Roadtrip Hue -> Danang -> Hoi An

Gestern hatten wir die “Top Gear Experience” vom Vietnam Backpackers Hostel gebucht. Anders als die meisten hatten wir uns anstatt für Motorräder für ein Auto mit Fahrer entschieden. Um ca. 9:30Uhr fuhren wir los.

Erster Stop war das Phong Nam Cafe um die Ecke wo wir uns zum Abschied noch einmal die sehr leckeren und günstigen (15.000Dong, 0,60EUR) Fruchtshakes zum Mitnehmen bestellten. Danach ging es Richtung Küste. Die Straßen kamen uns bekannt vor, denn es waren die selben die wir gestern mit dem Motorrad abgefahren hatten.

Vishal wollte im Auto noch etwas schlafen, allerdings telefonierte der Fahrer ca. alle 10Minuten mit Freunden, Familie und Verwandten. Nach etwas Diskussion konnte das aber abgestellt werden und so ging es dann entlang der Küste und vorbei an riesigen (kilometer langen) Gräberfeldern mit prächtigen großen Gräbern . Wasser war auf beiden Seiten der Straße, da zu unserer Rechten ein großer Binnensee liegt. Die Straßen waren, auch wenn es Highway 41 hieß, eher Landstraßen, teilweise einspurig. Selbst in den abgelegeneren Dörfern sah man überall Kinder mit ihren Roten Halstüchern von/zur Schule radeln.​

Erstes Ziel waren die Elefant Springs im Bach Ma National Park. Der Nationalpark umschließt eine Hügelkette die wir später via Hay Van Pass überqueren wollen (anstatt durch den Tunnel drunter durch). Die Elefant Springs sind faktisch ein Bergfluss der zwischen größeren Steinen hindurch fließt und ab und an kleine Pools und natürliche Rutschen bildet.​

Nach ca. 30-40Minuten im Wasser gingen wir wieder zurück zum Auto und fuhren weiter Richtung Hay Van Pass. Der Pass schlängelt sich an den Bergen hinauf und bietet immer wieder Ausblicke hinunter aufs Meer.​​

Am Scheitelpunkt liegen alte Bunkeranlagen welche z.B. als interessantes Fotomotiv für ein Hochzeitspärchen genutzt wurde. Von dort konnte man in die eine Richtung den Strand vor Hue und in die andere Richtung Danang sehen.​
Danach ging es hinunter nach Danag und an den dortigen 25km langen Sandstrand. ​

Wir hatten ca. 2h Aufenthalt eingeplant und waren hungrig. Also suchten wir uns ein Restaurant mit vertretbaren Preisen in Strandnähe. Das war nicht ganz einfach. Jedoch fanden wir dann eines was ok war. Es stellte sich allerdings heraus, dass dort die höheren Preise durch größere Portionen wett gemacht wurde. Das wussten wir nur nicht, als wir bestellten. Da unsere Mägen leer und die Augen groß waren, beschwerten wir uns nicht. Allerdings kann man sagen, dass wir uns ordentlich überfraßen. (Kein Wunder nach 1 Teller Pommes, 1 Topf Seespinat, einer Platte voller Bratreis mit Meeresfrüchten und einem ganzen Huhn mit Zitronengras – was wir nicht wirklich schafften). Ich ging dann noch kurz schwimmen bevor wir zurück zu unserem Auto gingen.

Nächstes Ziel war dann Marble Mountain. Wir hatten keine Ahnung was das sein sollte, gingen aber davon aus, dass es wohl ein Berg sei mit Ausblick. Entsprechend überrascht waren wir, als wir am Fuß eines großen Felsens in Danang ausstiegen auf dem mehrere Tempel errichtet waren. Es war bereits nach 17Uhr und so langsam wurde es dunkel. Also beeilten wir uns noch etwas von der Anlage zu sehen.​

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Höhepunkt war im wahrsten Sinne des Wortes der Aussichtspunkt “Himmelspforte/Heavens Gate” auf dem höchsten Punkt der Anlage. Wir hätte noch gut 30 Minuten Tageslicht gebrauchen können, aber die Bilder entschuldigen für die kürze des Aufgenthalts:​


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Verregneter Strandbesuch

Als ich Vish gegen 10Uhr anrief, war er gerade erst aufgeweckt. Er hat mit dem Jetlag mehr zu kämpfen als ich. Ich nutzte die Zeit meine Blogs und Mailordner auf Vordermann zu bringen.

Gegen 12 mieteten wir uns wieder 2 Scooter und hatten als Ziel den Strand Thuan An im Nordwesten der Stadt. Auf dem Weg sah man schon die dunklen Wolken am Himmel und als wir dem Ort Thuan An näher kamen fing es an zu regnen. Wir stellten unsere Scooter an einem Restaurant unter und ich machte etwas Business Consulting mit Vish der ein gut laufendes kleines Visa-Unternehmen hat.

Als der Regen langsam nachließ fuhren wir weiter. Es nieselte nur leicht was erträglich war. Die Route war weitestgehend “immer gerade aus”. Als wir dann zur Beach Bar Hue abbogen kamen wir an einem riesigen Friedhof vorbei der sehr interessant aussah.

Der Friedhof bestand aus großen “Familiengräbern” – jedenfalls deutet die größe darauf hin. Es könnte allerdings auch sein, dass die Gräber für Reiche oder wichtige Einzelpersonen angelegt waren. Der Aufbau ähnelte, wenn auch 1000x kleiner, denen der Königsgräber. Hier ein paar Eindrücke:​

​Danach ging es in die Beach Bar. Die Anlage selbst war auf einfachen aber coolen Touristenstandard mit Palmdächern und mehreren Bars und Tischen im Sand. Der Strand war breit und aus Sand. Einziges Problem war, dass das Wetter nicht recht zum Strand passen wollte.​

Wir gingen trotzdem schwimmen, denn das Wasser war sehr warm. Die Wellen waren allerdings sehr stark und das Wasser enthielt viel Sand. Wir aßen dann etwas (auch weil der Eintritt von 100.000Dong von der Barrechnung abgezogen wurde) in der recht teuren Bar (Touristenpreise).

Da es immer wieder regnete warteten wir so lange wie möglich mit der Rückfahrt. Gegen 17:30 mussten wir dann aber los, regen oder nicht, denn es wurde dunkel. Die Rückfahrt war schon etwas stressig, denn die Entgegenkommenden Fahrzeuge leuchteten mit ihren Scheinwerfern mehr in die Augen als auf die Straße. Nach 40Minuten und Google-Maps support waren wir zurück am Hostel und gingen dann noch etwas essen. Vish hatte dann noch etwas für die Firma zu tun, und ich musste auch noch ein paar Rechnungen schreiben also verabredeten wir uns für den folgenden Morgen wo wir mit einem Auto nach Hoi An chaufiert werden und entlang der Strecke fotos machen und baden gehen wollen. (Kostenpunkt 75$ gesamt)

Pagoden und Königsgräber in Hue

Gegen 10 Uhr mieteten Vishal und ich uns zwei Scooter und ließen uns den Weg zu den Pagoden und Königsgräbern im Umland von Hue erklären. Die Könige der Nguyen Dynastie ließen große tempelartige Gräber anlegen in denen man ihnen nach ihrem Ableben huldigen konnten und die auch das (symbolische) Grab des Herrschers enthielten. (Ob die Könige wirklich dort begraben liegen ist mir unklar. Da sie mit Gold etc. beerdigt wurden und Grabräuber sonst sicherlich zugeschlagen hätten.)

Nachdem wir für 5EUR die Motorräder vollgetankt hatten fuhren wir los. Als wir an einer Kreuzung anhielten um die Karte zu checken hielt eine Vietnamesin neben uns und fragte ob wir zu den Gräbern wöllten. Sie würde in der Nähe wohnen und wir könnten einfach hinter ihr her fahren. Gesagt getan. ​

Als wir am Grab des letzten Königs (Khai Dinh) ankamen bedankten wir uns artig und sie klärte uns auf, dass sie es lieber hätte wenn wir weiter zu ihrem Dorf fahren würden. Es zeigte sich dass sie Geld wollte. Wir stellten uns dumm bedankten uns artig gaben ihr etwas Kleingeld und gingen in die Pagode.

Khai Dinh war kein besonders guter König. Das zeigte sich z.B. daran, dass er zum Bau seines Grabs die Steuern im Land um 30% anhob. Weiterhin war er nur eine französische Marionette und trug zu Lebzeiten nicht viel zu Vietnams fortkommen bei. Ich schätze ihm war dies bewusst und deshalb wollte er zumindest ein erstklassiges Grab hinterlassen. 

Über eine große Freitreppe betritt man die mehrstufige Anlage aus schwarz gefärbten Beton. Am oberen Ende befindet sich das europäisch inspirierte aber asiatisch verzierte Hauptgebäude mit dem Altar für den König. Das Innere ist die am prächtigsten Dekorierte von allen. Es wurde Glas und Keramikscherben benutzt um die Wandreliefs zu dekorieren.

​Wir fuhren dann weiter zu Pagode von König Minh Mang. Dieser König war tatsächlich einer der wichtigen früheren Könige. Er gab sich mit einer flächenmäßig größeren aber weniger prunkvoll ausgestatteten Pagode zufrieden. Sein Grab ist mehr eine Parkanlage mit Seen und künstlichen Hügeln. Wie in allen Königsgräbern findet man auch da an zentraler Stelle einen großen Grabstein (Format ca. 4m x 2m) welche das Leben und die Taten des Königs beschreiben. Danach folgt ein Altargebäude und später das eigentliche Grab.​

​Als wir mit der Besichtigung fertig waren begann es zu Regnen. Wir warteten den Schauer im Tempel ab und fuhren dann zurück Richtung Hue. Vish hatte ein wichtiges Telefonat zu führen und fuhr ins Hotel, ich fuhr allein weiter Richtung Grab des Tu Doc. Er war der Herrscher der am längsten regierte. Sein Grab war ebenfalls eine Parkanlage mit künstlichem See + Insel. Allerdings nutzte er diese Anlage zu Lebzeiten auch als Zweitpalast bevor er ihn zur Grabanlage umbauen ließ. In der Anlage liegt auch das Grab seiner Frau und eines zweiten weniger wichtigen Königs.​

Die eigentliche Grabanlage folgt den traditionellen Architekturregeln am Besten. Nachdem man leicht ansteigende Treppen hinauf gegangen ist, kommt man zum Grabstein der in einem Gebäude mit zwei benachbarten Türmen steht. Dahinter liegt ein mondsichelförmiger See und auf einer weiteren Anhöhe das eigentliche, sehr schlichte Grab.​

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Der Altar zur Huldigung des Königs liegt im ehemaligen Palast rechts vom Grab. Dort ausgestellt waren auch einige Spiele die zur damaligen Zeit gespielt waren. Eines war ein Geschicklichkeitsspiel bei dem lange dünne Holzstäbe auf den Boden geworfen wurden und so abprallen mussten, dass sie in ein Gefäß von der Form einer Blumenvasen springen.

Gegen 16Uhr fuhr ich zurück nach Hue und traf mich mit Vishal in einem kleinen Restaurant. Nach einem verspäteten Mittagessen fuhren wir zur Thien Mu Pagode, welche auf der Zitadellenseite des Flusses liegt. Wir kamen dort an während es bereits dunkel wurde. Die Pagode fällt durch ihren hohen 8 stöckigen Turm auf, der wohl die 8 menschlichen Inkarnationen des Buddha repräsentieren soll.​

Wir fuhren zurück ins Hostel und gingen nach einem Drink ins benachbarte DMZ Restaurant welches in einem seltsamen Vietnamkrieg-Kitsch Look dekoriert war. Dort trafen wir zwei Australierinnen mit denen wir den Abend mit Buy-One-Get-One-Free Mojitos verbrachten. 

Besichtigung der Zitadelle in Hue und Treffen mit Vishal

Ich fuhr mit dem 4Uhr, naja 4:30Uhr, Bus nach Hue weiter. Der Bus kam gegen 8Uhr in Hue an. Am Ausstieg (ein Hostel namens Google!?) traf ich zwei Bekannte aus SaPa wieder und wir tauschten uns kurz aus. 30Min später waren sie mit dem Bus auf den Weg gen Süden. Ich brauchte jedoch erstmal ein Hostel.Ich nutzte die Zeit am Busstop um eines zu recherchieren. Ich lief dann los und kam in einem Hotel mit Pool an (sowei die Beschreibung). Allerdings hatte ich auch gelesen, dass die Hotelliers einem mehr oder weniger mit ihren Touren terrorisieren und sauer werden, wenn man wo anders bucht. Das und die Tatsache, dass der Schlafsaal in der 4ten Etage ohne Lift lag und das kein einziger sonstiger Backpacker dort war rieten mir weiter zu suchen. Ich war dann im Hue Homestay in einer Seitenstraße wo man mir direkt Früchte und Kaffee anbot. Eigentlich wollte ich schon buchen aber dann ließ ich mir die Zimmer zeigen. Die waren auch in der 4ten Etage und die Toilette/Bad war ebenso unterdurchschnittlich. Also lief ich weiter und checkte im Hue Backpackers ein. Das Hostel ist sehr gut besucht, bietet eine Menge HappyHour artige Angebote und gute Beratung. Das Problem ist, dass es ein Partyhostel ist, bzw. in einer Partygegend liegt. D.h. es ist nicht besonders leise.

Gegen 10 Uhr schaffte ich es dann mich auf den Weg zu machen. Ich machte jedoch zuerst einen Stop bei einem Restaurant was mir eine Mitarbeiterin des Hostels empfohlen hatte. Dort gab es die traditionelle Suppe aus Hue für gutes Geld. Noch besser war, dass es einen Fruchtshake dazu für 15k Dong gab.​​​

Ich lief dann über die nahegelegene Brücke auf die andere Seite des Flusses. Ich musste auf dem Weg mehreren Rikscha- und Motoradfahrern erklären, dass ich lieber laufen wollte, was bei der schwülen Hitze durchaus erklärenswürdig war. ​​

Der Eintritt zur Zitadelle kostet 150k Dong, was bisher das teuerste Ticket auf der Reise war. Die Zitadelle ist mehrere Hektar groß und bestand aus Regierungsgebäude sowie einer, heute leider zerstörten, verbotenen Stadt (Privatresidenz des Königs). Hue war der Regierungssitz von Vietnam bis zum Ende des 2WK.

Man betritt die eigentliche Zitadelle über eine kleine Brücke und ein Tor in der Mauer. Dahinter findet man die 9 heiligen Kanonen – 4 bzw 5 pro Tor. Diese Kanonen wurden im 19Jhdt aus den Waffen einer besiegten Armee gegossen und symbolisierten die Verteidigungskraft des Vietnamesischen Königreichs. Dann ging es zum eigentlichen Haupteingang in den Regierungsbezirk. Drei Brücken führen zu einem großen Tor mit 3 Durchgängen. Der jeweils mittlere war reserviert für den König.​

Dahinter lagen zwei Karpfenteiche durch die der Königsweg weiter führt. Über einen großen Platz geht man dann auf die Empfangshalle des Königs zu, welche mit ihrer Längsseite zum Besucher steht. Anders als z.B. in europäischen Kirchen, liegt die Hauptseite der Gebäude an der Längsseite. Die Wände waren so gebaut, dass sie geöffnet werden konnten und man so eine riesige repräsentative Front hat. Das Gebäude wurde vor einigen Jahren anhand von Fotos und Filmaufnahmen rekonstruiert. Die 80 holzernen Säulen im Inneren sind rot gold lackiert (mit einem traditionellen dicken Lack der in Vietnam auch für diverse Souveniere benutzt wird).​

​Dahinter lag zur Rechten der Lesepavillion und dahinter ein paar Gärten. Im hinteren Zentrum des Regierungsbezirks lag die Verbotene Stadt, die Privatgemächer des Königs. Diese sind seit dem Vietnamkrieg komplett zerstört und nur noch als Fundamente zu sehen.​

Links davon liegt ein Tennisplatz der echt deplaziert wirkt. Jedoch steht eine Tafel davor die erklärt, dass der letzte König von Vietnam an Sport interessiert war und dies einer seiner 3 Tennisplätze in der Zitadelle war.

Weiter links finden sich die Gemächer der Königin Mutter, welche ein eigenes Empfangshaus besaß. In einem Nebengebäude wird u.a. die Rikscha der Königinmutter ausgestellt. Diese war mit Perlmutarbeiten verziert und wurde über eine Versteigerung aus Frankreich zurück geholt.​​


In der linken vorderen Ecke der Zitadelle befindet sich einer der schönsten Teile der Zitadelle. Dort wurden traditionell die alten Könige verehrt. Die Kommunisten ergänzten die reiche der 6 dort verehrten Könige um die 3, welche bekanntermaßen nationalistisch und gegen die französischen Besatzer waren. (9 ist eine Glückszahl in Vietnam, deshalb auch die 9 Kanonen am Eingang.) In diesem Teil findet man auch die 9 großen Urnen die jeweils einem König gewidmet sind.​

​Ich war 6h lang unterwegs und echt fertig. Ich glaube auch zuwenig getrunken zu haben, denn ich bekam langsam Kopfschmerzen und machte mich zurück auf den Weg zum Hostel. Unterwegs kaufte ich mir Wasser, etwas Mango (solche Obstverkäufer sieht man überall an den Straßen. Sie schneiden das Obst auf und man bekommt eine kleine Tüte mit den Früchten und einen Zahnstocher zum essen).

Vischal, ein befreundeter Londoner Unternehmer den ich seit ein paar Monaten kannte und in Berlin getroffen hatte, war nach Hue gekommen und wird die nächsten 1-2 Wochen mit mir reisen. Wir trafen und in meinem Hostel und gingen dann Abendessen mit ein paar Mädels die ich aus Sa Pa kannte. Wir liefen dann noch eine ganze Weile in der Stadt herum. Aber ich war echt Müde, der Nachtbus zeigte Wirkung, und gegen 10 wollten wir zurück laufen. Gerade als es anfing zu regnen. Ich hoffe die nächsten Tage bleiben überwiegend trocken.

Höhlentour mit Schlammbad in Phong Nha

Der Nachtbus war wenig erholsam und kurz nach 4Uhr am Morgen war ich froh als Phong Nha ausgerufen wurde und ich aussteigen konnte. Mein Hotel lag 200m die Straße hoch auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Hotels und Hostels in Phong Nha haben sich auf die Nachtbusse eingestellt und haben alle eine Option für den “early CheckIn”. Ich würde zum Dormroom geführt und war entzückt zu sehen, dass ich der einzigste Gast war – privates 8 Bett Zimmer ist nicht schlecht.Bevor ich ins Bett ging um noch ein paar Stunden zu schlafen, fragte ich wie spät die Touren starten würden. 9Uhr war genug Zeit um auszuschlafen.

Als ich aufgestanden war und zum Frühstück wollte suchte ich meine Brille und konnte sie nirgends finden. Ich erinnerte mich, dass ich die Brille im Nachtbus an einem anderen Ort als sonst verstaut hatte, konnte sie aber nicht mehr finden. Ich rief bei der Busfirma an und fragte ob im Bus was gefunden wurde, was verneint wurde. Also war die Höhlentour nur mit meiner Sonnenbrille machbar – oder ohne Brille. Toll.

Die Tour wurde vom Hotel selbst durchgeführt und da aktuell Nebensaison ist waren wir nur eine kleine Gruppe von 5Personen. Mit dem Minibus ging es in die Kernzone des Nationalparks und zuerst zu einer kleinen Höhle die mittlerweile als Gedenkstätte für 8 Frauen genutzt wird, die im Vietnamkrieg in dieser Höhle durch einen Bombenangriff eingeschlossen und gestorben sind. Durch den Nationalpark verlief damals der Hoh Chi Minh Highway 20 und der Park lag in einem Gebiet was mit die meisten Angriffe abbekommen hat. Ca. alle 9Minuten wurde eine  Bombe abgeworfen.​ Im Bild unten sieht man nebenbei einen Blindgänger der als Glocke umfunktioniert wurde.

Danach ging es in die größte Höhle auf der Tour, die Paradise Cave. Wir fuhren mit einem Elektrobuggy ca. 1km in den Wald zur Treppe die zum Eingang führte. Neben der Treppe führte eine Zickzack-Rampe einige hundert Meter den Berg hinauf. Kurz bevor man den Eingang erreicht spürt man die kühle Luft die aus der Höhle heraus kommt. So hat vor 20Jahren der Dschungelmann ebenfalls diese Höhle gefunden. Er ist mittlerweile eine Berühmtheit, denn er fand noch einige andere Höhlen darunter die längste der Welt. Die Paradise Cave ist nicht die längste der Welt. Jedoch sind 34km länge auch kein Pappenstiel. Davon sind 1km zugänglich und in der Trockenzeit gibt es Touren die bis zu 6km in die Höhle eindringen.

Vom Eingang aus führen Treppen in die Höhle hinunter. Direkt die erste Kammer am Eingang ist beeindruckend groß. Ich würde die Deckenhöhe auf 30-40m einschätzen.​

Danach ging es auf Laufstegen tiefer in den Berg hinein. Es gab riesige Stalagmieten und Stalagtieten zu sehen. Teilweise bildeten sie Formationen die aussahen wie die 8m hohe “Zwergenfestungen”im nächsten Bild.  ​​

Auf dem Boden hatten sich über die Jahrtausende Formationen gebildet die an Reisfelder erinnerten.​​

Danach ging es zum Mittagessen in Richtung Dark Cave. Am Eingang stand ein Besucherbereich wo wir Mittag aßen. Es gab einen großen Teller mit verschiedenen Fleisch, Gemüse und Reissorten. Dazu gab es Reispapier und man konnte sich seine Frühlingsrollen bauen. Das Essen war sehr gut und wir gingen gestärkt zur Dark Cave. Normalerweise geht es über eine Zip-Line (was ich in Chiang Mai schon mal gemacht hatte) zur anderen Seite des Flusses. Da die Zipline hier aber nur bis 90kg ausgelegt war, padelte ich mit dem Guide in einem Kanu zur anderen Seite. Das hatte den Vorteil, dass ich ca. 20 Minuten lang dort im Fluss baden und von einem Baum aus ins Wasser springen konnte, während die restliche Gruppe sich beim Zip-Line-Turm anstellte. Als wir alle zusammen waren, schwammen wir zum Höhleneingang. u.A. deshalb konnte ich meine Kamera nicht mitnehmen. Allerdings gab es am Eingang Handyhüllen für 2$ zu kaufen, welche Wasserdicht waren und es trotzdem ermöglichten das Handy zu bedienen. Einzigstes Problem für mich: Mein Handy hatte noch 8% Batterie, ich musste also sparsam sein.

Die Dark Cave trägt ihren Namen nicht umsonst. Anders als bei den anderen Höhlen gab es kein Licht sondern nur Helme mit Lampe. Es ging tiefer in die Höhle hinein und ich war froh mir vor dem Trip Badeschuhe gekauft zu haben, denn der Boden war recht hart und scharfkantig. Je weiter man hinein ging desto sandiger wurde der Boden und desto trüber das Wasser. Wir kamen an einer Stelle vorbei wo man ein Fischfossil im Stein sehen konnte und was zeigte, wie die Berge hier einst entstanden sind. Wir legten unsere Schwimmwesten auf einen Felsen im Wasser und wateten zu einem schmalen Gang. Es ging diesen Gang ca. 20m tiefer in den Berg hinein und es wurde immer schlammiger. Irgendwann standen wir Kniehoch in dünnflüssigem Schlamm und es ging weiter. Schließlich erreichten wir die Schlammkammer. Dort war der Schlamm brusthoch und dünn wie flüssige Schokolade. Der Auftrieb war so groß, dass man problemlos im Schlamm sitzen oder liegen konnte. Man sollte halt nur schauen, dass man keinen Schlamm ins Auge bekommt, denn es gab nichts sauberes in dieser Höhle um sich inden Augen zu reiben.​

Dann ging es wieder aus der Höhle hinaus und wir wuschen uns im weniger dreckigen Wasser am Eingang. Danach ging es mit dem Kajak zurück zum Besucherbereich. Dort gab es noch eine Zipline – allerdings eine die im Fluss endete und die ich auch benutzen konnte. So konnte man noch etwas im Fluss bleiben, der angenehm kühl war.

Wir duschten und danach ging es zurück ins Hotel. Zum Abendessen ging ich mit 3 Niederländerinnen Essen die allerdings nicht sehr gesprächig waren. Dort sah ich jedoch einen Backpacker den ich in Hanoi bereits getroffen hatte und wir gingen noch in sein Hostel auf ein Bier. Das Easy Tiger war anders als die anderen Hostels voll mit Leuten und laut. Dort scheint es jeden Abend Party zu geben – was angenehm ist wenn man da nicht schlafen muss.

Wir setzten uns mit den Drinks an den Pool und ich sah eine sehr hübsche Kanadierin die übel zugerichtet war. Ich fragte sie was passiert sein und sie sagte, dass sie mit dem Moped in einer Kurve weggerutscht sei. Sie hatte oberflächliche Schürfwunden an den Beinen und Armen und war echt nicht zu beneiden. Vermutlich ist das ein Grund warum die Vietnamesen so gut wie immer mit langer Kleidung auf ihren Scootern unterwegs sind.

Ich ging in mein Hostel und buchte gegenüber den Nachtbus nach Hue (der selbe Bus der mich um 4 abgesetzt hat fährt weiter nach Hue) . Ich wollte die Zeit dort nutzen um mir eine neue Brille zu besorgen. Dann Als ich mein Gepäck neu sortierte und mich für die Fahrt vorbereitete fand ich an einer absolut unpraktischen Stelle meine Brille wieder.

Ab ins Gefängnis -letzter Tag in Hanoi

Der Tag war ungeplant zustande gekommen (auf Grund des Arztbesuchs) und so hatte ich keine Idee wohin ich gehen könnte. Stu empfahl mir das Zentrale Gefängnis aus Kolonialzeiten zu besuchen. Es ist heute ein Museum und liegt etwas südlich der Altstadt, einfach immer die Straße hinunter.​

Das Museum wurde zur Jahrhundertwende 1896 in Betrieb genommen und diente als größtes Museum in Indochina den Franzosen u.a. dazu Aufständige, im aktuellen vietnamesischen Sprachgebrauch, tapfere Freiheitskämpfer einzusperren und zu unterdrücken.

Der gesamte Komplex war von einer 4m hohen Mauer umgeben, welche oben mit Glasscherben gespickt war und zusätzlich noch einen Elektrozaun besaß. Das Material wurde damals aus Frankreich eingeschifft und war Stand der Technik. Im Inneren befanden sich diverse Zellentrakte. Alle innen mit schwarzem Teer gestrichen, was eine bedrückende Dunkelheit verursachte. Die Gefangenen wurden nicht in Zellen wie heutzutage eingesperrt, sondern saßen an Füßen gefesselt auf langen Holzbänken zusammen.​​

Die Einzelhaft war besonders erniedrigend gestaltet. Dort wurden die Gefangen auf einer schiefen Ebene gefesselt, sodass die Füße im liegen höher waren als der Kopf. In Einzelhaft wurden die Fesseln nie abgenommen und die Türen nur zur Eingabe von Essen geöffnet. Alles musste also dort im liegen verrichtet werden. Mit der Folge, dass der Gesundheitszustand der Gefangenen sehr schlecht war.
Das Gefängnis spielte beim vietnamesischen Freiheitskampf eine wichtige Rolle. Im Gefängnis bildete sich eine kommunistische Zelle die die Zeit damit nutzte den aderen Gefangenen die neue Weltsicht zu vermitteln und diese als Gefolgsleute auszubilden. Das geschah im Männer sowie im Frauentrakt.

Nachdem die Franzosen durch die Japaner im 2WK vertrieben wurden konnten die Kommunisten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle bringen. Im Vietnam-Krieg diente das Gefängnis zur Unterbringung abgeschossener amerikanischer Bomberpiloten. Diese wurden gezielt gut behandelt um gegenüber der eigenen Bevölkerung und dem Westen die morilasche Überlegenheit der neuen Regierung zu demonstrieren. Der Fluganzug von John McCain, Präsidentschaftskandidat von 2008 und ehemaliger Insasse, wird im Obergeschoss ausgestellt.

Nachdem ich das Gefängnis besichtigt hatte ging ich zurück ins Hostel zwecks Inspiration. Auf dem Weg aß ich Ban Mi ein Überbleibsel der französischen Zeit. Ein Bagettbrötchen wird aufgeschnitten und Rührei, Salat und Fleisch wird eingefüllt. Das Ganze kostet meist <1EUR.

Ich wollte Eis essen und Lilly empfahl mir in der Nähe meines Schneiders einen Hanoier Eisladen der lokale Eisspezialitäten verkaufte. Ich musste erst etwas suchen, aber im gut ausgeschilderten Hinterhof eines Hauses standen viele Jugendliche mit Eis in der Hand und ich probierte mein Glück. Das Eis war günstig und die Geschmacksrichtung Kokos war ok. Danach ging ich zum See. Auf dem Weg kam ich an einem Buchhandel vorbei und kaufte zwei Malcom Gladwell Bücher: Tipping Point und Outliers. Am See verbrachte ich dann noch ein paar Stunden in einem Kaffee und laß im Poor Charlies Almanach – ein Buch über Charlie Munger. Dabei ließ ich mir einen Maracuja Eisbecher schmecken der in 3 ausgehölten Maracujas serviert wurde:​

Um 17.30 holte mich dann der Shuttlebus vom Hostel ab. Der Nachtbus wird gegen 4Uhr am morgen in Phong Nha Ke Bang ankommen. Das wird ein Spaß.

Rückkehr nach Hanoi und kurzer CheckIn beim Arzt

Um 6:30Uhr holte mich ein Motoradtaxi aus dem Homestay ab und es ging 30 Minuten lang über Schlaglochpisten nach Sa Pa wo um 8Uhr mein Bus zurück nach Hanoi abfahren sollte. Die Fahrt selbst war ein Abendteuer und ich war froh heil in Sa Pa angekommen zu sein. Die Leute in den Bergen fahren auf solchen Straßen jeden Tag…

Als der Bus los fuhr stellte ich fest, dass ich kein Proviant dabei hatte. Da ich außer 2 dicken Bananen zum Frühstück nichts gegessen hatte, stellte ich mich schon auf eine unschöne Fahrt ein. Neben mir saß ein alter Mann der sich als Australier zu erkennen gab, 75 Jahre war und 15 Jahre davon als Soldat in der britischen Armee gedient und in Asien und Afrika gekämpft hatte. 

Nach 2h Fahrt hielt der Bus an einem Restaurant und ich konnte etwas zu essen kaufen. Man sagte uns nicht wie lange der Stop sein würde also kaufte ich zwei Packungen mit Süßigkeiten und etwas zu trinken. Die Süßigkeiten waren einerseits Bonbons aus Banane und Kokos (Bonbons wollte ich eigentlich nicht kaufen…) und eine Art Nuss-Nougat Küchlein die Geschmacklich sehr gut waren. Andere Reisende hatten auch einfach auf Verdacht Packungen gekauft und wir tauschten unsere Beute um verschiedenes zu probieren.​

In Hanoi angekommen war mein erstes Ziel der Schneider. Da ich heute auch bezahlen musste ging ich in eine große Bankfiliale um Geld abzuheben. Am Automat ging es leider nicht, da der nur 2 Mio ausspuckte und ich 16Mio brauchte. Also ging ich an den Schalter und mir wurde geholfen. Die 3% Gebühr (>20EUR) schmerzen allerdings schon.

Danach lief ich zum Schneider zur Anprobe. Nga besuchte an dem Tag ihre Familie in einem Dorf außerhalb Hanoi und ich war allein da. Da die Anzüge aber alle passten gab es keinen Grund sie dabei zu haben.

Danach ging es zum Hostel. Leider wurde ich damit überrascht, dass mein Hostel ausgebucht war. Man hatte mir aber ein Bett in einem befreundeten Hostel reserviert und so checkte ich dort ein. Danach ließ ich mich beraten wo ich einen Arzt finden könnte. Ich hatte eine Abschürfung seit ein paar Tagen und diese schmerzte und hatte sich wohl etwas entzündet. In der nähe des Hostels gab es ein Deutsch-Vietnamesisches Krankenhaus. Dort verwies man mich aber weiter an das “National Skin Hospital” da in ersterem Krankenhaus mehr Operationen etc. behandlt würden. Also fuhr ich mit dem Motoradtaxi in besagtes Hospital (der Arzt im deutschen Hospital schrieb auf Vietnamesisch wohin ich musste, so dass der Fahrer es verstand).

Dort angekommen bezahlte ich 100.000 Dong Praxisgebühr. Danach wartete ich ca. 20 Min das der Doktor mich sah. Er sprach kein Englisch stellte mir aber ein Rezept für 3 Medikamente aus und machte mir klar, dass mein Übersetzer ihn Anrufen könne falls ich fragen zur Anwendung hätte. Ich ging dann nach unten um in der Apotheke die Medikamente zu holen. In Summe kostete mich der Aufenthalt knapp 1 Mio Dong (25EUR). Die Fahrt zurück wurde zu einem Abenteuer da der Fahrer die Straße falsch verstanden hatte und in die falsche Richtung gefahren war. Als er der Meinung war, dass wir da seien sagte ich ihm, dass dies nicht die richtige Straße ist. Glücklicherweise war eine Frau am Straßenrand die sehr hilfsbereit war und etwas Englisch sprach. Sie verstand wo ich hin wollte und sagte dem Fahrer wohin es gehen sollte. Als wir endlich angekommen waren bezahlte ich statt 20k Dong 50k und sah es als Stadtbesichtigung.

Am Abend traf ich in meinem Hostel einen anderen Traveller aus Deutschland namens Felix. Er war Polizist und hatte es geschafft seinen Arbeitgeber davon zu überzeugen ihm 2 Monate frei zu geben. (Viele Wochenenden in der Bereitschaftspolizei helfen dabei). Wir gingen zusammen Abendessen und landeten auf Empfehlung von Hostelbesitzer Stew in einem Grill wo man gerillte Frösche essen konnte. Es gab eine große eisgekühlte Fleischtheke mit verschiedenen Spießen (u.a. Frosch, aber auch Gemüse, Fisch usw.) die man in ein Körbchen legte und der Bedienung gab. Die Körbchen landeten auf dem Grill während man mit einer Nummer versehen zu einem Tisch ging und dort wartete. Es kam dann ein großer Metallgrill auf den Tisch der zum Warmhalten der Speißen dient. In der mit Alufolie ausgelegten Schale lagen Zwiebeln und Fettschwarte die mit der Zeit ausbrutzelte und so das Fett lieferte damit nichts anbrennt. Die Spieße wurden nach und nach fertig und zu unserem Tisch gebracht:​

Nach dem Essen gingen wir zu unserem Hostel, setzten uns in den Eingang mit einer dort befindlichen Gitarre und machten Musik und tranken Bier. Gegen 10 Uhr ging es aufs Zimmer wo ich mich noch etwas um meinen Shop kümmerte.

Homestay, Trekking & Happy Water: 2 Tage vietnamesisches Hochland

Ich stand früh auf und wurde um 6Uhr vom Hostel abgeholt und zum Bus nach Sa Pa gebracht. Der Bus war ein Liege/Schlafbus und ich hatte von anderen großen Reisenden schon Horrorstories gehört. Die “Betten” waren nämlich für Asiaten mit maximal 1,70m Körpergröße ausgelegt. Ich stand recht weit vorn in der Schlange am Bus und konnte so ein Bett ganz vorn im Bus ergattern, wo ich die Füße nach vorn heraus hängen lassen konnte. So konnte ich sogar noch 1-2h auf der 6h Busfahrt schlafen.​In Sa Pa angekommen holte uns ein Taxifahrer vom Bus ab und fuhr uns zu einem Restaurant in den Bergen wo viele andere Backpacker saßen und aßen. Das abholen vom Bus ist ein typisches Beispiel dafür, wie trotz mangelnder Sprachkenntnis doch irgendwie immer alle dort ankommen wo sie hinsollen. Ich kannte nur den Namen unserer “Mama” und sagte zu den warteten Frauen, einfach “Mama Mao?” Daraufhin sagten diese zurück, dass Mao nicht kommen würde winkten aber den Taxifahrer heran. Er hatte Mama Mao am Telefon und sie sagte uns, dass wir mit dem Taxifahrer mitgehen sollten. So landeten wir im Restaurant.

Es gab schmackhafte Bratnudeln und wir saßen ca. 1,5 bis 2h im Restaurant bis Mama Sue (eine Verwandte von Mama Mao) zum Aufbruch rief. Wir liefen dann zum Homestay von Mama Mao. Glücklicherweise hatte ich nur kleines Gepäck dabei und hatte den Rest in Hanoi gelassen, denn wir liefen ca. 2h bis ins Black Hmong Dorf von Mama Mao. Es ging durch Reisfelder, kleine Siedlungen und Bambuswälder. Unterwegs kamen wir an einem Spinnennetz mit einer großen gelb schwarzen Spinne vorbei die ich natürlich fotografierte. ca. 20min später liefen wir durch einen Wald in dem hunderte solcher Spinnen in den Bäumen saßen. Durchaus zum fürchten.​​

Als wir endlich ankamen, es wurde schon langsam dunkel, kamen wir noch an einem kleinen Wasserfall vorbei. 100m weiter stand das Haus von Mama Mao. Es war ein zwei-stöckiges Holzhaus mit überdachter Außenterrasse und großem freien Wohnzimmer. Das Mobiliar beschrenkte sich auf das nötigste. Es gab eine Schrankwand ansonsten nur Tische und in der Küche Herd und Tiefkühlschrank. Im Obergeschoß  waren Matratzen ausgelegt und darüber Moskitozelte aufgespannt.

Nach einem kurzen Spaziergang zum Wasserfall gab es Abendessen. Jeder bekommt eine kleine Schale mit Reis. Die Beilagen werden auf größeren Tellern für alle auf den Tisch gestellt.Die Touristen aßen gemeinsam im Wohnzimmer während die Familie von Mao in der Küche aß. Danach kam Mao mit einer Wasserflasche herum und verteilte Happy Water: selbstgebrannter Reisschnaps. Die Gäste die schon einen Tag länger da waren kannten und fürchteten dieses Happy Water. Angeblich hatte es nur 28%, aber nach 8 Runden und ein paar Bier dazwischen waren wir alle sehr lustig und die Stimmung war gut. Naja… eigentlich waren wir alle sturzbesoffen.

Am nächsten morgen war die Überraschung groß, dass wir keine Kopfschmerzen hatten. Es gab Pfannkuchen und Bananen mit Honig und gezuckerter Kondensmilch zum Frühstück. Gegen 10 Uhr brachen wir dann zur Tageswanderung auf. Geplant waren ca. 20km. Wir hatten sonniges Wetter, jedoch war es recht diesig und ein matter schleier trübte die Weitsicht. Ich hatte mein komplettes Gepäck dabei, denn ich sollte am nächsten Morgen um 6:30Uhr vom Zielort der Wanderung (einem anderen Homestay) abgeholt und zum Bus nach Sa Pa gebracht werden.

Mama Mao ging den ersten Teil des Weges mit uns und wir kamen in einer Grundschule im nahegelegenen Dorf vorbei. Für die Kinder war das ein großer Spaß, als die Ausländer durch die Fenster ins Klassenzimmer blickten. Danach ging es für Stunden durch Reisfelder und kleine Siedlungen am Berghang entlang. Immer wieder boten sich schöne Ausblicke. Die Reisfelder waren alle abgeerntet und man sah den Reis ausgebreitet auf Planen zum Trocknen. In den Berghängen qualmten mehrere Feuer. Unsere Führerin, Mama Si, erzählte uns, dass dort das Reisstroh verbrannt wird. In den kleinen Siedlungen liefen die Tiere frei herum. Darunter kleine Ferkel, Hundewelpen und Enten- und Hühnerkücken.​

​Hier noch ein Bild von Mama Si in der typischen Tracht der schwarzen Hmong:​

Nach 4h Fußmarsch kamen wir an einem Restaurant an wo wir zu Mittag aßen. Wir stellten ein paar Tische zusammen damit unsere Gruppe (ca. 10 Personen) zusammen essen konnte.Es gab Bratnudeln oder Bratreis mit Hünchen oder Schweinefleisch. Danach noch ein paar Bananen die deutlich dicker waren als die in Deutschland sonst verkauften. Sie waren auch etwas fasriger im Inneren. Ich kam bei der Gelegenheit etwas besser mit den anderen in der Gruppe ins Gespräch und fand heraus, dass einer Krav Maga und BJJ Trainer für Sicherheitskräfte in Israel ist. 

Nach dem Essen ging es nochmal 2h weiter bis zum eigentlichen Ziel für den Tag. Kurz vor Ankunft kamen wir an einem Schlammtümpel voller Wasserbüffel vorbei, die sich dort suhlten. Recht gehäuer war mir nicht als das Bild entstand:​

Als wir in den Ort hinab stiegen, sagte Mama Si, dass sie morgen am Fluss mit der Gruppe schwimmen gehen würden. Da ich morgen nicht mehr da sein würde und ich aber nach der langen Wanderung gern etwas schwimmen würde, fragte ich Si ob wir noch heute Abend hingehen könnten. Die anderen in der Gruppe waren froh in der Unterkunft angekommen zu sein und wollten nicht mit, also lief ich allein mit Si über die Brücke (eine Art hängebrücke mit Metallfahrbahn) und ca. 15 min die Straße entlang bis zu einer zweiten Brücke. Neben dieser führten Stufen hinab zum Fluss wo ein kleiner Badebereich mit Steinen abgegrenzt war. Es war nicht ganz einfach ins Wasser zu kommen, weil der Fluss voller glitschiger Steine war. Die Abkühlung tat allerdings sehr gut.

Es war mittlerweile 18Uhr und es wurde schnell dunkel. Also liefen wir zurück zum Homestay. Dort wurde geduscht und dann gab es Essen (vergleichbar mit dem des Vorabends). Es gab zwar ein bisschen Happy Water zum Auftakt aber wir hielten uns an diesem Abend vornehm zurück. Nach etwas Unterhaltung bezüglich der kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Isreal (die Gruppe bestand zu 80% aus Israelis) im Bezug auf Hochzeiten und Begräbnissen ging es zu Bett.

Halong Bay und Abendessen bei Freunden

Kurz vor 6Uhr stand ich auf um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Jedoch stand in östlicher Richtung ein großer Felsen, so dass davon nichts zu sehen war. Es wurde einfach hell.

Um 7Uhr gab es dann Frühstück mit Eiern, Toast und Pancakes. Anschließend fuhr das Boot zu einer Insel, welche als Aussichtspunkt genutzt wurde. Zum Gipfel des dortigen Felsens hatte man eine Treppe hoch gebaut und oben einen Pavillion errichtet von dem man aus Fotos machen konnte. Wir hatten nur 1h auf dieser Insel Zeit und gingen deshalb im zügigen Tempo die 500 Treppenstufen hoch. Oben angekommen tropfte der Schweiß aus allen Poren. Ich machte ein paar Fotos und begab mich wieder auf den Abstieg.​

Unten angekommen ging ich zielgerichtet zum kleinen Sandstrand. Dort badedeten schon zwei schwedische Backpacker die so wie ich heute noch nach Hanoi zurück fahren würden. Das Wasser war warm wie in der Badewanne. Bestimmt 30°C oder mehr. 

Danach ging es zum Boot zurück und wir fuhren nach Cat Ba Island wo die restliche Gruppe, bis auf die zwei Schweden, ausstieg und wir auf die Vortagesgruppe warteten die mit uns nach Hanoi zurück fuhr.

Bevor wir im Hafen von Halong erneut ankamen gab es noch einen Pseudokochkurs an Bord (Wie bereitet man Frühlingsrollen zu? Alles klein schneiden, in Reispapiereinwickeln, fertig) und Mittagessen. Dann warteten wir am Hafen noch ca. 1h bis der Bus aus Hanoi mit der neuen Gruppe ankam.

Auf der Rückfahrt telefonierte ich mit Nga und verabredete mich gegen kurz nach 17Uhr beim Schneider. Da ich einer der letzten war der vom Bus abgesetzt wurde, war ich spät dran und entschied mich ein Motorradtaxi zum Schneider zu nehmen. Die Anproben verliefen wie gewünscht und ich konnte noch ein paar Änderungswünsche anbringen.

Danach fuhren wir mit einem Taxi/Uber zu Freunden Ngas. Ihre Mutter hatte vor ein paar Tagen einen Verkehrsunfall gehabt und wir wollten den Eltern keinen Streß mit meinem Besuch machen. Ngas Freunde waren selbst früher einmal in Deutschland. Er hatte in Chemnitz seinen Doktor in Maschinenbau gemacht und war mittlerweile Abteilungsleiter in der Hanoier Universität, Sie hatte ein erfolgreiches Import/Export Business mit Raumausstattungsmaterialien wie Teppichen und Tapeten am laufen.

Die beiden leben in einem modernen Wohngebiet mit hohen Appartmenthäusern (>30 Stockwerke) und Annehmlichkeiten wie Tennisplatz, Swimmingpool, Fitnesscenter etc. In der nähe wurden noch weitere Wohntürme gebaut was im dunklen recht beeindruckend aussah:​

Nach der Begrüßer überreichte ich als Gastgeschenk Schokolade die ursprüngliche für Ngas Eltern gedacht war. Allerdings waren die Kinder der Familie darüber auch sehr erfreut. Man erwähnte, dass die Ferrero Marken in Vietnam zwar ebenfalls vorhanden wären, jedoch anders schmecken würden als in Deutschland.

Danach gab es Abendessen was wir Erwachsenen zusammen mit Ngas kleiner Tochter einnahmen. Es gab frittierten grünen/jungen Reis, Frühlingsrollen, Salad aus Bananenblüten und eine Pho (Suppe) mit Fleischbällchen mit Morcheln. Alles schmeckte sehr gut und war so reichlich, dass man es nicht schaffen konnte.

Nach dem essen setzten wir uns in Wohnzimmer un dunterhielten uns noch eine Weile. Dazu gab es eine große Obstplatte mit Ananas, Drachenfrucht (die in Asien sogar einen leichten Geschmack hat) sowie eine harte Frucht die in Stifte geschnitten wird und mit Chili und Zucker gegessen wird. Unter dem Glastisch lag noch eine Frucht die mir namentlich als Custard Apple (Zimtapfel) bekannt war, ich aber noch nie gegessen hatte. Man bot mir diese an und ich probierte gern. Die Frucht sieht aus wie eine Kreuzung aus Apfel und Drache. Von der reifen Frucht kann man mit etwas Druck die Schuppen ablösen und kommt so ans breiige sehr süße und aromatische Innere. Leider hat die Frucht große Kerne was sie etwas schwieriger zu essen macht, geschmacklich ist sie allerdings in meinen Top 5 der tropischen Früchte aufgestiegen.

 Gegen 22Uhr wollten wir aufbrechen und mit dem Taxi zurück fahren. Unsere Gastgeber boten spontan an, dass sie uns fahren würden. Da Ngas Wohnung auf dem Weg liegen würde, kamen wir mit einem Auto aus. Der Abend war sehr schön und ich habe mich über die Einladung sehr gefreut.

Halong Bay mit Höhle

Am Morgen gegen 8Uhr ging es mit dem Bus nach Halong Bay. Der Bus war klein und rappelvoll. Nach 2h fahrt gab es eine Pause an einer Behindertenwerkstatt wo man teure Souveniere kaufen konnte. Allerdings hatten die auch eine kostenfreie ordentliche Toiliette und nur deshalb 😉  halten die Veranstalter dort an.

Wir kamen gegen 12:30Uhr am Hafen an, der von verlassenen Hotelrohbauten umgeben ist. Eine halbe Stunde später waren wir an Bord und es gab Mittagessen. Das Essen war reichhaltig aber nicht umwerfend. Die Preise für die Getränke, die nicht im Tourpreis inbegriffen sind, waren auf europäischem Niveau (Cocktail 5-7USD).

Das Boot fuhr während wir aßen aus dem Hafen und in die Bucht hinein. Die Bucht selbst ist riesig und enthält fast 2000 kleine Inseln. Jeder Veranstalter scheint seine Ecke zu haben wo er ankert. Gleichzeitig gibt es zentrale Sehenswürdigkeiten die alle ansteuern.​​

Eine solche Sehenswürdigkeit sind die größten Höhlen in der Halong Bay. Nach fast 200 Stufen aufstieg kommt man in die erste und kleinste Kammer die den Eingang zur Höhle bildet. Man steigt in diese hinein und auf der anderen Seite durch einen schmalen Gang in die zweite größere Kammer. Diese ist schon beeindruckend. Jedoch führt erneut ein kleiner Gang weiter und man betritt die riesige dritte Kammer. Diese wurden mit farbigen Licht beleuchtet und helfen so die verschiedenen Elemente der Höhle zu unterscheiden. In Summe war ich ca. 1h lang in der Höhle unterwegs.​​


Danach ging es aufs Boot zurück und zum Kanu fahren. Immer zwei Personen kamen zusammen in ein Kanu und es wurde erwartet, dass man sich zurecht fand. Ich hatte einen großen Amerikaner angesprochen der allein unterwegs war und wir paddelten los. Wirklich gerade aus ging es bei uns nicht. Mehr in S-Kurven. Allerdings reichte das aus um durch einen ca. 2m hohen Durchgang hindurch zu paddeln. Auf der anderen Seite lag ein See der komplett von Felsen umstanden war. Der Durchgang war der einzige Zugang zur restlichen Bucht. Wir kehrten dann um und paddelten zu einer anderen Höhle, ca. 500m entfernt. Wir navigierten durch einen schmalen Durchgang und umkurvten die Insel um dann zurück zu paddeln. In Summe waren wir ca. 1h unterwegs und, aufgrund mangelnder Technik, gut ausgepowert.
Als wir an Board kamen gab es einen Obststeller und dann hatten wir Zeit zum Duschen bevor es Abendessen gab. Das Essen war erneut reichhaltig, schön angerichtet aber geschmacklich Durchschnitt. Nach dem Abendessen war Zeit für Solcializing. Der Abend endete recht ruhig und gegen 22Uhr ging ich ins Bett da es hieß, man müsse gegen 6Uhr aufstehen um den Sonnenaufgang zu sehen. Das wollte ich probieren.