielen auch hier – um 50%. Allerdings sind die Wohnungen noch immer nicht günstig in dieser Ecke. Sie waren nur vorher obszön teuer – jetzt sind sie nur noch teuer.

Auf der Suche nach essbaren Souvenirs (z. B. Honig) fanden wir eine Markthalle die optisch sehr an postapokalyptische Filme erinnert. Leider verkaufte man dort den Honig nicht in Gläsern wie bei uns, sondern man bekam in in einen beliebigen Behälter abgefüllt. Das ist natürlich für den Transport nicht so optimal und auch als Geschenk taugt so eine Selbstabfüllung nicht wirklich.

Wir gingen dann in einen etwas moderneren Supermarkt um dort nach Honig zu suchen. Auf dem Weg machten wir Halt in einem Roshen Shop wo wir für 20€ Schokolade einkauften…
Im Supermarkt angekommen fanden wir den gesuchten Honig und auch Sabo Cognac. Da wir dann doch langsam hungrig wurden kauften wir dort dann gleich noch etwas zum Abendessen ein. Eine Büchse echten Kaviars zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Der Preis verdarb mir dann den Apetit auf diese Büchse. Aber es gab ja auch noch Lachskaviar und Wodka. Mit der Tram ging es dann nach Hause.

Einblicke in das “feudale” Abendessen gibt es im Video oben. Hier noch unsere Route:

21 Von Odessa nach Kiev

Heute ging es zurück Richtung Kiev, denn wir hatten uns für das Ende der Reise noch ein Highlight aufgespart. Doch dazu mussten wir zuerst hinkommen.

Schritt 1 war der Bus von Satoka nach Odessa. Glücklicherweise kommen die direkt am Hauptbahnhof an, so dass man das Gepäck nicht mehr weit transportieren muss. Wir lagerten es dann auch direkt am Hauptbahnhof ein und gingen noch mal ins Zentrum von Odessa. Das waren so ca. 20 Minuten Fußweg in eine Richtung.

Wir kauften dann noch einige Souveniers ein bevor wir dann zurück zum Bahnhof liefen.

Wir mussten dann gar nicht so lange warten bis unser Nachtzug nach Kiev einrollte. Natürlich war unser Abteil am anderen Ende des sehr langen Zuges, also machten wir uns auf den weg. Wir hatten diesmal eine Oma mit ihrem Engel im Abteil. Der Kleine benahm sich im Vergleich zu den Kindern im Nachbarabteil geradezu vorbildlich. Aber das war alles unser geringstes Problem. Schlimmer war, dass die Hitze im Zug enorm war und es weder eine Klimaanlage gab, noch die Fenster in unserem Abteil geöffnet werden konnten. Sauna Feeling. Ich verbrachte dann auch eine Menge Zeit im Gang an den dortigen Fenstern.

Der Zug war nicht in so guten Zustand wie der letzte den wir in dieser Klasse (B) gebucht hatten. Es gab noch einen anderen Zug der statt 8,5h nur 7h unterwegs war. Der war etwas teurer und eventuell in besserem Zustand. Er hätte allerdings noch ein anderes Problem gelößt, von dem wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten: Der andere Zug wäre früh genug angekommen, damit Tanja ihr neues Visum hätte abholen können. Unser Zug kam zu spät dafür…

Am nächsten Morgen waren wir zwar nicht erholt aber zumindest “ausgeruht” in Kiev. Wir hatten zwar etwas Proviant dabei, aber eigentlich wollte ich lieber ein richtiges Frühstück. Doch zuerst ging es zu unserer Unterkunft (wieder ein AirBnB). Allerdings war der CheckIn in einem anderen Gebäude. Es stellte sich heraus, dass der Schlüssel bei einer Rezeption in einem Bürohaus hinterlegt war. Die Rezeption dort zeichnete sich dadurch aus, uns nur sehr wiederwillig bedienen zu wollen. Auch das wir unser Gepäck bis zum CheckIn Zeitpunkt (wir waren ein paar Stunden zu früh dafür da) einlagern wollten, war ihr unverständlich. Angeblich ging das gar nicht. Erst ein Anruf bei unserem Vermieter der das dann gerade zog, sorgte für Verbesserung.

Dann suchten wir ein Frühstücksrestaurant. Da wir in der Gegend nichts dergleichen fanden, kamen wir wieder am Bahnhof heraus. Wir fanden hinter dem Bahnhof (auf der Seite mit KFC und Puzata Hata) ein Restaurant (“3B Republic”) in dem es ein handfestes Frühstück gab.

Als wir dann zurück zur Rezeption liefen um unser Zimmer in Bezug zu nehmen, überraschte uns ein Gewitter auf offener Straße. Wir schafften es noch unter den großen Sonnenschirm eines Kiosks wo wir dann eine 15-20 Minuten warteten bis der Regen nach ließ.

Wir nahmen dann unsere “Wohnung” in Besitz. Das Haus war äußerlich in keinem schönen Zustand. Die Wohnung selbst war aber sehr nett eingerichtet. Da wir so langsam hungrig wurden wollten wir raus essen gehen. Es hatte wieder angefangen zu regnen und es war auch kein Ende in Sicht. Auf GoogleMaps fanden wir eine nahe gelegene Pizzaria.  Wir nutzten unseren Sonnenschirm als Riesen-Regenschirm und liefen so durch den strömenden Regen. Diverse Menschen in den Hauseingängen schauten uns amüsiert und neidisch nach, als wir vorüber gingen. Auch die Mitarbeiter der Pizzaria waren etwas überrascht, freuten sich dann aber über Kundschaft.

Nach dem Essen gingen wir (mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen) noch auf einen Abendspaziergang durch die Stadt. Wir liefen mehr oder weniger gezielt Richtung “Ocean Plaza”. Im Video mache ich dort eine kurze “Architekturrundschau”. Die Mall war etwas hochpreisiger. Allerdings heißt das nicht, dass die Ware auch besser war. Bei zwei Uhren (jeweils um die 200€) fielen noch im Laden die Zeiger ab. Nicht sehr überzeugend.

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Abreise: Von Satoka nach Odessa, Souviniershopping in Odessa und dann mit dem Nachtzug nach Norden

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Ankunft in Kiev, Frühstück und AirBnB in der Nähe von Vokzalna, danach kleiner Spaziergang bis zur Ocean Mall und Palats Ukraina.

 

08 Lavra Gruft und Freilichtmuseum Pirogovo

Am Vortrag (von dem ich kein Video gemacht hatte) wechselten wir das Hostel da eine Verlängerung nicht möglich war. Wir fuhren (vergeblich) nach Lavra kamen aber 30 Minuten zu spät. Danach gingen wir zum Fluss hinunter und sahen das Denkmal für die Gründer der Stadt Kiew an. Am Abend war dann Champions League Finale, welches wir in einer Bar unweit des neuen Hostels ansahen.

An diesem Tag gab es nun zwei Ziele : die Höhlen von Lavra und das Freilichtmuseum Pirogovo.

Die Höhlen besuchten wir mit einer Führerin. Leider waren sie so überlaufen, dass kaum Zeit blieb alles genau anzusehen. Allerdings sieht man von den Toten Mönchen eh kaum etwas. Nur bei einigen wenigen sieht man eine Hand die unbedeckt ist.

Nach dem Mittagessen ging es ins Freilichtmuseum. Das gab einen interessanten Blick zurück wie man vor 100 bis 200 Jahren in den verschiedenen Regionen der Ukraine gelebt hat.

07 Obolon Promenade

Den heutigen Tag verbrachten wir mit einem Spaziergang in Obolon. Wir liefen die Promenade am Fluss entlang. Zur rush-hour liefen wir zur Blockbuster Mall, einem Einkaufszentrum das mehr ein Freizeitpark war. Dort gab es eine Kartbahn und wir drehten spontan ein paar Runden.

Ansonsten ließen wir es ruhig angehen.

06 Kiev Kathedralen und Mutter Heimat

Diesen Morgen ging es früh los mit dem Ziel zur Visastelle der Deutschen Botschaft zu gehen um für Tanja ein paar Dokumente zu besorgen. Wie es kommen musste war die Visastelle natürlich geschlossen.

Wir machten uns dann auf zur Sophienkathedrale. Dort buchten wir eine englischsprachige Führung die und sehr genau die Architektur und die Besonderheiten der Kathedrale erklärte. Von dort liefen wir weiter zur St. Andreas Kathedrale. Im näheren Umfeld fanden wir ein Restaurant wo wir zu Mittag aßen. Beim Bezahlen stellte sich eine Besonderheit der Rechnungslegung in der Ukraine heraus. Alkohol wird getrennt vom Rest abgerechnet was mir nicht bekannt war. Deshalb gab es einige Diskussionen darüber wieso man meine Kreditkarte mehrfach belasten wollte anstatt einfach eine Rechnung zu machen schließlich verursacht dass ja Kosten. Wir liefen dann den Andreassteig hinunter zur nächsten Metro Haltestelle. Von dort ging es zur tiefsten Metro Haltestelle der Welt: Arsenalna.

Wir nahmen den fast 10 minütigen Weg über die beiden langen Rolltreppen nach oben. Von dort liefen wir Richtung Lavra. Da wir wussten, dass die Höhlen bereits geschlossen waren liefen wir zuerst zur Mutter Heimat. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Gedenkpark vorbei der eine tolle Aussicht auf die Stadt bot.

Nachdem wir um die riesige Statue herum gelaufen waren, machten wir uns auf den Weg zurück. Wir gingen noch kurz auf das Gelände der oberen Lavra. So nennt man die Kathedrale und Glockenturm die auf dem höher gelegenen Teil von Lavra errichtet wurden. Die Höhlen liegen gut 20 Höhenmeter tiefer. Hinter der Kathedrale gab es einen etwas versteckten aber sehr guten Aussichtspunkt.

Wir liefen dann zurück ins Hostel. Dabei kamen wir an einer Markthalle vorbei. Da wir noch nichts fürs Abendessen hatten, beschlossen wir Bier und Snacks zu kaufen und im Hostel zu essen. Überrascht hat mich der Bereich für Süßigkeiten und Getreide (Haferflocken, Mehl etc). Diese werden nicht abgepackt verkauft sondern als Schüttgut zum selbst abwiegen.

Am Abend gab es dann Bier und getrockneten Fisch.

05 Kiev Stadtrundgang zum Majdan

Am Morgen rollte unser Nachtzug in Kiev ein. Der Zug war deutlich bequemer als der letzte. So waren wir tatsächlich ausgeschlafen und konnten uns direkt in die Stadt aufmachen. Wir fuhren zuerst mit der Metro zu unserem Hostel (Gari’s Hostel), welches in der Innenstadt und in der Nähe der Klovska Metrostation lag. Das Hostel selbst war so lala… Aber wir hatten ein Doppelzimmer und das war erstmal am wichtigsten.

Wir liefen zuerst zur alten Festung von Kiev die nur wenige hundert Meter entfernt war. Das kann man sich allerdings auch sparen, da es dort nicht so viel zu sehen gibt. Was allerdings auffiel war, dass überall Bilder von aktuellen Soldaten aus der Ostukraine zu sehen waren. Das Thema ist in Kiev an allen Ecken präsent.

Danach ging es in die Altstadt. Tanja lief mit mir eine der Hauptstraßen im Zentrum ab. Dort kauften wir uns auch ein paar Erdbeeren als Proviant. Weiter ging es zum Taras Shevchenko Park und der rot angestrichen Tara’s Shevchenko Universität (Tanjas Uni, wobei ihr Uniteil weiter außerhalb lag). Von da waren es wenige hunderte Meter zur Vlodimir Kathedrale. Weiter ging es von dort zum Goldenen Tor und hinab zur Khreschatyk, der Prunkstraße zum Mejdan.

Hinter dem Mejdan liefen wir den Berg hinauf ins noble Wohnviertel in dem auch der Presidenten-Palast liegt. Direkt gegenüber befindet sich ein Jugendstilhaus welches das “Haus der Chimären” genannt wird. Es wurde von einem Italienischen Künstler und einem Kiever Architekt erbaut und zeigt eine der extremsten Formen der “Überdekoration” an. Trotz der offensichtlichen unpraktischen Gestaltung muss man jedoch den Schöpfern zugestehen, dass man einfach nicht wegschauen kann…

Auf dem Weg zurück ins Hostel, es war nun schon spät Abends, kamen wir noch an einem Roshen-Laden (Süßigkeiten) vorbei, der eine psychedelische Schaufenstershow zeigte. Was ich damit meine seht ihr im Video.