Letzter Tag und Rückreise

Ich schlief diesmal etwas länger und nutzte die Zeit bis zum checkout um 12Uhr voll aus, um mein Gepäck für den Flug vorzubereiten. Ich frühstückte im Hostel und ging dann noch in die ABC-Backery um etwas mehr in den Magen zu bekommen. 

Ich versuchte dann die restlichen laotischen Kip die ich im Portmonait hatte zu wechseln. Der einzige Laden der Kip tauschte wollte 15% einbehalten, was ich dann doch für etwas unverschämt hielt. Gegen 14Uhr kam Vish vorbei und wir gingen Mittag essen. Wir fanden unweit meines Hostels ein Restaurant was ich als bestes Restaurant meiner Reise bezeichnen würde. Und dabei waren die Preise auch absolut fair. ​Wir teilten den frittierten Tofu, Mangosalat und die Tagessuppe. Dazu gab es dann noch die Nudeln als Hauptgericht und ein Getränk. Dieses durchaus oppulente Mal kostete uns 150.000Dong – 6EUR. 

Während wir aßen ging drausen ein Gewitterbruch nieder und es regnete wie aus Kübeln. Wir konnten uns also Zeit lassen. Nach dem Essen liefen wir zu einem Starbucks und sprachen bei einem Kaffee über alles mögliche. Kurz nach 16 Uhr liefen wir zum Banh Mi Stand von gestern und holten noch ein solches. Wir gingen dann zu meinem Hostel wo ich mich umzog. Im Hostel ging es etwas drunter und drüber, da man ein verstopftes Abwasserrohr hatte und um dies zu reparieren den Boden aufspitzte – quer durch den Eingangs/Frühstücksbereich. Ich konnte mich in einem Dorm-Room umziehen und pünktlich 17Uhr verließen wir das Hostel. Ich verabschiedete mich von Vishal, winkte ein Taxi heran und fuhr zum Flughafen. Meine Bargeld Reserven reichten auf 5000 Dong genau um das Taxi zu bezahlen.

Beim CheckIn Counter von Ethihad machte ich auf das verlorene Gepäck von Hinflug aufmerksam und versuchte ein Upgrade heraus zu schlagen. Dies ging leider nicht, jedoch erhielt ich als Kompensation 35EUR ausgezahlt – womit ich auch leben kann.  

Der Flug nach München startete in Abu Dabi verspätet, holte jedoch die Minuten wieder heraus. Ich kam also pünktlich an und wartete dann auf meine Bahn. Da die erst in 2,5h fuhr versuchte ich im DB Reisezentrum einen anderen Zug zu erwischen. Das hätte aber 80EUR gekostet. Deshalb setzte ich mich in das lokale Starbucks im Hauptbahnhof (neben Gleis 11) und trank eine nicht unerhebliche Menge Kaffee.

Danach ging es via Umstiege in Nürnberg und Hof nach Chemnitz. Es gab keine Verspätungen und ich war pünktlich zurück. Damit endete meine Reise.

Chillen in Vish’s Luxushotel

Letze Nacht endete recht spät und so weckte ich erst gegen 9Uhr auf – was für Vietnam sehhr spät ist – auf. Ich ging frühstücken und befasste mich dann mit Blogbeiträge schreiben und Fotos durchsehen. Heute gibt es sonst keine weiteren Pläne und ich hab einfach mal etwas Zeit.

Gegen 14Uhr kam Vishal vorbei und wir suchten nach etwas zu essen. Als wir die Gegen um mein Hotel absuchten, wir suchten ein Restaurant aber nichts zu teures, aber auch keinen Straßengrill, viel uns der sehr dunkle Himmel auf. Wir beeilten uns zu einem Restaurant zu kommen was uns auf dem Weg aufgefallen war, als plötzlich dicke Tropfen vom Himmel fielen. Es wurde immer mehr und wir rannten ins Restaurant und kamen gerade noch an, bevor dies geschah: https://youtu.be/2ZyKtVT129Y

Nachdem wir ein paar Nudeln dort gegessen hatten gingen wir auf die andere Straßenseite und tranken Kaffee. Uns fiel nichts besseres ein und wir namen uns ein Uber um zu Vishals Hotel zu fahren. Dort suchten wir nach einer ruhigen Lounge wo wir etwas über seine Indien pläne reden konnten. Auf der Suche kamen wir am Spa/Schwimmbad vorbei und entschieden spontan, dass wir doch erstmal dort etwas Zeit verbringen könnten.

Ich war zwar kein Gast des Hotels, aber als großer weißer Europäer wird man in Asien nicht hinterfragt.Also verbrachten wir etwas Zeit im japanischen Dampfbad und der Sauna bevor wir uns zu einer Strategieberatungsrunde in Vish’s Zimmer verzogen. Gegen halb acht machten wir uns wieder auf Richtung Bui Vien (der Backpacker-Straße) und wir gingen getrennte Wege.

Nach der Cu Chi Tunnel Tour vor ein paar Tagen hatte mir meine Hostelbetreiberin einen Ban Mi Laden empfohlen der in der Nähe des Ortes war, wo ich aus dem Taxi stieg. Also lief ich dort hin und bestellte ein Ban Mi. Der Laden war wohl ein offener Geheimtip, denn es hielten andauern Motorräder an und holten Ban Mi für 33.000 Dong (was für Ban Mi recht stattlich ist. Allerdings sind die auch leicht größer ausgefallen.) und das bei starkem Regen! 

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In einer Regenpause lief ich zu meinem Hostel, holte in einem “Circle K” Markt noch einen Eis-Slush und ging auf mein Zimmer um das Ban Mi zu verkosten.

Am Abend schrieb mir Vish ich sollte noch in die Chillibar kommen. Die war nur 200m von meinem Hotel entfernt und bot als Skybar eine tolle Aussicht und gute Stimmung. Außerdem konnte ich so meine teuer erkaufte Zigarre aus Luang Prabang aufrauchen Die zwischenzeitliche Champagnerdusche der Kellner war etwas dick aufgetragen aber so bekam ich meinen Cocktail nochmal aufgefüllt. Es waren einige Japaner anwesend und auch einige Vietnamesen, welche sich haloweenmäßig angeputzt hatten. So konnte man mit kleinen asiatischen Hexen etc. tanzen. Die Stimmung war gut und ich blieb bis kurz nach 1 Uhr bevor es zurück ins Ho(s)tel ging.​ 

Mekong Delta Tag 2: Floating Market Cai Rang und Nobelschlepper

Nach einem überschaubaren Frühstück ging es kurz nach 7Uhr Richtung schwimmendem Markt von Cái Rang. Dieser Markt dient den Großhändlern der Gegend um ihre Waren an kleinere Verkäufer weiter zu reichen. Die Boote hier sind recht groß und schwer beladen. Die meisten Boote verkaufen genau eine Ware, z.B. Ananas oder Mango, manche auch mehrere. Was ein Boot verkauft wird durch eine Stange angezeigt die vorn am Boot hoch ragt. Hängt oben an der Stange eine Mango, wird Mango verkauft. Einfach aber effektiv. ​​Wir gingen kurz an Board eines Obsthändlers der am Rand des Marktes vor Anker lag und an Endkunden verkaufte. Dort konnte man zwei verschiedene Mango Qualitäten testen, was mir klar machte wieso bei manchen Fruchtsaftständen der Mangosaft fad schmeckt und bei anderen nicht. Der eine kauft billig Mangos, der andere die guten gelben mit dunkel orangenen Fruchtfleisch.​

Obwohl wir gegen 8Uhr am Markt ankamen war der Haupttroubel schon vorbei. Es waren nur relativ wenige kleine Boote unterwegs. Die meisten fuhren vollgepackt vom Fluss weg. In Can Tho gibt es noch mehrere kleinere schwimmende Märkte wo dann diese Verkäufer die Waren umschlagen. Am Ufer, neben dem Großhandelsmarkt, gibt es noch einen Landmarkt wo Leute zu Fuß einkaufen können.

Nachdem wir zurück im Bus waren fuhren wir zu einer Reisnudel-Fabrik. Die Nudeln werden zu 80% aus Reismehl und zu 20% aus Tapioca-Mehl hergestellt. Mit Wasser vermengt wird ein ein dünner runder Boden aus sehr flüssigen Teig geformt und gedämpft. Als Brennmaterial verwendet man die Trockene Reishülsenstreu. Nach 30Sekunden wird der Fladen aus dem Dampf genommen und auf Palmmatten zum trocknen in die Sonne gelegt. Diese großen trocknen Fladen werden dann mit einem Reißwolf in Nudeln geschnitten.​

Wir fuhren Mittagessen in ein weiteres “Gartenrestaurant”. Es gab einen Obstgarten und diverse Gehege in denen die Kleintiere gehalen wurden die in der Küchenhütte zubereitet wurden. u.A. wieder Frösche und Schlangen.​

Danach ging es wieder zum Bus und mit nur einer kurzen Pause zurück nach Saigon wo wir noch vor 18Uhr ankamen.  

Ich war gerade im Hotel angekommen als Vish mich anschrieb. Er hatte eine Verabredung war sich aber uneins ob er nicht lieber mit mir was unternehmen wollte. Ich sagte ihm, er soll fragen ob sein Date eine Freundin hat, den käme ich mit. Tatsächlich ließ sich das einrichten und wir gingen in die Park Hayet Hotel Bar. Eine ziemlich noble und teure Location. Wir gingen etwas früher hin um die Location zu checken und uns eine ruhige Ecke zu suchen. Die Mädels kamen schick angeputzt vorbei, waren aber absolut langweilige Gesprächspartner. Außerdem waren sie, dafür dass sie sich als Vietnamesen in einer Bar aufhielten die auf Londoner Niveau Getränke verkaufte, auch sehr unbeeindruckt und abgezockt. Eine Kombination die mir nicht gut gefiel und ich sprach mit Vish in einer ruhigen Minute darüber. Wir sagten den Mädels, dass wir gern in eine andere Location wechseln würden und ob sie Vorschläge hätten. Sie nannten eine Bar und wir fuhren mit einem Uber dort hin. Am Eingang wurde uns gesagt, dass der Laden voll wäre und wir nur rein kämen, wenn wir einen Tisch kauften. Der Preis lag bei 400$. Ich zog Vish nochmal an den Rand und wir gingen die Fakten nochmal durch. Wir kamen zu dem Schluss, dass wir mit den Mädels definitiv keine Zeit verschwenden wollten und bestimmt auch kein Geld hinterher werfen würden. Also ging ich zu den Beiden und gab den Spielverderber. Ich sagte, dass ich mich verabschieden müsse, ich sein zu müde. Vish verabschiedete sich ebenfalls und wir zogen ab. Auf dem Weg, wir liefen gut 30Minuten zu Fuss durch die Stadt, versuchten wir den Abend einzuordnen. Es war recht offensichtlich, dass die Mädels nicht zum ersten mal in diesen Locations waren. Für Vietnamesen ist die aber zu teuer. Die beiden waren allerdings hübsch genug, um Drinks ausgegeben zu bekommen. Allerdings waren sie null an Gesprächen interessiert und wirkten langweilig. Wieso hängt also jemand freiwillig mit Leuten die einen nicht interessieren in einer Bar ab? Unsere Vermutung: Die Beiden bekommen von den Bars Geld dafür Kunden dort hin zu locken. Alles in Allem eine interessante Erfahrung die ich nicht so schnell wiederholen muss.

Mekong Delta Tour Tag 1: My Tho

Es ging, mal wieder, früh los. 8Uhr wurde ich vom Hostel abgeholt und wir liefen zu einem Tourbüro. Allerdings kam diesmal kein Bus sondern wir liefen zum nächsten Tourbüro und dann zum nächsten. Selbst früh um 8Uhr ist es in Saigon warm und unnötig durch die Gegend laufen ist kein Spaß. Entsprechend war ich wenig glücklich als wir endlich am Bus ankamen.Der Bus war voll besetzt mit Touristen, halb Westler, halb Vietnamesen und Malayen.

Erster halt war ein chinesischer buddistischer Tempel namens Vinh Tràng in My Tho der mehrere kolosale Buddha Figuren besaß. Das Wetter war schön und mir gelang ein Postkartenmotiv: ​

Im Inneren des Tempels befand sich ein Lichthof mit Miniaturberg. ​

Auf der Hauptachse vor und hinter dem Hof befanden sich diverse Altare.​


​Auf dem Grundstück, z.B. hinter dem Tempel und zur Linken lagen bzw. saßen die Kolosse.​

​Danach ging es mit dem Boot weiter zum Hafen am Mekong in My Tho. Dort wurden wir mit einem Schiff auf eine der Inseln geschippert wo u.a. Kokos-Süßigkeiten aus karamellisierter Kokosmilch hergestellt wurden. Dort wurden wir auch mit der Wasser-Kokusnuss vertraut gemacht. Deren Frucht sieht komplett anders aus als die normale Kokosnuss. Allerdings kann diese Variante im Wasser wachsen, was im Delta sehr hilfreich ist. ​​

​Wir fuhren dann Mittagessen in ein kleines Restaurant mit hohen Preisen. Das in der Tour enthaltene Mittagessen war überschaubar und man hoffte hier mehr als deutlich darauf, dass die Touristen die teuren Gerichte kaufen um satt zu werden. Das Gelende selbst war interessant da die auf der Speisekarte enthaltenen Tiere hier auch gehalten wurden. Darunter Frösche, Schlangen und Krokodile.

Danach ging es weiter in eine Imkerei wo ein leckerer Tee aus Honig, Pollen (macht den Tee milchig), Limettensaft und heißem Wasser gereicht wurde. Eine typische Touristen-Melk-Attraktion. Hier konnte man sich dann auch mit einer Python um den Hals fotografieren lassen. Danach wurden wir mit einer kurzen vietnamesischen Musikeinlage auf einer Obstfarm beglückt, wofür wir dann Trinkgeld geben sollten bevor wir mit kleinen Ruderboten durch einen ursprünglich belassenen mit Schilf und Wasserkokospalmen umstandenen Kanal gerudert wurden. Auch die wurden wohl vom Tourprovider nicht bezahlt und wollten Trinkgeld. Dumm gelaufen, dass wir das ganze Kleingeld bereits bei den Musikern gelassen hatten. Bei den 25$ sollten 50Ct für die Ruderer eigentlich enthalten sein…​

Danach ging es zurück zum Hafen. Dort verließen uns die Touristen die nur eine 1Tages Tour gebucht hatten und wir fuhren weiter nach Can Tho wo wir in einem überraschend guten Hotel abgesetzt wurden. Ich teilte mein Zimmer mit einem jungen Niederländer der nach seinem Uniabschluss etwas die Welt sehen wollte. Wir gingen um die Ecke in ein kleines Straßenlokal essen. Es gab eine sehr gute Bun Bo Hue (Hue Style Nudelsuppe) bevor wir früh ins Bett gingen. Morgen müssen wir um 6Uhr raus um zum schwimmenden Markt zu kommen.

Ku Chi Tunnel nördlich von Saigon und Bitexco Tower

Heute früh ging es bereits 8Uhr los. Ich lief noch schnell aus dem Hostel raus um Proviant zu kaufen, frühstückte etwas (Banana Pancake) und dann ging es zum nahegelegenen Tourbüro wo der Bus uns abholte. Meine Gruppe war 20-30 Personen stark. Unser Tourguide Mikey versuchte im Bus gute Laune auf gebrochenem Englisch zu verbreiten was ich persönlich eher anstrengend fand. Die Fahrt zu den Tunneln dauerte ca. 1,5h was weniger der Entfernung und mehr dem dichten Verkehr zu schulden kam. Unterwegs wurde wieder bei einer Behindertenwerkstadt mit angeschlossener Touristenfalle (Souvenierverkauf) angehalten.Eintritt kostete 110.000Dong (ca. 4,5EUR). Es ging durch einen “U-Bahntunnel” hindurch ins Freilichtmuseum. 

Es gab mit Palmblättern gedeckte Hütten, welche ca. 1-1,5m tief in den Boden eingelassen waren, so dass nur noch das Dach aus dem Boden ragte. In der ersten Hütte wurde ein Video über den Krieg gezeigt und wie die friedliebenden Bauern durch den bösen Amerikaner getötet wurden. Außerdem wurde stolz davon berichtet, dass die Bauern bei Tag auf den Feldern arbeiteten und bei Nacht mit der Waffe in der Hand gegen die Amerikaner kämpften – Frauen wie Männer und selbst ein 14Jähriges Mädchen wurden als Amerikan-Killer-Hero gefeiert. Hier darf man dann zurecht fragen, ob es sowas wie zivile Opfer in der Gegend überhaupt geben kann.​

Dann wurde gezeigt, welche Arten von fallen im Dschungel gebaut wurden. Klassiker wie Drehtürfallen mit darunter liegenden Bambusspitzen und diverse Fallen die beim hineintreten Stahl- oder Bambusspitzen in das Opfer jagten.​

Die Eingänge zu den Tunneln waren extrem klein (30x40cm), so dass gerade die üblicherweise kleingewachsenen Vietnamesen hindurch passen, Amerikaner jedoch nicht. ​

Die Tunnel selbst waren im Durchmesser durchaus auch nur 40x40cm groß. Für die Touristen wurden die Tunnel jedoch teilweise erweitert auf ca. 90 x 70cm. So konnte man im Entengang ein Stück des Tunnels passieren. Dieser war 100m lang und hatte alle 20m einen Ausgang. Jedes tiefer liegende Segment war etwas kleiner im Durchmesser (und damit etwas realistischer). Ich bin die ersten beiden Abschnitte hindurch gekrochen, wobei im zweiten Abschnitt bereits teilweise auf allen vieren gekrochen werden musste. Die Luft war sehr warm und stickig, schließlich arbeiteten sich in den Tunneln hunderte Touristen ab. Deshalb bin ich nach 40m raus.​ 

Es gab dann noch kleinere Bunker zu sehen die zum Kochen oder als Hospital genutzt wurden. Die Kochstellen wurden so angelegt, dass der Rauch der Feuerstelle ein Stück entfernt aus dem Boden kam um nicht als Zielmarkierung für Helikopter und Flugzeuge zu dienen.

Interessant war auch der Pausenplatz wo wir 20Minuten ausruhen konnten. Dieser war direkt neben der Schießbahn wo man verschiedene Waffen aus dem Vietnamkrieg, russische, amerikanische, Klein und Großkaliber, abfeuern konnte. Preis pro Schuss startete bei 2$, wobei man 5Schuss kaufen musste. Die Geräusche der Schießbahn hörte man überall auf dem Gelände was dem “Vietnamkriegs-Flair” zu Gute kam.​

Danach fuhren wir nach Saigon zurück und ich stieg hinter dem Ben Tran Markt aus um im Food Court etwas zu essen. Danach suchte ich einen Friseur und ließ mir Bart und Haare schneiden. Auf dem Weg zum Hostel sprach mich ein Schuhputzer an und ich ließ ihn meine Schuhe ordentlich polieren, was recht hilfreich war, nach dem Tunnelaufenthalt. Ich war auf dem Weg ins Hostel als ich sah, dass Vishal mir eine Nachricht geschrieben hatte. Ich sollte mich businessmäsig anziehen, er hatte mit einem Maklerbüro einen Besichtigungstermin im Bitexco Tower ausgemacht. Er gab vor Interesse zu haben in den oberen Etagen ein Büro einzurichten. Das Ganze war zwar vorgeschoben aber realistisch genug, dass man uns einen Besichtungstermin am späten Nachmittag gab. 

Ich fuhr mit dem Taxi zum Turm und wir trafen zusammen die Makler. Der Turm ist so hoch, dass es 4 verschiedene Aufzugskategorien gibt: Gerade Stockwerke, Ungerade Stockwerke und das ganze für unterhalb des 30ten Stocks und oberhalb des 30ten Stocks. Um zu den obersten Etagen zu gelangen muss man sogar einen zweiten Fahrstuhl nehmen der weiter oben startet. Wir besichtigten ein Büro mit Rundumblick oberhalb des Helipads (und damit oberhalb der Touristen-Aussichtsplatform) ca. im 55 Stock. Danach zeigte man uns noch andere Büros in tieferen Stockwerken. Ich persönlich hatte das Gefühl, dass die Makler den Braten rochen, denn sie versuchten mehr über das Geschäft und unseren Aufenthalt in Vietnam zu erfahren. Nach ca. 1h und einigen Bildern verabschiedeten wir uns und gingen ein paar Straßen weiter etwas essen. ​

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Ich lief dann zu meinem Hostel zurück. Unterwegs traf ich Studenten, die zum englischlernen Touristen interviewen sollten. Ich spielte das Spiel einmal mit und machte mich aus dem Staub als mehr Studenten ankamen. Im Hostel buchte ich dann die morgige Tour ins Mekong Delta.

Ho Chi Minh City

Ich wachte gegen halb 10 auf und ging erstmal duschen. Glücklicherweise hatte ein früherer Backpacker sein Duschgel vergessen und ich konnte mich etwas frisch machen. Zähneputzen ohne Zahnbürste – selbst wenn man sich etwas Zahncreme erbettelt ist nicht das Wahre. Kurzum: Man sollte im Handgepäck die sprichwörtliche Zahnbürste immer dabei haben.

Dann ging es hinaus in die Stadt. Es war sonnig und vom gestrigen Regen war nichts zu sehen. Ich lief zuerst etwas in der Bui Vien herum (die Backpacker Straße) und fand ein Frühstücksrestaurant. Leider war ich vom Preisleistungsverhältnis nicht so zu frieden.

Danach ging ich Richtung Ben Tranh Markt. Gestern Nacht hatten nur die Stände um den Markt herum offen. Bei Tage ist die gesamte Halle offen. Der Markt erinnerte mich an den “Russenmarkt” in Pnom Penh. Es gab viele kleinere Stände (ca. 6qm) die alles mögliche verkaufen. Der Markt ist dabei grob nach Waren sortiert. Was anders ist als bei den anderen Reisen war, dass die Verkäufer einen nicht nur ansprechen sondern hin und wieder auch am Arm anfassen.

Spannend wird es, wenn man konkrete Vorstellungen hat und etwas sucht. Schnell merken die Händler, dass sie mit ihrem 0815 Artikeln nichts erreichen und lassen einem in Frieden.

Noch vor 12 machte ich mich auf Richtung Kriegsmuseum. Auf dem Weg kaufte ich mir eine SIM Karte mit 1 Monat Telefon und Internet Flatrate für 8EUR. Ich schickte Nga (ehemalige Komolitonin von der TUC) eine SMS und erhielt auf vietnamesisch eine Antwort die Google mir grob übersetzte, dass sie die Mutter sei und morgen Nga wohl kommen würde. (oder so)

Ich ging dann weiter Richtung Museum. Kurz bevor ich da war, sprach mich ein Fahrrad-Rikscha Fahrer an und meinte, dass das Museum erst ab halb 1 öffnen würde und er mir anbieten würde für 150000 Dong mich zur Kaiser-Pagode zu fahren und zurück.

Ich nahm an und sah mir die Pagode an. Es gab einen, von hohen Bäumen umstandenen Vorhof, und denn die rote Pagode. Im inneren standen riesige Statuen von grimmigen Kriegern/Wächtern und dann ein Altar vor dem regelmäßig Gläubige beteten. Ich hielt mich etwas abseits um ohne zu stören zu fotografieren.

Es gab noch Nebenräume mit weiteren Altaren und einen Raum mit Ahnentafeln (das Äquivalent zum deutschen Friedhof). Im Obergeschoss gab es noch einen Altar und einen Balkon. Als ich nach unten blickte sah ich einen Teich mit Schildkröten an dem ich vorbei gelaufen war. Es waren so viele Schildkröten, dass sie teilweise übereinander hockten.​


Danach ging es zurück zum Museum, aber erst wollte mir der Fahrer noch eine Lack-Intarsien Fabrik zeigen. Nun gut dachte ich mir, spielen wir halt mal mit. Die kurze Erklärung zur Fertigung der Einlegearbeiten aus Perlmut oder Enteneierschalen war schon interessant und zeigte wie aufwändig das alles ist. Das spiegelte sich in den Preisen (ein Teller kostete 20USD) und ich ging ohne zu kaufen.

Wir kamen dann schlussendlich beim Museum an. Als ich meinem Fahrer klar machte, dass ich nachher keine weitere Tour mehr wollte ging es ans bezahlen. Plötzlich wollte er 150.000 pro Strecke. Ich machte ihm klar, dass er sich das schenken könne, gab ihm 150k wie abgesprochen und ging.

Das Museum war neu und modern. Der Eintritt war mit 15000 Dong spott billig. Dafür bekam man zu 70% Fotos zu sehen und dann noch ein paar Waffen. Außerhalb des Museums standen amerikanische Panzer und Hubschrauber. Die wollte ich mir zum Abschluss anschauen. Dass Vietnam nicht die Sternstunde amerikanischer Außenpolitik war, ist allgemein bekannt. Allerdings glaube ich aber, dass im Museum auch etwas mehr den Amerikanern bzw. den Fotos zugeschrieben wird, als unbedingt abgebildet war. Man müsste die zwei Sekunden vorher und nachher sehen die um das Foto herum spielen um zu wissen, ob die Person wirklich gerade gefoltert wird, oder nur etwas ruft. Die Bilder zum Thema Dioxin/Agent Orange waren übel. Hier habe ich mitgenommen, dass alle Beteiligten – auch die Amerikaner – einen Preis bezahlt haben. Denn auch die Soldaten, welche das Zeug verladen/getank haben, haben später kranke Kinder zur Welt gebracht.

Als ich durch die Ausstellung so gut wie durch war höhrte ich ein Vertrautes Geräusch: Es regnete wie aus Gieskannen. Aus der Besichtigung der Fahrzeuge wurde also nichts mehr. Ich lief 10 Meter zu einem Kaffee auf dem Museumsgelände um dort den Regen abzuwarten und etwas zu essen. ​


Als der Regen nachließ (und das Museum pünktlich 19Uhr schloss) wollte mir ein junger Mann ein Regencape schenken. Nach einigem hin und her wurde klar, dass er mir damit seine Dienste als Fahrer andrehen wollte. Ich lehnte ab und nun wollte er das Cape (eine Plastikfolie) für 5USD verkaufen. Ich setzte an sie auszuziehen und ihm wieder zu geben was ihm nicht gefiel. Am Ende enigten wir uns auf 20000 Dong und ich behielt die Tüte. Das kam mir entgegen, denn es tröpfelte immer noch. Auf dem Weg zurück kam ich an einem Food Court vorbei und ich schaute mir die Stände an. Es gab einen Saft-Stand an dem ich mir Vietnamesischen Kirschsaft machen ließ. Geschmacklich kam mir der bekannt vor. Es schmeckte nach Zuckererbsen, aber etwas voller (Zuckererbsen mit Milch?). Ich aß dann noch ein sehr leckeres Gericht mit Mini-Omlettes und Frühlingsrollen (2,5EUR) und unterhielt mich mit zwei Niederländern die neben mir saßen. ​

Auf dem Weg zum Hotel machte ich an einem Obstladen halt und kaufte für 5EUR Mangostane (4EUR/Kg), Jackfruit (2,80EUR/Kg) und eine gelbe Frucht deren Namen ich nicht mehr weiß ein. Letztere wurde kleingeschnitten und man gab mir eine Zucker/Salz/Chilli-Mischung dazu. Ich ging zurück ins Hostel und aß ausgiebig meine Früchte. Ich merkte aber, dass ich mit der Zeit etwas (nicht dramatisch) schlechter schlucken konnte und meine Lippen kribbelten. Ich scheine auf eine der Früchte alergisch zu reagieren. Das werde ich mal beobachten.

Im Hostel traf ich zwei Studentinnen, Verena und Ann aus Würzburg, die gerade eincheckten. Wir gingen am Abend noch zusammen etwas trinken. Erst besichtigten wir ein recht verlassenes Restaurant welches auf 3 Etagen + Dachterasse Tische hatte – die aber entweder nicht so toll waren, oder aber naß. Da halfen auch die “Buy 1, Get 1 Free” angebote nicht. Wir landeten dann im 5 Oysters Restaurant was auch in den Reiseführern empfohlen wird. Um 23Uhr machten die aber zu, was wohl in Vietnam normal zu sein scheint. Also ging es zurück ins Hostel. Allerdings liefen wir noch einmal rings um den Block und schauten uns noch etwas um. Gegen 23:30 waren wir im Hostel und 10 Min später kam auch “schon” mein Gepäck. Morgen Mittag will ich einen Flug nach Hanoi buchen. Die Mädels erwähnten ein gutes Hostel in Hanoi, nach dem ich die Augen offen halten werde.

Anreise – Typisch Ich

Der Tag war super geplant. 14:00 Uhr wollte ich spätestens in meiner Wohnung sein um alles fertig zu machen und um 14:30Uhr wollte ich allerspätestens die Wohnung verlassen. 14:55Uhr ging mein Zug ab Chemnitz Hauptbahnhof nach München Flughafen.
In den letzten Minuten fallen mir regelmäßig noch unzählige Dinge ein die noch alle gemacht werden könnten und müssten. Ich verließ also 14:35Uhr meine Wohnung und lief zum Bahnhof. Erst langsam und gemächlich, dann doch etwas zügiger am Ende war kurz Panik, denn der Zug wurde auf ein andere Gleis verlegt. Gut durchgeschwitzt saß ich dann schlussendlich doch im Zug.
Die Umsteigezeiten von 7 bzw. 8 Minuten hatten mir etwas sorge bereitet, nor lief alles geschmeidig und ich kam rechtzeitig und wie geplant am Flughafen München an. Beim Aussteigen aus dem ICE aus Nürnberg sprach ich mit einer Backpackerin die in den Bergen Europas unterwegs war. Sie stellte sich als Australierin heraus und sagte, dass Deutschland ihr Lieblingsland sei. Irgendwie witzig, denn es gibt nicht wenige Deutsche die das umgekehrt ebenso sagen.
Der Flug mit Etihad nach Abudabi begann etwas nüchtern, denn ich durfte in der Mittelreihe in einer voll besetzten Reihe Platz nehmen. Als das Boarding fertig war, waren die Fensterplätze neben mir jedoch komplett frei und ich fragte ob ich wechseln dürfte. Das wurde mir erlaubt und ich konnte so etwas schlafen. Positiv überrascht wurde ich vom “Nachtpaket” das ausgeteilt wurde (mit Minizahnbürste, Oropax und Augenblende. Auf letzterer steht auf einer Seite “Bitte schlafen lassen” und auf der anderen “Bitte zum Essen wecken”.)  Besonders überrascht war ich vom Essen, genauer vom Essbesteck. Es war Metallbesteck. Bei deutschen Airlines muss man dazu wohl Businessclass fliegen. Kurzum der Flug war gut.
Angekommen in Abu Dabi stellte ich mich auf 2h Transitzeit ein. Komischerweise begann das Boarding des neuen Flugs nur ca. 30Min nach der Landung. Zwar saßen wir dann nochmal 30Min auf dem Rollfeld aber wirklich “Aufenthalt” hatten wir nicht. Der Flughafen in Abu Dabi fühlte sich überraschend klein an. Gerade wenn man dies vergleicht mit der riesigen Ferrari-Anlage vor dem Flughafen die ein riesiges rotes Dach mit Ferrari Logo kennzeichnet.

Der Weiterflug bestand für mich darin mich mit Lesen zu beschäftigen. In Saigon war gerade Morgen und ich wollte den Tag/Nacht Rhytmus beibehalten. Kurz vor eintreffen des Fluges sah ich Stewardessen zu einigen Passagieren zu gehen und sie anzusprechen. Irgendwas war wohl schief gelaufen – vielleicht mit ihren Anschlussflügen. Als wir in Saigon dann endlich eintrafen (1 Buch hatte ich mittlerweile durch, dann noch eine Zeitung und ein zweites Buch zu 70%) verkündete der Kapitän, dass es über Saigon stark stürmen würde und wir ein paar Extrarunden fliegen müssten. Mit 40 Minuten verspätung und gut durchgerüttelt landeten wir dann. Es ging durch die Gesundheitschecks (Ebola & Co Spätauswirkungen) und dann durch die Passkontrolle. Am Gepäckband wartete ich auf meinen Rucksack bis ein Vietnames mit einem Schild mit Namen vor mir stand – mein Name stand darauf. Das Gepäck war noch in Abu Dabi. Hervorragender Start! Auf dem Flug hatte ich Kontakt mit einem Deutsch Vietnamesen geknüpft (Südvietnamesische Familie die nach dem Krieg nach Westdeutschland geflohen war) was mir jetzt bei der Verständigung entgegen kam. Sein Gepäck und das seiner Mutter fehlte ebenso, also taten wir uns zusammen. Wir nahmen dann gemeinsam ein Taxi, weil unsere Unterkünfte auf der gleichen Straße lagen. Wir fuhren zuerst zu meiner unterkunft und es gab irgendwie Umrechnungsverwirrungen. Am Ende bezahlte ich in Dong und bekam von den Beiden Euro zurück. Als ich im Hostel war und nachrechnete musste ich feststellen, dass sie sich, zu meinen Gunsten, verrechnet hatten. Falls ich die beiden nochmal sehe gebe ich ihnen ein paar Nudeln aus.

Im Hostel checkte ich ein und war leicht enttäuscht. Die Booking.com Bewertung von 8.9 für Lily’s Hostel war wohl etwas übertrieben. Aber zumindest gibt es einen Abschließbaren Spint für jedes Bett. Ich ging dann bei Regen zum Ben Thanh Markt (vorbei an der Ernst Thälmann Oberschule) um etwas Unterwäsche und ein T-Shirt zu kaufen. Um 9Uhr läßt sich nicht ganz so locker verhandeln. Am Ende habe ich für 19$ ein T-Shirt, ein Poloshirt, und Unterwäsche gekauft. Nicht wirklich ein Schnäppchen.
Dann ging ich auf Nahrungssuche. Kurz bevor ich mich in ein Restaurant mit weißen Tischdecken und benachbarter Küche und Grill setzen wollte, sah ich wie die Bedienungen die durchhängenden Plastikplanen mit Stangen entleerten. Das Wasser Platschte direkt in die schön hergerichtete Fischauslage. Ich ging dann doch um den Markt herum und setzte mich in ein kleines Straßenrestaurant wo sich eine ältere Vietnamesin geduldig ohne English abmühte mir die Karte zu erklären. Ich bestellte zwei Vorspeißen die in Summe mehr als genug waren, und zwei Bier. Inkl. Trinkgeld 170000 Dong = ca. 5,50EUR.

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Nebenan saß ein älteres Päarchen aus Europa und ich sprach die beiden an. Dough und Sandra waren Briten und waren mal schnell aus Bangkok nach Vietnam geflogen um sich das Mekong-Delta anzusehen. Wir unterhielten uns gut. Nach einiger Zeit mussten die Beiden los, da sie morgen früh die VietCong Tunnel besichtigen wollten. Ich aß noch auf und ging dann in mein Hotel. Ich hoffe morgen möglichst nicht erst um Mitternacht meine Sachen zu bekommen.