04 Chortyzja Kosakendorf

Wir nahmen am Vormittag den Bus zur Insel Chortyzja. Google Maps ist hier eine große Hilfe, da alle Buslinien und deren Takte korrekt hinterlegt waren.

Auf der Insel entschieden wir uns auf einem Wanderweg durch den Wald zu laufen. Direkt am Anfang sahen wir eine große Grün schimmernde Eidechse am Wegesrand und freuten uns über den seltenen Anblick. Es stellte sich heraus, dass der Wald voll mit Eidechsen und anderen Reptilien war. Einen riesen Schreck jagde uns eine ca. 1,5m Länge Blindschleiche ein, die wir am Wegesrand störten. Wir sahen noch mindestens 2 weitere, allerdings waren die nicht so groß und immer direkt verschwunden.

Die rekonstruieren bronzezeitlichen Steinkreise etc. Waren nicht so eindrucksvoll. Vor allem da man nicht abschätzen konnte, ob diese original waren, Rekonstruktionen oder Fantasiegebilde.

Wir kamen an den drei großen, weithin sichtbaren Strommasten vorbei und waren froh bei der großen Hitze schlussendlich im Freilichtmuseum anzukommen. Dort machten wir im “Rasthaus” Mittagspause. Danach schauten wir uns die einzelnen Gebäude an. Dabei vergaßen wir etwas die Zeit und verpassten leider die Liveshow.

Vom Dorf aus gingen wir direkt hinunter zum Dnepr an eine kleine Bucht um uns zu erfrischen. Wir staunten nicht schlecht als wir diverse Schlangen im Wasser schwammen sahen. Sie kamen quer über den Fluss geschwommen und genau in diese Bucht.

Ca. um 17Uhr nahmen wir dann ein Uber zurück in die Stadt. Dort machten wir dann im Hostel noch Kaffeepause mit Torten aus der benachbarten Bäckerei. Ich nutzte die Zeit um ein paar Videos zu bearbeiten. Um halb neun gingen wir dann noch Abendessen. Das Restaurant im Intourist Hotel überzeugte uns nicht (man ließ uns ewig warten), was sich als Glücksfall entpuppte. Gegenüber vom Hotel, direkt neben dem Regionalparlament fanden wir ein tolles Restaurant in dem wir gut essen konnten.

Danach holten wir unser Gepäck und fuhren mit einem Uber zum Bahnhof. Dort durfte ich eine echte “sovietische Toilettenanlage” bewundern, für die ich sogar noch Geld bezahlen durfte. Als wir dann unseren Nachtzug bestiegen stand Bettenmachen auf dem Programm. Wir hatten die beiden oberen Betten (4 pro Abteil) und versuchten die bereits Schlafenden nicht zu sehr zu nerven. Die Betten waren diesmal etwas länger und der Platz nach oben höher so dass ich tatsächlich recht gut schlafen konnte.

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03 Zaporizhzhya

Irgendwann nach 9Uhr schafften wir es aus den sehr bequemen Betten unseres Doppelzimmers im Hostel zu kommen. Danach improvisierten wir ein Frühstück aus dem mitgebrachten Proviant.

Erste Aufgabe des Tages war es eine Bank zu finden. Es stellte sich heraus, dass eine passende Bank direkt nebenan war. Danach wollten wir den Hügel ein paar Schritte hoch laufen um einen Bus zu nehmen. Wir waren so abgelengt von Regionalparlament und Bier-Wirtschaft, dass wir plötzlich feststellten am Ziel, einem Park der hinunter zum Dnepr führt, angekommen zu sein.

Der Park ging ewig weit den Hügel hinunter. Leider war der Park auch noch nicht sehr alt, d.h. die Baume spendeten noch nicht so viel Schatten – und ich fing langsam an meine gesunde Reisefarbe anzunehmen.

Wir überquerten eine vielbefahrene Straße und kamen dann in einem Waldchen direkt am Ufer des Dnepres an. Dort setzten wir uns in den Schatten und laßen für eine Weile.

Später nahmen wir dann ein Uber in die Stadt um Etwas zu essen. Leider stimmte die Adresse im TripAdvisor nicht und wir landeten in einer sehr unspektakulären Ecke der Stadt. Von dort ging es in gleißender Sonne weiter Richtung Zaporizhzhya Platz. Von diesem konnten man bereits den Damm erkennen. Doch bevor wir dort ankamen machten wir Rast in einem Restaurant mit westlicher Küche: Hamburger und Pizza stand auf dem Programm. Die Lachs-Pizza im “Hookah blast” war echt sehr gut und den langen Weg wert.

Am Platz angekommen entschieden wir näher zum Damm zu laufen. Eine Autobahnbrücke mit Gehweg am Rand schien die beste Aussicht zu bieten. Wir mussten einen Umweg gehen um an die Seite mit Aussicht zu gelangen (einfach so die Autobahn zu Fuß überqueren fanden wir beide nicht so gut). Interessant war das Schwingungsverhalten dieser Brücke. Sie vibriert und schwankte extrem stark auf und ab. Sicher mehrere Zentimeter in der Vertikalen. Das war an sich schon ein Erlebnis.

Nach der erfolgreichen Fotosafari ging es mit dem Bus zurück zum Hostel. Der Busfahrer überhört Tanjas Ausstiegswunsch und erst auf Nachfragen ließ er uns raus. Da die anderen Fahrgäste bestätigten, dass wir aussteigen wollten bekamen wir das Geld zurück und gaben es dem Busfahrer in Gegenrichtung der uns dann zu Hause absetzte.

02 Charkov nach Zaporizhzhya

Heute wollten wir das schöne Wetter nutzen und Richtung Gorki-Park laufen. Auf dem Weg liegt das Dershprom, ein massiver Gebäudekomplex mit öffentlichen Einrichtungen.

Wir nahmen die Metro bis zur Universität. Dort angekommen sahen wir eine Menschenmenge und hörten Musik. Als wir näher kamen, sahen wir, daß eine Ausstellung von alten Fahrzeugen lief. Wir schauten uns etwas um bevor wir weiter liefen. Als nächstes kamen wir an der Universität vorbei. Leider konnten wir nicht weit hinein gehen, da an den Eingangsdrehkreuzen für uns Schluss war.

Neben der Uni standen ein paar Statuen vom Studentenbatallion aus dem 2.WK. Daran schloss sich das Dershprom an. Dieser Gebäudekomplex beheimatet diverse öffentliche Einrichtungen und besticht durch seine schlichte Wuchtigkeit. Anflüge von “Bauhaus” sind erkennbar und lassen den Bau auch nach 60Jahren noch modern wirken.

Danach liefen wir durch die Wohnviertel Richtung Gorki-Park. Der “Spaziergang” dauerte länger als gedacht, und wir waren froh eine Erfrischung im Park zu bekommen. Auf dem Weg sahen wir einen mit bunter Farbe “gepuderten” Menschen und dachten noch “härter Partygänger”. Im Gorki-Park erklärte sich das Bild: Es war “Fest der Farben” und überall flogen Kreidebeutel. Die jungen Teenager fanden das total toll, wir blieben lieber am Rand und naschten eine “Wolke” Zuckerwatte.

Wir beschlossen nach etwas herum geschlender im Park wieder zum Hostel zu fahren. Wir hatten dort unser Gepäck eingelagert. Wir nahmen den Bus und waren nach kurzem Fußmarsch wieder zurück. Gerade rechtzeitig um unsere Sachen zu packen und zum Zug zu laufen. Auf dem Weg gab es noch einen Snack (gefüllte Plinzen) deren Fülling nicht ganz 100% gut gewesen sein muss. Unser Abteil war voll ausgebucht (4Personen) und wir hatten die oberen “Betten”. Die sahen bequemer aus als sie waren. Gerade für mich, der etwas über dem Normmaß von 160cm hinausragt. Die Reise wurde zum Ende hin eine Qual, als mein Magen langsam anfing den oben genannten Snack zu verarbeiten. Wir war leicht übel und ich war froh, als der Zug in Zaporizhzhya-1 (dem Hauptbahnhof) einrollte. Mit einem Uber ging es dann zum Hostel.

Es war zwar nicht sehr spät, aber wir waren beide so fertig, dass wir ins Bett fielen und erstmal ein Nickerchen machten. Dementsprechend passierte an dem Tag auch nichts mehr. Morgen schauen wir uns Zaporizhzhya an.