Verregneter letzter Tag in Hoi An

Heute war der letzte volle Tag in Hoi An. Zum Frühstück schien noch die Sonne, aber bereits gegen Mittag setzte der Regen ein der den restlichen Tag über immer nur kurz aussetzte. Eigentlich wollten wir eine Tour ins Umland machen, aber als der Wetterbericht war wurde ließen wir es bleiben. Außerdem klagte Vishal schon gestern über leichte Erkältungssymptome und ich hatte diesen morgen auch das Gefühl, dass was im Anmarsch ist. Auch bei diversen Verkäuferinnen könnte ich Symptome erkennen. Es scheint also was in der Luft zu liegen.Am Nachmittag ging ich dann zum anprobieren der Schuhe. Sie passten und alles war wie bestellt. Die Frage nach der Tasche wurde dann aber damit beantwortet, dass man sie so wie ich sie wollte nicht herstellen kann. Mir kam das entgegen, denn ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mit der >100EUR Tasche glücklich geworden wäre.

Dann ging es zu Be Be Tailor um die Hemden anzuprobieren. Die Hemden sahen gut aus aber waren etwas unbequem und spannten stark über den Rücken und am Arm. Es wurde ein Hemd umgenäht während ich wartete und beim nächsten anprobieren war es noch nicht wirklich besser. Es kam die Chefin persönlich und maß und schaute und ich war Fokus diverser Mitarbeiterinnen die um mir herum schwirrten. Es nützte nichts, die Hemden mussten noch einmal genäht werden, und der Schnitt leicht geändert werden. Man passte das erste Hemd an und 1,5h später probierte ich es erneut. Es war genug Platz und nur an der ein oder anderen Stelle sollte etwas Material weg. Es wurde verabredet, dass alle Hemden am Abend gegen 20Uhr in mein Hotel gebracht werden. Ich verbrachte dann noch 1-2h in DKs House wo ich die Australierinnen traf und unterhielt mich mit anderen Reisenden. Außerdem gab es herzhaftes Essen (Ban Mi und Pulled Pork Burger) sowie günstige (Happy Hour) Getränke. 

Am Abend kam meine Verkäuferin Lisa und die Schneidermeisterin ins Hotel und alle Hemden wurden nochmals durchprobiert. Kleine Änderungen wie das versetzen von Knöpfen wurden direkt gemacht. Allerdings fehlte noch eine Änderung die Abgesprochen war und so gingen ein paar Hemden nochmals zurück und waren innerhalb 1h fertig und bei mir im Hotel. Alles in Allem war der Service und der Kundendienst hervorragend. Ich glaube nicht, dass BeBes viel an den Hemden verdient hat, denn der Aufwand war enorm. Ein anderer Schneider hätte nicht so einfach hingenommen, dass der erste Wurf nicht funktioniert hat, sondern hätte versucht mehr Geld heraus zu schlagen. Hier waren die Schneider von BeBes deutlich professioneller unterwegs.

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Ab ins Gefängnis -letzter Tag in Hanoi

Der Tag war ungeplant zustande gekommen (auf Grund des Arztbesuchs) und so hatte ich keine Idee wohin ich gehen könnte. Stu empfahl mir das Zentrale Gefängnis aus Kolonialzeiten zu besuchen. Es ist heute ein Museum und liegt etwas südlich der Altstadt, einfach immer die Straße hinunter.​

Das Museum wurde zur Jahrhundertwende 1896 in Betrieb genommen und diente als größtes Museum in Indochina den Franzosen u.a. dazu Aufständige, im aktuellen vietnamesischen Sprachgebrauch, tapfere Freiheitskämpfer einzusperren und zu unterdrücken.

Der gesamte Komplex war von einer 4m hohen Mauer umgeben, welche oben mit Glasscherben gespickt war und zusätzlich noch einen Elektrozaun besaß. Das Material wurde damals aus Frankreich eingeschifft und war Stand der Technik. Im Inneren befanden sich diverse Zellentrakte. Alle innen mit schwarzem Teer gestrichen, was eine bedrückende Dunkelheit verursachte. Die Gefangenen wurden nicht in Zellen wie heutzutage eingesperrt, sondern saßen an Füßen gefesselt auf langen Holzbänken zusammen.​​

Die Einzelhaft war besonders erniedrigend gestaltet. Dort wurden die Gefangen auf einer schiefen Ebene gefesselt, sodass die Füße im liegen höher waren als der Kopf. In Einzelhaft wurden die Fesseln nie abgenommen und die Türen nur zur Eingabe von Essen geöffnet. Alles musste also dort im liegen verrichtet werden. Mit der Folge, dass der Gesundheitszustand der Gefangenen sehr schlecht war.
Das Gefängnis spielte beim vietnamesischen Freiheitskampf eine wichtige Rolle. Im Gefängnis bildete sich eine kommunistische Zelle die die Zeit damit nutzte den aderen Gefangenen die neue Weltsicht zu vermitteln und diese als Gefolgsleute auszubilden. Das geschah im Männer sowie im Frauentrakt.

Nachdem die Franzosen durch die Japaner im 2WK vertrieben wurden konnten die Kommunisten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle bringen. Im Vietnam-Krieg diente das Gefängnis zur Unterbringung abgeschossener amerikanischer Bomberpiloten. Diese wurden gezielt gut behandelt um gegenüber der eigenen Bevölkerung und dem Westen die morilasche Überlegenheit der neuen Regierung zu demonstrieren. Der Fluganzug von John McCain, Präsidentschaftskandidat von 2008 und ehemaliger Insasse, wird im Obergeschoss ausgestellt.

Nachdem ich das Gefängnis besichtigt hatte ging ich zurück ins Hostel zwecks Inspiration. Auf dem Weg aß ich Ban Mi ein Überbleibsel der französischen Zeit. Ein Bagettbrötchen wird aufgeschnitten und Rührei, Salat und Fleisch wird eingefüllt. Das Ganze kostet meist <1EUR.

Ich wollte Eis essen und Lilly empfahl mir in der Nähe meines Schneiders einen Hanoier Eisladen der lokale Eisspezialitäten verkaufte. Ich musste erst etwas suchen, aber im gut ausgeschilderten Hinterhof eines Hauses standen viele Jugendliche mit Eis in der Hand und ich probierte mein Glück. Das Eis war günstig und die Geschmacksrichtung Kokos war ok. Danach ging ich zum See. Auf dem Weg kam ich an einem Buchhandel vorbei und kaufte zwei Malcom Gladwell Bücher: Tipping Point und Outliers. Am See verbrachte ich dann noch ein paar Stunden in einem Kaffee und laß im Poor Charlies Almanach – ein Buch über Charlie Munger. Dabei ließ ich mir einen Maracuja Eisbecher schmecken der in 3 ausgehölten Maracujas serviert wurde:​

Um 17.30 holte mich dann der Shuttlebus vom Hostel ab. Der Nachtbus wird gegen 4Uhr am morgen in Phong Nha Ke Bang ankommen. Das wird ein Spaß.

Rückkehr nach Hanoi und kurzer CheckIn beim Arzt

Um 6:30Uhr holte mich ein Motoradtaxi aus dem Homestay ab und es ging 30 Minuten lang über Schlaglochpisten nach Sa Pa wo um 8Uhr mein Bus zurück nach Hanoi abfahren sollte. Die Fahrt selbst war ein Abendteuer und ich war froh heil in Sa Pa angekommen zu sein. Die Leute in den Bergen fahren auf solchen Straßen jeden Tag…

Als der Bus los fuhr stellte ich fest, dass ich kein Proviant dabei hatte. Da ich außer 2 dicken Bananen zum Frühstück nichts gegessen hatte, stellte ich mich schon auf eine unschöne Fahrt ein. Neben mir saß ein alter Mann der sich als Australier zu erkennen gab, 75 Jahre war und 15 Jahre davon als Soldat in der britischen Armee gedient und in Asien und Afrika gekämpft hatte. 

Nach 2h Fahrt hielt der Bus an einem Restaurant und ich konnte etwas zu essen kaufen. Man sagte uns nicht wie lange der Stop sein würde also kaufte ich zwei Packungen mit Süßigkeiten und etwas zu trinken. Die Süßigkeiten waren einerseits Bonbons aus Banane und Kokos (Bonbons wollte ich eigentlich nicht kaufen…) und eine Art Nuss-Nougat Küchlein die Geschmacklich sehr gut waren. Andere Reisende hatten auch einfach auf Verdacht Packungen gekauft und wir tauschten unsere Beute um verschiedenes zu probieren.​

In Hanoi angekommen war mein erstes Ziel der Schneider. Da ich heute auch bezahlen musste ging ich in eine große Bankfiliale um Geld abzuheben. Am Automat ging es leider nicht, da der nur 2 Mio ausspuckte und ich 16Mio brauchte. Also ging ich an den Schalter und mir wurde geholfen. Die 3% Gebühr (>20EUR) schmerzen allerdings schon.

Danach lief ich zum Schneider zur Anprobe. Nga besuchte an dem Tag ihre Familie in einem Dorf außerhalb Hanoi und ich war allein da. Da die Anzüge aber alle passten gab es keinen Grund sie dabei zu haben.

Danach ging es zum Hostel. Leider wurde ich damit überrascht, dass mein Hostel ausgebucht war. Man hatte mir aber ein Bett in einem befreundeten Hostel reserviert und so checkte ich dort ein. Danach ließ ich mich beraten wo ich einen Arzt finden könnte. Ich hatte eine Abschürfung seit ein paar Tagen und diese schmerzte und hatte sich wohl etwas entzündet. In der nähe des Hostels gab es ein Deutsch-Vietnamesisches Krankenhaus. Dort verwies man mich aber weiter an das “National Skin Hospital” da in ersterem Krankenhaus mehr Operationen etc. behandlt würden. Also fuhr ich mit dem Motoradtaxi in besagtes Hospital (der Arzt im deutschen Hospital schrieb auf Vietnamesisch wohin ich musste, so dass der Fahrer es verstand).

Dort angekommen bezahlte ich 100.000 Dong Praxisgebühr. Danach wartete ich ca. 20 Min das der Doktor mich sah. Er sprach kein Englisch stellte mir aber ein Rezept für 3 Medikamente aus und machte mir klar, dass mein Übersetzer ihn Anrufen könne falls ich fragen zur Anwendung hätte. Ich ging dann nach unten um in der Apotheke die Medikamente zu holen. In Summe kostete mich der Aufenthalt knapp 1 Mio Dong (25EUR). Die Fahrt zurück wurde zu einem Abenteuer da der Fahrer die Straße falsch verstanden hatte und in die falsche Richtung gefahren war. Als er der Meinung war, dass wir da seien sagte ich ihm, dass dies nicht die richtige Straße ist. Glücklicherweise war eine Frau am Straßenrand die sehr hilfsbereit war und etwas Englisch sprach. Sie verstand wo ich hin wollte und sagte dem Fahrer wohin es gehen sollte. Als wir endlich angekommen waren bezahlte ich statt 20k Dong 50k und sah es als Stadtbesichtigung.

Am Abend traf ich in meinem Hostel einen anderen Traveller aus Deutschland namens Felix. Er war Polizist und hatte es geschafft seinen Arbeitgeber davon zu überzeugen ihm 2 Monate frei zu geben. (Viele Wochenenden in der Bereitschaftspolizei helfen dabei). Wir gingen zusammen Abendessen und landeten auf Empfehlung von Hostelbesitzer Stew in einem Grill wo man gerillte Frösche essen konnte. Es gab eine große eisgekühlte Fleischtheke mit verschiedenen Spießen (u.a. Frosch, aber auch Gemüse, Fisch usw.) die man in ein Körbchen legte und der Bedienung gab. Die Körbchen landeten auf dem Grill während man mit einer Nummer versehen zu einem Tisch ging und dort wartete. Es kam dann ein großer Metallgrill auf den Tisch der zum Warmhalten der Speißen dient. In der mit Alufolie ausgelegten Schale lagen Zwiebeln und Fettschwarte die mit der Zeit ausbrutzelte und so das Fett lieferte damit nichts anbrennt. Die Spieße wurden nach und nach fertig und zu unserem Tisch gebracht:​

Nach dem Essen gingen wir zu unserem Hostel, setzten uns in den Eingang mit einer dort befindlichen Gitarre und machten Musik und tranken Bier. Gegen 10 Uhr ging es aufs Zimmer wo ich mich noch etwas um meinen Shop kümmerte.

Literaturtempel, Handwerkermesse und Komandobunker

Nach Frühstück lief ich diesmal in eine andere Richtung. Es ging südwestlich aus der Altstadt heraus und durch einen moderneren Teil Hanois zum Literaturtempel. Dieser Tempel wurde im 11Jahrhundert erbaut und die diente über hunderte Jahre hinweg als Universität zur Ausbildung derhöheren Beamten. Der Tempel besteht aus einer Abfolge von mehreren Zwischenhöfen die als Gärten, Seen oder Plätze ausgelegt sind und im hinteren Bereich umgeben sind von den eigentlichen Schulgebäuden. In diesem finden sich auch Altare zur Verehrung des berühmtesten Lehrers der Schule sowie von Konfuzius (dessen Werke gelehrt wurden) und dreier Könige die für den Ausbau der Universität entscheident waren.​​


Schulklassen bevölkerten den Tempel in größerer Zahl und hatten von ihren Lehrern den Auftrag erhalten sich mit Ausländern auf Englisch zu verständigen und sich dann Feedback geben zu lassen. Nach dem ich bei zwei Gruppen artig mitgespielt hatte lehnte ich dann weitere Anfragen ab – es waren einfach zu viele.
Rings um den letzten großen Hof standen Steinstehlen mit den Namen der Absolventen die vor hunderten Jahren ihre Abschlüsse gemacht hatten. Durch diese Stehlen sind noch heute die Namen von Absolventen von vor 500 Jahren bekannt. Die Stehlen stehen auf Steinernen Schildkröten die als Zeichen von Weißheit und Glück gelten.Noch heute kommen Studenten der Hanoier Universität in diesen Tempel um Fotos vom Universitätsabschluss vor der historischen Kulisse zu machen.​

Gegen halb eins verließ ich den Tempel und wollte nach Norden zu Zitadelle.Auf dem Weg fand ich einen kleinen Essenstand der in einer Einfahrt aufgebaut war und wo einige Vietnamesen aßen. Ich nahm meinen Mut zusammen und setzte mich, zum erstaunen der Vietnamesen, hinein. Ich wurde sofort wie ein VIP (oder ein Keinkind) behandelt/umsorgt.Es gab Reis, grünes Gemüse welches wie Sauerkraut schmeckte und Fleisch. Ich wählte Schweinefleisch und etwas was sich als süßlich zubereiteter Fisch herausstellte.​​

Nach 20 Minuten ging es weiter. Ich lief durch das Botschaftsviertel und kam bei der Zitadelle an auf der ein Fest stattfand. Es stellte sich als eine Art Messe der Dörfer der Umgebung heraus die ihre Handwerksprodukte zeigten. Ein Dorf war auf Seidenproduktion spezialisiert und man konnte Kokons der Seidenraupen ansehen und Seidenprodukte kaufen (die aber, Vietnam hin oder her, Luxusprodukte sind und deshalb teuer).​

Ich stieg dann hoch auf die Zitadelle, die selbst wenig spektakulär war aber einen guten Ausblick bot.Hinter der Zitadelle lag ein weiteres Gebäude, welches sich als Museum herausstellte. Im Keller des Gebäudes lag zu Kriegszeiten der Komandobunker des Viet Cong. Dort konnte man die Räume in der Orginaleinrichtung mit alten Karten und Telefonanlagen betrachten.​​

​Hinter diesem Gebäude lag noch ein Bau der vom Politbüro und dem Generalstab benutzt wurde. Da ich allerdings schon einige Stunden unterwegs war beließ ich es dabei und verließ das Areal. Gegenüber lag auf der anderen Straßenseite die Grabungsfelder des Areals. Diese waren überdacht und konnten frei begangen werden. Allerdings gab es wenig interessantes zu sehen und so ging ich weiter.

Mir kam dann der Gedanke, dass dies eigentlich die letzte Nacht in Hanoi für mich ist und Nga wohl dachte, dass ich morgen noch da wäre und deshalb das Abendessen am Sonntag Abend machen wollte. Wir telefonierten kurz und ich lief zurück ins Hostel um zu prüfen, ob es Möglichkeiten gab noch eine Übernachtung in Hanoi zwischen zu schieben. Es stellte sich heraus, dass dies möglich war und ich einfach einmal einen Nachtbus gegen einen normalen Bus eintauschen muss. Ich werden also nach meinem morgigen Abstecher in die Halong Bay noch eine Nacht in Hanoi verbringen.

Hanoi – Altstadt, Schneider und Nachtmarkt

Nach einer Paracetamol und einer Mütze Schlaf ging es mir am nächsten Morgen wieder deutlich besser. Ich nahm ein kleines Frühstück im Hostel ein und ließ mir dann die Altstadt erklären. Sie ist wie die meisten traditionellen Altstädte dieser Welt nach Berufsgruppen unterteilt. Es gibt Straßen in denen die Metallarbeiter arbeiten und Schränke bauen, Motorräder reparieren und sonstige Klemptnerarbeiten machen, dann die Straße mit den Stoffen und Kurzwaren, Holz und Bambusverarbeitung usw. Einige Läden verkaufen Knöpfe und man glaubt in eine Bunte Schatzkammer zu blicken, so blinkt und glitzert alles. Ich kaufte hier für meinen Rucksack ein paar Karabienerhäken damit ich ihn an meinem großen Backpack festmachen kann.​

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Nach einem Kokusnuss-Kaffee-Smoothie an der Kathedrale (französisches Überbbleibsel) ging ich zum Schneider wo ich mich mit Nga verabredet hatte. Ich war zuerst da und ging schon einmal hinein. Ich hatte klare Vorstellungen was ich wollte und Nga versicherte mir, dass wir einen guten Preis bekommen würden. Ich suchte also die Stoffe heraus und es stellte sich nach ca. 30Min heraus, dass ich einen sehr teuren Geschmack habe. Statt den kalkulierten 500-600EUR standen plötzlich über 800EUR auf dem Zettel. So war das nicht geplant, hatte ich doch in Bangkok für deutlich mehr Kleider nur wenig mehr bezahlt. Also ging es in die Verhandlung. Ich ließ Nga reden machte nur regelmäßig deutlich, dass ich jetzt nicht vom Hocker gerissen wurde. Nach langem hin und her und zwischenzeitlicher Überlegung alles in Hoi An schneidern zu lassen bot man dann einen akzeptablen Preis an (unter 700EUR trotz der besseren Stoffqualität). 

Wir gingen danach (2h waren vorbei und Ngas 4Jährige Tochter konnte kaum mehr ruhig sitzen) noch in mein Hostel wo ich Nga die Babynahrung gab die ich für eine Freundin mitgebracht hatte. Anschließend gingen wir Mittagessen und dann trennten sich unsere Wege. Ich lief die Altstadt ab und besuchte einen alten Tempel und dann ein traditionelles Kaufmannshaus, welches als Museum dient.​

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Auf dem Weg zurück ins Hostel machte ich halt in einem Cafe welches eine Terrasse über einer gut befahrenen Kreuzung hatte. So konnte man das Treiben beobachten während man ruhig einen Kaffee schlürfte. 
Im Hostel zurück plante ich dann die nächsten Etappen und buchte Reisen in die Ha Long Bay und die Highlands. Hier ein Tipp: Erstens immer nachfragen ob es noch alternativen gibt die günstig und trotzdem gut sind. Bei mir tauchte plötzlich noch ein Veranstalter auf der 10% billiger war. In den Highlands beim Homestay lohnt es sich 2 Nächte zu bleiben. Die extra nacht kostet nicht das doppelte sondern nur 20% mehr.

Zum Abschluss ging es noch auf den Nachtmarkt und die benachbarte Kathedrale. In selbiger lief eine Katholische Predikt auf vietnamesisch. Nach kurzem Zwischenstop ging es weiter auf den Markt. Ich suchte noch nach ein paar ansprechenden T-Shirts aber in XXL war nichts zu bekommen – jedenfalls nicht was gut aussah. Der Markt war bestimmt 1,5km lang und zog sich durch die gesamte Altstadt. Gegen 23:00Uhr wurde wieder abgebaut und ich lief nach Hause. Am See boot sich noch ein schöner ausblick auf die beleuchteten Tempel:


Missgeschicke

Kurz bevor mein Wecker klingelte wachte ich um 9Uhr auf. Mein Plan war schnell zu duschen noch etwas zu essen und dann einen Flug nach Hanoi zu buchen, der idealerweise am frühen Nachmittag fliegt.

Als ich mein gestern abend geliefertes Gepäck durchging um mein Duschgel zu schnappen, durfte ich erstmal feststellen, dass meine Sonnencreme sich übergeben hatte… Jedenfalls sah das Fach mit dem Waschzeug so aus. Ich reinigte also die Sachen und ging duschen. Als ich fertig war stellte ich fest, dass ich mein Hantuch beim Reinigen des Rucksacks liegen gelassen hatte und wollte kurz nass raus aus dem Bad. Nur ging die Tür nicht auf. Das Schloss reagierte auf alles ziehen und drücken und drehen nicht. Glücklicherweise war noch eine dänische Backpackerin im Zimmer die jemanden vom Hostel holte der noch jemanden mit Werkzeug holte. Gut 20 Min später war das Schloss ausgebaut aber die Tür noch immer nicht offen. Irgendwann klappte es dann und ich kam raus. Abtrocknen musste ich mich dann auch nicht mehr.

Ich packte dann zusammen und ging zum Checkout. Unten suchte ich einen Flug der für 16:00Uhr geplant war, so dass ich noch zwei Stunden Zeit hatte bis ich zum Flughafen aufbrechen musste.

Ich wollte noch etwas durch Saigon laufen und mir fiel ein, dass ich mein Handy-Ladegerät in Deutschland liegen gelassen hatte. Also suchte ich dabei noch ein Geschäft um ein Ladegerät zu kaufen. Im ersten Laden wollte man mir eines für 20USD verkaufen, was ich ablehnte. Ich fand dann einen Elektro-Großmarkt wo ich mir ein Set für 10USD gekauft habe. Unterwegs gab es dann noch eine kleine Szene mit einem Schuhputzer der mir unerwünschterweise die Schuhe putzen wollte. Am Ende wollte er dann 20USD dafür haben. Ich hab ihm etwas über 1USD gegeben.

Dann ging ich in der Bien Vue (die Straße mit den Hostels) noch zu Mittag essen, holte mein Gepäck und fuhr mit dem Taxi zum Flughafen. Dort musste ich feststellen, dass ich am falschen Terminal stand und ich lief zum benachbarten Domestic Terminal. Nicht so toll war es, als man mir beim CheckIn eröffnete, dass der Flug verschoben worden sein und nun erst 18:20Uhr fliegen würde. Das auf der Jetstar Website noch alte Zeiten ständen läge daran, dass die Firma in Australien sitzt und man da nix machen könnte. Toll. Es wurde dann schlussendlich 18:45. Der Flug an sich war ok. Allerdings ist Jetstar halt ein Billiganbieter, d.h. das Essen an Board bezahlt man cash. Ich hatte vorher ein Sandwitch gegessen und kam auch so hin. Es half auch, dass die Security kein Problem damit hatte, dass ich mein Wasser mit in den Flieger nahm.

Als wir in Hanoi angekommen waren standen wir dann noch ca. 30Min auf dem Rollfeld weil unser Bus nicht zum Terminal fahren konnte, aufgrund eines nahen Flugzeugs was sich nicht recht entscheiden konnte, ob es startet oder nicht. Zum Glück kam das Gepäck diesmal direkt an. Ich sprach mit zwei Spanierinnen wie sie zu ihrem Hostel kämen. Da unsere Hostel in der Altstadt lagen namen wir zusammen ein Taxi. Eine junge Vietnamesin die gut Englisch sprach schloss sich uns an und übernahm die Kommunikation mit den Fahrern. Auf der Fahrt rief mich Nga an die überrascht war, dass ich erst so spät ankam. Wir verabredeten uns für morgen beim Schneider. Die Fahrt dauerte recht lang und gegen 22:30 war ich endlich im Hostel. Mich plagen Kopfschmerzen und mir ist etwas flau im Magen. Ich versuche deshalb heute etwas mehr Schlaf abzubekommen.